Wedding Diaries 17: Was tun gegen die Aufregung vor der Hochzeit?

Freunde – wir müssen über die Angst und die große Aufregung vor Tag X sprechen. Ihr wisst: Auch ich habe mir vor der Hochzeit einen Kopf gemacht. Habe alles gedreht und gewendet und mich immer wieder gefragt: Was wäre wenn….? Und trotzdem konnte ich die Hochzeit in vollen Zügen genießen. Mit euch allen, die ihre Hochzeit noch vor sich haben, möchte ich daher meine Erfahrungen teilen.

Was soll schon schiefgehen? Ich meine: Es könnte regnen, obwohl es keinen Plan B für die Freie Trauung gibt. Die Tanzfläche könnte leer bleiben. Ich könnte mein Kleid noch VOR der Trauung dreckig machen. Und was, wenn ich alle 5 Minuten auf Toilette muss? Trotz langem Kleid? Auch bei mir gab es vor der Hochzeit eine endlose Liste an Angstszenarien, die ich mir immer wieder in allen schillernden Farben vorgestellt habe. Ich habe sogar geträumt, dass mein Kleid am Morgen der Hochzeit auf einmal schwarz ist. Und nicht mehr ivory. Furchtbar. Schweißgebadet bin ich aus diesem Albtraum erwacht.

Eine Hochzeit ist sehr teuer und total bedeutungsvoll. Ich finde da ist es verständlich, dass man sich als Braut die ein oder andere Sorge macht. Und ich glaube, es geht oder ging uns wirklich allen so: Die Aufregung ist da. Es gibt Menschen, die kontrollieren etwas lieber und andere, die schaffen es „laufen zu lassen“. Auch ich bin von der ersten Sorte: Kontrolle ist gut. Selbst machen ist besser – so schreit es immer wieder aus meinem Kopf.

Am Ende wird alles gut

Liebe Bräute: Auch ich kann euch kein Allgemeinrezept gegen die Angst geben. Aber ich kann euch sagen: Am Ende wird alles gut, wenn man es schafft, sich dem Tag hinzugeben.

Stellt euch vor: Mit 80 Jahren sitzt ihr auf dem Schaukelstuhl vor eurem Haus. Und wenn ihr an eure Hochzeit zurückdenkt, seht ihr euch mal eben noch schnell ein Gedeck auflegen, klären welcher Programmpunkt als Nächstes kommt. Ihr organisiert noch einen Stuhl für die Oma und dann verteilt ihr kurz vor der Trauung die Programmhefte. Nein. Das geht nicht.

Weißer Saal
Rathaus Aachen: Standesamtliche Trauung

Das ist euer Tag. Ihr seid die Stars. Braut und Bräutigam. Und damit die Arbeit am Ende nicht liegen bleibt, ihr aber trotzdem den Rücken freihabt, kann ich euch nur raten: Bezieht Trauzeugen und Freunde ein. Es lohnt sich total, vorher zu überlegen, welche Aufgaben an dem Tag anfallen. Und dann wird aufgeteilt.

Aufgaben teilen

Es soll ja am Ende nicht einer die gesamte Arbeit machen. Ihr könnt einen Freund bitten, den Gästen zum Platz zu helfen. Einer fährt das Brautpaar. Einer kann sich um Geschenke und Geschenketisch kümmern (Dazu gehört auch, dass die Geschenke weggebracht werden, bevor es zu spät wird). Ein Freund ist für den Bräutigam zuständig. Und eine Freundin oder die Trauzeugin natürlich für die Braut: Nachpudern, Handtasche tragen, Wasser einschenken, Notfallnähset dabei haben… und bei Bedarf helfen auf Toilette zu gehen.

Aufregung
Hilfe am Tag der Hochzeit: Unbezahlbar

Wir haben wirklich viele Menschen gebeten, uns zu helfen. Immer mit einer kleinen Aufgabe. Und alle waren total hilfsbereit. Immer wieder höre ich von Brautpaaren, dass sie niemanden ausnutzen wollen. Dass es ihnen schwer fällt, die Freunde zu fragen. Ich frage euch: Würdet ihr für wirklich gute Freunde eine kleine Aufgabe übernehmen und am schönsten Tag ihres Lebens helfen? Ich würde das immer wieder gern tun. Und deshalb finde ich es auch total in Ordnung, Freunde zu fragen.

Freie Trauzeremonie Gut Hebscheid Aachen
Glücklich bei unserer Freien Trauung

 Vorbereitung ist gut. Damit aufhören auch.

In den letzten Tagen vor der Hochzeit habe ich erst gemerkt wieviel Arbeit wirklich in dem Event steckt. Ich war total überfordert, hatte Kopfschmerzen und habe alle Tischkärtchen einzeln gestempelt. Buchstabe für Buchstabe. Die Aufregung wurde immer mehr.

Ein großes DIY-Fest war es auf einmal. Es wurde immer mehr. Und da war ich total dankbar, einige Aufgaben noch kurz vorher verteilen zu können. Meine Mutter war unser Head of Deko. Am Tag vor der Hochzeit ist sie mit meinem Bruder und meiner Cousine Blumen schneiden gegangen: Sie war für die komplette Tischdeko zuständig. Und über den ganzen Last-Minute To-Dos habe ich ihr gesagt: „Mach! Mach wie du meinst. Du kannst das. Das wird schön.“ Und ehrlich gesagt, bin ich stolz darauf, losgelassen zu haben. Ab diesem Moment ging es mir besser. Ich hatte mich auf alles eingelassen und habe entschieden: Das wird mein Tag. Ich vertraue ab sofort meinen Liebsten.

Gut Hebscheid Aachen
DIY-Deko am Hochzeitstag

Es geht um Vertrauen

Als wir am Tag vor der Hochzeit in der Location waren, um zu dekorieren, habe ich die Candy-Bar aufgebaut und Sitzkarten verteilt. Sonst nichts. Die Tische hat meine Mutter mithilfe von Leila und Ismael ausgezeichnet dekoriert und überall die wilden Blumen verteilt. Mein Vater hat ein Schild aufgestellt. Und das Team von Gut Hebscheid hat die Tische angeordnet und gedeckt. Ab diesem Moment lief es. Als meine Mutter kam, um zu fragen, ob mir die Tische so gefallen, habe ich nur gesagt: „Gefallen sie dir? Dann sind sie schön.“ Und so war es auch. Ich hätte sie mir nicht schöner erträumen können.

Gut Hebscheid Aachen
Blumen-Deko

Glaubt an euch – und eure Liebsten

Ein Hochzeitstag ist lang und aufregend. Aber euer Körper ist stark und hilft euch, den Tag genießen zu können. Und die Endorphine helfen euch auch. Morgens als der Wecker geklingelt hat, war ich wach und sofort auf 180.

Ich hatte mich entschieden: Ab jetzt lasse ich alles laufen. Ich werde mich nicht aufregen. Ich möchte diesen Tag genießen.

Hochzeitsshooting Aachen
Unser Hochzeitstag in Aachen
Real Talk: Kopfschmerzen und Klo gibt es trotzdem

Und ich konnte es dann auch: Meine Hochzeit aus ganzem Herzen feiern.

Aber den Mythos, dass eine Braut vor lauter Aufregung nicht auf die Toilette muss, kann ich nicht bestätigen. Ich bin sehr häufig gelaufen. War aber heilfroh, dass ich – dank Reifrock – alleine gehen konnte.

Nach der standesamtlichen Trauung und dem ersten Shooting ist einige Aufregung von mir abgefallen. Ich bin sehr anfällig für Kopfschmerzen und habe dann gemerkt, wie in meinen Schläfen anfängt zu pochen. Noch bevor sich irgendwelche Kopfschmerzen breit machen konnten, habe ich eine Tablette eingeworfen und nicht mehr daran gedacht. Zum Glück.

Gut Hebscheid Aachen
Party auf Gut Hebscheid

Augen zu und tanzen

Ein guter Freund hat uns vorher einen Tipp gegeben, den ich mit euch teilen möchte. Nehmt euch zwischendurch ein paar Minuten Zeit und atmet durch. Dazu gehört auch: zurücktreten und genießen. Schaut euch das grandiose Fest an, das ihr über Monate geplant habt. Freut euch über die vielen Menschen, die gekommen sind, um mit euch zu feiern. Das ist ganz wunderbar und überwältigend!

Am Abend – nach mehreren Stunden wildem Getanze – wurde mein Tüllkleid dann aber doch immer schwerer. Ich wollte es aber auf keinen Fall ausziehen und gegen ein Ersatzkleid tauschen. Also habe ich einfach weitergetanzt. Und den Tüll durch die Gegend gewirbelt und mich im Kreis gedreht. Am nächsten Morgen habe ich meinen ganzen Körper gespürt. Aber auf eine gute Art und Weise.

Liebe Brautpaare: Das sind meine Gedanken zur Angst am Hochzeitstag. Sie gehört dazu. Aber wenn ihr es schafft es „passieren zu lassen“ und euch dem Tag hinzugeben, dann habt ihr gewonnen. Ich wünsche euch eine unvergessliche Hochzeit.

Frage an alle Ex-Bräute: Wie seid ihr mit der Aufregung umgegangen?

Fotos: Tomek Wozniakowski

Rundreise Sri Lanka – Wie mir die Träne Indiens das Herz geraubt hat

“Wenn dir Bali heute noch gefällt, fahr nach Sri Lanka! Da sind die Vibes noch wie früher auf Bali.“ Das hat mir ein Reisender auf Bali gesagt, als wir uns über Surf-Reiseziele ausgetauscht haben. Im Februar 2018 war es dann endlich soweit: Zeit für unsere Rundreise in Sri Lanka. Hier stelle ich euch unsere Route vor.

Rund drei Wochen Zeit haben wir uns genommen für die Reise nach Sri Lanka. Es war unsere Hochzeitsreise und daher lange herbeigesehnt. Wir haben uns entschieden, nicht alle Top-Tipps und Must-Sees abzuklappern. Anstelle dessen wollten wir lieber langsam reisen und an jedem Ort mindestens drei Nächte verbringen. Außerdem wollten wir natürlich ans Meer und surfen. Da wir Ende Februar nach Sri Lanka gereist sind, haben wir uns daher für ein paar Stationen im Landesinneren und die Südküste entschieden: Denn dort kann man im Februar und März besonders gut surfen. Darauf sollte man bei einer Buchung achten, denn in Sri Lanka gibt es unterschiedliche Klimazonen. Wir haben uns für die folgende Reiseroute entschieden:

Kandy – Ella – Tissamaharama – Matara (Meddawatta) – Hikkaduwa

Und das war – für uns – die perfekte Route. Wir haben so viele wunderbare Kleinigkeiten erlebt. Deshalb wird es noch weitere Artikel über Sri Lanka geben. Hier gibt es einen Überblick über unsere Rundreise mit vielen kleinen Tipps.

Sri Lanka

Die Ankunft

Nach einem langen Flug mit wenig Schlaf sind wir in Colombo am Flughafen angekommen. Es war wuselig und warm. Überall standen Menschen in Schlangen. Kein effizientes System, um einen Einreisestempel zu bekommen. Aber das gehört dazu. „Ayubowan“ – das wünschten wir allen Menschen an den Schaltern. Denn das bedeutet „Guten Tag“. Auf dem Weg nach draussen haben wir uns noch Handy-SIM-Karten zu einem günstigen Preis bei Dialog gekauft und haben uns dann ein Taxi nach Kandy gebucht. Denn wir haben uns gegen einen Aufenthalt in Colombo entschieden. Es gibt viele inoffizielle Taxistände, die Phantasiepreise für die Taxifahrten berechnen. Es lohnt sich daher zu „Airport Taxi“ zu gehen und ein offizielles Taxi zu buchen, bei dem der Preis feststeht. Für die 3,5 Stunden-Fahrt nach Kandy haben wir so rund 7000 Rupien (ca.36€) bezahlt.

Die Fahrt nach Kandy

Rein ins Taxi und schon ging unser Abenteuer los. Der Fahrer war total sympathisch und hat uns von seiner Familie und seinem Kind erhzählt. Und dann hat er uns in gebrochenem Englisch gefragt, ob wir kurz vorbeifahren und sie abholen sollen. „Ok“, sagten wir ohne genau zu wissen, was er meint. Und kurz darauf saßen wir in der Lobby eines wunderschönen Hauses, haben frischen Papaya-Saft getrunken und Kekse gegessen. Währenddessen haben sich Frau und Kind bereit gemacht, um mit uns zu fahren. Und plötzlich ist mir gedämmert, worum es eigentlich ging: Der Fahrer würde den ganzen Tag unterwegs sein, um uns abzuliefern und wieder heimzufahren. Wenn er die beiden mitnimmt, kann er mehr Zeit mit ihnen verbringen. Gute Idee!

Die Fahrt nach Kandy zog sich, die Straßen waren voll: Überall Vans, TukTuks und Busse: Die Könige der Straße in Sri Lanka. Wenn ein Bus kommt, müssen alle anderen weichen. Hier hat der Stärkere das Recht. Und das sind nunmal die Busse.

Kurz vor Kandy haben wir an einer Teefabrik halt gemacht und eine kleine Führung bekommen. Eine Frau hat uns erklärt, wie der schwarze Tee hergestellt wird, für den das alte Ceylon damals weltberühmt geworden ist. Hinterher durften wir den Tee probieren – und natürlich kaufen. Leider waren wir sehr müde und haben nicht gemerkt, dass wir einigen teuren Tee eingepackt haben. Das fällt uns erst an der Kasse auf. Zu spät. Hoffentlich schmeckt der Tee nach Gold, dachte ich noch, als wir weiterfahren.

Kandy
Kandy am Abend

Kandy und unsere Unterkunft

In Kandy haben wir in einem Airbnb von einem alten, lieben Ehepaar gewohnt. Die Stadt war wuseliger und größer als ich vorher dachte. Daher war ich froh, dass unsere Unterkunft nicht direkt an der Straße liegt, sondern in zweiter Reihe. Dadurch war es deutlich ruhiger. Wir haben im 1. Stock in einem gemütlichen Zimmer geschlafen und haben morgens ein reichhaltiges Frühstück serviert bekommen. Und dazu genügend Tipps zur Umgebung: Kandy und das kulturelle Dreieck.

Drei Nächte hatten wir in Kandy. Deshalb haben wir gleich am ersten Tag noch den Zahntempel besucht: Der berühmte buddhistische Tempel, wo – gemäß Überlieferung – der linke Eckzahn Buddhas aufbewahrt wird. Deshalb ist hier immer viel los. Auch an jenem Abend als wir das Tempelgelände betreten. Es war so voll, dass wir das Gelände überqueren und den Tempel umrunden, aber nicht hineingehen wollten. Es lag aber eine interessante, entspannte Stimmung über dem Ort, die ich sehr anziehend fand.

Kandy

 Kandy: Der Botanische Garten – das grüne Herzstück der Stadt

In Kandy kann ich jedem Besucher den Botanischen Garten ans Herz legen. Als wir in diese grüne Oase gelaufen sind, war ich komplett geflasht: Der Garten ist riesig und an jeder Ecke gibt es massige, majestätische Bäume, die ich noch nie gesehen habe. Dazu viele Palmen, die eine Allee säumen. Affen und viele andere Tiere laufen über das Gelände und bunte, exotische Blumen sprießen am Wegesrand.

Wir sind durch Gewächshäuser mit tausend und einer bunten Orchidee gelaufen und haben uns auf Parkbänke gesetzt, um den Ort auf uns wirken zu lassen.

Das ist wirklich der schönste Botanische Garten, in dem ich je gewesen bin.

Kandy

Kandy
Botanischer Garten

Tour: Lieber Pidurangala als Sigiriya Rock

Das kulturelle Dreieck Sri Lankas haben wir nur zum Teil besucht. Kandy ist ein Eckpunkt des touristischen Dreiecks. Ansonsten gehören die Städte Anuradhapura und Polonnaruwa, die wir nicht besucht haben. Unbedingt sehen, wollten wir aber den berühmten Sigiriya – Löwenfelsen: Ein riesiger Felsen, der einfach und plötzlich aus dem Boden emporragt und sehr majestätisch daherkommt. Er gehört inzwischen zum UNESCO – Weltkulturerbe und ist dementsprechend überlaufen. Wir haben uns daher für die deutlich günstigere Alternative in nächster Nähe entschieden: Den Pigurangala Felsen. Er ist etwas kleiner, weil er noch nicht so bekannt ist, ist der Eintritt aber auch deutlich günstiger und vor allem ist er nicht so voll.

TukTuk

Sri Lanka

Wir haben uns für eine Tagestour von Kandy mit dem TukTuk entschieden. Ein aufregendes Abenteuer, denn wir waren viele Stunden unterwegs zwischen Bussen, Abgasen, Autos und anderen TukTuks. Unser Host hatte uns aber einen richtig guten Fahrer empfohlen, mit dem auch ich Angsthase mich wohlgefühlt habe. Und TukTuk-fahren macht richtig Spaß, wenn man sich darauf einlässt. Nach mehreren Stunden merkt man die Fahrt und die Schlaglöcher aber im Körper und wird müde. Auf dem Weg haben wir mehrere Tempel besucht: Allesamt schön, aber überfüllt.

Kandy
Einer der vielen schönen Tempel
Immer wieder in Felsen gebaut
Tipp: Geht nicht in einen Herbal Garden

Leider hat unser Fahrer auch Halt an einem sogenannten „Herbal-Garden“ gemacht. Wir dachten erst: “Geil! Da kann man bestimmt Gewürze kaufen.” Aber tatsächlich sind diese Gärten die reinste Verkaufsveranstaltung von überteuerten Kosmetikprodukten. Das haben wir leider erst gemerkt, als wir am Ende an der Kasse standen.

Die Masche läuft so: Jemand führt dich durch einen „Garten“ und zeigt die die verschiedenen Produkte: Zahnpasta, Minz-Paste, Anti-Mücken-Zeugs… und am Ende gibt er dir einen Zettel und sagt: „Na, welche Produkte hättest du gern? Bitte ankreuzen. Dann kann ich helfen, sie im Laden herauszusuchen.“ Ein Schelm, denn so kommst du auf keinen Fall selbst mit irgendwelchen Preisschildern in Kontakt. Und sie setzen darauf, dass man am Ende an der Kasse keinen Rückzieher mehr macht. Bei uns hat das jedenfalls geklappt. Und wir haben 50 Dollar für Zahnpasta und Minz-Paste bezahlt. Das tat weh.

Tempel
Ich habe eine Blume gefunden

Tempel

Pidurangala

Als wir endlich am Pidurangala Felsen angekommen sind, wurde es aufregend. Wir haben den günstigen Eintritt von ca. 500 (noch nicht mal 3 Euro) Rupien gezahlt und sind losgelaufen: Treppenstufen, Weg, Stufen. Rechts haben wir eine Buddha-Statue passiert und sind immer weiter den Pfeilen gefolgt, die jemand auf den Boden und die umliegenden Felsen gemalt hat. Damit niemand vom Weg abkommt.

Der Weg war recht entspannt bis zu diesem Punkt, an dem wir nach Pfeilen suchen mussten und uns klar wurde: Ab jetzt heisst es klettern! Zum Glück hatten wir Turnschuhe an. Aber etwas mulmig war mir schon zumute, als ich zwischen den großen Felsbrocken nach Halt gesucht habe. Zwei ältere Frauen vor uns haben aufgegeben. Wir wollten uns damit nicht geschlagen geben. Es sind die letzten Schritte, bis wir oben auf dem Felsen stehen würden. Das stand fest. Nur wie dahin kommen? Außen am Fels klettern schien uns zu gefährlich. Da sahen wir auf einmal eine Spalte, durch die man sich schieben konnte. – Um auf den Felsen zu kommen. So machen es auch die Hunde. Und wir. Es sah enger aus als es ist.

Sigiriya
Unsere Aussicht vom Pidurangala auf den berühmten Sigiriya

Und plötzlich war da diese außergewöhnlich tolle Aussicht auf den berühmten Sigiriya Felsen. Wir haben geschwitzt und gekeucht. Die Sonne brannte. Aber mit einem Mal war all das egal. Wir wussten, warum wir da waren. Warum es sich lohnt zu klettern. Und weiter zu gehen, als man sich zugetraut hätte. Von weitem haben wir die Menschenmassen beobachtet, die wie Ameisen den Sigiriya hochgestiegen sind. Wir haben uns hingesetzt, die Aussicht genossen und waren einfach nur dankbar. Dankbar da zu sein. Dankbar zu leben und dankbar diese Aussicht genießen zu dürfen.

Tipp: Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie die Aussicht vom Sigiriya selbst ist. Persönlich würde ich euch aber den Pidurangala empfehlen: Für die etwas andere Aussicht und Ruhe.

Sigiriya
Warm war es da oben auch

Restaurants und Essen in Kandy

In Kandy gibt es viele geniale Restaurants für alle Reis- und Curry-Liebhaber. Besonders ans Herz legen möchte ich euch aber den Hela Bojun Food Stall in der Nähe des Botanischen Gartens. Hier gibt es traditionelles vegetarisches Essen aus Sri Lanka zu unfassbar günstigen Preisen. Man sucht sich jedes einzelne kleine Gericht aus, das man essen möchte und zahlt diese einzeln bei den Frauen, die dieses Gericht verkaufen: Von Teigtaschen, über Bohnen und Reis bis hin zu Suppe. Unfassbar lecker!

Diese Food Stalls gibt es in vielen Orten in Sri Lanka. Sie sind von der Regierung unterstützt. Es lohnt sich, danach zu suchen.

Sri Lanka
Bahnhof Kandy
Kandy
Wem Wegsrand ist immer was los

Die berühmte (Massen-)Zugfahrt von Kandy nach Ella

Das Internet ist voll von Artikeln über diese magische Zugfahrt ins Hochland von Sri Lanka. Ich werde diesem Thema auch noch einen eigenen Artikel widmen. Aber auch hier soll die Fahrt nicht fehlen. Wie sehr hatte ich mich darauf gefreut: In offenen Türen stehen. Den Fahrtwind genießen. Die Teeplantagen angucken. Stundenlang Zug fahren. Die kleine Ernüchterung kam kurz vor der Reise als klar wurde: Plätze reservieren ist nicht mehr drin. Ein paar Travel Agencies kaufen die reservierten Plätze vorher auf und man kann nur noch am Morgen der Fahrt „Last-Minute-Tickets“ kaufen. Ohne Reservierung. Natürlich wollten auch wir wie alle anderen Backpacker am liebsten in der berühmten zweiten Klasse fahren. Als wir am Morgen der Abfahrt am Bahnhof von Kandy angekommen sind, war aber schnell klar: Es wird voll. Und zwar in JEDER Klasse.

Zugfahrt von Kandy nach Ella
Das pure Glück: Endlich Plätze ergattert
Aussicht aus dem Zug

Es ist wirklich kein Problem Tickets Lastminute zu kaufen. Aber der Zug wird voll. Sehr voll. Der ganze Bahnsteig war vollgestopft mit Backpackern: mit so Leuten wie wir, die unbedingt die 150 Kilometer nach Ella in mehr als sechs Stunden mit dem Zug fahren wollten. Once in a Lifetime. Selber schuld. Wir machen das beste draus – das stand für uns fest. Als wir dann dicht an dicht im Waggon standen und nichtmal aus dem Fenster gucken konnten, war es doch etwas ernüchternd.

Zum Glück haben wir schnell eine nette Familie aus Sri Lanka kennengelernt, mit denen wir uns unterhalten und Snacks tauschen konnten. Und als sie alle ausgestiegen sind, hatten wir nach 90 Minuten sogar Sitzplätze. Aber es war nicht daran zu denken, sich in eine offene Tür zu stellen und tausend Bilder zu schießen. Der Weg dahin war einfach zu voll und alle Türen belegt.

Nach vier Stunden Fahrt habe ich mich dann doch durchgedrängelt für das eine Andenken. Das Foto in der Tür. Es war echt nicht einfach durchzukommen. Denn da standen Menschen. Das Foto habe ich bekommen. Aber es bleibt dieser Beigeschmack. Vor 3 Jahren war diese Fahrt sicher noch ein anderes Erlebnis. Spaß gemacht hat es uns trotzdem: Zug fahren ist einfach genial!

Zugfahrt Kandy – Ella
Sri Lanka
Auch ich wollte es haben: Das berühmte Zug-Foto

Ella

Ach Ella! Du zauberhaftes kleines Ding. Nach der langen Zugfahrt sind wir durch den Ort in unsere Unterkunft am Rande des Ortes gelaufen und haben schnell gemerkt: Ella ist genau unser Ding! Überschaubar und hübsch. Aber auch hierher kommen inzwischen natürlich sehr viele Touristen.

Wir hatten ein Zimmer in den Country Homes mit großem Balkon und Wahnsinns-Aussicht auf die Berge, Felsen und ins Grüne. Das flasht mich noch heute, wenn ich daran zurückdenke. Tausend Grüntöne neben- und übereinander. Berge. Wasserfälle. Und alles sieht so saftig aus. Ich hätte die Tage dort damit zubringen können auf diesem Balkon zu sitzen und zu gucken. Morgens haben uns die Gastgeber zum Glück dort unser Frühstück serviert. Das war unglaublich lecker und schön.

Ella
Frühstück auf dem Balkon
Sri Lanka
Ella: Teeplantage

Ella – Little Adams Peak

In Ella sind wir auf den Little Adams Peak gestiegen. Ich bin kein großer Fan vom Wandern, aber das hat auch mir viel Spaß gemacht: Ein großer Spaziergang durch Teeplantagen. Immer wieder kann man anhalten und ein Bild machen vom unendlichen Grün. Und auf dem Berg angekommen, wird man von weiter Aussicht belohnt: Über grüne Täler und Berge. Dieses satte grün, das so reichhaltig ist und voller Energie. Wunderschön. Wir haben uns auf einen Stein gesetzt und den Moment genossen. Ein wertvoller Moment.

Alle, die nicht so gern wandern, kann ich beruhigen: Der Weg ist wirklich machbar! Aber haltet euch auf jeden Fall an die Schilder, damit ihr nicht klettern müsst.

Sri Lanka
Teeplantage in Ella: Wanderung zum Little Adams Peak
Sri Lanka
Aussicht vom Little Adams Peak

Nine Arches Bridge

Am Abend sind wir zur Nine Arches Bridge gelaufen.

Das ist eine der schönsten Eisenbahnbrücken, die ich je gesehen habe. Sie nimmt einen mit in die Zeit, als Sri Lanka noch Ceylon hieß und eine britische Kolonie war. Ein echtes Bau-Kunstwerk aus einer anderen Zeit inmitten der grünen Felder. Der perfekte Spot, um zu träumen und berühmte Sehnsuchts-Bilder auf Gleisen zu schießen. Ich hätte Stunden hier verbringen können. Aber als es dunkel wurde, haben wir uns auf den Heimweg gemacht.

Zur Brücke kann man besonders gut bei einem Spaziergang über die Gleise laufen. Das machen hier auch die Einheimischen so. Züge kommen nur alle paar Stunden und man hört sie von weitem, da sie laut hupen. Sobald ihr einen Zug von weitem hört, stellt euch abseits der Gleise ins Grüne und wartet ab, bis er vorbeigefahren ist. Abseits der Gleise wohnen viele Menschen und verkaufen einem Kokosnuss, wenn man durstig wird. Das lohnt sich immer.

Sri Lanka
Nine Arches Bridge

Restaurants in Ella

Jade Green: Wir waren total begeistert vom „Jade Green“ Restaurant. Hier gibt es ausgezeichnete Currys zu einem top Preis-Leistungs-Verhältnis. Normalerweise mag ich Aubergine nicht so gern, aber so wie ich sie hier probieren durfte, kannte ich sie bis dahin nicht.

Café Guru: Dieses Restaurant hat uns auch gut gefallen: Sehr schön eingerichtet und gemütlich. Und das Essen war lecker.

Chill Restaurant & Bar: Von diesem Restaurant hatten wir vorher im Internet gelesen und sind wegen der guten Bewertungen hin. Wir konnten die Begeisterung leider nicht teilen und waren nicht überzeugt: Zu voll, zu teuer, zu wenig Geschmack.

Tipp: Wenn euch der Zug von Kandy nach Ella zu voll war, nehmt den Zug bis zur Endstation: Fahrt an einem anderen Tag nochmal mit dem Zug – als Event. Hinter Ella ist der Zug leer, ihr fahrt über die Nine Arches Bridge und könnt endlich in den Türen sitzen und Bilder machen.

Tissamaharama

Tissa – der Ort für eure Safari. Auch wir wollten in die Wildnis und Tiere beobachten im Yala Park. Deshalb haben wir Halt in Tissamaharama gemacht und uns drei Nächte im Thaulle Resort gegönnt. Ein deutlich schickeres Hotel, das wir uns ausgesucht haben, weil wir auf Hochzeitsreise waren. Da ist man schließlich nur einmal – da soll es was besonderes sein.

Tissamaharama
Auf Safari im Yala Nationalpark

Yala Nationalpark

Wir haben uns für eine Halbtagestour in den Yala Nationalpark entschieden. In aller Frühe wurden wir abgeholt und haben uns vor dem Nationalpark in eine lange Schlange Autos gestellt. Wow. Hier schien jeden Morgen richtig was los zu sein! Jeder im Ort scheint einen Jeep zu haben, um Menschen durch den Yala-Park fahren zu können. Auf der Suche nach den berühmten Leoparden. Die gibt es hier nämlich noch in freier Wildbahn. Und deshalb kommen Menschen aus aller Welt her – und suchen nach den Tieren. Wir auch.

Ich kam mir schon etwas blöd vor: Wir saßen immerhin zu zweit in einem Jeep für 6 Leute. Und vor und hinter uns sehen wir das immer wieder: Jeeps, in denen nur zwei Menschen sitzen, obwohl man sie viel voller machen könnte. Hm.
Unterwegs sehen wir Elefanten, Wasserbüffel, Krokodile, wunderschöne Pfauen… Wildkatzen. Aber keine Leoparden.

Yala Nationalpark

Man könnte sagen: Wir hatten kein Glück. Mir hat es aber ehrlich gesagt nichts ausgemacht. Wir haben so viele außergewöhnliche Tiere gesehen an jenem Tag, die ich vorher nichtmal kannte… das war wirklich eine besondere und tolle Erfahrung.

Außerdem sind die vielen Jeeps regelrecht von rechts nach links gefahren – auf der Jagd nach Leoparden. Das war mir fast zu viel. Und zu laut. Als Leopard hätte ich mir auch ein ruhigeres Plätzchen gesucht.

Wir haben von anderen Reisenden gehört, dass sich die Ganztagestouren mehr lohnen, weil man sich da auch einfach mal hinstellt und wartet. – Ob ein Tier vorbeiläuft.

Thaulle Resort

Unser Hotel lag mit Blick auf den Yoda See: Ein riesiges Gewässer, wo Wasserbüffel und viele andere tolle wilde Tiere wohnen. Auf der Internetseite wurde mit „Ayurveda-Anwendungen und Kuren“ geworben. Und wir hatten extra ein Paket mit Ayurveda-Service gebucht. Ich war richtig neugierig auf die traditionelle indische Heilkunst.

Wir bekamen Zettelchen mit unseren Terminen und wurden jeden Tag massiert. Immer genau gleich. Kopfmassage. Gesichtsmassage. Körpermassage und danach Kräuterbad. Wir bekamen aber keinen Besuch vom Arzt und uns wurde nichts über Ayurveda erklärt. Hinterher kam raus, dass man in drei Tagen gar keine Ayurveda-Kur machen kann, weil es zu kurz ist. Schade, denn wir hatten die Kur buchen können für die drei Tage. Das hätte ich gern früher gewusst. Aber insgesamt muss ich sagen: Die Massagen haben natürlich trotzdem sehr gut getan.

Tipp: Falls ihr eine Safari machen möchtet, nehmt am besten die Tagestour. Es gibt auch Unterkünfte auf dem Gebiet des Nationalparks. Das ist bestimmt eine besondere Erfahrung.

Unser Zimmer im Thaulle Resort. Klein, aber teuer.

Matara – Meddawatta

Matara – hier habe ich meinen Lieblingsstrand gefunden. Deshalb werde ich diesem Ort nochmal einen eigenen Artikel widmen. Diesen Ort haben wir tatsächlich ausgesucht, weil uns das Hotel überzeugt hat. Und die Bilder des Strands.

Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein. Der Blick ins Weite. Das Meer. Ein paar Wellen, ein gemütliches Bett… viel Kaffee am Morgen. Und schon geht es mir gut. In Meddawatta gab es all das. Und noch viel mehr.

Es ist einer dieser besonderen Orte, die dir ein gutes Gefühl machen. Weil hier so vieles stimmt. Und noch nicht zerstört worden ist durch den Tourismus.

Meddawatta
Die Aussicht von unserem Zimmer: The Seascape

The Seascape

Unser Hotel The Seascape haben wir über einen kleinen Weg erreicht, es lag direkt am Strand. Ein kleines Boutique-Hotel mit nur sechs Zimmern und einem riesigen Aufenthaltsbereich mit Pool im ersten Stock. Schon bei der Ankunft konnte ich nur noch vor Freude quietschen. Wunderschön und stilvoll gemacht. Unser Zimmer war eins der kleineren und lag im Erdgeschoss – unsere Terrasse ging über in den Garten und der wiederum führte direkt zum Strand. Vom Zimmer aus konnten wir auf das Meer und die Wellen gucken. Einfach großartig. Die Zimmer sind modern und geschmackvoll eingerichtet: Gemütliche Betten, stylisher Betonboden, Schreibtisch und große Fensterfront. Einziges Manko: Die Küche befindet sich gleich nebenan. Dadurch war es morgens relativ laut. Dieses Problem hat man in den Zimmern im zweiten Stock sicher nicht.

Matara
Die Aussicht beim Frühstück

Das Frühstück haben wir jeden Morgen im ersten Stock auf dem Balkon mit Blick auf Wellen und Meer genossen. Stundenlang haben wir da gesessen und eine Tasse Kaffee nach der anderen getrunken. Am Meer kann ich mich einfach nicht satt sehen. Zur Auswahl gab es verschiedene Variationen von Ei, Pfannkuchen und Toast.

Eine ganze Woche waren wir dort und haben unsere Zeit irgendwo zwischen Schatten, Pool, Liegen, Sand und Wellen verbracht. Immer abwechselnd. Im Hotel haben wir uns morgens Surfboards ausgeliehen und uns in die Wellen gestürzt. Zum Glück ist dieser Strand – Meddawatta – auch für Anfänger und Intermediates perfekt geeignet. Immer wieder bin ich über meinen Schatten gesprungen und habe Wellen angepaddelt – und wurde von Glücksgefühlen belohnt. Da der Strand lang ist und viel Platz im Wasser, kam man sich nicht so schnell in die Quere. Ich finde, es ist der perfekte Strand zum Surfen lernen.

Als wir abends am Strand Fisch gegessen und dabei den Sonnenuntergang beobachtet haben, war das Honeymoon-Feeling perfekt. Hier hätte ich auch 3 Wochen bleiben können.

Meddawatta hat wirklich alle meine Wünsche erfüllt. Bis tief ins Herz hinein. Es war entspannt und ruhig. Es gab genügend Wellen für alle. Unser Hotel war der absolute Wahnsinn und die Stimmung am Strand war top. Ich hoffe, dass es so bleibt bis wir wieder nach Sri Lanka kommen.

Meddawatta
Dinner am Strand von Matara
Matara- Meddawatta

Restaurants Meddawatta

Das einzige Manko in unserem Hotel war die relativ teure Speisekarte. Wir haben daher nur einmal dort gegessen. Die anderen Abende sind wir ans andere Ende vom Strand gelaufen. Da gibt es ein paar kleine Lokale, wo man gut und günstig typisch sri-lankisches Kottu essen kann. Empfehlen können wir das Red Chillz und das gemütliche Reggae-Restaurant Uprising.

Tipp: Für diesen Strand würde ich mir besonders viel Zeit nehmen. Es gibt auch in der Gegend noch 1001 schöne Strände. Vor allem für Surfer ist Meddawatta der perfekte Ausgangspunkt für eure Sri Lanka Reise.

Wir haben unsere Surfboards zwar immer im Hotel ausgeliehen. Am Strand bekommt man aber auch an ein paar anderen Ständen welche.

Polhena Beach

Schnorcheln: Polhena Beach

In der Gegend kann man übrigens auch super schnorcheln und Schildkröten treffen. Einen Tag haben wir einen Ausflug mit dem TukTuk nach Polhena Beach gemacht. So nah war ich einer großen, wunderschönen Schildkröte noch nie! Echt beeindruckend. Aber auch viele kleine bunte Fische leben dort. Vor Ort kann man sich Equipment leihen.

Hikkaduwa

Wir sind mit dem Zug nach Hikkaduwa gefahren und haben schon bei der Ankunft gemerkt: Diesen Ort kennt man. Hier ist es touristisch. Das ist erst einmal eine Feststellung gewesen. Aber nach unserer traumhaften Woche in Matara war es schon ein kleiner Downer. Wären wir zuerst in Hikka gewesen, hätten wir den Ort sicher noch mehr lieben gelernt. Das nur vorab. Aber Hikkaduwa ist in jedem Fall ein wunderschöner Urlaubsort.

Sri Lanka
Hikkaduwa

Sapphire Seas

Unser kleines Hotel Sapphire Seas lag etwas abseits vom Ortskern am Narigama Beach. Wir haben in einem wunderschönen Zimmer im 1. Stock gewohnt – mit Meerblick und allem, was mein Herz sich wünscht. Bei der Ankunft war unser Bett dekoriert mit Handtuch-Herz-Schwänen und besten Wünschen für unseren Honeymoon. Mit solchen Dingen kann man mich wirklich begeistern.

Hikkaduwa
Sapphire Seas Hikkaduwa

Die Zimmer im Hotel waren rings um einen großen Pool gereiht. Über eine Gartentür ging es direkt an den Strand. Mir hat die Lage abseits vom Gewusel Hikkaduwas sehr gut gefallen. 25 Minuten sind wir über den Strand in den Ort gelaufen – bis zum großen Surfspot. Unterwegs konnten wir immer wieder Pause machen, die Aussicht genießen oder ein Bier in einem der unzähligen kleinen Strand-Cafés trinken. Ich liebe diese kleinen einfachen Bars: Plastiktische und Stühle an den Strand stellen. Schild daneben. Fertig. Das ist nicht schick und nicht geleckt. Das ist einfach und erfüllt seinen Zweck.

Wir saßen jeden Tag dort mit den Füßen im Sand und dachten: Wow. Auch so kann das Leben sein.

Die ca. 2 Kilometer in den Ort sind wir abends auch oft mit dem TukTuk gefahren und haben dafür ca. 150 Rupien gezahlt. Lasst euch nicht davon aus der Ruhe bringen, dass die Fahrer erstmal mehr verlangen. Ihr könnt immer freundlich handeln.

Sobald man das Zentrum Hikkaduwas verlässt, war es ruhig und entspannt am Strand. Das hat uns besonders gut gefallen. Hier konnten wir stundenlang spazieren oder am Wasser liegen. Einfach schön.

Hikkaduwa

Restaurants in Hikkaduwa

In Hikkaduwa gibt es ausgezeichnete Restaurants!

Get Fresh: Am besten geschmeckt hat es uns im „Get Fresh“. Da gibt es unglaublich guten Fisch in Mango-Kokos-Sauce.

Home Grown: Total lecker und gemütlich ist es auch im „Home Grown Rice & Curry Restaurant.“ Das ist ein Familienbetrieb abseits der großen Straße mit frischem, leckeren Essen: Curry oder Fried Noodles fanden wir hier super.

No 1 Roti Restaurant: Auch das „No1 Roti Restaurant“ ist toll: Rotti sind ähnlich wie Crepes und werden mit Ei, Fisch oder anderen leckeren Dingen belegt. Sie sind echt lecker und total günstig.

Hikkaduwa
Bus fahren in Sri Lanka

Tipps Umland von Hikkaduwa

Bus fahren in Sri Lanka

Von Hikkaduwa aus könnt ihr das Umland mit dem Bus erkunden. Bus fahren ist zwar sehr aufregend, weil die fetten Fahrzeuge auf den Straßen das Sagen haben. Es ist aber auch eine wilde und schöne Erfahrung, weil man mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Außerdem ist es unglaublich günstig – vor allem mit den roten staatlichen Bussen. Die blauen bunten Busse berechnen für eure Fahrt etwas mehr (aber immernoch sehr wenig). Dafür läuft darin laute Musik und es ist immer Party angesagt. Meistens sind die Bushaltestellen auf den Straßen aufgemalt durch Einbuchtungen. Aber nicht immer. Fragt am besten immer einen Local, denn die können im Zweifelsfall auch lesen, was auf den roten Bussen steht. Das hat uns sehr geholfen.

Unawatuna und Dalawella

Wir sind mit dem Bus zum Beispiel zum Dalawella Beach gefahren, um eine der berühmten Palmenschaukeln auszuprobieren. Da gibt es inzwischen mehrere. Und die jeweiligen Besitzer und Instand-Halter berechnen für die Nutzung ca 200 Rupien. Ich fand das ok und mir hat das Schaukeln total viel Spaß gemacht. Dieser Strand ist aber auch ohne Palmenschaukel einen Besuch wert, denn er ist wirklich paradiesisch. Und auch in der Gegend gibt es Schildkröten und viele bunte Fische zu sehen.

Palmen-Schaukel

Außerdem haben wir die Stelzen-Fischer in Unawatuna besucht. Sie sind wirklich sehr freundlich und für jeden Schnack zu haben. Sie können es allerdings gar nicht leiden, wenn man sie einfach so fotografiert. Viele wollten dafür inzwischen Geld sehen. Das fand ich erst etwas befremdlich, aber dann auch verständlich: Mit ihren Fischen verdienen sie wirklich wenig. Andauernd kommen Touristen vorbei. Da ist es vermutlich ein natürlicher Schritt, Geld für Fotos zu verlangen.

Diese Fischer haben wirklich viel zu erzählen. Wir saßen sicher eine Stunde bei ihnen und haben Kokosnuss-Wasser getrunken, ihren Geschichten zugehört und beim Fische-zählen zugeschaut.

Sri Lanka
Unawatuna
Unawatuna
Die berühmten Stelzenfischer

Alkohol in Sri Lanka

Im Supermarkt in Sri Lanka werdet ihr keinen Alkohol finden. Dafür gibt es sogenannte „Wine Sores“ oder „Wine shops.“ Eigentlich lustig, dass sie so heißen, denn in Sri Lanka trinken die meisten Menschen Bier oder Arrak – eine Spirituose aus Zuckerrohr, Reismaische oder Palmsaft. Wein gibt es zwar auch, aber die Nachfrage ist gering. Es gibt meistens nur eine Sorte – wenn man Glück hat aus Chile.

Ach Sri Lanka – ich komme wieder

Ich muss unbedingt bald wiederkommen. Dieses Gefühl hat Sri Lanka bei mir hinterlassen. Am liebsten würde ich wochenlang im Süden am Meer rumhängen, surfen und in den Tag hinein leben. Falls ihr Sri Lanka auf eurer Reiseliste stehen habt: Fahrt unbedingt bald hin. Im Vergleich zu den Artikeln, die ich vor der Reise gelesen habe, scheint das Land nochmal deutlich beliebter und dadurch auch touristischer geworden zu sein. Wer weiß wie es in fünf Jahren ist. Ich möchte daher unbedingt bald wieder hin.

Hikkaduwa
Shooting in Hikkaduwa

Fotos: Athene & Raphael Pi Permantier & Mariana Sharabura

Wedding Diaries 16: Gute Dienstleister für die Hochzeit in Aachen

Wer darf bei der eigenen Hochzeit mitwirken? Wen möchte man dabei haben? Und wem vertraut man, dass er die passende Musik auflegen wird? Oder einen schönen Brautstrauß bindet? Bei der Suche nach Dienstleistern für die Hochzeit in Aachen standen wir erstmal mit vielen Fragezeichen da. Aber ich glaube das gehört dazu – denn die meisten sind ja nur einmal in der Situation, eine große Hochzeit zu planen.

Ich gebe zu: Auch ich kontrolliere gern, mache Dinge im Zweifel selbst und hake zehn Mal nach, um sicherzugehen, dass alles nach Plan läuft. Aber ich wollte auf keinen Fall am Tag der Hochzeit rumlaufen und alles überprüfen. Ich finde: Vorher kann man sein ganzes Herzblut in so ein Projekt stecken, man muss aber auch wissen wann es gut ist – wann es Zeit ist den Freunden, der Familie und den Dienstleistern zu vertrauen.

Zuerst haben wir uns für eine Location entschieden und das Datum festgelegt. Damit stand der Rahmen für unsere Hochzeit: Das Herzstück unserer Feier war die wundervolle Scheune auf Gut Hebscheid. Ein Traum. Danach fehlten nur noch ein paar kleine – große Details: Neben den Basics wie Ringen und Kleid brauchten wir noch einen DJ, einen Trauredner, eine Torte, Blumen, Kleid und Styling… Als ich angefangen habe alles aufzuschreiben, kam die Panik: Woher sollten wir wissen, dass alles klappt? Und was wenn wir einen DJ buchen, der die ganze Zeit einen auf Kirmesansager macht und Schlager auflegt? Hätte hätte… aber ja: Das wäre furchtbar.

Brautpaar
Hochzeit Gut Hebscheid

Wenigstens hatten wir schon einen Fotografen – ein Freund der Familie: Tomek. Eine Sorge weniger. Und so haben wir die restlichen Dienstleister für unsere Hochzeit in Aachen gefunden:

Die Blumen für Frisur und Brautstrauß: Drei Blüten Aachen

Von Anfang an war klar: Ich werde keinen Schleier tragen, aber einen Blumenkranz. Und dazu natürlich einen Brautstrauß. Auf der Suche bin ich in Aachen durch verschiedene Geschäfte gelaufen, bis mir eine Bekannte von „Drei Blüten Aachen“ erzählt hat. Und als ich dort ankam war ich mir gleich sicher: Die haben eine ähnliche Blumen-Philosophie wie ich. Hier ist nicht alles adrett, sondern auch mal wild und bunt. Als ich der Verkäuferin von meinen Wünschen erzählt habe, hatte ich gleich ein gutes Gefühl: Sie verstand meine Idee von einem bunten Strauß mit Wiesenblumen und dem passenden dezenten Kranz. Wir vereinbarten einen Termin für ein Vorgespräch in der Woche der Hochzeit und sahen uns auch erst dann wieder: fünf Monate später.

Gut Hebscheid Aachen
Blumenkranz, Strauß und Anstecknadel von Drei Blüten Aachen

Als ich montags ankam befand sich an der Tür ein Zettel: Frau Pi Permantier bitte klopfen. Inzwischen hatte der Laden seine Öffnungszeiten geändert und war am Montag eigentlich geschlossen. Da mein Termin aber schon so lange stand, wollten sie ihn nicht ausfallen lassen und waren extra für mich gekommen. Wow. Sie zeigten mir, welche Blumen gerade Saison haben und da sind. Und gemeinsam haben wir ein Konzept für Form und Farbe von Kranz, Strauß und passendem Anstecker für Raphael erstellt. Am Morgen der Hochzeit hat mein Bruder alles abgeholt und wir wurden nicht enttäuscht. Als ich das Päckchen mir dem Kranz ausgepackt habe, war es wie Weihnachten. Kranz und Strauß waren schöner als erträumt.

Tipp: Ich kann allen künftigen Bräuten empfehlen mit mehreren Geschäften zu sprechen und euch die Sträuße vor Ort anzuschauen. Dann seht ihr, ob der Blumenladen mit eurem Geschmack übereinstimmt. Und ihr entscheidet euch mit gutem Gefühl für den passenden Dienstleister.

Weißer Saal Aachen
First Look

DJ Christian Deger

Machen wir uns nichts vor: Es ist schwer, einen guten DJ zu finden. Vor allem, wenn man niemanden kennt, aber gleichzeitig sehr genaue Vorstellungen davon hat, was der DJ können soll. Und was er bitte nicht auflegen soll. Das ist fast noch wichtiger. Auf den bisherigen Hochzeiten, auf denen ich war, fand ich die Djs zu 90% schlecht. Keine gute Ausgangslage, um jemanden durch Empfehlungen oder Erfahrungen zu finden. Die Bekannten, denen wir es zugetraut hätten, hatten leider keine Zeit. Also blieb uns nur die harte Suche im Netz. Und da gibt es wirklich viele Djs, – oder selbsternannte Showmaster.

Meine Horrorvorstellung: Ein DJ, der immer dazwischen redet und die Menschen animiert. Und im allerschlimmsten Fall auch noch Schlager auflegt. Ich gebe zu: Eine einfache Kundin bin ich nicht. Ich habe wirklich sehr genaue Vorstellungen davon, wie etwas ablaufen soll. – Oder wie etwas auf keinen Fall ablaufen darf. So eine Hochzeit ist schließlich ein wichtiges Fest und teuer genug.

Gut Hebscheid Aachen
Party auf Gut Hebscheid

Als wir angefangen haben im Netz nach einem passenden DJ zu suchen, waren wir geschockt: Viele Internetseiten sind so abschreckend wie die „Gelben Seiten“ in grell bunt. Wenn eine Seite auf den ersten Blick nach Kirmes aussieht, habe ich schon keine Lust mehr zu lesen was da steht. Und ich bin sicher, dass mir durch meine voreingenommene Art der ein oder andere gute DJ durch die Lappen gegangen ist. Ein paar wenigen habe ich eine unverbindliche Anfrage geschickt und ihnen erzählt wo wir heiraten und was unsere Wünsche an einen DJ sind. Mir war zum Beispiel sehr wichtig, dass auf der Hochzeit viel Reggaeton und andere Latinomusik aufgelegt wird. Und ansonsten Indie-Rock auf den 00er Jahren. Ein bisschen 90er. Gerne Queen und Michael Jackson. Gerne ein paar Songs aus den 60ern. Aber auf keinen Fall Schlager. Helene Fischer zum Beispiel war auf meiner Hochzeit von vornherein verboten.

Nach ein paar E-Mails entschieden wir uns für Christian Deger. Nicht wegen seiner Homepage, sondern, weil er in den Mails einen sympathischen und kompetenten Eindruck machte. Wir hatten das Gefühl, er weiß worum es geht. Außerdem konnten wir bei ihm das Paket für die freie Trauung hinzubuchen. Dadurch hat er sich nicht nur um die Technik in der Scheune, sondern auch um Mikros, Anlage und Technik im Hof gekümmert. Das Bauchgefühl hat gepasst.

In der Woche vor der Hochzeit haben wir Christian dann endlich persönlich kennengelernt. Auch das war mir wichtig: Ein Treffen noch vor der großen Feier. Denn so konnten wir ihm nochmal persönlich sagen, was uns wichtig ist. Vorher hatten wir bei Spotify eine Liste angelegt, mit ca 200 Songs, die wir uns auf unserer Hochzeit vorstellen könnten. – Als Inspiration.

Christian war mir auf den ersten Blick sympathisch. Das hat mir in meinem Panik-Hirn in der Woche vor der Hochzeit sehr beruhigt. Als ich ihm erklärt habe, dass ich wirklich GAR keine Schlager hören möchte, war er sichtlich verwundert. Es schien als wären Helene und Co seine Party-Garanten. Die, die er immer bringen kann, wenn nichts mehr geht. Und bei uns würde das nicht funktionieren. Ich habe ihm in Ruhe erklärt, was er alles stattdessen auflegen kann. Dass keine Moderation von seiner Seite erwünscht ist, da wir dafür einen Zeremonienmeister haben. Dass er aber natürlich unser Gast ist. Essen und trinken soll soviel er mag. Und dass wir uns sehr freuen, ihn an Bord zu haben.

Gut Hebscheid Aachen
Aussicht vom DJ Pult

Am Tag vor der Hochzeit hat er schon sein Equipment aufgebaut und getestet, ob alles funktioniert. Das war wirklich großartig. Und am Abend selbst lief kein einziger Schlager. Am Ende der Party habe ich mit ihm gemeinsam die letzten Songs ausgewählt und dafür gedankt, dass wir komplett ohne Helene und Pur feiern durften. Und Christian hat darauf gesagt, dass es für ihn die erste (!) Party überhaupt ohne Schlager gewesen ist. Und er war sichtlich happy, wie gut es funktioniert hat: Es wurde die ganze Zeit getanzt – alle Altersgruppen wurden mal angesprochen und haben mitgefeiert. Christian würde ich euch auf jeden Fall empfehlen.

Gut Hebscheid Aachen
DJ Christian Deger

Tipp: Trefft euch vorher mit dem DJ und besprecht eure Wünsche und Sorgen mit ihm. Wichtig ist, dass er versteht, was euch wichtig ist. Damit es am Ende EURE Party wird – und nicht seine.Er ist immerhin euer Dienstleister.

Styling: Corinna Hof

Einmal Frisur und Make-Up bitte – aber ich möchte nicht angemalt aussehen, ja“. Ich hatte großen Respekt davor, jemanden mit dieser Aufgabe zu beauftragen. Ich selber schminke mich wenig – und auch meistens nur um die Augen herum. Hier hatte ich das Glück, eine Empfehlung von einer Freundin zu bekommen. Ihr Hochzeitstermin war eine Woche vor meinem und sie hatte eine Friseurin des Vertrauens: Corinna Hof. Sie erzählte mir, dass sie sich bei ihr wohlfühlt und dass sie gleich gute Ideen hatte, was sie mit ihren Haaren anstellen könnte. Da ich nicht in Aachen wohne und dort wirklich keinen Friseur kenne, war ich dankbar darüber. Gemeinsam sind wir zu einem Probestyling zu Frau Hof gegangen und wurden nacheinander gestylt. – Sie mit Löckchen und ich mit Blumenkranz. Hinterher war ich total zufrieden. Alles über diesen außergewöhnlichen Morgen findet ihr hier. 

Stylist Aachen
Brautfrisur

Tatsächlich habe ich mir seit dem Probestyling keine Sorgen mehr darüber gemacht. Ich wusste: Sie würde kommen und eine Braut aus mir machen. Überpünktlich stand sie dann auch am 22.09. bei mir im Hotel und hat in aller Ruhe die Haare gemacht, den Kranz festgesteckt, Haarspray verteilt und das Gesicht hergerichtet.

Tipp: Es ist wirklich ein wundervolles Gefühl, wenn man gestylt wird. Ich rate jeder Braut, sich am großen Tag in professionelle Hände zu geben. – Ohne Stress. Wenn einem die Hände zittern, kann der Lidstrich nichts werden. Die Feier ist teuer genug. Ich finde: Da sollte man nicht am Styling der Braut sparen. Ein Probestyling lohnt sich in jedem Falle, um herauszufinden, ob die Chemie mit dem Friseur stimmt.

Braut-Styling
Beim Styling mit Corinna Hof
Brautstyling
Styling am Hochzeitstag

Die Torte: Café zum Mohren

Auf der Suche nach der passenden Torte kann man einen Zuckerschock bekommen. Vor allem in Aachen, weil es da so viele geniale und traditionelle Konditoreien gibt. Jede einzelne davon macht einzigartige, leckere Torten. Wir hatten quasi die Qual der Wahl. Und haben uns ein paar Tage Zeit genommen, um die passende Hochzeitstorte ohne Fondant zu finden. Schnell war klar, dass es etwas mit Zitrone und Baiser werden soll: Etwas Leichtes, nicht zu schweres. Beim Café zum Mohren war es dann aber Liebe auf den ersten Bissen. Alles über diese geschmackvolle Affäre findet ihr hier.

Lemon Baiser für ca. 100 Leute haben wir bei der Konditorei bestellt.

Bei so vielen Stücken kommt die Torte auf fünf Stockwerken – nicht direkt übereinander, sondern mit etwas Abstand zwischen den Etagen. Denn durch die weiche Oberfläche des Baiser würde das Kunstwerk an Torte sonst in sich zusammenbrechen. All das erklärte uns eine Mitarbeiterin am Telefon als wir die Torte in Auftrag gegeben haben. Die passende Etagere liefert die Konditorei mit zur Hochzeitslocation. Hinterher bringt man sie dann einfach zum Café zurück.

Gut Hebscheid Aachen
Lemon Baiser

Kurz vor der Hochzeit haben wir noch einen passenden Cake-Topper bestellt: Mr & Mrs Pi Permantier sollte oben auf dem süßen Gebäck thronen. Wir erklärten ihnen, dass es die Torte bei uns weder am Nachmittag noch um Mitternacht geben soll – sondern einfach als Dessert und schon war alles besprochen. Die Dienstleister in den Städten kennen die Locations normalerweise und besprechen dann alles Weitere mit ihnen. Die Torte wurde pünktlich geliefert und sah wundervoll aus! Ein süßes Kunstwerk mit Beeren verziert. Wir haben insgesamt drei Tage daran gegessen und kein Stück ist übrig geblieben. Viele Gäste haben die Lemon Baiser Torte gelobt. Und wenn ich jetzt in Aachen bin, bestelle ich sie mir meistens beim Café zum Mohren und denke an den unvergesslichen Tag zurück. Wenn das Leben noch süßer schmeckt als Lemon Baiser.

Tipp: Das Wichtigste an einer Hochzeitstorte ist meiner Meinung nach, dass sie schmeckt. Also: probieren..probieren.. probieren. Und wenn ihr euch einmal für einen Dienstleister entschieden habt: Besprecht mit euren Dienstleistern genau, wann die Torte geliefert wird und ob noch Extrakosten bei Lieferung oder für Verzierung auf euch zukommen.

Hochzeitstorte
Hochzeitstorte: Gut Hebscheid Aachen

Fotos: Tomek Wozniakowski

Tipps für Italien: Der Urlaub lohnt sich auch im Hochsommer

Ach Italien. Einmal durch die Berge und schon eröffnet sich eine malerische andere Welt mit unendlich leckerem Kaffee, azurblauen Seen, Palästen, verwunschenen Bergdörfern und plötzlich steht man auch schon am Meer. Ich liebe Italien seit ich mit 12 Jahren zum ersten Mal dort war. Aber wie malerisch ist so eine Reise durch das Land im August? Wir haben es getestet.

Nachts in Karlsruhe. 23:30. Ein paar müde Gestalten laufen auf dem schmalen Bürgersteig hinterm Hauptbahnhof auf und ab und warten auf den Flixbus nach Mailand. Es ist unsere erste Reise nach Italien mit dem Bus. Unser Auto war kurz vorher zu Schrott gefahren worden – Bus und Bahn waren für uns das beste Fortbewegungsmittel. Auf einen kurzen Flug hatten wir keine Lust – außerdem liebe ich die Reise durch die Alpen. Sie ist für mich so etwas wie meine Vorbereitung im Kopf auf Italien.

Der Bus rollt heran und wir setzen uns in die erste Reihe. So haben wir freie Sicht auf die Fahrbahn – über den Köpfen der Busfahrer. Ich schlafe wenig, aber das war absehbar. Mit zwei Stunden Verspätung erreichen wir am nächsten Morgen Mailand. Denn vor dem Gotthard Tunnel war der übliche Hochsommer-Stau. Unseren ersten Stopp – Pettenasco am Lago d’Orta erreichen wir allerdings erst Stunden später, nachdem wir noch zwei Regionalzüge genommen haben. Es gibt nämlich von Karlsruhe aus keinen direkten Bus, der am Lago d’Orta entlang fährt.

Italien

Pettenasco – der Geheimtipp im Hochsommer

Wir sind zum dritten Jahr in Folge in Pettenasco, diesem kleinen Dorf am Lago d’Orta. Hier treffen wir meine Familie und verbringen eine ruhige Woche am See. Wir wohnen jedes Jahr in einer kleinen Wohnung, die wir über Airbnb mieten. Sie ist wirklich sehr einfach, aber wir sind sechs Personen und kommen in 3 Schlafräumen gut darin unter. Und der See ist gleich um die Ecke. Von der Terrasse aus können wir ihn am Morgen sogar sehen.

Priorität 1: Ausruhen, ausschlafen und runterkommen.

Priorität 2: Schwimmen.

Priorität 3: Essen.

Priorität 4: Lesen.

Darin sind wir inzwischen richtig gut. Und auch, wenn ich diesen Ort am liebsten nur für mich behalten würde, damit er niemals überlaufen sein wird, möchte ich ihn euch ans Herz legen.

In Pettenasco gibt es ein paar Restaurants, eine gute Pizzeria, keine Eisdiele, dafür eine Bar und eine Tankstelle. Außerdem einen ganz kleinen historischen Ortskern (bitte nicht zu viel erwarten) und viele kleine Badestellen am See. Und dieser See ist einfach unbeschreiblich schön. Das Wasser ist klar und weich. Beim Schwimmen habe ich oft das Gefühl: „Hier möchte ich ewig drin bleiben.“ In Hotel Giardinetto haben wir uns Stand-Up Paddle-Boards geliehen. Die beste Entdeckung überhaupt! Wir sind damit kreuz und quer über den See gepaddelt und zwischendurch ins Wasser gesprungen, haben auf den Boards gelegen und in den Himmel geschaut.

In dem Moment war es wieder da, dieses Gefühl von: Alles ist perfekt. Hier würd’ ich einfach bleiben und jeden Tag eine Runde paddeln. Ich brauche kein Entertainment im Urlaub und keine krassen Touren, ich liebe die Natur und wenn ich auch noch genügend Zeit habe, sie zu genießen – dann ist alles top! Vor allem in Italien.

SUP am Lago
Pettenasco: Abschalten und Ruhe genießen

Für mich persönlich ist der Lago d’Orta der Grund nach Pettenasco zu kommen und einfach mal abzuschalten. Hier ist es auch im Hochsommer leer und entspannt. Die Plätze am Wasser hatten wir oft den halben Tag für uns allein – und am Nachmittag sind manchmal nach Feierabend Italiener dazugekommen. Kein Vergleich zu überfüllten Stränden in Italien. Über Pettenasco habe ich euch schon einen längeren Artikel verfasst. Schaut gern vorbei.

Wandern kann man in der Region übrigens auch ausgezeichnet.

Mein Bruder und meine Eltern sind Wanderfans und haben festgestellt, dass man in der Gegend schöne Tagestouren in die umliegenden Berge machen kann.

Zugfahrt nach Levanto

Nach einer Woche aufstehen – Kaffee trinken – Kaffee trinken – lesen – schwimmen – Kaffee trinken – essen – schwimmen – lesen – Kaffee trinken – schlafen …. haben wir den Zug genommen und sind ans Meer gefahren. Zug fahren in Italien ist günstig und für die schnelleren Züge kann man sich vorab im Netz gute Angebote sichern.

 

An jenem Tag hatten wir allerdings Pech. In Mailand haben wir uns in einen Intercity gesetzt, der uns in drei Stunden bis nach Levanto bringen sollte. Und kurz vor Genua standen wir auf einmal im Tunnel und es ging GAR NICHTS MEHR. Die Lok war wohl kaputt und wir standen im Dunkeln. Eine Ansage nach der anderen dröhnte durch die Boxen: „wir brauchen 15 Minuten länger… ach ne nochmal 20 Minuten..nochmal 15… nochmal… „ Und nach einer guten Stunde ging es endlich weiter bis Genua. Da gab es dann die nächste lange Pause: Wegen der Hitze und der fehlenden Luft im Tunnel mussten viele Passagiere ärztlich versorgt werden.

Große Aufregung am Bahnsteig, Wasser wurde verteilt und wir haben wieder gewartet bis es weiterging. Kennt ihr diesen Moment auf Reisen, wenn Zeit auf einmal egal ist? Wenn man sich der Situation hingibt und einfach schaut was passiert? So war das bei uns. Wir haben uns mit Händen und Füßen mit den Italienern unterhalten, viel gelacht und einfach gewartet.

Levanto

Am Abend sind wir dann mit 2 Stunden Verspätung in Levanto angekommen. Wir haben auch hier über Airbnb ein Zimmer gebucht – in einer kleinen, feinen Pension direkt am Strand. Giorgio und seine Tochter führen hier ihr Mini-Familienunternehmen. Einfach, sauber und dazu ein kleines Frühstück. Da wir keinen Luxus brauchen, war die Pension für uns eine gute Wahl. Einzig, dass es zum Frühstück nur Instant – Kaffee gab, kann ich echten Italienern nicht verzeihen.

Levanto – Italien. Ursprünglich hatte ich diesen Ort ausgesucht, weil man hier manchmal surfen kann. Wellenreiten im Mittelmeer. Ungefähr an 100 Tagen pro Jahr kann man hier angeblich surfen. In den drei Tagen, die wir hier verbracht haben, allerdings nicht. Das Meer war flach wie ein See, hellblau und ruhig. Die Aussicht auf das Wasser ist wirklich toll. Nur der Strand selbst hat uns etwas geschockt: Ein schmales Band Sand – vollgestellt mit Liegen und Sonnenschirmen, die man sich mieten muss. Kein natürlicher Schatten. Überall Menschen. Darauf muss man sich einstellen: Die Strände in der Region sind im Sommer einfach voll. Aber auch hier gilt: Wenn keine Wellen da sind, kann man sich am Strand Stand-Up-Paddle Boards ausleihen und aufs Wasser flüchten. Von da aus ist die Perspektive auf den Strand gleich viel besser: Um einen herum viel kühles Blau und wenige Menschen. Man kann hervorragend die Sicht auf den Ort ändern.

Levanto
Der Urlaubsstrand von Levanto

Trotz der vielen Touristen ist Levanto einfach schön: Wundervoller alter Ortskern, prachtvolle Gebäude an den Hängen am Meer, eine Burg. Abends sind die Leute alle auf der Straße und die Stimmung ist sommerlich ausgelassen. Außerdem ist die Stadt der perfekte Ausgangspunkt, um die Dörfer der Cinque Terre zu besuchen.

Cinque Terre – zauberhaft, aber besser nicht im Hochsommer

Riomaggiore

Bunte Häuschen, die waghalsig an Felsen am Meer angebracht sind. Da war doch was: Ja! Als großer Valparaiso-Fan, haben mich Fotos der Cinque Terre Dörfer schon immer umgehauen. Seit 1997 sind die Cinque Terre Weltkulturerbe: Die fünf Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore befinden sich alle entlang der steilen Küste. Für alle Wanderer gibt es Wege zwischen den Dörfern. Für die Wanderwege braucht man eine Eintrittskarte – für die Dörfer selbst allerdings nicht. Wir haben zwei der Dörfer mit dem Zug besucht, denn wandern ist einfach nicht meins und bei 33 Grad schon gar nicht.

Italien
Cinque Terre

Als wir am Bahnhof in Levanto in den Zug gestiegen sind, war ich mir aber nicht mehr so sicher, ob ich überhaupt in eins der Dörfer fahren will. Überall Menschen über Menschen. Alle wollten auch ein Foto dieser malerischen Orte abgreifen. (Wie wir ja auch…) Als erstes sind wir nach Riomaggiore gefahren und ich muss zugeben: Der Anblick dieser bunten, malerischen Häuschen hat für alles entschädigt. Unendlich schön dieser Blick auf das kleine Dorf, das da so unpraktisch zwischen den Felsen hängt. Hier und da bröckelt der Putz, aber das ist egal. Riomaggiore ist einfach perfekt unperfekt – und dadurch wunderschön. Unten auf den Hauptstraßen und am Wasser war das Dorf überfüllt, aber sobald wir über ein paar Seitengässchen nach oben geklettert sind, waren wir auch schon unter uns.

Cinque Terre
Riomaggiore

 Vernazza

Geblendet von der Schönheit Riomaggiores sind wir nach Vernazza gefahren. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber dieser Ort war noch viel voller als das vorherige. Auch hier sind wir über kleine Gassen aus dem Zentrum geflohen, um ein bisschen originale Schönheit von Vernazza abzubekommen. In einer Seitengasse haben wir uns auf alte Treppenstufen gesetzt und die frische Brise genossen, die vom Meer durch die Gassen fegt. Mit geschlossenen Augen habe ich mir das Dorf in einer anderen Zeit vorgestellt. Damals vor 1997, als es noch nicht zu den Top-Zielen in Italien gehört hat. Und ein bisschen wehmütig musste ich mir eingestehen, dass man Vernazza wohl nicht mehr so erleben kann. Trotzdem: Wenn man sich auf viele Menschen einstellt, ist es noch immer einen Besuch wert.

Cinque Terre
Vernazza in der Mittagshitze

Zu den Cinque Terre möchte ich unbedingt wiederkommen und die anderen Dörfer kennenlernen. Ich möchte mich hinsetzen und mit Aussicht auf Häuser und Wasser schreiben. Und die Umgebung wirken lassen. Allerdings nicht mehr im Hochsommer.

Mailand im Sommer: Wo sind die Italiener?

Auf Mailand war ich besonders gespannt – vor allem weil ich vorher so viel Unterschiedliches darüber gehört hatte. Die einen jubeln: Zauberhaft – andere rufen: „dreckig… gar nicht so schön wie Rom. Nicht so malerisch wie Venedig und überhaupt. Viel zu voll.“

Ich kann euch gleich sagen: Im Hochsommer ist Mailand das Gegenteil von voll. – Weil die Mailänder selbst Urlaub machen, wegfahren und ihre Lokale schließen. Die paar Touristen, die übrig bleiben, tummeln sich in der Innenstadt rund um den Dom. Sobald man das Zentrum verlässt, ist es im August ziemlich leer und angenehm. Und ich muss sagen: Mailand hat mich sofort gepackt: Mit seiner Unperfektheit, seinen alten Gebäuden und ruhigen Vierteln habe ich mich total wohlgefühlt. Es ist einfach keine Angeberstadt.

Mailand

Brera

Wir haben uns kreuz und quer durch die Stadt treiben lassen und sind durch das wunderschöne Viertel Brera flaniert. Hier lohnt sich ein Abstecher in die Kunstakademie. Es gibt Vintage-Shops (die allerdings im Hochsommer geschlossen sind) und malerische Gassen mit kleinen Obst- und Gemüsegeschäften. Das ist ein Viertel komplett nach meinem Geschmack: Entspannte Stimmung, wunderschöne alte Gebäude und man weiß nie welche Geheimnisse sich hinter der nächsten Ecke verbergen.

Zwischendurch gab es natürlich unendlich viel Cappuccino für uns an jeder Ecke. Bei Preisen um 1,30€ pro Tasse gab es Kaffee zum satt trinken. Und für mich kann es nie genug guter Kaffee sein.

Mailand
Die Kunstakademie in Mailand

Milano

Dom

Kein Besuch in Milano ohne ein Foto vom Dom. Auch wenn ich grundsätzlich eine Abneigung gegen typische Touristen-Orte habe, muss ich zugeben: Der Dom in seiner riesigen Pracht hat mich umgehauen. Dagegen kann der Kölner Dom einpacken. Echt. Und das sage ich, obwohl Köln meine Lieblingsstadt ist.

Duomo
Dom Mailand
Navigli

Am späten Nachmittag sind wir dann weiter in Richtung Navigli gelaufen: Durch dieses Viertel ziehen sich viele Wasserkanäle, an denen entlang man flanieren kann. Sie geben Mailand einen ganz eigenen Flair. Abends öffnen am Wasser viele Bars, in denen man Cocktails trinken und dazu vom Buffet naschen kann. Fast alle bieten einen Kombi-Preis an: Cocktail und Buffet 8 Euro. Für alle, die vom Laufen Hunger bekommen haben, ist das wirklich ein guter Deal. Und die Wasserkanäle werden in der Abendsonne noch schöner als tagsüber!

Navigli

Abends mussten wir uns erst an die sommerliche Stimmung in der Stadt gewöhnen: Viele der Restaurants, die wir uns im Netz rausgesucht hatten, waren wegen der Ferien geschlossen. Als wir nach einem langen Tag mit schmerzenden Füßen vor verschlossener Tür standen, haben wir schon geflucht. Aber schließlich sind wir losgezogen und einfach weitergelaufen und haben den alten Trick angewendet: Da wo Italiener sitzen, muss es gut sein. Und so war es auch. Lecker!

Shoppen in Mailand

Ey am Wochenende bin ich shoppen in Mailand.“ Aha. Ich weiß schon warum ich kein Fashion-Blogger geworden bin. Ich beschäftige mich gern mit Mode. Aber ich bin darin kein Profi und ich stehe einfach nicht auf 0815 Modegeschäfte a la Zara, H&M und Co. Immer dasselbe. Deshalb hatte ich gehofft in Mailand, der Modestadt auf einen Haufen außergewöhnlicher Läden zu treffen. Ganz so einfach war das am Ende aber nicht, denn im Zentrum gab es vor allem die typischen Geschäfte – eins nach dem anderen, wie wir es aus den Einkaufsstraßen hier bei uns in Köln, Berlin, Karlsruhe oder Düsseldorf kennen. Viele der vielversprechenden Vintage-Shops in den umliegenden Vierteln hatten den Sommer über geschlossen.

Im Navigli bin ich schließlich fündig geworden. In der Vintage Boutique „Porquimoivintage“ von Juliana. Ein kleiner bunter Shop mit Klamotten-Juwelen aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten. Das Besondere ist hier, dass man der Inhaberin anmerkt, dass sie jedes einzelne Stück mit Liebe auswählt: Egal ob Rock oder Kleid, alles top in Schuss und kein bisschen „Fast Fashion.“ Für alle, die auf Vintage und Nachhaltigkeit beim Shoppen stehen, ist das mein Tipp. Wer Flohmarkt-Preise sucht, braucht allerdings nicht herzukommen. Die vielen Markenteile haben ihren Preis. Den ganzen Sommer über hatte ich nach einem Maxikleid gesucht und bin hier endlich fündig geworden.

Mailand
Unser Zimmer im Hotel Delizia
Unser Hotel in Mailand

Ich achte bei den Unterkünften immer auf Bewertung, Preis und Flair, der sich auf den Fotos im Netz erahnen lässt. Und das Hotel Delizia war ein echter Glücksgriff. Ca 60 Euro haben wir pro Nacht für ein Doppelzimmer (inkl. Frühstück) gezahlt und uns total wohlgefühlt. In dem kleinen Hotel gibt es maximal 10 Zimmer. Nach einem Tag kannten wir alle drei Mitarbeiter, die sich im Schichtdienst abgewechselt haben. Zwar ist dieses Hotel nicht im Zentrum, aber man kann dahin laufen. Ich persönlich bevorzuge charmante Hotels in normalen Wohngegenden, wo es nachts auch meistens deutlich ruhiger ist. Außerdem bekommt man so mehr davon mit, wie die Menschen in Mailand wirklich leben. Hierher würde ich sofort wiederkommen! Und nach Italien und Mailand im Hochsommer sowieso.

Mailand

Tipps:

  • Der Hochsommer ist der perfekt Zeitpunkt für eine Reise nach Italien an den Lago D’Orta. Auch wenn in ganz Europa Sommerferien sind, wird es dort einfach nicht voll.
  • Auch Mailand ist einen Besuch im Hochsommer wert, da die Stadt in der Zeit zur Ruhe kommt. Viele Mailänder machen Urlaub oder renovieren ihre Restaurants. So lernt man ein ruhiges, entspanntes Mailand kennen.
  • Unser Hoteltipp: Hotel Delizia – kleines, feines Hotel in einer entspannten Gegend. Zum Dom kann man in 20 Minuten zu Fuß laufen.
  • Am italienischen Mittelmeer ist es im Hochsommer einfach voll. Viele Menschen drängen sich an die Strände. Wer das nicht mag und kein Geld für eine Liege am Strand ausgeben will, sollte lieber off Season fahren.

Fotos: Raphael Pi Permantier & Athene Pi Permantier

Kurztrip Tschechien: Wellness in Karlsbad

Warum immer Wellness-Wochenenden in Deutschland machen? In Tschechien geht das wirklich außerordentlich gut! Wir haben uns für ein Wochenende in Karlsbad entschieden.

Oaaaaooooaaaaaaoooooww. Als wir Karlsbad in der Ferne gesehen haben, war ich sofort begeistert. Wie schön können Gebäude sein? Ist das hoffentlich wirklich unser Ziel? Über die Hügel verteilen sich Prachtbauten im Jugendstil. Und auch die Gebäude dazwischen sind einfach schön.

Karlovy Vary
Ausblick auf Karlsbad

Ich finde die Wirkung eines Ortes ändert sich nochmal komplett, wenn man ihn im realen Leben sieht. – Und nicht nur auf Bildern im Netz. Denn natürlich hatte ich mir vorher schon unendlich viele Bilder angesehen. Aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich mich auf den ersten Blick in Karlsbad verlieben könnte: In diesen Kurort im Bäderdreieck von Tschechien. Dass wir uns nicht für Marienbad oder Franzensbad entschieden haben, lag vor allem am ausgezeichneten Wellness-Angebot in Karlsbad. Nach unserer Reise nach Prag wollten wir uns ein Wochenende lang erholen und nichts tun. – Außer darüber nachdenken, ob wir lieber noch eine Weile rumliegen, in den Pool gehen oder einen Kaffee trinken. Wichtig war uns vor allem das Hotel.

Unser Hotel

Lazensky Hotel Smetana

Wenn ich Urlaub am Strand mache, bin ich kein Fan von „All inclusive-Angeboten“, aber bei einem Wellness-Wochenende hat es Vorteile: Man weiß welche Behandlungen und Massagen „inklusive“ sind und braucht sich keine Sorgen über eine krasse Rechnung am Ende machen. Finde ich bei Wellness echt perfekt. Im Netz habe ich das Angebot für unser Hotel gefunden und wir wurden nicht enttäuscht: Das Hotel Smetana ist urig, historisch und total gemütlich. Natürlich ist es kein Boutique-Hotel oder ähnliches. Es ist einfach ein schönes Traditions-Hotel mit Pool und ausgezeichnetem Wellness-Bereich. Leider kann ich euch nicht erzählen, wie unser eigentliches Zimmer war. Denn wir hatten das unfassbare Glück ein Upgrade zu bekommen und haben das ganze Wochenende in einer Suite verbracht: Flur, Wohnzimmer, Badezimmer, Schlafzimmer und natürlich ein Balkon. Die Decken in unserer Suite sind hoch und es ist eingerichtet, wie ich mir die Suite von einem alten Manager vorstelle: Inklusive Macher-Couch!

(Das hat entschädigt für die vielen Male, in denen ich gehofft habe ein Upgrade im Flugzeug zu bekommen.)

Hotel

Karlsbad
Unsere Suite: Schlaf- und Wohnzimmer separat.

 Wellness-Paket in Karlsbad

In unserem Paket enthalten waren Übernachtung, Halbpension und ein Begrüßungsgetränk. Außerdem natürlich verschiedene Wellness-Anwendungen: Massage, Sprudelbad und normaler Pool. Außerdem konnte man sich jeden Tag eintragen für einen Aufenthalt im Wellness-Bereich mit Dampfbad, Saunen und einem großen Whirlpool. Mir hat es an fast nichts gefehlt. Nur einen Ruheraum hätte ich zusätzlich klasse gefunden. Aber dafür hatten wir ja unsere Suite! Gefühlt ewig haben wir im Whirlpool gesessen und das Leben genossen. Da wäre ich jetzt gern wieder. Es entspannt zusätzlich sehr, wenn man vom Whirlpool aus nur einen Aufzug nach oben in die Suite nehmen muss. Ein großer Vorteil im Vergleich zu Ein-Tages-Wellness-Erfahrungen – zum Beispiel auf Gran Canaria.

Morgens gab es ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet. Das einzige was mir hier gefehlt hat war „Cappuchino.“ Denn der war leider nicht inklusive. Abends konnte man zwischen verschiedenen Gerichten wählen. Es ist keine 5 Sterne Küche, aber – für den guten Preis – vollkommen ok.

Kirche

Kurort Karlovy Vary

Dieser Kurort wurde einst schon von Kaiser Karl dem IV. geliebt. Bekannt wurde Karlsbad durch seine heißen Quellen: Das warme Wunderwasser aus dem Boden. Man erzählt sich, dass die Heilwirkung der Quellen schon im 14. Jahrhundert bekannt geworden ist: Erst für Bäder und etwas später auch für Trinkkuren.

Besonders hübsch finde ich hier aber die ganzen Gebäude, die im 19. Jahrhundert im Jugendstil erbaut worden sind. Ich weiß nicht was es ist: Die Schönheit dieser Gebäude treibt mir manchmal Tränen in die Augen, so sehr geht sie mir ans Herz: Diese Farben und Formen und Türmchen und verspielten Fassaden. Jedes dieser architektonischen Meisterwerke ist perfekt. Gemeinsam sind viele Jugendstil-Gebäude der totale Schönheits-Overload. Meine Augen tun weh, so schön finde ich diese Häuser. Keine Ahnung, ob ihr dieses Gefühl nachempfinden könnt.

Übrigens: Karlsbad ist nicht nur als Kurort berühmt, sondern auch als Drehort: Zum Beispiel James Bond – Casino Royale wurde zum Teil hier gedreht.

Karlsbad

Karlovy Vary
Wunderschönes Karlsbad

Lustwandeln durch Karlsbad

Karlsbad ist ein alter Kurort, unendlich schön und sehenswert. Falls ihr auch in einem sehr gemütlichen Hotel dort absteigt: Geht trotzdem unbedingt in den Ort. Es lohnt sich!

Vorbei an Kirchen und Jugendstil-Häusern sind wir hinunter in den Ort gelaufen. Über die Promenade – hin zu den heißen Quellen. Überall neben uns: Menschen mit kleinen Trinkbechern in der Hand. – Becherchen für das Wunderwasser aus den Quellen. Daran hatten wir natürlich nicht gedacht. Wir waren aufgeschmissene Touristen, die von einem Stand zum Nächsten gelaufen sind, um ein „günstiges“ Becherchen zu finden. Denn, wenn wir schonmal in Karlsbad sind, wollten wir natürlich auch das Wasser probieren. Fast hätte Raphael sich beide Hände verbrannt – beim Versuch mal eben das Wasser in der Hand zu probieren. Macht das bloß nicht, denn es ist viel zu heiß. Die wärmsten Quellen haben etwa 60°C.

Schließlich haben wir uns für einen teuren Becher mit Tierchenaufdruck entschieden und so viel Wasser getrunken, wie in uns passt. Soll ja gesund sein!

Karlsbad
Mit dem Becher in der Hand durch den Ort flanieren.

Es schmeckt nach Rost und riecht nach faulen Eiern (ähnlich wie die heißen Quellen in Aachen). Aber man gewöhnt sich an den seltsamen Geruch. Und nach dem dritten Becher hat es mir tatsächlich fast geschmeckt.

Unsere Schritte wurden mit der Zeit in Karlsbad immer langsamer. Man passt sich automatisch dem Spazierschritt im Ort an. Es ist gemütlich hier. Lauter ruhige Urlauber und Kurgäste. Und währenddessen hat man die ganze Zeit das Gefühl, durch eine gemalte, perfekte Jugendstil-Kulisse zu laufen. Ich träume noch heute manchmal von diesen Gebäuden und werde definitiv wiederkommen.

Karlsbad

Fotos: Raphael Pi Permantier

Wedding Diaries 15: Minimoon Gran Canaria – Tipps für die kanarische Insel

Nach der Hochzeit haben wir beide maximal noch eine Woche frei. Das reicht nie im Leben für Flitterwochen, wie ich sie mir erträumt habe. Einziger Ausweg – wie er zu mir passt: Zwei Mal wegfahren. Einmal kurz. Einmal lang. Minimoon und Honeymoon. – Also sind wir nach der Hochzeit für eine Woche nach Gran Canaria gereist. So konnten wir die ganze Aufregung verarbeiten und das Meer genießen.

Am Flughafen steigen wir in eine kleine Blechbüchse, die an ein Spielzeug erinnert: Unseren gemieteten Fiat 500. Noch nie zuvor habe ich in so einem kleinen Auto gesessen. Wir fahren am Meer entlang in Richtung Norden, lassen Las Palmas hinter uns und fahren an vielen kleinen Orten vorbei bis wir unser Airbnb in „El Roque“ erreichen.

Ein weißes Häusermeer auf einem großen Felsen, der weit ins Meer hinaus ragt. – Die Häuser türmen sich nach oben, rechts und links klatschen die Wellen gegen das Gestein. Am Fuße des Massivs parken wir das Auto. Ab hier gibt es nur noch Fußgängerwege. Wir schlängeln uns vorbei an Leuten, die auf der Veranda ihren Kaffee genießen und den neusten Klatsch austauschen und schieben unsere Koffer bis zur Spitze des Felsens. – Denn hier werden wir drei Nächte verbringen.

Gran Canaria
Der Ausblick von unserer Unterkunft

Die Unterkunft in „El Roque“

Die Wohnung ist unglaublich schön: Große Wohnküche und großer Balkon und daneben ein Schlafraum, den man mit einem Vorhang abtrennen kann. Die perfekte Größe für ein frisch verheiratetes Paar. Abends sitzen wir bei Rotwein am Fenster, essen unsere selbstgemachte Pasta und hören stundenlang dem Meer zu. Fast unwirklich kommt es mir vor, dass wir vor drei Tagen erst geheiratet haben und jetzt schon in einer ganz anderen Welt sind: Auf Gran Canaria.

 

Weit weg vom Vorbereitungsstress und der Angst, ob wohl alles gut gehen wird. An der Küchentür hängt mein Brautkleid. Ich habe es mitgenommen, damit wir Bilder am Strand von Gran Canaria machen können. Ein ewiger Traum von mir. Das Kleid haben wir für den Transport einmal gefaltet und in einen extra Koffer gepackt. Ich freue mich, dass es hier nochmal einen Auftritt bekommt. Nachts schlafe ich tief und fest – und wache morgens mit dem Rauschen der Wellen auf. Als ich aus dem Fenster schaue, traue ich meinen Augen nicht: Direkt neben „El Roque“ gibt es einen Surfspot. Allerdings nicht für mich, sondern für Menschen mit deutlich mehr Erfahrung. Aber mir reicht es schon zuzuschauen, wie die Surfer eine Welle nach der anderen anpaddeln, stehen und auf das Land zusausen.

 

El Roque
Ausblick von El Roque

Der Norden Gran Canarias

Wir setzen uns in das Miniauto, um den Norden Gran Canarias kennenzulernen. Die großen Hotels befinden sich alle im Süden, denn da ist das Klima nochmal deutlich milder – und es gibt mehr Sonnentage. Verrückt oder? Von Las Palmas de Gran Canaria in den Süden nach Maspalomas braucht man 40 Minuten mit dem Auto und trotzdem gibt es verschiedene Klimazonen. Bei uns im Norden ist es oft diesig und neblig am Meer.

An dem Tag verzieht sich der Dunst aber schnell und wir fahren durch den Sonnenschein an der nördlichen Küste. Die Straße erinnert ein wenig an die “Route One” in Kalifornien: Die führt am Meer entlang und hängt immer wieder waghalsig an den großen Felsen am Meer. Der Ausblick ist einfach gigantisch. Immer wieder halten wir an, um die Weite, das Meer und die Höhe auf uns wirken zu lassen. Die meisten Felsen sind kark. Zwischendurch fahren wir aber durch kleine Täler, wo man sieht, dass manchmal ein Bach hindurch führt (je nach Wasser- und Regenlage). Und plötzlich ist es grün und ein paar Häuser stehen herum – in Wassernähe.

Unterwegs mit dem Mini-Auto

Wir begegnen nur wenigen Autos – Ende September scheint hier im Norden wenig los zu sein. Zwischendurch machen wir Halt in Galdar und laufen durch kleine Gassen und sehen Bewohner in der Mittagshitze im Schatten dösen. Und danach fahren wir noch zum Hafen von Agaete: Hier legen Fähren zu anderen kanarischen Inseln ab. Ein ruhiges Örtchen am Wasser: Ich fühle mich rundum wohl.

Waghalsige Straßen auf Gran Canaria

Las Palmas de Gran Canaria

Surfen

Stadt mit Strand, Stadt mit Hafen, Stadt mit historischen Gebäuden. Las Palmas de Gran Canaria entspricht genau meinem Beuteschema. Auf solche Städte fahre ich ab. Verzeiht mir, wenn ich hier mit der verklärten Brille schreibe. Wer verliebt ist, sieht alles ein bisschen heller und schöner.

Braut

Wir wohnen in einer kleinen Ferienwohnung in einem Mietshaus: Ein Zimmer, Küche, Bad: Klein aber nur für uns. Die Strandpromenade befindet sich keine 2 Minuten entfernt. Morgens schlendern wir am Wasser entlang. Sitzen ein wenig am endlosen Sandstrand und laufen schließlich weiter – bis ans Ende der Bucht, denn da befindet sich der Beachbreak für Gelegenheitssurfer wie uns: La Cicer. Und direkt dahinter, neben dem künstlichen Wellenbrecher ist ein Spot für Menschen mit besseren Skills und größerem Surfer-Selbstbewusstsein: Muellitos. Die Kanarischen Inseln sind einfach perfekt, um surfen zu lernen. Oder an seinen “Skills” zu arbeiten.

Wir finden einen kleinen, gemütlichen Surf-Verleih, lassen uns die Spots erklären und laufen mit den Boards über den warmen Asphalt in Richtung Wasser. Wie hatte ich dieses Gefühl vermisst: In die Wellen werfen, alles geben bis ich meine Arme nicht mehr spüren und meine Kehle brennt vor Durst. Und trotzdem will ich nicht aufhören. Surfen ist wie eine Droge. Eine Welle noch. Na gut noch eine. Vielleicht noch eine letzte?

Las Palmas
Der Strand in Las Palmas

Als die Sonne uns zu sehr auf dem Kopf zu brennen beginnt, bringen wir die Boards zurück und schlendern über die Promenade zurück.

In der Gegend unserer Unterkunft ist das Wasser ruhig: Gleiche Bucht, aber ganz andere Aussicht. Hier kann man stundenlang schnorcheln oder mit dem Stand Up Paddle Board herumdümpeln. Verrückt wieviele verschiedene Gesichter das Meer hat.

Allein das reicht mir. Tagelang könnte ich an den Strand gehen, surfen, am Strand sitzen, abends ein Bier trinken, schlafen.. und wieder surfen oder paddeln.

Vegueta – Las Palmas de Gran Canaria

Wir haben den Tipp bekommen, dass wir uns noch das Viertel Triana und die Altstadt Gran Canarias anschauen sollen: Vegueta. Die Calle Triana ist im Grunde eine klassische Einkaufsstraße. – Aber mit einer viel schöneren Architektur als in den meisten anderen Städten: Gebäude, die um das Jahr 1900 erbaut worden sind und verwunschene Fassaden im Jugendstil. Und wie von alleine haben wir auf einmal Vegueta erreicht.

Las Palmas de Gran Canaria
Die Altstadt

Durch die Altstadt Vegueta führen kleine Gassen im zick zack, auf einmal stehen wir vor der Kathedrale Santa Ana aus dem Jahr 1497, sitzen auf gemütlichen Plätzen und bewundern das alte Rathaus. Wir kommen extra am Donnerstag her, denn abends verwandelt es sich in ein kleines Tapas-Paradies. In jeder Kneipe, an jeder Ecke werden die verschiedensten Häppchen aufgebaut und man „isst sich die Straße entlang”. Hier ein Spieß mit Hähnchen, da ein Avocado-Brot-Häppchen, da ein Stück Wurst. Und dazu Bier in Plastikbechern. Es erinnert ein bisschen an eine ausgelassene Studentenparty – nur, dass es hier deutlich besseres Essen gibt. Aus allen Häusern strömen Menschen, die offenbar wirklich das Glück haben dort zu leben und genießen ihren Feierabend an den Tischen neben uns.

Wellness im Süden

Wir sind ja nicht nur zum Spaß hier auf der wunderbaren Insel Gran Canaria. Es ist noch immer unser Minimoon. Da muss es ja wohl auch ein paar kleine Flitterwochenelemente geben, denke ich mir und stelle fest, dass man im Süden der Insel einen guten Wellness-Tag einlegen kann. Rund um Maspalomas stehen viele große Hotelanlagen und in vielen davon gibt es Spas, Pools oder Massage-Tempel. Und die meisten kann man auch für einen Tag besuchen, ohne dass man in einem solchen Hotel schlafen muss. Perfekt. Wir entscheiden uns für ein Thalasso-Paket im Lopesan Villa del Conde Resort & Thalasso. – Vorher hatte ich nie davon gehört. Thalasso ist Heilkraft aus dem Meer und wird auch zur Behandlung von Krankheiten benutzt. Dafür braucht man aber natürlich mehr als einen Tag Zeit.

Im Lopesan Spa machen wir einen Rundgang durch verschiedene Schwimmbecken mit unterschiedlichsten Temperaturen. – Mal mit mehr und mal mit weniger Salz drin. Im ersten werden die Muskeln angenehm entspannt, denn es gibt unendlich viele Wasserstrahlen: Über Wasser und unter Wasser. In einem anderen Becken ist so viel Salz, dass man von alleine oben schwimmt und schwebt. Super entspannend! Zwischendurch entspannen wir auf warmen Liegen, laufen durch das kalte Kneipp-Becken und lassen unsere Füße von kleinen Steinchen massieren, stehen unter Öl-Duschen, oder sitzen im Dampfbad und zum krönenden Abschluss gönnen wir uns noch eine Massage. So tiefenentspannt wie an diesem Tag war ich noch nie.

Maspalomas: Zauberhafte Dünen im Süden

Nicht abschrecken lassen: Im Süden – gleich neben ein paar Luxushotels – befinden sich auch die wundervollen Dünen von Maspalomas. Das ist auch der Ort für unser Honeymoon-Shooting. Endlose Hügel aus Sand, über die man in Richtung Strand und Meer spazieren kann.

Bei Nacht werden sie vom Wind oft wieder hübsch aufgepustet, so dass man durch unberührten Sand laufen und seine Fußabdrücke hinterlassen kann. Es lohnt sich etwas Zeit mitzubringen und mindestens 15 Minuten zu laufen. Die meisten bleiben nämlich in Sichtweite des Hotels. Sobald man Dünen ganz für sich allein hat, ist es wirklich ein unbeschreiblich schöner Ausblick. Das war einer dieser Momente, in denen ich versucht habe, die ganze Umgebung mit den Augen zu fotografieren und einzuatmen. Damit ich dieses wunderbare Gefühl, das mir der Ort gegeben hat, nie wieder vergesse. 

Gran Canaria
Hochzeits-Shooting in Maspalomas

Fotos: Raphael Pi Permantier & Aljosa Petric

Tschechien: Städtetrip nach Prag im Winter

Tschechien meint es gut mit uns. Prag ist ein Traum. Das hatte ich schon vor unserer Reise immer wieder gehört und geglaubt. In Wahrheit ist es sogar noch schöner als erhofft. Sogar mitten im Winter.

Als wir am Rande von Prag ankommen ist es schon spät und dunkel. Wir hatten den Tipp bekommen, das Auto auf einem Park & Ride Parkplatz zu lassen und mit der Metro in die Stadt zu fahren. Spart Geld und Nerven! Ein bisschen mulmig ist mir schon, als wir unseren geliebten Wagen auf dem Parkplatz zurücklassen. Aber ich rede mir gut zu. Es gibt einen Zaun und der Parkplatz ist bewacht. So kann ein Auto in der Stadt gar nicht bewacht werden. Auf geht’s!

Unsere Unterkunft

Nach 45 Minuten erreichen wir unsere Ferienwohnung.

In Prag kann man wirklich schöne Altbau-Wohnungen via Airbnb finden. Wir haben uns dort mit einer befreundeten Familie getroffen und haben uns deshalb für eine zentrale Wohnung entschieden, die gut eingerichtet ist und zwei große Schlafzimmer mit jeweils einem Badezimmer hat. Außerdem gibt es eine top ausgestattete Küche – perfekt für gemütliche Frühstückssessions oder Kaffeepausen. Wir fühlen uns sofort wohl, denn es gibt genug Platz, um gemeinsam Zeit zu verbringen, gemütliche Schlafzimmer und jeder kann sich zurückziehen.

Auch im Januar etwas blauer Himmel

Prag zu Fuß erkunden

Prag ist eine Stadt, die ich immer wieder zu Fuß erkunden würde. An jeder Ecke eröffnet sich einem ein überraschender Blick auf wunderschöne Gebäude, Kirchen, Brücken oder einfach die Moldau. Es lohnt sich immer wieder anzuhalten, den Blick schweifen zu lassen und zu genießen.

Ihr wisst: Ich bin keine von denen, die in eine Stadt kommt und erstmal anfängt Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Das ist einfach nicht mein Ding. Ich genieße es, zu Fuß durch eine Stadt zu laufen. Ich möchte die Stadt genießen und dabei kennenlernen. – Und währenddessen bekomme ich langsam aber sicher ein Gefühl für Stadt und Menschen.

Wir laufen über Kopfsteinpflaster, durch kleine Gassen, vorbei an Restaurants, Geschäften und Cafés. Und wir bewundern alte Galerien und Straßenbahnen. Prag hat Charme. Und mit Charme meine ich: Die Stadt ist nicht gerade, nicht perfekt. Sie ist kantig und bunt und überhaupt nicht aus dem Ei gepellt: Es wird gebaut, repariert oder auch einfach für ok befunden, wenn etwas vor sich hin gammelt. Perfekt unperfekt. Das Gefühl ähnelt meiner Liebe zu Valparaiso. Ein bisschen. Ich liebe es.

Auf dem Weg zur Burg

Die Prager Burg

Es ist DAS Touristen-Ziel ist Prag. Gemeinsam mit vielen anderen Urlaubern drängeln wir uns die Wege zur Burg hoch. Immerhin ist die Prager Burg angeblich das größte geschlossene Burg-Areal der Welt und im 9. Jahrhundert entstanden. Noch vor dem Eingang haben wir eine unfassbar schöne Aussicht über Prag. Allein dafür hat sich der Aufstieg gelohnt: Ein endloser Blick über Dächer, Stadt und Wasser. Eins meiner Highlights in diesen Tagen.

Am Eingang gibt es einen Sicherheitscheck. Durch das Areal kann man umsonst laufen. Für Kirchen und besondere Wege, muss man aber doch Eintritt zahlen. Ich gebe zu: Mir ist es da oben zu voll. Überall Menschenmassen, teurer Kaffee, teure Andenken. Und wenn ich ein Foto machen will, ist meistens ungewollt noch jemand Fremdes darauf zu sehen. An den Kirchen müssen wir anstehen und werden regelrecht durchgeschoben.

Am besten gefällt mir in diesem Burg-Areal das “Goldene Gässchen”.

Erbaut worden im 16. Jahrhundert für die Unterkünfte der Burgwachen. Später hat hier sogar mal der große Schriftsteller Frank Kafka gewohnt, gedacht und geschrieben. Die Häuschen in dieser Straße sind bunt und wirklich sehr hübsch und malerisch.

Auch wenn man vorher weiß, dass es ein großes Burgareal ist, bin ich überrascht davon wieviele Höfe es gibt. Es kommt mir unwirklich vor: Immer wieder eröffnet sich vor uns ein neuer Hof, eine neue Kirche, ein neuer Ausblick. Und jedes einzelne Gebäude ist beeindruckend!

Im Goldenen Gässchen

Die Karlsbrücke

Diese Brücke war wohl das erste, was ich lange vor meinem Besuch in Prag von Bildern kannte: Das Wahrzeichen der Stadt. Die Steinbrücke besteht aus sechzehn Bögen und ist einfach schön anzusehen. Deshalb würde ich vor allem empfehlen, die Brücke von den Nachbar-Brücken aus zu bewundern. Denn auf der Karlsbrücke selbst ist unglaublich viel los: Viele Touristen und am Straßenrand Künstler, die ihre Werke anbieten.

Brücken regen mich immer zum Träumen an: Von neuen Zielen, Wegen und Entscheidungen. Ich könnte stundenlang am Wasser stehen und auf Brücken schauen! Und währenddessen über verpasste und kommende Chancen nachdenken. Diese Brücke ist wirklich ein außergewöhnliches Exemplar.

Vermutlich werden Frühaufsteher mit einem besonderen Brückenerlebnis belohnt: Ich nehme an, dann ist weniger los und man kann entspannter darüber flanieren.

Blick auf die Karlsbrücke

John Lennon Wall

Mein Streetart-Herz kichert und wird belohnt, als wir an der John Lennon Wall ankommen. Eine Wand mitten in der Stadt von Prag, die einem in allen erdenklichen bunten Farben entgegen strahlt. Seit den 80er Jahren wird sie immer wieder neu bemalt – und das alte Bild von John Lennon ist unter vielen neuen Farbschichten verschwunden. Die Mauer leuchtet einen wild an und sieht nach Kreativität, Ideen und Inspiration aus. Ich mag die Idee, dass die Wand beim nächsten Besuch vermutlich schon ganz anders aussehen wird!

John Lennon Wall

Cafés und Restaurants

Wer Fleisch isst, hat es leicht in Prag! Es gibt unendlich viele gute Restaurants, in denen man leckeren Gulasch bekommt. Etwas abseits der Touristen-Straßen, ist das Essen auch noch unfassbar günstig und gut. – Genauso das obligatorische Bier dazu! Das tschechische Bier schmeckt einfach fantastisch. Wir haben im Ferdinanda gegessen und haben zu zweit für 20 Euro mega lecker gegessen und haben 2 große Bier getrunken.

Für mich wird ein Städtetrip genau dann entspannt, wenn ich ein ruhiges Café finde, in dem ich mich wohlfühle und Kaffee nach meinem Geschmack bekomme. Ich weiß, ich bin da anspruchsvoll. Aber in Prag gibt es wirklich viele schöne und gemütliche Cafés. Besonders gefällt mir das Tricafe: Ein bisschen abseits der großen Straßen, in der Nähe der Karlsbrücke befindet sich dieses kleine Café, wo es unfassbar guten Cappuccino gibt.

Wenn ich wieder nach Prag komme, möchte ich die Stadt gerne im Sommer kennenlernen. Ich möchte draussen sitzen und den Flair des Sommers dieser Stadt atmen. Den Blick über Prag genießen – ohne dass meine Füße zu Eis werden. Fest steht: Ich komme wieder. Und unser Auto wird in jedem Fall wieder auf dem Park & Ride Platz stehen.

Städte: Am liebsten zu Fuß

Fotos: Raphael Pi Permantier

Wedding Diaries 14: Warum der Freitag der perfekte Tag für eine Hochzeit ist

Wann sollen wir heiraten? Die Euphorie über den Antrag macht sich breit. Langsam aber sicher realisiert man: Wir werden wirklich heiraten! Schon geht die Suche nach Datum und Location los. Wenn ihr nicht zwei Jahre im Voraus planen wollt, könnte der Freitag der perfekte Hochzeitstag für euch sein. Für uns war er es in jedem Fall! Deshalb möchte ich euch heute den Freitag ans Herz legen, denn er wird häufig unterschätzt.

Kurz nach dem Antrag an Heiligabend 2016 haben wir uns auf die Suche nach einer Location gemacht. Und die anfängliche Euphorie à la „wirschaffendasaufjedenFall2017“ die ist schnell verschwunden.

Die meisten Orte, die wir angefragt haben, konnten nur müde lachen, als wir nach einem Samstag zwischen Juni und Ende September gefragt haben. „Sie meinen aber schon 2018? Da hätten wir noch den ein oder anderen Samstag frei. Im November und Dezember“ Kam dann als Antwort.

Klar: In der Zeit, in der man sich auch in Deutschland mal nicht den Arsch abfriert und eine Chance auf Sommerwetter hat, wollen ALLE heiraten. Irgendwie verständlich. Nur waren wir einfach viel zu spät dran. Nachdem wir einige schöne Locations besucht haben, die allerdings nur noch Freitage frei hatten, haben wir angefangen Pros und Contras zu suchen. Und uns für einen Freitag auf Gut Hebscheid in Aachen entschieden. Da mir viele in den vergangenen Wochen erzählt haben, dass sie gerade vor der gleichen Frage stehen, möchte ich euch die vielen Vorteile des Freitags aufzeigen. Und den einen Nachteil natürlich auch. Vielleicht werdet ihr ja mit dem Freitag genauso glücklich wie wir.

Hochzeit Annastraße
Der perfekte Hochzeitstag: Freitag

Der Nachteil: Die Gäste müssen sich freinehmen

Wenn eine Hochzeit am Freitagvormittag beginnt – erst Standesamt, nachmittags Freie Trauung, danach Essen und dann Party – dann liegt das Grundproblem auf der Hand: Viele müssen sich den Tag freinehmen. Und einen Tag Urlaub für euch opfern. Ja, da brauchen wir nicht drum herum reden. Das ist so. Das gilt zumindest für alle, die ihr bei den frühen Terminen dabei haben wollt. Es gibt ja auch die Möglichkeit erst mit der Familie zu starten und viele Freunde erst später zur Party einzuladen. Aber das ist ein anderes Thema.

Spitzen wir das Ganze zu: Ihr hofft, dass sich eure liebsten Menschen für den wichtigsten Tag in eurem Leben freinehmen. Das kann man doch hoffen, oder?

Fakt ist: Es gibt einige wenige Menschen, die müssen ihren Urlaub sehr lange im Voraus planen. Daher mein Tipp: Schickt so früh wie möglich ein „Save the Date“ raus, damit sich alle die möchten auch wirklich freinehmen können. Bei uns konnte von knapp 100 Gästen genau eine Person nicht kommen, weil es ein Freitag war. Relativ wenig, oder? Die Einladungen haben wir dann entspannt danach entworfen und verschickt.

Unsere DIY-Einladung

Vorteil 1: Der Preis – günstiger heiraten am Freitag

Viele Locations bieten die Termine an Freitagen günstiger an. Das liegt unter anderem daran, dass viel weniger Paare an einem Freitag heiraten wollen. Sogar einige Dienstleister könnt ihr an einem Freitag günstiger buchen. Und es ist wahrscheinlicher, dass euer Lieblings-DJ oder Redner noch verfügbar ist: Die Auswahl ist einfach größer.

Nur durch die Wahl eines anderen Wochentags könnt ihr also die Gesamtkosten etwas reduzieren.

Unsere Tischkarten

 Vorteil 2: Dekoration der Location am Vortag

In den meisten Locations steigen im Sommer am Ende jeden Freitag und Samstag Hochzeiten. Donnerstags allerdings eher selten. Deshalb konnten wir auf Gut Hebscheid zum Beispiel schon Donnerstagvormittag aufbauen und dekorieren. Ein Teil von uns war Blumen schneiden, ich habe Sitzkärtchen und Tischbücher verteilt, wir haben eine Girlande aufgehangen, die Candy Bar aufgebaut… und sogar DJ Christian hat am Vortag schon einen Probeaufbau für sein Equipment gemacht.

Unsere Blumen

Wir hatten viel Zeit eingeplant, waren aber trotzdem schon am Mittag fertig und hatten dann tatsächlich frei. Den ganzen Nachmittag! Das kann ich wirklich jedem Brautpaar empfehlen: Nehmt euch am Tag vor der Hochzeit ein paar Stunden Zeit, um herunterzukommen und zu entspannen. Die Aufregung ist groß genug!

Wir haben uns zum Beispiel nochmal Gedanken über unsere Ehegelübde gemacht. Mit meinen besten Freundinnen war ich noch im Pool im Hotel. Diese entspannte Zeit hat mir persönlich sehr geholfen, um ohne Stress in die Hochzeit am Freitag zu starten. Am Hochzeitstag selbst konnte ich nur an uns, unseren Tag, die Getting Ready Party, das Brautkleid und unser “ja” denken. Ich habe keine Gedanken mehr an den Ablauf oder die Deko verschwendet und konnte jede Sekunde genießen.

Das Paar, das am Samstag nach uns geheiratet hat, konnte erst am Samstagmorgen in die Location und dekorieren. – Nachdem der Raum geputzt war. Dieser Vorteil ist mir tatsächlich erst kurz vor der Hochzeit aufgefallen.

Gut Hebscheid Aachen
Unsere DIY-Deko: Aufgebaut am Donnerstag

Vorteil 3: Freies Wochenende nach der Party

Der schönste Tag im Leben ist zauberhaft, intensiv, emotional, auch mal anstrengend und lang. Hinterher waren wir unendlich glücklich, dass die Hochzeit viel schöner war, als wir es uns jemals erträumen konnten. Wir waren aber auch komplett müde und kaputt.

Das gehört dazu: Ich glaube danach braucht jedes Brautpaar Ruhe und Zeit. Allein wenn ich mir vorstelle danach nur einen Tag – den Sonntag – freizuhaben und nichts zu tun zu haben und danach geht es schon wieder los mit Arbeit… Unvorstellbar! Selbst eine Reise am Tag danach hätte ich mir nicht vorstellen können. Ich wollte nichts tun. Einfach in meinem Bett liegen, mich über die unendlich vielen Gänsehautmomente am Vortag freuen, die Karten der Gäste lesen, schlafen und die Ruhe genießen.

Und so ging es nicht nur mir als Braut. Auch meine Eltern und viele Freunde und Verwandte haben uns hinterher gesagt, dass sie sich sehr über das freie Wochenende danach gefreut haben. Einige haben noch einen Kurzurlaub in Aachen und Umgebung drangehängt. Andere sind am Samstag entspannt nach Hause gefahren und hatten noch am Sonntag Ruhe und Zeit, bevor die neue Woche wieder losging.

Liebe künftige Brautpaare: Ich persönlich kann euch den Freitag als Hochzeitstag wirklich ans Herz legen. Wir konnten dadurch im Wunschjahr in unserer Traumlocation feiern und hatten danach noch ein ganzes Wochenende Zeit den Tag revue passieren zu lassen, uns an kleinen Momenten zu freuen und zu merken: Es ist wirklich passiert! Wir sind jetzt offiziell verheiratet! Wir sind Herr und Frau Pi Permantier.

Wann heiratet ihr? Für welchen Tag habt ihr euch entschieden?

Hochzeit Gut Hebscheid Aachen
Nach unserer Freien Trauung

Fotos: Tomek Wozniakowski

Gedanken: Was ich gelernt habe und worauf ich mich 2018 freue

Eigentlich ist gar nichts passiert. Zeit ist vergangen. Sonst nichts. Aber trotzdem fühlt sich so ein neues Jahr immer nach einem neuen Abenteuer an. Es kribbelt. Als hätte jemand den reboot-Knopf gedrückt und wir könnten alle nochmal loslegen. Nicht von vorn. Aber zumindest etwas anders. An der Kreuzung eine neue Abbiegung nehmen. Die Weichen im eigenen Leben neu sortieren. Deshalb freue ich mich immer, wenn ein neues Jahr startet. Hier gibt es meine Gedanken über das vergangene Jahr, über die ständige Suche und die Entscheidung nebenher Freie Traurednerin zu werden.

2017 – Gänsehautjahr

Auch wenn wir uns noch Ende 2016 verlobt haben, wird 2017 für immer mein Gänsehautjahr bleiben. Hochzeitsplanung und alles was dazugehört, hat mich komplett durchgewirbelt und meinen Emotions-Haushalt auf den Kopf gestellt. Meistens im positiven Sinne. Manchmal auch, weil ich meinem eigenen Kritiker und Perfektionismus nicht gerecht werden konnte. Von der Suche nach der Location, dem Brautkleid, der Torte, der Deko… es gibt so viel mehr zu beachten bei einer Hochzeit mit 100 Gästen, als ich mir je erträumt hätte. Und auch, wenn ich zwischendurch dachte, dass das alles zu viel wird, war es am Ende eine tolle Erfahrung.

Was hast du gelernt, Athene?

Im vergangenen Jahr habe vieles gelernt: Zum Beispiel, dass die Familie im Fall der Fälle komplett hinter uns steht. Wir sind nicht allein. Sie sind da. Für falls. Und, dass es sich lohnt, viel Liebe in einen Ablaufplan zu stecken. Auch wenn alle Menschen um einen herum sich fragen, was dieser Perfektionismus soll. Ich sage es euch: Wenn das Gerüst steht, kann man im Zweifel besser auf Änderungen reagieren. Das kenne ich so vom Radio. Und auch bei der Hochzeit hat es sich bewährt.

Vertrauen lohnt sich

Vor allem habe ich gelernt, dass es gut ist an Menschen zu glauben. Und ihnen zu vertrauen. Auch wenn sie etwas zum ersten Mal machen. Wie unsere Freie Traurednerin Irene. Um es mit den Worten der Sportfreunde Stiller zu sagen: Ihre Rede und die Freie Trauzeremonie war für unsere Hochzeit „die Schaumkrone der Woge der Begeisterung.“

Unsere Freie Trauung

Wisst ihr noch? Vor der Hochzeit habe ich mir eine Sorge nach der anderen gemacht und mir ausgemalt, was alles schief gehen könnte. Was wenn das Wetter nicht mitmacht? Die Torte nicht schmeckt und am Ende keiner tanzt. Dann habe ich mich hingesetzt. Meine Ängste aufgeschrieben und mich mit ihnen beschäftigt. Habe mich darauf vorbereitet, dass sicher nicht alles perfekt wird. Und es hat tatsächlich geholfen. Am Ende war die Hochzeit tausend Mal schöner als erträumt. Und auch das Baugerüst am Aachener Rathaus konnte mich nicht aufregen, obwohl ich dort wo es stand gerne Familienfotos gemacht hätte.

Ich habe gelernt, dass es sich lohnt anderen zu vertrauen. Eine tolle Erfahrung.

Ein Highlight bei der Hochzeit: Die Trauzeremonie

Manche Freunde kommen und gehen. Die besten bleiben

Ich habe ein Problem mit dem Vergessen und dem Verzeihen. Jetzt ist es raus. Darin bin ich einfach nicht gut. Und das ist einer der Gründe, warum ich früher mal Freundschaften habe gehen lassen, um die es sich gelohnt hatte zu kämpfen. Manchmal waren es Enttäuschungen. Manchmal aber auch nur Entfremdung. Schritt für Schritt. Und auf einmal merkst du, dass ihr nicht mit in der selben Richtung sitzt. Auseinandergelebt – wie mit einem Exfreund, wo du eines Tages aufwachst und dich fragst: Warum sind wir je zusammengekommen?

Natürlich kann man nicht jede Freundschaft reparieren. Auch das habe ich letztes Jahr mit Schmerzen gemerkt und darüber getrauert. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, zu investieren. Und jemanden nicht sofort abzuschreiben. Einer Freundschaft bin ich 2017 regelrecht hinterhergelaufen. Habe mich immer wieder gemeldet, in regelmäßigen Abständen. Irgendwas hat mir gesagt, dass ich das nicht aufgeben will. Und es hat funktioniert. Als ich kurz davor war aufzugeben, hatte ich plötzlich eine Nachricht im Postfach. Ich habe geheult vor Glück. Freundschafts-Glücks-Gefühle, die mich geflasht haben. Diese Erfahrung ist eine von denen, die ich aufschreibe, um niemals zu vergessen: Es lohnt sich um gute Freunde zu kämpfen.

Ein Geschenk: Freundinnen bei der Hochzeit

Die besten Freundinnen sind zur Hochzeit gekommen

Zwei meiner besten Freundinnen leben weit weg: In Kolumbien und in Kalifornien. Wir sehen uns nicht jedes Jahr. Aber inzwischen wissen wir, dass unsere Freundschaft bleibt. Kilometer spielen keine Rolle mehr. Wir reden nicht jeden Tag, oder jede Woche. Aber wenn wir sprechen, ist alles wie immer: Gut und entspannt. Ein Gefühl von: Ich weiß, dass du da bist. Und ich weiss, dass ich mich immer bei dir melden kann. Und wenn etwas wichtiges passiert, werde ich da sein.

An meinem Hochzeitstag waren sie alle da. Angereist, um das Erlebnis mit mir zu teilen. Mein schönstes Hochzeitsgeschenk.

Las amigas

Vom Suchen und Suchen

Ich bin ständig auf der Suche. Das gehört zu mir dazu. Im Jahr 2017 habe ich besonders viel gesucht und mir Gedanken gemacht.

Ich liebe Geschichten, spreche mit Menschen und möchte wissen was andere bewegt. Warum sie tun was sie jeden Tag tun. Und gleichzeitig lerne ich viele verschiedene Lebenskonzepte kennen. Merke: Ach? Das kann man auch machen? Damit kann man Geld verdienen? Spannend. Die Wahrheit ist: Ich finde vieles interessant. Deshalb habe ich auch schon viele Nebenjobs ausprobiert: Komparsin bei Verbotene Liebe am Set, auf Messen habe ich für die unterschiedlichsten Firmen gearbeitet, habe Zahnbürsten verkauft, Workshops gegeben und und und. An jedem Job gab es etwas, das mir Spaß gemacht hat.

Aber nichts flasht mich so sehr wie Menschen und deren Geschichten. Immer wieder finde ich mich an einem Tisch mit Freunden. Mit Essen und einem Glas Wein. Die Nacht wird immer dunkler und die Geschichten spannender. Die Augen leuchten und ich merke, wenn Menschen für etwas brennen. Wenn sie etwas wirklich bewegt. Wunderschön. Inspirierend. So hatte ich einige Gänsehautmomente mit Freunden im vergangenen Jahr.

2018 wird aufregend!

Eigentlich hatte ich gedacht, dass kein Jahr mehr so spannend werden kann wie 2017. Immerhin haben wir vergangenes Jahr geheiratet. Was soll da noch kommen? Aber wir fahren im Februar nach Sri Lanka auf Hochzeitsreise. Allein das ist schon der Wahnsinn!

Und ihr habt hier auf dem Blog mitbekommen: Die ganze Hochzeit und deren Planung hat mir unendlich viel Spaß gemacht. Das Thema geht mir einfach mitten ins Herz. Wusste ich vorher gar nicht. Habe ich währenddessen erst gelernt.

Athene wird Traurednerin

Und so kam es, dass ich nach der Hochzeit überlegt habe, wie ich weiterhin mit dem Thema zu tun haben könnte. Als Wedding Planner habe ich mich nicht gesehen. – Aber bei den Geschichten und bei den Menschen. Ich finde, dass Liebesgeschichten die schönsten Geschichten sind, die das Leben schreibt. Es sind Geschichten, die es sich lohnt zu erzählen.

Ich war so froh, dass wir uns für eine Freie Trauung entschieden haben, denn so konnten wir unserer Liebe einen ganz persönlichen Rahmen geben – vor Freunden und Familie. Und genau das ist es. Das möchte und werde ich in Zukunft nebenher machen! Ich werde Freie Traurednerin und helfe anderen Paaren, damit sie mindestens eine so schöne Hochzeit haben wie wir.

Wie wird man denn Freie Traurednerin?

Einen klassischen Weg gibt es nicht. Ich habe im Netz recherchiert und bin auf Martin gestoßen. Er ist schon länger im Business und kennt sich bestens aus. Mein Bauch hat gesagt: Mach! Also habe ich einen Kurs bei ihm gebucht und er hat mir alles beigebracht, was ich für den Job als Freie Traurednerin wissen muss: Vom ersten Kontakt mit den Paaren bis zum Traugespräch, Verfassen der Rede und schließlich der Präsentation.

Ich kann die neue Saison kaum erwarten. Die ersten Paare schenken mir bereits ihr Vertrauen – einige Buchungen stehen. Ich freue mich aber natürlich auf viele weitere. In Deutschland… und der Welt.

Inzwischen ist meine Homepage fertig! Juchu! Außerdem kann man mich als Traurednerin “Frau Pi”  bei Instagram finden.

Ich freue mich sehr auf die neuen Chancen, die echten Momente und die Emotionen.

Auf geht’s: Gänsehautmomente bescheren.

Fotos: Tomek Wozniakowski

Wedding Diaries 13: Unsere Hochzeit – The Big Day

Augen auf. Ist es tatsächlich schon soweit? Ja! Der große Tag ist da. Der Tag, auf den wir neun Monate hingefiebert haben: Unsere Hochzeit. Ich bin ich schlagartig hellwach und es kribbelt überall: Von den Füßen bis hoch in den Kopf. Als hätte ich alleine eine Flasche Sekt geleert. Aber ich bin stocknüchtern. Ich fange von alleine an vor mich hinzugrinsen und springe aus dem Bett. Auf geht’s.

Was hatte ich mir die Tage vor der Hochzeit den Kopf zerbrochen: Was wenn wir krank werden? Was wenn wir verschlafen? Was wenn es aus Eimern schüttet? Was wenn…

Ich mache die Vorhänge auf und sehe Sonne und ein paar Wolken. Perfekt. Krank sind wir auch nicht und verschlafen haben wir natürlich auch nicht. Ich verschlafe nie. Aber ich mache mir gern Sorgen – auch wegen Sachen, die vermutlich nicht eintreten werden.

Entspannt in den Tag starten

Nachdem ich monatelang alle Brautmagazine auswendig gelernt hatte, war klar: An dem Morgen darf kein Stress aufkommen. Also sind wir früh genug wach, um ausgiebig frühstücken und mehrere Kaffee trinken zu können.

Einige verschlafene Hochzeitsgäste gesellen sich zu uns, darunter meine beste Freundin. Gemütlichkeit vor dem Sturm. Ich merke, dass mich heute nicht viel aus der Bahn werfen kann und schalte um in den „Jetzt geht’s los-Modus“. Monatelang habe ich mich auf diesen Tag vorbereitet und mir vorgenommen die Hochzeit in vollen Zügen zu genießen. Komme was wolle. Denn ich kenne mich: Ich rege mich schnell auf oder steigere mich in Dinge hinein, die es nicht wert sind und hinterher habe ich deshalb eine schlechte Zeit. So weit darf es am Hochzeitstag nicht kommen.

HochzeitAachen
Das Styling von Corinna Hof

Getting Ready Party

Punkt acht Uhr ist die Stylistin da, wir teilen uns auf und beginnen unsere zwei Getting ready – Partys: Eine für die Männer und eine für uns Frauen und meinen Trauzeugen. Meine liebsten Mädels sind dabei – aus aller Welt angereist – meine Mama ist da und mein Bruder. Mein Herz macht einen Purzelbaum vor Freude und Dankbarkeit, als ich mich im Hotelzimmer umschaue. So viele Lieblingsmenschen sind gekommen, um an diesem Morgen schon dabei zu sein.

Die Stylistin stylt erst eine Freundin und meine Mama und danach mich. Es fühlt sich an, als wäre ich ein Filmstar, der für einen großen Auftritt fertiggemacht wird. Und ehrlich gesagt ist es ja auch der größte Auftritt, den ich bisher hatte. Haare werden geglättet, gezupft, hochgesteckt, neben dem Blumenkranz verstaut. Und das Gesicht wird so geschminkt, dass es noch nach Athene aussieht (in wach und frisch und strahlend) und dass das Make – Up trotzdem bis spät in die Nacht hält. Genau wie wir es vorab geübt hatten. Mir fällt es schon schwer einen Lidstrich bei mir zu ziehen. Ganz generell. Ich finde es unendlich bewundernswert, was Frau Hof da für eine Arbeit macht: Seelenruhig und gekonnt.

Hochzeit Aachen
Erst Haare dann Make-Up
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Der letzte Check

Die Zeit bis zum Standesamt rennt

Wir stoßen mit alkoholfreiem Sekt an und merken nicht, wie sehr die Zeit rennt. Auf einmal wird es dann doch wuselig: 10:30 wollten wir aufbrechen. Es ist 10:30. Zack zack. Rein ins Brautkleid. Mama und ich hatten das geübt, aber wir sind beide keine Expertinnen, was lange Kleider mit mehreren Lagen Tüll und Reifröcke angeht. Und so braucht es ein paar Anläufe bis ich im Kleid stecke und alles sitzt. Einmal durchatmen. Mit Brautstrauß bewaffnen und los – die eigene Hochzeit wartet. Haben wir alles? Ich hoffe. Der Rest muss improvisiert werden, denke ich bei mir. Und bin froh, dass der Personalausweis und die Ringe sicher bei meinem Trauzeugen lagern. Eine Sorge weniger.

Hochzeit Aachen
Die Wahrheit: Jede Braut braucht einen Schleppenträger

Standesamt: Der Märchentraum im Weißen Saal

Ich liebe Aachen, meine Heimat, meine Lieblingsstadt: Wunderbare Architektur, süße Gässchen und ein pompöses gotisches Rathaus, das um 1350 gebaut, mehrfach zerstört und restauriert wurde. In diesem Gebäude befindet sich sogar der alte Krönungssaal, wo heute noch der Karlspreis verliehen wird. Ich war wirklich begeistert, als ich herausgefunden habe, dass man im „Weißen Saal“ standesamtlich heiraten kann. Das ist natürlich etwas teurer als klassisch in einem Trauzimmer im Standesamt zu heiraten, für mich allerdings auch viel schöner. Außerdem kommt hinzu, dass man im „Weißen Saal“ mehr als 70 Leute unterbringen kann. Die meisten davon müssen allerdings stehen.

Zur Sicherheit: Braut und Bräutigam gehen verschiedene Wege

Raphael und seine Jungs sind schon auf dem Weg, als wir um 10:44 endlich im Auto in Richtung Stadt sitzen. Um 11:30 beginnt die Trauung. Allerdings wollte ich eigentlich um kurz vor 11 da sein. Für falls. Fest steht, dass daraus nichts wird. Fest steht allerdings auch, dass trotzdem noch genug Zeit ist. Wir fahren in die Stadt, stellen das Auto im Parkhaus ab und laufen enstpannt in Richtung Markt. – Einmal durch die Annastraße und dann in Richtung Markt bis zum Katschhof. Dort treffen wir meinen Vater, denn er wird mich in den Saal begleiten.

Mit Raphaels Truppe hatten wir vorher ausgemacht, dass sie einen anderen Weg gehen, damit wir uns nicht treffen.

Rathaus Hochzeit Aachen
Auf dem Weg in den Weißen Saal.

Ich genieße jede Sekunde

Als wir auf dem Katschhof ankommen, wartet Thomas da in der strahlenden Sonne. Wo kommt die denn her? Die ganze Woche über hatte es geregnet und auf einmal kämpft sie sich durch. Es ist schon ein besonderes Gefühl im Brautkleid quer durch die Altstadt von Aachen zu laufen: Überall bleiben Menschen stehen, wünschen alles Gute, manche kichern, andere schicken bewundernde Blicke und sagen motivierende Dinge. Das Beste: Ich kann jede Sekunde genießen.

Einzug zu Geigenmusik

Die Gesellschaft auf dem Markt verschwindet mitsamt dem Bräutigam im Rathaus. Auch mein Bruder ist auf einmal weg. Er sollte uns eigentlich ein Zeichen geben, da er aber Trauzeuge ist, wird er nicht mehr aus dem Saal gelassen. Eine Freundin checkt für uns die Lage und gibt uns das “Go”. Langsam steige ich die Treppe zum Rathaus hinauf. Bloß nicht hinfallen, denke ich. Aus dem Saal klingt Geigenmusik, die ein Freund der Familie live für uns spielt. Ich liebe es!

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Unser First Look im Rathaus Aachen

Unser First Look im Rathaus

Mein Herz macht einen dreifachen Salto als ich um die Ecke biege und den Weißen Saal mitsamt der Freunde und Familie sehe: Goldene Verzierungen an der Decke, lächelnde Gesichter und vorne steht er. Raphael. Ich könnte ewig weiterlaufen, aber der Weg bis zu ihm ist zu kurz. Als wir uns zum ersten mal sehen, bin ich wirklich geflasht: Von ihm und von diesem Moment. So oft hatte ich mir ausgemalt, wie es sein würde auf Raphael zuzulaufen. Und plötzlich ist der ersehnte Moment da. Ich sehe Tränen in seinen Augenwinkeln und bin sicher er hat auch welche in meinen erblickt. Liebe, Sonne, Herz, Vertrauen, Freude, Zuversicht, jetzt, du, ich, wir. Alles fügt sich.

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Der Weiße Saal im Rathaus

Eine aufgeregte Standesbeamtin strahlt uns an

Als ich die Standesbeamtin bemerke, stelle ich fest: Sie ist noch aufgeregter als wir. Vielleicht hat auch sie der Moment gepackt? Vielleicht ist ihr Herz offen für Geigenmusik? Keine Ahnung – aber verständlich wäre es. Jedenfalls muss sie sich erst sammeln, bevor sie anfängt zu sprechen und Worte über uns und unser Kennenlernen zu verlieren. Ich hatte ihr extra vorher ein paar Zeilen über unsere Geschichte zukommen lassen und sie hat sich gut auf diesen Moment vorbereitet: Das ist keine 0815 Rede, die sie hält. Es geht nur um Raphael und mich. Sie hatte keine Ausbildung zur Rednerin, das merkt man schon. Aber ich finde es in dem Moment einfach klasse, wie sie sich ihren Job zu Herzen nimmt und unsere standesamtliche Eheschließung unverwechselbar werden lässt.

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The Kiss

Beim Kuss prickelt es mehr als je zuvor

Endlich dürfen wir beide nacheinander „Ja“ zueinander sagen und unterschreiben. Dann ist der große Moment des Kusses da. Wir sind offiziell verheiratet. Wow. Die Zeit steht still. Ist irgendjemand da? Keine Ahnung. Egal. Unter meiner Haut prickelt es stärker als je zuvor. Und in dem Moment wird die Liebe für mich greifbar. Zwischen uns. Einfach da. Einfach gut. Einfach wir.

Wie gern hätte ich in diesen Momenten die Zeit angehalten. Nun schreibe ich sie auf, damit ich mich für immer an diesen süßen Tag – an unsere Hochzeit – mit allen Momenten erinnern kann.

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Kurz nach dem “Ja-Wort”

Gratulation auf dem Marktplatz – und die Sonne feiert mit

Schon auf der Treppe des Rathauses beginnen Menschen zu gratulieren, langsam arbeiten wir uns vor auf den Marktplatz und nehmen dankbar die vielen guten Wünsche und Umarmungen entgegen. Danach versuchen wir noch alle Konstellationen an Freunden und Familie auf verschiedene Fotos zu bekommen. Denn fest steht: All diese Menschen bekommen wir erstmal nicht mehr an einen Ort. Erst bei der nächsten Hochzeit wieder. Also formieren wir uns auf dem Katschhof auf der Treppe. Die Sonne strahlt fast ein bisschen zu sehr. Manch einer tut sich schwer die Augen offen zu halten. Aber ich hatte mir die Sonne so sehr gewünscht, da will ich sie nicht verteufeln. Schön, dass auch sie mit uns feiert.

Sektempfang in der Annastraße

Mit der ganzen Gruppe laufen wir anschließend gemütlich zum Laden meiner Mutter in der Annastraße. Vor ihrem Geschäft hat ein Freund ein Zelt aufgebaut. Es gibt Sekt und kleines Laugengebäck. Die Familien lernen sich kennen und Raphael und ich können durchatmen. Der erste Schritt ist geschafft! Jetzt stoßen auch wir mit richtigem Sekt an und freuen uns, frisch verheiratet zu sein. Fühlt sich gut an. Und leicht. Und aufregend.

Shooting in der Altstadt

Nach einer Stunde setzen wir uns ab. Gemeinsam mit den engsten Freunden und dem Fotografen machen wir noch ein paar Bilder in der Aachener Innenstadt. Viel zu schön ist es hier, um die Kulisse nicht zu nutzen.

Mit einer Engelsgeduld zubbeln die Mädels mir die Schleppe und die vielen Lagen des Kleids immer wieder zurecht, reichen mir Puder und bringen uns zum Lachen. Ich kann jedem nur empfehlen, sich Leute zu suchen, die einen an jenem Tag unterstützen. Es gibt so viele Aufgaben und wenn man sie auf viele Schultern verteilt wird es für keinen stressig. Die Mädels zum Beispiel hatten einzig die Aufgabe an dem Tag für mich da zu sein. Und das waren sie – von morgens bis abends!

Wir. In Aachen

Freie Zeremonie auf Gut Hebscheid – mein Highlight

Heiratet ihr kirchlich oder standesamtlich?“ „Standesamtlich und am Nachmittag soll es bei unserer Hochzeit noch eine Zeremonie im Freien geben.“ So war unser Wunsch. Und so haben wir es dann auch geplant.

Nach einer Pause finden sich um 17:30 die Gäste an unserer Location „Gut Hebscheid“ ein. Im Hof stehen Bierbänke, ein Pavillon, Tisch, Blumen und Stühle. Der DJ hat Mikrophone und Lautsprecher aufgestellt und an einer Seite hat sich der Chor meiner Mutter formiert. Es sieht viel schöner aus, als ich es mir am Vortag erträumt habe. Romantisch, ein bisschen rustikal und Vintage und gleichzeitig trägt es unsere Handschrift. Ich fühle mich wohl.

Gut Hebscheid Aachen
Unser gemeinsamer Einzug

Einzug des Brautpaars zu „Bridge over troubled water“

Der Chor stimmt „Bridge over troubled water“ an, Raphael und ich nehmen uns bei der Hand und gehen diesmal gemeinsam rein. Vorbei an den vielen bekannten und geliebten Gesichtern der Menschen, die sich freuen uns zu sehen. Vorne wartet Reni – sie ist eine Kommilitonin von Raphael und unsere Hochzeitsrednerin. Im Vorfeld hatten wir sie getroffen und ihr unsere Geschichte bis ins kleinste Detail erzählt, damit sie Stoff hat für ihre Rede heute. Ich wusste vorher, dass sie es perfekt machen würde. Aber als sie anfängt zu reden, haut sie mich wirklich um.

Gut Hebscheid Aachen
Unsere Trauzeremonie

Die Hochzeitsrede mit Liebe zum Detail

Mit viel Liebe, tausend Details und einem Lächeln auf den Lippen erzählt sie, wie Raphael und ich zueinander gefunden haben. Dass uns die Familie und Freunde wichtig sind, immer einen Platz bei uns haben. Sie erzählt von unserer gemeinsamen Passion: Dem Reisen. Und macht unsere Liebe durch ihre Rede greifbar und erlebbar. Immer wieder habe ich Gänsehaut und merke, dass mein Herz vor Glück zu platzen droht.

Hinterher sprechen Raphaels Eltern einen Segen für uns beide und geben uns ihre Wünsche mit auf den Weg und danach singt meine beste Freundin Vanesa „Save the best for last“ für uns. Den Text hat sie an unsere Situation angepasst und spätestens jetzt sehe ich viele Gäste nach Taschentüchern kramen. Auch ich brauche eins. Ihre Stimme trifft mich mitten ins Herz. Gesang bei der Hochzeit toppt alles.

Gut Hebscheid Aachen
Während der Freien Trauung

 Kein “Ja”, aber ein Eheversprechen

Wir haben uns entschieden in dieser Zeremonie nicht noch einmal „ja“ zueinander zu sagen. Stattdessen wollen wir uns im Rahmen der Hochzeit ein paar persönliche Worte sagen: Unsere Eheversprechen, die wir extra füreinander geschrieben hatten. Vor diesem Moment hatte ich besonders viel Angst. Ich habe mich gefragt, ob mir wohl die Stimme wegbleibt. Ob ich stocke und nicht weitersprechen kann. Raphael ging es vermutlich ähnlich. Es ist was ganz anderes im Radio zu sprechen als vor Freunden und Familie, finde ich. Ich war aufgeregt wie noch nie. Aber als der Moment dann da war, hieß es durchatmen und sprechen. Und am Ende ist es ganz einfach. Keine Ahnung welcher Hebel in mir sich da von alleine umgelegt hat. Aber die Worte kamen wie von allein aus mir heraus.

Gut Hebscheid Aachen
Vor unserem Eheversprechen bei der Freien Trauung

Gänsehaut im Herzen

Als Raphael nach mir spricht, ist die Welt einfach perfekt. Ich bin sicher: In diesem Moment bin ich die glücklichste Braut der Welt. Wie kleine Glühwürmchen nehme ich die Liebe zwischen uns wahr. Sie ist greifbar. Da. Warm. Liebevoll. Gütig. Herzlich. Und echt. Nie zuvor habe ich so etwas erlebt.

Beim Auszug danach singt der Chor extra für uns „Your Song“. Und ich kann nicht mehr aufhören zu grinsen. Unsere Gäste pusten Seifenblasen und wir laufen lachend und tanzend an ihnen vorbei. Umgeben von unendlich vielen Blasen, die eine märchenhafte Kulisse zaubern. Die Zeremonie war und ist für mich das Herzstück unserer Hochzeit. Der Unbezahlbar- und Unvergesslich- Moment, den ich sorgfältigst in meinem Herzen verstaut habe.

Gut Hebscheid Aachen
Freie Trauung: Unter Seifenblasen ist das Leben doppelt schön.

Erst Essen, dann Party: Augen zu und tanzen

Von einem langen Tag gibt es viel zu erzählen! Nach der Zeremonie und einem kleinen Sektempfang im Hof dürfen sich die Gäste in der Scheune hinsetzen und ihre Nachbarn kennenlernen. Wir haben versucht die Sitzordnung so zu gestalten, dass jeder bekannte Gesichter in seiner Nähe hatte – aber auch die Chance hatte ein paar neue Menschen kennenzulernen. Die Scheune ist voll: 11 Tische gibt es insgesamt. Jeden einzelnen haben wir dekoriert.

Der Zeremonienmeister kümmert sich um den Ablauf

Durch das Abendprogramm führt unser Freund Kim. Er ist auch unser Zeremonienmeister und damit zuständig für die Programmpunkte, den Ablauf des Abends und die Ansagen. Den Rahmen hatten wir gesteckt: Nicht zu viele Beiträge, jeder Beitrag darf maximal 5 Minuten lang sein und keine klassischen Hochzeits-Spiele. (keinen Baumstamm zersägen etc.)

Unser Zeremonienmeister Kim

Hochzeitsspiele nein – Wortbeiträge gern

Da mag jetzt nach Spielverderbern klingen, aber das kann ja jedes Paar machen wie es möchte. Bei mir ist es so: Auf jeder Hochzeit, wo ich bisher war, habe ich mich bei Spielen wie „Baumstamm sägen“ oder „Bräutigam füttern“ wahlweise gelangweilt oder fremdgeschämt. Warum sollte das dann also am schönsten Tag des Lebens auf unserer Hochzeit stattfinden? Es gibt keinen Grund.

Was ich allerdings sehr gerne mag, sind Reden. Für mich das Highlight auf jeder Hochzeit, wenn sie nicht zu lang dauern. Deshalb hatte ich mir explizit eine solche von meinem Vater gewünscht und die hält er gleich zum Start in den Abend. Einfach toll – das beste Geschenk überhaupt!

Gut Hebscheid Aachen Hochzeit

Gut Hebscheid Aachen

Zwischen den Gängen werden Reden gehalten

Daraufhin gibt es Vorspeise. In dieser Location wird ausschließlich Buffet angeboten. Wenn man genug Zeit und Puffer einplant ist das auch eine schöne Sache, denn so stehen die Gäste immer wieder auf und es gibt Bewegung im Raum. Zwischen Vor- und Hauptspeise halten Raphaels Eltern gemeinsam eine Rede und finden viele zauberhafte Worte für uns.

Immer wieder schaue ich mich in der Scheune um: So viele Menschen sind gekommen, um mit uns zu feiern. Das ist schon außergewöhnlich, finde ich. Und mein Herz hat sich über den Tag hinweg immer mehr mit Dankbarkeit gefüllt.

Ich bin überrascht wie lecker das Essen ist. Italienisches Buffet steht auf der Speisekarte und von Lachs-Lasagne bis hin zu Schnitzelchen schmeckt alles ausgezeichnet. Nach der Hauptspeise gibt es noch zwei Filme für uns, die Freunde vorbereitet haben. Für uns eine komplette Überraschung –und der ganze Saal hat was zu lachen. Natürlich auch auf unsere Kosten. Aber im Guten, falls ihr versteht, was ich meine.

Unsere Lemon Basier Torte

Die Torte gibt es zum Nachtisch

Zum Nachtisch gibt’s die lang ersehnte Lemon Baiser Torte auf mehreren Stockwerken. Ein wahres Kunstwerk. Der DJ legt “Candyman” auf und wir schneiden die Torte an. Beziehungsweise wir probieren es – das ist gar nicht so leicht (so ohne Fondant), denn die Torte fällt schnell auseinander. Schon beim ersten Bissen weiß ich wieder genau, warum wir diese Torte beim Café zum Mohren gewählt haben. Viel zu lecker, leicht und zitronig. Sie hat zum Glück auch den Gästen sehr gut geschmeckt: Am Ende war viel weniger übrig, als erwartet. Und trotzdem konnten wir uns noch am nächsten Tag daran sattessen.

Und die Torte schmeckt auch noch!

Der Eröffnungstanz zu Aschenbrödel

Gegen 22 Uhr ist es Zeit Tische wegzuräumen und mit dem Eröffnungstanz den späten Abend zu beginnen. Denn für diese Zeit haben wir noch mehr Freunde eingeladen. Ein heikler Punkt in der Abendplanung, denn wir wollen natürlich nicht, dass die Gäste auf einmal im Raum stehen, alle essen und für sie gibt es keinen Platz.

Aber Zeremonienmeister Kim hat alles im Blick und kümmert sich darum, dass die Tische zur richtigen Zeit abgebaut werden. Und als die ersten Gäste reinkommen, nimmt er sie noch vor uns in Empfang und schafft die perfekte Überleitung bis wir bereit stehen zu tanzen.

Der Hochzeitstanz – ein Moment nur für uns.

Beim Tanz fühle ich mich wie eine Prinzessin

Ihr wisst: Ich bin kitschig veranlagt und schaue um Weihnachten herum seit der Kindheit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Also Kitschbox auf: Deshalb hatte ich mir gewünscht auf den Song aus dem Film zu tanzen. – Also auf genau den Song, zu dem Aschenbrödel mit dem Prinzen tanzt. Und so kam es dann auch. Raphael hat sich darauf eingelassen. Auf genau diesen Song haben wir Walzer geübt und meinen Märchentraum wahr werden lassen. Kitschbox zu.

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Tanzen = Glück

Danach sollte es keine Pause geben. Die Party sollte sofort starten. Und damit der DJ es beim Start leicht hat, hat eine Freundin, die Sounddesignerin ist, uns die folgenden Songs zusammengebaut: Ein Walzer für alle. Und danach ein genialer Übergang zu Fatboy Slim – Rockafeller Skank. Es funktioniert: Viele Leute trauen sich von Anfang an zu uns auf die Tanzfläche. Das war einer dieser Punkte, die ich mir gewünscht hatte: Dass möglichst viele Gäste mit uns tanzen. Ich finde: tanzen macht glücklich. Und an einem solchen Tag, an dem man so viele Erinnerungen sammelt, ist tanzen die perfekte Krönung. Ich schmeiße die Volants von meinem Kleid durch die Gegend, drehe mich wild im Kreis und freue mich über das Leben.

Gut Hebscheid Aachen
Die Wahrheit: Sneakers sind die perfekte Alternative am späten Abend

Sneaker zur Hochzeit – das perfekte Andenken

Irgendwann ist es Zeit für die Hochzeits-Sneaker. Schuhe, die wir uns extra für diesen Tag designt und bestellt haben – mit unserem Datum drauf. Und weiter geht’s. Springen, drehen, ein paar Latino-Songs gröhlen.

Und am Ende des Abends der krönende Abschluss: Queen – Don’t stop me now. Gemeinsam mit den letzten Gästen setzen wir das i-Tüpfelchen auf diesen Abend und feiern das Leben. Ich habe mich noch nie so glücklich und lebendig gefühlt. Es lohnt sich wirklich die Liebe mit einem großen Fest zu feiern. Ich kann es jedem empfehlen. Und während ich den Punkt hinter diese letzten Worte setze, spüre ich wieder dieses Kribbeln. Es ist wirklich passiert. Das war unsere Hochzeit. Und für uns war sie einfach… perfekt. Eine wundervolle Zeit seit dem “Ja” zum Verlobungsring an Weihnachten.

P.S. Tipps packe ich hinter diesen langen Text keine mehr. Aber zu allen Abschnitten wird es noch einzelne Artikel und „How tos“ geben. – Voller Tipps.

Gut Hebscheid Aachen
Für mich ein ganz besonderes Bild: Klassisch, grün und mit der Hochzeitsjacke meiner Oma

Fotos: Tomek Wozniakowski und Martin Permantier