Wedding Diaries 9: Unsere DIY – Deko für die Location

Do it yourself. Sobald das in der Beschreibung für ein Produkt steht, mache ich normalerweise einen großen Bogen darum. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich voller Kleber und Fäden mit einem hässlichen Papp-Dings in der Hand. Wie früher im Kindergarten. Basteln und Dinge selber bauen, traue ich mir eigentlich nicht zu. Rückblickend bin ich selbst überrascht, wieviel DIY am Ende dann doch in unserer Hochzeit gesteckt hat. Und ich finde, es hat sich sehr gelohnt.

Unsere Location: Eine Scheune, die zu einer Event-Location umgebaut worden ist. Ich gebe zu: Es schreit nach DIY, handmande und ein bisschen Boho. Und am Ende ist es genau das geworden, ohne dass ich es vor hatte.

Und genauso war es gut für uns. Denn hätte ich vorher geahnt, dass ich stundenlang Buchstaben auf Tischkärtchen stempeln würde, hätte ich wohl aufgegeben, noch bevor ich angefangen habe. In diesem Fall hatte ich eine Vision vor Augen: Von einer Scheune mit Girlanden, Platzkarten aus Kraftpapier und Wiesenblumen auf den Tischen. Am besten in vielen Gläsern. Das war es. Und dann haben wir angefangen. Eins nach dem anderen.

Foto: Tomek Wozniakowski

Wenn ich eins von Anfang an verstanden habe ist es: Bei der Hochzeitsvorbereitung ist es wichtig, sich Hilfe zu holen. Entweder man bezieht Freunde und Familie ein oder man beauftragt professionelle Wedding Planer und Dekorateure. Alles ist möglich. Je nach Geschmack. Ich bin unendlich dankbar, dass wir so viel kreative Hilfe aus der Familie bekommen haben. Als studierte Designerin habe ich meine Mutter schon ganz zu Anfang (kurz nach der Verlobung) gefragt: „Würdest du dich um die Deko kümmern?“ Und sie hat zu unserem Glück gleich „ja“ gesagt. Ich war mir also gleich zu Beginn sicher, dass unsere Deko Stil haben wird. Alles andere haben wir gemeinsam herausgefunden. Vor allem indem ich erst einmal das Moodboard erstellt habe und wir daraufhin die Farben für die Deko festgelegt haben. Darüber habe ich hier geschrieben. Unsere Farbe ist „Lagune“, wir mögen Kraftpapier und wilde Blumen. Damit standen alle Basics.

Version 2

Deko der Scheune

In der Woche vor der Hochzeit war es an der Zeit die Deko für den Raum fertigzustellen: Neben den Platzkärtchen sollte ein persönliches Goodie auf jedem Platz liegen. Die Tische sollten nach Ländern benannt werden, die wir schon bereist haben. Außerdem sollten auf jedem Tisch Einmalkameras aufgestellt und Gästebücher aufgestellt werden. Und natürlich Blumen. Als Tüpfelchen auf dem I hatte meine Mutter – Head of Deko – noch die Idee eine Girlande aus Stoffresten selbst zu machen und durch den Raum zu spannen. Schöne Idee dachte ich erst. Und als ich die Girlande schließlich im Raum hängen sah, war es viel perfekter als erwartet. Grün blau bunt. Sie hat den Stil rund gemacht.

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Foto der Party unter der Girlande von Jan Suchland

Platzkarten stempeln

Damit jeder Gast seinen Platz findet, sollte es Platzkärtchen geben. Dafür hatten wir im Netz einfache Kärtchen aus Kraftpapier bestellt. Und bis zu jenem Tag war ich mir nicht sicher, wie ich sie beschriften sollte. Zum einen hatte ich schwarze, einfache Stifte dafür. Außerdem lagen Stempel bereit, um jeden Buchstaben einzeln auf die Kärtchen zu drücken. Nachdem ich es an einer Karte getestet hatte, stand fest: Namen schreiben, ist zwar möglich. Sieht allerdings nicht besonders schön aus. Namen stempeln ist unfassbar viel Arbeit. Ich finde es allerdings unendlich schön und passend zu unserem Style. Also habe ich – ohne zu lange darüber nachzudenken – einfach angefangen zu stempeln. Und zu stempeln. Und zu stempeln. Stundenlang. Buchstabe für Buchstabe. Irgendwann brummte mir der Kopf. Aber ich würde es jederzeit wieder so machen!

Foto: Tomek Wozniakowski

Zeitkapseln und Tischbücher

Um unsere Tische zu benennen und hinterher ein Andenken an die Menschen an dem Tisch zu haben, hatte ich mir eine Kombi-Lösung ausgedacht. Nach dem Motto: Keine tausend Sachen auf einem Tisch. Lieber einzelne Ideen kombinieren. Und hinterher ein schönes Andenken haben. So entstanden die Zeitkapsel-Tischbücher.

Die Idee ist die: Am Eingang gab es eine Übersicht. An einer Wäscheleine hatten wir auf Kraftpapier kleine Listen geschrieben. Darauf standen jeweils die Leute, die an einem Tisch sitzen sollen. Also zum Beispiel: Tisch Neuseeland: Oma, Opa, Iris, Robert usw. So wussten sie, dass sie in der Scheune nach Tisch Neuseeland suchen sollen. Auf Tisch „Neuseeland“ stand ein schwarzes kleines Buch. Darauf ein Bild von Raphael und mir aus Neuseeland und darin viel Platz für die Wünsche unserer Gäste. Auf die erste Seite des Buches hatte ich Ihnen eine kleine Anleitung geschrieben. Ein paar Zeilen über unseren Urlaub in Neuseeland. Und dass dieses Buch noch eine zweite Aufgabe hat: Es soll eine Zeitkapsel für uns in der Zukunft werden. Die Gäste sollten uns Wünsche für einen bestimmten Hochzeitstag schreiben. Und erst dann werden wir sie Bücher wieder öffnen und alle Wünsche lesen.

Wir sind also jetzt versorgt mit Zeitkapseln bis zum 20. Hochzeitstag. Denn jeder Tisch hat einen anderen Jahrestag zugeteilt bekommen. Das ist wirklich sehr spannend! Inzwischen habe ich alle Bücher mit Schleifen versehen, sortiert und in einen Schuhkarton gepackt. Und freue mich sehr darauf, sie durchzublättern.

Ich gebe zu: Etwas schwierig zu erklären. Aber Kombi-Lösung trifft es ganz gut. Und zu uns als Reisemenschen haben diese Bücher einfach gepasst.

Foto: Tomek Wozniakowski

 

Andenken

Von Gastgeschenken halte ich eigentlich nicht besonders viel. Bei Hochzeiten, wo wir bisher waren, lagen am Ende des Abends immer noch viele Gastgeschenke auf den Tischen herum. So schade darum! Deshalb wollte ich ursprünglich von Gastgeschenken absehen. Dann hatte mich aber die Planungswut gepackt. Und da war die Idee: Warum nicht jedem eine kleine Botschaft an den Platz legen? Und zwar ein Foto aus dem Land des Tisches, das wir geschossen haben. Also ein Foto aus Chile, Indonesien….Panama, USA… mit einer kleinen persönlichen Botschaft auf der Rückseite mit persönlicher Anrede für den Gast. Schon wieder viel Arbeit. Aber ich fand es einfach zu passend, um es nicht zu machen. Also haben wir im Internet Fotos im Polaroid-Style bestellt. Und jedes Foto mit einer kleinen Widmung versehen und an den Platz den Gastes gelegt. So hatte jeder eine Kleinigkeit als Andenken. Nichts, was einem die Wohnung voller macht. Einfach eine kleine Aufmerksamkeit. Wir waren uns einig: Dieses Mini-Gastgeschenk hat gut zu uns gepasst, weil es etwas mit uns zu tun hatte und gleichzeitig eine persönliche Botschaft an jeden Gast übermittelt hat. Das hat es für mich „besonders“ gemacht.

Hier noch ein Tipp am Rande: Falls ihr so etwas machen wollt, sucht euch vorher einen Stift, der gut auf Folie schreibt. Ein paar Bilder habe ich versaut, weil ich den falschen Stift verwendet habe.

Foto: Tomek Wozniakowski

Blumen schneiden

Am Donnerstag – also einen Tag vor der Hochzeit – war „Blumen schneiden“ auf unserer To-Do-Liste. Meine Mutter hatte einen Ort in Aachen gefunden, wo man für eine gewisse Zeit selber Blumen schneiden darf. Man zahlt pro Person und kann alle Blumen mitnehmen, die man geschnitten hat. Viel Arbeit – aber für uns Wiesenblumen-Fans ein Traum. Da ich am Mittwoch allerdings schon bei der Maniküre war und noch tausend andere Dinge zu basteln und zu erledigen hatte, war ich unendlich dankbar, dass meine Mutter mit anderen Blumen schneiden gegangen ist. Mein Bruder und meine Cousine hatten mir noch Hilfe angeboten und ich bin unendlich froh, dass ich sie angenommen und die zwei eingebunden habe. Das hat uns sehr geholfen. Die drei kamen vollbepackt mit bunten Blümchen bei der Location an. Einzigartig und viel schöner als ich es mir erträumt hatte. Wenn man die Zeit und die Manpower dazu hat, ist es auf jeden Fall eine gute und günstige Alternative Blumen selbst zu schneiden und aufzustellen.

Foto: Tomek Wozniakowski

Aufbau: Der Vorteil des Freitags

Auf Gut Hebscheid finden den ganzen Sommer bis in den September an den Wochenenden Hochzeiten statt. Am Freitag und am Samstag. Als wir im Januar auf Location-Suche gegangen sind, haben wir noch noch einen Freitag im September auf Gut Hebscheid reservieren können. Alle Samstage waren schon weg. Während wir anfangs noch unsicher waren, ob der Tag eine gute Wahl war, bin ich inzwischen sicher: Er war perfekt! Ein Vorteil zum Beispiel: Wir konnten schon am Donnerstagvormittag an der Location aufbauen. Hätte es an dem Tag eine Veranstaltung gegeben, dann hätten wie nachmittags aufbauen können. Als Vergleich: Alle Paare, die an einem Samstag heiraten, können natürlich erst Samstagmorgen in die Location. Das macht vieles in der Planung komplizierter und stressiger.

Gegen 11 Uhr haben wir uns an der Scheune getroffen: Meine Mutter, ihre Helfer und die Blumen. Der DJ, der einen Probeaufbau gemacht hat. Raphaels Trauzeuge, mein Vater, Raphael und ich. Außerdem waren noch die Mitarbeiter von Gut Hebscheid da, die für den Aufbau und Eindecken der Tische zuständig waren. Der alte, nervige Spruch: „Viele Hände, schnelles Ende“ hat hier auf jeden Fall gut gepasst. Die Blumen-Schneider haben die Blumen angerichtet, auf viele kleine und große Gläser verteilt und schließlich auf die Tische gestellt.

Raphaels Bruder und mein Vater haben Girlanden aufgehangen. Raphael und ich haben die Candy Bar aufgestellt und hinterher noch Tischbücher, Platzkarten und Andenken auf jedem Platz verteilt. Und ganz am Ende ist unser Head of Deko nochmal durch den Raum gelaufen und hat alles wohlwollend geprüft und Blumen zurechtgeschoben. Fertig. Rückblickend hatte ich mir diesen Tag deutlich stressiger vorgestellt. Den Nachmittag über hatten wir frei. Wir sind ins Hotel umgezogen, ich war im Pool, wir konnten uns entspannen und auf den großen Tag freuen.

Foto: Tomek Wozniakowski

Tipps:

  • Macht nur so viel selber, dass es nicht in Stress ausartet. Die Tage vor der Hochzeit werden stressig genug.
  • Wenn euch Freunde und Bekannte Hilfe anbieten: Nehmt sie an und vertraut ihnen.
  • Nehmt euch ein paar Tage vor der Hochzeit Zeit, um alles zu organisieren. So könnt ihr ohne Stress noch letzte Besorgungen machen und eure eigenen spontanen Ideen umsetzen. Wir waren eine Woche früher in Aachen und haben diese Zeit auch gebraucht.

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