Lissabon – Aussicht en masse

Wenn es ein Rezept gäbe für Städte, damit man sie sich nach Lust und Laune kochen und zurechtzaubern kann, dann wären meine liebsten Zutaten: Nähe zu Wasser, Hügel, Aussichtspunkte, bunte Häuser, Treppen und schmale Gassen. Ein Glück, dass es einige dieser Städte schon gibt. Man muss nur hinfahren und sich in die Gassen fallen lassen. Lissabon hat bei mir tiefe Abdrücke im Herzen hinterlassen. Aber ein Auto nehme ich dahin nicht mehr mit.

Schon lange bevor ich Lissabon kennengelernt habe, hatte ich das Gefühl, dass mir die Stadt gefallen könnte: Hügel, Wasser, Gassen, bunte Kacheln an den Häusern. Mag ich.

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Inzwischen war ich zwei Mal dort. Diesmal hatten wir die dämliche Idee unser Gepäck erst mit dem Auto zu unserer Ferienwohnung zu bringen. – Quer durch die Altstadt. Ich bin schon auf dem Beifahrersitz durchgedreht. Zum Glück musste ich nicht fahren. Autos von allen Seiten, vor einem schießen plötzlich Poller aus dem Boden und überall Menschen. Als wir schließlich kurz in einer „Parkgasse“ gehalten haben, um unsere Rucksäcke nach oben zu bringen, haben wir schlussendlich verstanden, warum man dort nur ein Auto besitzt, wenn man muss: Huuup Huup drang es nach oben. Die Parktaschen sind nämlich so gebaut, dass man gar nicht anders kann: Man parkt sich immer gegenseitig ein. Das Prinzip also: Möchte jemand spontan raus, startet er ein Hupkonzert, bis der Fahrer am Auto ist und es aus der Gasse hinausfährt und so Platz macht. Verrückt. Aber gängiges Prinzip. Ihr könnt euch also vorstellen, wie froh wir waren, als wir das Auto abgegeben hatten und Lissabon zu Fuß entdecken konnten.

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Ein bisschen unpraktisch, aber leider zu schön

Lissabon. Beim Spaziergang durch das Gassenmeer werden wir immer wieder mit atemberaubenden Ausblicken belohnt. Es ist eine der Städte, wo ich mir nie ein Ziel vornehme. Alles ergibt sich unterwegs. Wer hier Zeit hat und sich treiben lässt, sieht unendlich viel. Nicht nur die Streetart hat es mir angetan. Die vielen unterschiedlich gefliesten Häuser strahlen mit bunten Mustern in der Sonne. Treppe rauf, Gasse runter, stehen bleiben, umdrehen, inne halten und da ist er wieder: Der Ausblick bis runter zum Wasser. Wahnsinn. Natürlich ist es keine praktische Stadt, wenn man mal viel zu tragen hat oder so. Aber die vielen alten Gebäude sind einfach schön. Für einen Städtetrip – Unschlagbar. Lissabon ist der perfekte Ort für Träumer und Querdenker. Für Menschen, die sich gern auf eine Bank setzen, die Aussicht genießen und dabei wilde Ideen in ihr kleines Heft kritzeln. Wir klettern den Berg rauf, immer weiter, bis wir eine ausgezeichnete Aussicht haben: Unter uns das orangene Dächermeer, weit hinten das Wasser und die Brücke, die einen immer an San Francisco erinnert. Das ist übrigens kein reiner Zufall. Die Brücken wurden von der gleichen Firma gebaut.

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Ich denke mir: „Besser kann die Sicht ja wohl nicht werden“, drehe mich um und sehe einige Meter weiter oben noch einen Aussichtspunkt (Mirador). Wir keuchen und gehen weiter bis wir endlich oben sind. Jeder Ausblick hier belohnt einen und schon sind die schmerzenden Füße vergessen. Wir sitzen kurz im Schatten unter einem Baum und versuchen den Ausblick mit unseren Augen abzufotografieren. Ich hoffe immer, dass er so für immer bleibt.

Wohnen in der Altstadt

Unsere Ferienwohnung über Airbnb ist ein echter Glücksgriff: Eine kleine Wohnung in einem urigen alten Haus in der Rua da Bica. Erst muss man über eine schmale Treppe nach oben in den dritten Stock klettern, oben wird man aber belohnt. – Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche und Esszimmer gehen ineinander über. Die perfekte kleine Wohnung für ein Pärchen, dass auf alte Gebäude steht. Es gibt sogar einen Balkon, der einmal rund um die Wohnung führt. Darauf kann man zwar keine Partys feiern, aber frühstücken geht dort sehr gut. Die Sicht reicht dabei bis hin zum Wasser und zur Brücke. 

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Aussicht vom Balkon

Und unten auf der Straße quietscht immer wieder der „Elevador da Bica“ vorbei. Eine Standseilbahn, die es schon seit 1892 gibt. Die zwei gelb-weißen Wagen sehen der alten Straßenbahn in Lissabon ähnlich und werden jeden Tag vielfach von neugierigen Touristen fotografiert. Es ist ein lebhaftes, schönes Viertel zum Wohnen für alle, die Altstadt, Bars und kleine Restaurants lieben. Nachts stromern wir herum, fallen in die Bars ein als wären wir wieder 19 und nach dem dritten Mojito für 3 Euro fühlen wir uns auch so, vergessen unsere Vornamen und tanzen zu Reggaeton. Ich bin wunschlos glücklich in dieser Stadt. Da kann uns noch nicht einmal der Kater am nächsten Morgen die Laune verderben. Sonnenbrillen auf und erstmal einen Kaffee trinken gehen. Oder zwei oder drei. Und dazu ein paar dieser süßen, leckeren Teilchen (Pastel de Nate), die die Portugiesen einfach unverschämt lecker hinbekommen.

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Lissabon ist für mich keine klassische Urlaubsstadt. Runterkommen stelle ich mir schwierig vor. Aber auf andere Ideen kommen – dafür ist die Stadt perfekt. Perspektive ändern, in den Tag hinein leben, loslaufen und gucken, wo man ankommt.

Hier könnte ich mir vorstellen ein paar Monate zu leben und in der Region surfen zu gehen. Einen Alltag zu haben. Ein Stamm-Café. Und einen Lieblings-Aussichtspunkt. Hier ist es nicht entspannt. Es ist bunt, an manchen Ecken kaputt und immer wieder schaut man dem ganz normalen Leben ins Gesicht. Und das inspiriert mich noch immer am meisten.

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Tipps:

  • Aussichtspunkte erkunden
  • Aquarium besuchen
  • Ferienwohnung in der Altstadt buchen und den Flair der Stadt leben
  • Den Mojito im Studentenviertel am besten erst ab 5 Euro genießen. – Oder den Kater hinnehmen.

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Fotos: Raphael Pi Permantier

Wedding Diaries 5: Und was mach ich mit den Haaren? Die Testfrisur

Wenn ich diesen Titel so lese, klingt das sehr amerikanisch: Wir machen eine Testfrisur vor der Hochzeit und dann ein Test-Essen und danach am besten noch eine Testparty. So läuft es natürlich nicht. Aber ich muss zugeben, diese eine Sache ergibt schon Sinn, die Frooooooonck da immer in der Fernsehsendung „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ sagt: „Gib dich in die Hände der Leute vom Fach und du hast eine Sorge weniger.“ Warum eine Testfrisur unfassbar Druck von einem nimmt und die Vorfreude steigen lässt, lest ihr hier.

Die Hochzeit findet in Aachen statt – auf Gut Hebscheid – ich allerdings wohne in Karlsruhe und zum Friseur gehe ich eigentlich in Bühl. Komplizierte Sache. Hinzu kommt, dass ich auch gar keine Friseure in Aachen kenne. Also habe ich erst einmal angefangen rumzufragen bis mir eine Freundin ihre Friseurin empfohlen hat und ironischerweise heiratet sie auch noch eine Woche vor uns. Wir konnten aus der Testfrisur also ein kleines Mädels-Event machen. Und das fand im Juni endlich statt. Vorher hatte ich allerdings gefühlt schon alle Brautmagazine der Welt, plus Instagram und Pinterest nach Brautfrisuren und Make-Up durchsucht und erstmal herausgefunden, was ich alles nicht will. – Oder was alles nicht geht: Hallo, ich bin Athene, 160 cm klein, Sommersprossen, wenig bis null Erfahrung mit Make-Up und außerdem habe ich dünne Haare, die einfach nicht wachsen wollen. Ist echt so: Meine Haare wachsen so langsam, dass sich sogar Friseure darüber wundern! Ab der Schulter hören sie einfach auf zu wachsen. Das wird also nichts mit langen, märchenhaften Wellen und offenen Haaren. Und Make-Up-Pinsel und ich, wir kennen uns nur von weitem.

Was mach ich nur mit meinen Haaren?

Als ich angefangen hab, darüber nachzudenken, was ich machen könnte, ist mir natürlich erst einmal alles eingefallen, was mit meinen Haaren leider nicht geht. Meine Güte, meine Güte, drei Bonbons und keine… (Tüte). Lassen wir das. Was nicht ist, ist nicht. Haarteile, die einem mehr Haar zaubern, konnte ich mir bei meiner Haarlänge auch nicht vorstellen. Zu streng hochgesteckt, passt einfach nicht zu mir.

Die erste Idee kam in einem Brautladen, als ich zu einem Kleid (das ich nicht genommen habe) einen kleinen Blumenkranz angezogen und meine Haare unordentlich da reingesteckt habe. – „Wild hochgesteckt“, würde ich es mal nennen. In der Fachsprache der Brautmagazine nennen sie es „Undone-Look“ – also so wild, dass es aussieht, als wäre man gerade aus dem Bett aufgestanden und hätte sich nur mal eben die Haare hochgesteckt und gleichzeitig aber so gezaubert, dass es den ganzen Tag hält. Das mag ich, das passt. Ich bin ja auch im normalen Leben nie lange im Bad beschäftigt, dazu fehlt mir einfach die Muße. Außerdem gefällt mir der Bruch durch diese Frisur zu einem langen Brautkleid (der Artikel dazu kommt noch, versprochen) sehr.

 

Und dazu soll es ein Blumenkranz sein. Stand jetzt: Kein Schleier, nur ein Kranz, der nicht zu groß sein darf. Sonst würde es ja aussehen, als ginge der Kranz mit mir spazieren. Die Blumen werde ich mir in der Woche vor der Hochzeit bei „Drei Blüten“ in Aachen zusammenstellen. Das steht schon fest. Sonst nichts. Für die Testfrisur brauchte ich aber ja auch einen Kranz, also habe ich das Internet kreuz und quer nach einer günstigen Alternative aus Kunststoff abgesucht und bin bei Amazon fündig geworden.

Und „für falls“ wie ich gerne sage, also falls am großen Tag etwas mit den frischen Blumen schiefgehen sollte, habe ich mir noch einen Ersatzkranz aus getrockneten Blumen bestellt. Denn ich möchte auf keinen Fall Plastik auf dem Kopf haben.

Meine ganzen Ideen habe euch übrigens ich in diese Pinterest-Galerie gepackt.

Und das Make-Up?

Das war einfacher! Die einzige Sorge: Kann die Friseurin das so natürlich und schlicht, wie ich mir das wünsche? Also kann sie auf meine Wünsche eingehen und trotzdem dafür sorgen, dass ich von morgens bis abends fit, wach und strahlend aussehe, obwohl ich vermutlich Augenringe bis zum Mars haben werde?

 

Mädelsmorgen mit Testfrisur

Den Tag der Testfrisur habe ich Ende Juni organisiert, damit ich – falls ich gar nicht zufrieden sein sollte – noch Zeit habe, mir wen anderes zu suchen.

An dem Morgen hakt es aber erst einmal bei uns. Meine Freundin schreibt mir, dass sie verschlafen hat. „Das kann ja noch was werden“, denke ich und muss gleichzeitig lachen. Mit 15 Minuten Verspätung brausen wir nach Horbach, einen Ort bei Aachen zu Corinna Hof. Als wir ankommen fühle ich mich in Teenie-Zeiten zurückversetzt, weil in der Gegend einige Freundinnen von mir gewohnt haben.

Frau Hof nimmt uns die kleine Verspätung nicht übel. Sie hat ihren Friseursalon in ihrem Wohnhaus: Ein Raum, klein und gemütlich mit genau zwei Plätzen für uns. Sofort strahlt sie uns an und auch, wenn ich an dem Morgen sehr aufgeregt war, habe ich bei ihr gleich das Gefühl in guten Händen zu sein. Ich zeige ihr die verschiedenen Bilder aus dem Netz und erkläre ihr bis ins kleinste Detail, was ich mir vorstelle. Zeige ihr den Testkranz und frage sie nach ihrer Meinung zu allem. Das ist mir besonders wichtig, denn ich kenne mich mit Styling und Schminke einfach nicht aus. In meiner Familie sind die Frauen eher so drauf: Kajal, Mascara, Labello, fertig. Und mit dem Kajal ist das oft schon ein kleiner Kampf. Ich hätte grundsätzlich schon gern mehr Ahnung davon, aber es ist unrealistisch, dass ich das noch vor der Hochzeit lerne. Sie erklärt mir, dass die Frisur auf jeden Fall den ganzen Tag hält, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Und dass wir das Make-Up so hinbekommen, dass ich nicht „angemalt“ aussehe. Puh. Los geht’s.

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Sie glättet mir die Haare, zupft hier und da, setzt mir den Blumenkranz auf und hantiert mit hundert Klämmerchen, um das Maximum aus meinen dünnen Haaren herauszuholen. Das macht sie nicht zum ersten Mal. Das merkt man gleich. Immer wieder fragt sie mich, ob es so passt. Wir ändern Kleinigkeiten ab und am Ende bin ich wirklich zufrieden, mit dem was die mir auf den Kopf gezaubert hat. Wir hoffen allerdings beide, dass meine Haare noch etwas wachsen bis September. Auch meine Freundin ist begeistert – ich bin froh, dass sie dabei ist: Eine zweite Meinung ist einfach unbezahlbar.

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Und dann das Make-Up. Davor hatte ich fast noch mehr Schiss, bin aber sofort beruhigt als sie mir sagt, dass wir im Grunde komplett auf Make-Up verzichten könnten. Das hätte ich nicht gedacht! Weil ich mich aber mental so darauf eingestellt hatte, dass ich an dem Tag unbedingt Make-Up ausprobieren will, lasse ich mich nicht abbringen. Wie ich ohne aussehe, weiss ich ja. Also pinselt sie mir das helle Zeug einmal quer durchs Gesicht. An dieses – gestylt werden – könnte ich mich gewöhnen! Ein tolles Gefühl hergerichtet zu werden.

Nach dem Make-Up, werden die nächsten Entscheidungen getroffen: Welcher Lidschatten soll es sein? Welcher Kajal? Wieviel von alledem? Dabei verlasse ich mich auf das Auge meiner Expertin. Ich habe das Gefühl, dass wir uns verstehen und, dass sie weiß, dass ich nicht zu viel Farbe im Gesicht haben möchte. Mein Ziel: Auch am Hochzeitstag ich selbst sein. Natürlich aufgehübscht und gestylt, aber eben nicht übermalt. Es gibt ja Frauen, die schminken sich jeden Tag und sehen einfach fantastisch so aus, aber ich nicht. Vor allem, weil ich mich so nicht kenne. Am Ende suche ich noch einen matten Lippenstift aus, der gut zum Gesamtbild passt und kaufe ihn auch gleich bei ihr. So kann ich am großen Tag immer nachlegen, wenn mir danach ist.

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Nach eineinhalb Stunden ist alles fertig und ich darf Beweisbilder machen. Jetzt ist meine Freundin an der Reihe. Die bekommt eine lockige Flechtfrisur, die wirklich toll aussieht an ihr. Da sieht man mal wieder was die unterschiedlichen Typen ausmachen. Es macht übrigens mindestens genauso viel Spaß jemandem dabei zuzusehen, wenn er zurechtgemacht wird, wie selbst gestylt zu werden.

Als wir beide fertig sind, wird alles genau zusammengerechnet und ein Zeitplan für den Hochzeitstag erstellt, damit da auf keinen Fall Stress aufkommt.

Am großen Tag wird Corinna Hof zu mir ins Hotel kommen und sich um alles kümmern. Die Vorfreude steigt inzwischen ins Unendliche – besonders weil ich jetzt keine Angst mehr haben muss, mich am Ende doch noch selbst stylen zu müssen.

Der Test in der Stadt

Hinterher laufe ich beschwingt durch die Aachener Innenstadt und fühle mich wie eine Prinzessin. Vielleicht fange ich hier und da aus Versehen sogar an ein wenig zu tanzen. Wer weiß. Es ist ein besonderer Sommertag in Aachen. Alle sind gut drauf, weil die Sonne mal ein paar Tage am Stück scheint. Ich bin wirklich überrascht, wie viele Menschen mich anlächeln und nach meiner Frisur fragen. So ein Blumenkranz macht echt was aus! Das werde ich mir merken. Auch für andere – nicht-hochzeitliche Feste.

Tipps:

  • Wenn ihr nicht an dem Ort heiratet, wo ihr wohnt: Auf jeden Fall Freunde und Bekannte fragen. Friseure sind so unterschiedlich!
  • Überlegt euch vorher genau, was ihr wollt und was nicht. Der Friseur kann nicht eure Gedanken lesen.
  • Nehmt auf jeden Fall jemanden, dem ihr vertraut zur Testfrisur mit. Eine zweite Meinung ist unbezahlbar.
  • Kosten für ein Braut-Styling variieren stark. Meine Friseurin kostet ca: Frisur 40-55 Euro. Make-Up: 25-35 Euro und dazu kommen natürlich noch Fahrtkosten, wenn sie zu einem ins Hotel kommt.

Wedding Diaries 4: Eine Hochzeitstorte bitte – aber ohne Fondant

Die Wahl der Hochzeitstorte ist kompliziert und mächtig. Aber das geht vorbei sobald man sich eingesteht, aufs Herz und den eigenen Geschmack zu hören – und nicht auf die Bilder in amerikanischen Hochzeitsfilmen. Es geht schließlich um eine Torte – und keine Skulptur.

Ich sitze an einem großen runden Tisch. Immer wieder kommt eine mütterliche Konditorin rein und stellt mir ein neues Tellerchen mit Häppchen von einem anderen Kuchen vor die Nase. Die Aufforderung ist klar: „Bitte probieren, bitte probieren.“ Natürlich schmecken alle Füllungen fantastisch und hinterher weiß ich noch immer nicht, welche Torte ich haben möchte. So lief das ab. In meinem Traum.

In echt leider nicht. Ich gebe zu, ich bin kein großer Tortenfan. Mit Marzipan, Sahnecreme oder Fondant kann man mich jagen. Und Raphael geht es da ähnlich. Uns findet man nicht in der Konditorei an der Ecke am Wochenende. Wir essen lieber Eis. Oder salzig. Aber eine Hochzeitstorte gehört ja irgendwie schon dazu, fanden auch wir. Kurz haben wir überlegt, ob es eine Torte aus Käse sein soll. Oder aus Sushi. Möglich ist das alles, hat es schließlich auch alles schon gegeben. Aber so ein mehrstöckiges Kuchendings, das das Brautpaar gemeinsam anschneidet, wollten wir dann doch haben. In süß. Aber bitte ohne Sahne und nicht zu süß. Uns war also schnell klar, dass wir uns nicht einfach für eine Torte in der Auslage entscheiden können, ohne sie probiert zu haben. Also rufe ich in der Konditorei „Lammerskötter“ in Aachen Burtscheid an und vereinbare einen Termin. Das ist immerhin eine Traditionskonditorei und ein Familienbetrieb mit gutem Ruf. Da muss es doch etwas Passendes für uns geben. Wir hoffen sehr auf diesen Termin, überlegen dann aber noch „inkognito“ in anderen Konditoreien ein paar Stücke Torte zu probieren, um uns ein besseres Bild zu verschaffen.

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Auf der Suche nach Torte in der Aachener Altstadt

Die heimliche Probe

An einem sonnigen Tag flanieren wir also durch die Altstadt von Aachen und setzen uns als erstes ins Café zum Mohren. Auch mich Nicht-Torten-Fan lachen hier viele süße Stücke an: Eistorten, Obst-, Schoko-Torten und die Baiser-Torten sehen ausgezeichnet aus. Wir entscheiden uns für ein Stück fruchtige Eistorte und Lemon-Baiser. Bei der Eistorte dachte ich: Ok! Lecker – aber keine Hochzeitstorte für mich. Es fehlte der gewisse Kick.

Wir haben uns fast ein bisschen geschämt, dass wir Lemon-Baiser ausgewählt hatten, obwohl wir eigentlich auf der Suche einer Hochzeitstorte waren. Denn die seltenen 0815 Besuche in einer Konditorei laufen bei uns immer so ab:

Was willst du?“

Hmmmmm. Weiß nicht. Sieht mir alles zu sahnig-süß aus. Haben die was mit Zitronencreme und Baiser?“

Ja, schau da!“

Ah geil. Nehm ich.“

Ok ich auch.“

Echt? Beide das gleiche?“

Ja. Ist das einzige, was mich anlacht.“

Na gut.“

So läuft das tatsächlich jedes Mal ab. Daher kennen wir uns mit Lemon-Tartes auch ganz gut aus. Geschmacklich zumindest. Als wir die erste Gabel dieser Lemon-Baiser-Torte probieren, schauen wir uns ungläubig an. Kann es sein, dass diese Torte 100 Mal genialer schmeckt, als all jene, die wir bisher von Chile über Neuseeland bis Deutschland probiert haben? Ja, es kann. Und ja, es ist so. Diese Lemon-Baiser-Torte ist der absolute geschmackliche Wahnsinn. Locker-leicht und fast tänzerisch verziert das Baiser die Torte oben drauf. Unten drunter leichte schichten Zitronencreme und Teig, die sich aneinanderschmiegen als wüssten sie, wie gut sie harmonieren und zusammenpassen. Ich fühle mich wie auf einem Kuchentrip. Noch nie war ich so happy nach einem Stück Torte. Ich war immer die, die auf Omas Geburtstag gesagt hat: „Für mich bitte nur ein halbes Stück! Oder ein ganz schmales!“ Für die Torten-Fans dieser Welt sicher unvorstellbar, aber wahr. Und ich fange schon an zu bezweifeln, dass wir noch was leckereres finden können. Aber ist eine Lemon-Baiser-Torte nicht etwas unpassend für eine Hochzeit? Stapeln kann man sie ja schonmal nicht.

Lemon-Baiser: Das wird unsere Hochzeitstorte

Danach steht bei uns das Café Middelberg auf dem Programm: Hier trifft Caféhaus auf Tradition – und das gleich neben dem Marktplatz. In Aachen ist es wirklich überraschend, wieviele Menschen unter der Woche mittags im Café sitzen und Kuchen genießen. Das scheint hier ein großer Markt zu sein. Wir gesellen uns dazu. Mir fällt es allerdings schon in der Auslage schwer einen Kuchen zu finden, den ich überhaupt probieren möchte: Überall Marzipan, Buttercreme und Schokolade. Jedes Stück wirkt übermächtig deftig süß. Wir bestellen trotzdem zwei Stücke mit unterschiedlichen Füllungen: Einmal Käse- Sahnetorte und einmal Himbeercreme. Nach zwei Bissen steht für mich fest: Hier bestellen wir keine Torte. Gegen den Geschmack an sich kann ich nichts sagen – außer dass ich einfach kein Fan bin von zu viel süßer Creme in einer Torte. Kurz überlege ich, ob andere vielleicht genau das von einer Hochzeits-Torte erwarten. Aber selbst wenn. So what. Das können sie auf ihrer eigenen Hochzeit gerne anbieten, wenn sie mögen. Überzuckert verlassen wir das Café. In dem Moment bin ich froh, dass wir hier keinen Termin vereinbart hatten.

Die Auswahl im Café Middelberg, Aachen

Der Termin bei „Lammerskötter“

Die letzte Konditorei auf unserer Liste ist in meiner Heimat Burtscheid – ein kleines Familienunternehmen mit gutem Ruf in der Region und einer ausgezeichneten Homepage. Davon können die anderen nur träumen. Die Chefin – eine echte Lammerskötter – begrüßt uns freundlich im Konditoreiladen. Allerdings bleiben wir auch genau da während der gesamten Beratung stehen. Sie holt ihr iPad und zeigt uns die verschiedenen Optionen, die wir auch schon vorher auf der Internetseite gesehen haben. Auf die Frage, welche Sorten wir denn jetzt mal probieren können, wird klar: Keine. Also Torten gibt es schon, aber keine einzige Füllung der typischen Hochzeitstorten ist gerade vorrätig da. Das ist natürlich schade, weil wir extra aus Karlsruhe angereist waren – auch um diese Torten zu probieren und eine Entscheidung zu treffen. Auch hier gibt es eine Torte mit Zitronencreme und Baiser, die auf der Homepage ausgezeichnet aussieht. Außerdem haben sie wunderschöne Naked-Cakes im Angebot. Aber ohne sie zu probieren, würde ich keine mehrstöckige Hochzeitstorte bestellen.

 

Wir nehmen das, was zu uns passt: Lemon-Baiser

Hinterher waren wir etwas geknickt: Wir wurden zwar super nett beraten, aber ich hatte es mir einfach anders vorgestellt. Als wir abwägen, ob wir noch einen neuen Termin vereinbaren, gehen wir auch nochmal alle Torten durch, die wir gegessen haben und stellen fest: Eigentlich haben wir längst einen Favoriten. Wir rufen in der Konditorei des „Café zum Mohren“ an und fragen, ob sie die Lemon-Baiser-Torte für uns als mehrstöckige Hochzeits-Torte herstellen würden. Und ja, sie wollen und würden! Natürlich würde diese Torte nicht direkt übereinander gestapelt. Das ist bei Baiser wohl nicht so einfach möglich. Sie würden sie uns aber auf einer Etagère servieren und damit unseren Geschmackstraum wahr werden lassen.

Ich bin begeistert und tanze durch die Küche. Klar: Eigentlich hätte ich mir schon vorher denken können, dass es keine klassische Torte bei uns wird. Aber jetzt bin ich mir sicher. Und es fühlt sich einfach fantastisch und richtig an. Warum nicht einfach das bestellen, was zu uns passt? Auf der ganzen Welt haben wir die Zitronen-Tartes schon probiert. Hier schließt sich der Kreis. Während ich das hier schreibe, bekomme ich Hunger. Das wird toll!

Wir werden unsere Hochzeits-Torte übrigens nicht am Nachmittag servieren und auch nicht an Mitternacht. Wir servieren sie einfach als Nachtisch, damit hinterher nichts die Party unterbricht. „Zucker und Sitzen“ am späten Abend kann nämlich zum Partykiller Nr. 1 werden, schreibt Hochzeits-Dj Thomas Sünder. Und das glaube ich sofort.

Jetzt hoffen wir, dass unsere Gäste diese Torte ebenso gern wie wir essen werden. Wenn nicht, esse ich sie eben drei Tage lang. Kein Problem.

Facts:

  • Testet auf jeden Fall den Geschmack verschiedener Torten und fragt bei den Konditoreien, ob die extra Probier-Termine anbieten (Wir konnten bei unserem Termin leider nicht eine Füllung probieren.)
  • Auch salzige Alternativen, wie ein Käseturm anstelle einer Hochzeitstorte kann überzeugen. Nehmt nur das, was euch schmeckt.
  • Ein Stück Torte hat in und um Aachen immer ca 4 Euro gekostet. Je nachdem wieviele Stücke man braucht, kann man sich leicht ausrechnen, warum eine Hochzeitstorte schnell 500 Euro kostet
  • Uhrzeit: Zu welcher Zeit wollt ihr die Torte servieren? Nachmittags oder als Dessert? Warum die Mitternachtstorte nicht die beste Option ist, kann man sehr unterhaltsam im Hochzeits-Bestseller von Thomas Sünder nachlesen: Er beschreibt anschaulich, wie die Mitternachtstorte die Party-Stimmung unterbricht, die danach oft nur noch schleppend in Gang kommt. Das Buch heißt: „Wer Ja sagt, darf auch Tante Inge ausladen.“ Dieses Buch kann ich generell nur jedem ans Herz legen.

Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Panama – Santa Catalina: Der perfekte Surferort

Ach Santa Catalina. Hast du einen Platz für mich? Einen für immer? Ich würde ja bleiben.

Ja, ich bin ein richtiges Fan-Girl von diesem kleinen Ort. Das ist einer der Orte, wo ich mir wirklich vorstellen könnte zu leben. Kommt mit, ich erkläre euch warum.

Boot-Boot-Taxi-Bus-Bus-Minibus. Einen ganzen Tag sind wir von Bocas del Toro nach Santa Catalina unterwegs und gegen Nachmittag werden die Busse immer kleiner. Als wir im Minibus über die Hügel in Richtung Santa Catalina fliegen, während Reggaeton aus den Boxen dröhnt, steigt meine Aufregung. Wird der Ort so schön sein, wie ich ihn mir ausgemalt habe? Schließlich – nach vielen Stunden – halten wir an einer Häuseransammlung an der Straße und wir sind da. Neben uns: Hostel, Tour-Agency… Supermarkt.. Hostel.. Restaurant. Wir verlassen den Ortskern und laufen mit den Rucksäcken bepackt in Richtung Playa Estero. Unsere Unterkunft befindet sich neben dem Strand, angeblich 15 Minuten zu Fuß. – Latino-Minuten versteht sich. Nach 25 Minuten laufen wir endlich auf das Grundstück der „Rancho Cosa Mia.“ Rechtzeitig um mit unserem Gastgeber Billy von der großen Terrasse aus den Sonnenuntergang und die Aussicht auf das Meer zu genießen. „Wow. Einfach wow.“ denke ich und bin begeistert von dem kleinen Holzhaus auf Stelzen, das einer der ersten bekannten Surfer in Santa Catalina gebaut hat.

Die Aussicht von der Terasse des „Rancho Cosa Mia“ – allerdings bei Sonnenaufgang

Ein kleiner Rückblick in die Geschichte von Santa Catalina

In der Surferszene ist Santa Catalina inzwischen ein Brett. Menschen kommen aus der ganzen Welt hierher um ein paar Wellen am berühmten Surfspot „La Punta“ zu erwischen. Auch große Surfwettbewerbe haben hier schon stattgefunden.

Vor vielen Jahren war Santa Catalina allerdings einfach nur ein kleines Fischerörtchen in der Nähe der früheren Gefängnisinsel „Coiba“. Hierher kam nur, wer sich durch den Dschungel und über rote unbefestigte Matsch-Straßen seinen Weg gebahnt hat. Vor mehr als 45 Jahren – im Jahr 1970 – haben ein paar junge Männer die berühmte Welle in Santa Catalina entdeckt. Sie hatten sich auf eine große Reise begeben – die Küste von Panama entlang. Auf der Suche nach perfekten Wellen. Wie krasse Surfer es so an sich haben, müssen sie alle ein bisschen verrückt und ein bisschen zu abenteuerlustig gewesen sein, denn der Weg nach Santa Catalina war wild und gefährlich – auch wegen der Schlangen und Skorpione im Dschungel. Im Dorf heisst es, dass eine Fahrt von Panama-Stadt nach Santa Catalina damals 12 Stunden gedauert hat. Heute ist die Fahrt mit den Bussen ungefähr halb so lang.

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Die vier ersten Surfer sind – so erzählt man es sich – in Santa Catalina angekommen, standen am Strand und waren wohl erstmal enttäuscht, weil es dort keine Wellen gab. Daraufhin entdeckten sie in der Ferne hinter ein paar Felsen eine Welle – und „Punky“, der eigentlich Ricardo Icaza hieß, hat es sich nicht nehmen lassen ins Wasser zu gehen und loszusurfen. Angeblich hat er eine perfekte „Righthander“ nach der anderen genommen. Die Geschichten, die ich im Dorf erzählt bekommen habe, konnte ich mit dieser Erzählung vervollständingen. Wenn ich mich heute in die vier Entdecker hineinversetze, muss es ein unglaubliches Gefühl gewesen sein: Sie hatten tatsächlich einen bis dahin unbekannten Surfspot gefunden. Sie haben also als erste diese Wellen in Santa Catalina gesurft und waren die einzigen im Line-up. Der weite Weg durch den Dschungel hatte sich gelohnt. Ihren Surfspot wollten sie wohl nicht sofort mit der ganzen Welt teilen. Santa Catalina blieb lange ein echter Geheimtipp. Aber diese Jungs haben nach und nach Land gekauft, Surfcamps eröffnet und den Spot ihren Freunden gezeigt und so wurde der Ort immer bekannter. Aus dem Geheimtipp wurde irgendwann ein echter Tipp.

Mit unter den ersten, die nach Santa Catalina kamen, dort Land gekauft und ein Business gegründet haben, waren zwei Kenneth: Kenneth Myers und Kenneth O’Brian. Der letztere war einer der ersten Surfboard-Shaper in Panama, der seine eigenen Boards gefertigt hat: Cosa Mia Surfboards.

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Santa Catalina im März 2017

Wir wussten es bei unserer Airbnb – Buchung nicht, aber wir haben tatsächlich im Haus von „Kiki“ Kenneth O’Brian gewohnt. Er selbst lebt allerdings inzwischen in Italien. Kiki besitzt ein großes Grundstück gleich neben der Playa „Estero“ mit einem Trampelpfad runter an den Strand. Auf dem Grundstück steht kleines Haus aus Holz mit einer Bomben-Aussicht, weil er es auf Stelzen gebaut hat. Im Schatten unter dem Haus hängen alte „Cosa Mia – Surfboards“ und einige Hängematten, in denen wir viele Stunden verbracht haben. Im ersten Stock gibt es eine Wohnküche, eine große Terrasse und darüber zwei Schlafzimmer. Als wir dort waren, wurde die Unterkunft von Billy und Ollie verwaltet. Heute ist dieses wunderschöne Haus leider keine Airbnb-Unterkunft mehr. Wir waren die letzten Gäste. Vom Rancho Cosa Mia aus waren wir in fünf Minuten am Strand. Und auch wenn es in den Ort länger gedauert hat, war die Lage für uns perfekt: Geniale Aussicht, Ruhe, Strand und einige Restaurants in der Nähe. Übrigens: In den meisten Unterkünften in Santa Catalina gibt es kein WLAN. Das macht es einem tatsächlich noch leichter runterzukommen.

Rancho Cosa Mia – wunderschönes Häusschen auf Stelzen

Im gemütlichen Gang ist man in einer knappen halben Stunde im Ort, wo man einkaufen oder eine Tour zur Isla Coiba machen kann. Und die ist wirklich zu empfehlen: Wir waren einen Tag lang unterwegs, haben an vier verschiedenen Orten geschnorchelt und eine beeindruckende Unterwasserwelt gesehen: Riffhaie, Rochen, wunderschöne Schildkröten und tausend bunte Fische. Oft habe ich hingeschaut und konnte gleichzeitig nicht glauben, was ich da sehe: Sobald man unter Wasser umher schaut, ist es als hätte man eine andere Welt betreten. Auch wenn die Bootsfahrt zur Insel ungefähr 90 Minuten dauert, lohnt sie sich sehr.

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Auf dem Weg nach „Coiba“

Die Surfspots in Santa Catalina

Die Wellen am Point-Break „La Punta“ sind weltberühmt. – Und alle erfahrenen Surfer lieben sie. Für alle anderen ist der Spot schön anzusehen – vor allem bei Sonnenuntergang lohnt es sich ein Bier im Surfcamp „Surfers Paradise“ zu trinken und dabei die Aussicht zu genießen.

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Für Anfänger und Intermediates ist die Playa „Estero“ als Surfspot perfekt. An diesem Beachbreak kann man sowohl im Weißwasser surfen lernen, als auch grüne Wellen surfen. An diesem Strand liegt sich auch das Oasis Surfcamp, wo man Soft-Tops ausleihen kann. Leider haben sie keine anderen Boards.

Der Strand ist lang und dadurch gibt es im Wasser genug Platz für alle. An unserem letzten Tag waren die Bedingungen für unsere Surf-Level perfekt: Viele kleine grüne Wellen liefen in die Bucht hinein: Jede einzelne war eine perfekte Option für einen Ritt zum Strand. Wie jedes Mal musste ich meine Angst überwinden und habe auf mich eingeredet: „Das ist JETZT deine Chance. Nimm sie. Du kannst das. Du willst das. JETZT.“ Und als mich der Push der Welle erreicht hat, war alles andere vergessen. Glück – überall in meinem Körper haben sich die Glücksgefühle ausgebreitet und sind bis in die letzten Winkel gekrabbelt. Es hat sich angefühlt als könne ich fliegen. Als die Welle vorbei war und ich wieder auf dem Brett lag, habe ich die Freudentränen auf meinen Wangen gespürt. Diese perfekten Momente sind mein Antrieb immer wieder aufzustehen und es nochmal zu versuchen.

Playa Estero

Gekommen, um zu bleiben

In Santa Catalina geht die Zeit anders. Alles ist ruhig und entspannt. Viele kommen hierher und wollen bleiben: Host Ollie aus England versucht es jetzt zum Beispiel mit einem Stand-Up-Paddle Unternehmen und den kleinen Surfshop leitet eine Frau aus Deutschland, die vor Jahren hergekommen ist. In den Hostels, Hotels und Reiseagenturen arbeiten Volunteers aus der ganzen Welt, um eine Zeit in San Cat verbringen zu können. Und natürlich gibt es hier Restaurants mit Essen aus aller Welt. Dieser Ort hat etwas Magnetisches: Wer sich in Santa Catalina wohlfühlt, versucht alles, um bleiben zu können. Die Stimmung nimmt dich ein und zeigt dir eine andere Art zu leben: Ohne Hektik und Stress. Ohne schnelles Internet und ohne großen Supermarkt. Aber dafür mit unbeschreiblich schöner Natur, Gelassenheit und mit unendlich vielen schönen Wellen.

 

Tipps für Santa Catalina:

  • Günstige Unterkünfte kann man über Airbnb finden. Außerdem habe ich mir das Oasis Surfcamp genauer angeschaut und fand es sehr schön.
  • Es gibt sehr viele tolle Restaurants. Zum Beispiel das argentinische Restaurant „Los Pibes“ ist ausgezeichnet. Außerdem solltet ihr unbedingt das mexikanische Restaurant an der Straße zur Playa „Estero“ besuchen. Es ist ein süßer Familienbetrieb in bunten Farben mit tollem Essen.
  • Falls ihr Internet haben wollt, kauft euch am besten vorher eine SIM-Karte.
  • Wer ein eigenes Surfboard hat, ist klar im Vorteil. Denn die meisten Rentals verleihen vor allem Soft-Tops.
  • In Santa Catalina gibt es (noch) keinen ATM. Hebt also unbedingt vorher genügend Bargeld ab. Im kleinen Supermarkt und in vielen Restaurants kann man mit Karte zahlen.

Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Wedding Diaries 3: Der Tanz mit den Behörden

Wir sagen „Ja“ zueinander – vor unseren Freunden und Verwandten und hinterher ein rauschendes Fest. Ich gebe zu, ich habe es mir deutlich einfacher vorgestellt den Papierkram beim Standesamt zu erledigen. Nach dem ersten Anruf beim Standesamt dachte ich echt: Das schaffen wir nie. Aber lest selbst.

Antrag an Heiligabend, Location-Suche zwischen den Jahren und der Versuch alle Papiere möglichst schnell zusammenzubekommen. Die Feiertage rund um Weihnachten haben mich und meine Nerven stark herausgefordert. Ich dachte bei mir: „Geh ich halt kurz ins Internet auf die Seiten des Standesamtes und finde heraus, welche Unterlagen wir so brauchen“. Tja. Und dann steht da sinngemäß: Wer im Ausland geboren ist, findet hier keine Infos und muss erst einmal bei uns vorsprechen. Ganz schön lange können Feiertage dauern, wenn man darauf wartet, jemanden im Amt zu erreichen. Als es endlich soweit ist, haben wir eine Dame am Telefon, die uns erklärt, dass sie keine Beratung am Telefon macht. Der nächste freie Termin sei in 5 Wochen.

Ich war – mal wieder – kurz vorm Ausrasten. Ungerecht. Da will man nur seine Hochzeit planen und alle stehen einem im Weg mit ihren Regeln und ihrer Bürokratie. Klar, auch 5 Wochen gehen zugegebenermaßen irgendwann vorbei. Aber in der Zeit bis dahin konnten wir uns um nichts kümmern. Und all das, weil man in einem anderen Land – in meinem Fall in Chile – geboren worden ist. Wenn beide Partner deutsche Staatsbürger sind, nicht im Ausland geboren wurden und noch nicht verheiratet waren, ist es deutlich einfacher. Die Facts dazu habe ich euch unten zusammengefasst. Im Wesentlichen sind es die folgenden Schritte, bis man in Deutschland heiraten kann: Frühestens sechs Monate vor dem Hochzeitstermin kann man die sogenannte „Anmeldung zur Eheschließung“ im Standesamt vornehmen lassen. Ab dem Termin hat man dann sechs Monate Zeit auch wirklich zu heiraten. Wenn man einfach in einem normalen Trauzimmer unter der Woche heiraten möchte, ist das normalerweise auch kein Problem. Wer etwas Spezielles möchte oder an einem besonderen Ort heiraten will, muss den natürlich länger im Voraus reservieren. Ihr seht: Hier ist viel Orga nötig und wie so oft ist der, der genau weiß was er will, klar im Vorteil.

Der „Weiße Saal“ im Aachener Rathaus

Wunschort: Der Weiße Saal im Aachener Rathaus

Nachdem wir uns dazu entschieden haben auf Gut Hebscheid zu feiern, wollten wir auch standesamtlich in Aachen heiraten – und zwar an einem besonders historischen Ort: Dem „Weißen Saal im Rathaus“. Ein wunderschöner, leuchtender Raum im Rokoko-Stil: Ab 1727 haben ihn italienische Stukkateure zum kleinen Festsaal des Rathauses verziert. Ich könnte mir wirklich keinen märchenhafteren Ort im Zentrum Aachens für meine Hochzeit vorstellen! Es gibt mehrere besondere Trau-Orte in Aachen. Diese sind allerdings schnell ausgebucht und reserviert. Und im Aachener Standesamt ist es nicht leicht jemanden ans Telefon zu bekommen. Eines Freitags habe ich innerhalb von 4 Stunden ca. 50 Mal dort angerufen, bis ich endlich eine Dame am Telefon hatte, die mir den Saal für den Vormittag unseres Wunschtermins reserviert hat. Allerdings nur bis Ende April. Bis dahin sollten unsere Unterlagen beim Aachener Standesamt vorliegen. Das heißt: Bis dahin musste es mit der Anmeldung der Eheschließung beim Karlsruher Standesamt geklappt haben.

Das Rathaus

Als der Termin im Standesamt in Karlsruhe endlich gekommen war, hat uns dort eine bezaubernde Mitarbeiterin empfangen. All meine Vorurteile, die sich nach dem ersten Telefonat breitgemacht hatten, waren wie weggeblasen. Sie hat uns Mut gemacht, dass wir früh genug dran sind und, dass das sicher alles klappen würde. Puh. Gut für meine Nerven. Meine verschiedenen Unterlagen aus Chile und Deutschland sind daraufhin geprüft worden und Raphael musste sich eine Abschrift aus dem Geburtenregister im Amt seines Geburtsortes besorgen. Das hat sogar funktioniert ohne, dass er hinfahren musste. 2017er Style: Online beantragen und per Online-Überweisung bezahlen. Fertig.

Sechs Monate vor dem geplanten Hochzeitstermin waren wir wieder beim Standesamt: Ich konnte es kaum glauben, aber unsere Unterlagen haben soweit gepasst. Und der große Berg an Arbeit, der im Januar vor uns zu liegen schien, war auf einmal gar nicht mehr so groß.

Der Eingang vom Rathaus. Das wird der Ausblick nach der Eheschließung im „Weißen Saal“ sein – auf den Marktplatz

Soll es ein Familienname sein?

Am Morgen dieses Termins hat Raphael mich beiseite genommen und mir erklärt, dass er sich Gedanken über unseren künftigen Namen gemacht hat. Ich war aufgeregt wie damals an Heiligabend, als er sich auf einmal vor mich gekniet und mir den Antrag gemacht hat. Wenn man über 30 ist und heiratet, ist es -meiner Meinung nach – nochmal eine viel größere Entscheidung, ob man einen Familiennamen haben möchte, einen Doppelnamen, oder ob jeder weiterhin seinen Namen behält.

Man hat sich so oft mit Nachnamen vorgestellt, unterschrieben und seinen Namen am Telefon diktiert. Ein Name ist ja auch ein großer Teil der eigenen Identität.

Wie oft habe ich schon folgendes Gespräch geführt:

Ich: „Athene Pi Permantier heiße ich.“

Irgendjemand: „Athene Pi was?“

Pi Permantjeeeee – Pi, neues Wort, kein Bindestrich. P E R M A N T I E R.“

Oha! Das habe ich ja noch nie gehört. Woher kommt der Name? Ist das ein Künstlername?“

Ne, ein Künstlername ist es nicht. Ich bin in Chile geboren worden. Da bekommen alle Kinder den ersten Nachnamen des Vaters und den ersten der Mutter. Mein Vater heißt Pi Garcia mit Nachnamen und meine deutsche Mutter heisst Permantier. So bin ich zu den zwei Nachnamen ohne Bindestrich gekommen.“

Ach krass! Und Athene? Warum kein deutscher oder chilenischer Vorname?“

Ehrlich gesagt einfach so: Die zwei haben Homer gelesen, als meine Mama schwanger war und da haben sie über Athene gelesen und sich für diesen Vornamen entschieden.“

Das ist die Kurzversion. Dadurch, dass der Nachname international zusammengesetzt ist, hat ihn niemand anderes. Und deshalb habe ich mir gewünscht, meinen Namen behalten zu können. Ich kann aber auch jeden anderen verstehen, der seinen Namen nicht ändern möchte und das hatte ich Raphael auch so gesagt. Umso geflashter war ich, als er beim morgendlichen Kaffee zu mir gesagt hat, dass er sich wünscht, dass wir einen gemeinsamen Familiennamen haben. Und dass er sich deshalb vorstellen kann, seinen Namen zu ändern.

Natürlich habe ich vor Freude Rotz und Wasser geheult, als er mir das eröffnet hat.

Und später als die Standesbeamtin uns nach Namenswünschen gefragt hat und Raphael sein Vorhaben wiederholt hat, da habe ich gleich nochmal geweint – Ganz viele Freudentränen. Es ist einfach viel zu schön: Wir werden eine Familie. Mit einem Familiennamen. Wir werden die „Pi Permantiers“. Hihi.

Nachdem wir alles auf dem Amt unterschrieben haben, ging unser Papierkram auf die Reise nach Aachen.

Aachener Altstadt

Einmal bezahlen bitte und die Trauung kann kommen

Anfang April bekamen wir endlich Post aus Aachen. Im Brief stand, dass unsere Unterlagen angekommen sind und wir nun die letzten Formalitäten erledigen können. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Aachener Standesamt war klar: Auch da müssen wir nochmal persönlich vorbei. Wer im „Weißen Saal“ heiraten will, zahlt dafür nämlich zusätzlich 200 Euro Raummiete. Außerdem kosten Heiratsurkunden und die Eheschließung selbst nochmal Geld und das Aachener Standesamt „möchte gern, dass das in bar oder mit Karte bezahlt wird. Online Überweisung geht leider nicht.“

Im Nachhinein bin ich aber froh, dass wir auch nochmal dort waren. Der lustige Standesbeamte hatte noch viele nützliche Infos für uns. Zum Beispiel wünsche ich mir, dass ich etwas später als die restlichen Gäste in den Raum komme. (Wie man es sonst aus der Kirche kennt.) Und uns wurde versichert, dass das möglich ist. Und: Wir können auch den Standesbeamten vorher Infos über uns schicken. Zum Beispiel darüber wie der Antrag war und wie wir uns kennengelernt haben. Das wird dann in die Rede bei der Eheschließung einfließen. Das hätte ich bei einer standesamtlichen Trauung gar nicht für möglich gehalten und finde es großartig! Ich bin sehr gespannt, was der Standesbeamte aus den Infos machen und wie er die Eheschließung im „Weißen Saal“ gestalten wird.

Und damit haben wir den Tanz mit den Behörden geschafft – der große Tag kann kommen.

Der Katschhof in Aachen

Facts

  • Unterlagen, die in Karlsruhe für die „Anmeldung der Eheschließung“ nötig sind: Gültiger Personalausweis oder Reisepass, Auszug aus dem Geburtenregister, Aufenthaltsbescheinigung
  • Sobald einer der EheparterInnen im Ausland geboren worden ist oder schon verheiratet war, wird es deutlich komplizierter.
  • Kosten in Karlsruhe: Anmeldung der Eheschließung mit Einbezug der ausländischen Dokumente 80 Euro. – Und für den Abgleich mit der Meldedatei 11 Euro
  • Kosten für Trauung in Aachen im Weißen Saal: 200 Euro Raummiete, Eheschließung selbst 40 Euro und drei Eheurkunden 20 Euro
  • Wichtig: Früh anfangen, Nerven bewahren und immer freundlich bleiben.

Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Dominikanische Republik: Macao – das etwas andere Punta Cana

Wir lassen Playa de Bavaro rechts liegen und fahren Richtung Norden. Rechts von uns eine Hotelanlage neben der anderen am Meer. Die Oasen, wo die Pauschaltouristen den Alltag vergessen und ihren Jahresurlaub verbringen. Was hat Punta Cana noch zu bieten? Psssst! Einiges!

Wir sehnen uns nach Stränden ohne tausend Liegen, mit weniger Menschen und mehr Natur. Nach 20 Minuten biegt das Auto ab, wir fahren durch ein kleines dominikanisches Dorf und plötzlich ist alles anders: Am Straßenrand kleine Wellblech-Häuser. Essensbuden am Straßenrand und viele Kinder, die auf der Straße spielen. Das ganz normale Leben – nur eben auf dominikanische Art. Noch sind wir aber nicht am Ziel. Kurz darauf biegen wir noch einmal ab und rumpeln über eine unbefestigte Straße weiter – vorbei an grünen, roten und pinken Häusschen – bis wir an ein paar hellblauen Wellblechhäusern ankommen. Wir sind am Ziel. Hier befindet sich das Macao-Beach-Hostel: Mitten im Grünen, mit Blick auf Bäume, Wiesen und Kühe. Vor der Tür chillt ein Hund in der Sonne und ein Hahn patroulliert durch den Garten. Wir waren keine halbe Stunde unterwegs und doch fühlt es sich an, als wären wir auf einem anderen Planeten gelandet. Das Hostel ist einfach, aber eine perfekte Oase für alle, die abseits vom Massentourismus leben wollen. Gastgeber Andrés heißt uns willkommen, zeigt uns den Aufenthaltsraum, unsere Unterkunft und erklärt uns den Weg zum Strand.

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Unsere Unterkunft

Wir wohnen außerhalb vom Hostel in einer kleinen Wohnung. Allerdings darf man sich hier keinen Luxus vorstellen: Wir schlafen auf einer Luftmatratze, in der Küche gibt es fast kein fließendes Wasser und die Temperatur des Wassers im Bad ist wetterabhängig. Aber dafür ist man eben genau da, wo die Menschen leben – weit weg von den Touristenzentren.

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Hier kann man eine andere Seite der Dominikanischen Republik kennenlernen: Das Leben auf dem Land. Es ist kein Leben in einem richtigen Apartment. Es fühlt sich eher an, als würde man in einem großen Zelt wohnen: Nachts fegt der Wind durch die Ritzen am Fenster und morgens werden wir von Hähnen geweckt und dann sitzen wir auf unserer kleinen Veranda auf Campingmöbeln und gucken ins Grüne. Wie beim Campen gewöhnt man sich schnell an die Nächte auf der Luftmatratze. Wenn man keine Lust hat in den Supermarkt zu gehen, kann man da einfach anrufen und bestellen. Schon bald kommt der Lieferdienst auf dem Motorrad angefahren und bringt einem die Waren vorbei. Ganz besonders hier war für mich, dass die Anwohner sich und auch uns als Besucher immer total herzlich gegrüßt haben jeden Tag aufs Neue. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

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Der Strand

Zum Strand laufen wir knapp 20 Minuten, raus aus dem Ort, an der Straße entlang und dann über den Hügel – bis man das Meer sieht. Die Belohnung. Ich bin richtig geflasht, als ich den Strand von Macao zum ersten Mal sehe.

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Das Markenzeichen der Dominikanischen Republik ist wieder da: Palmen soweit das Auge reicht. Und dazu ein wilder Strand. Mit Büschen, kleinen Buden und ein paar Surfboardverleihs. Außerdem kleine Restaurants mit Holztischen im Sand, wo man frischen Fisch essen oder Bier trinken kann. Der Strand ist das Gegenteil der anderen Strände, die wir in Punta Cana kennengelernt haben, weil er sich etwas Ursprüngliches bewahren konnte. Das einzige, was die Schönheit an diesem Strand trübt, sind die Busse, die immer wieder Tourigruppen ausspucken. Eine Stunde lang bleiben sie am Strand und machen Bilder mit einem Papagei – und danach eine Tour mit einem Sand Buggy. Aber danach sind sie immer wieder schnell weg und die Ruhe kommt wieder.

Wir trinken ein Bier, schauen aufs Meer und können es nicht fassen, dass wir hier etwas gefunden haben, was dem Paradies – so wie ich es mir vorstelle – ziemlich nah kommt. Endloses blaues Wasser, wilde Palmen und weicher Sand, der unseren Füßen schmeichelt und dazu viel Platz. Immer wieder tollen wir durch die Wellen wie Kinder, die zum ersten Mal das Meer sehen. Hinterher leihen wir uns Surfboards und freuen uns über die kleinen grünen Wellen, die uns gnädig bis an den Strand tragen. Hier können wir uns einmal fühlen wie ganz große Surfer. Aber darum geht’s nicht. Es ist dieses einzigartige, unvergessliche Gefühl, das sich in einem breit macht, wenn man eine Welle bekommt. Auf einmal fühlt es sich wieder an als könne man fliegen. Es ist praktisch eine Gefühls- und Glücksexplosion auf einmal.

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Nach stundenlangem Surfen kommen die Fischer von ihrer Tagestour wieder und bringen den Restaurants den frischen Fisch. Da feststeht, dass die Sonne bald weg sein wird, geben wir die Boards zurück und setzen uns in eines der kleinen Restaurants. – An einen Tisch am Strand, und wir genießen den Fisch und die frittierten Bananen. Und es ist kein Scherz: Währenddessen geht die Sonne unter. Beim Schreiben find ich es selbst ein bisschen übertrieben, aber genauso perfekt war es. Für mich ist der Strand von Macao einer der schönsten, die ich bisher kennenlernen durfte.

 

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Facts:

Unterkunft: Macao Beach Hostel

Preis Essen am Strand: ca 10 Dollar für einen großen Teller frischen Fisch.

Boardmiete: 10 Dollar für eine Stunde. Handeln lohnt sich.

 

Lieblingsstrand in Portugal: Praia de Odeceixe

Verwöhnt durch die unendliche Schönheit der Costa Vicentina machen wir uns auf den Weg zu einem neuen Surfstrand. Ich habe dieses Gefühl: „Mal sehen, was da kommt! Viel besser kann es ja eigentlich eh nicht werden. Aber kann ja nicht schaden.“ Und es wurde alles noch viel besser.

Portugal meint es gut mit uns. Das Land vereint ungefähr alles, was ich mir von einem Reiseziel wünsche: Viel Küste, Surfkultur, aufregende felsige Natur und eine ausgezeichnete Kaffeekultur. Das einzige was mir fehlt ist „Portugiesisch“. „Sollte ich wohl noch lernen,“ denke ich als wir das Auto auf einem Parkplatz hoch oben auf einem Felsen abstellen, um „mal kurz die Lage zu checken und dann entscheiden wir, ob wir da bleiben.“ Auf einer steilen Straße laufen wir auf ein paar Häuser zu, die an den Felsen hängen. Allesamt mit großartigem Meerblick – nur wir können den Strand noch immer nicht sehen. Wir laufen fast bis unten, bis wir endlich überblicken können, was uns hier erwartet: Dieser Strand ist zur Abwechslung nicht unendlich lang aber dafür sehr tief. – Denn bei Ebbe ist hier besonders viel Platz. Begeistert sehen wir die kleinen grünen Wellen auf den Sandbänken brechen und fest steht: „Gut, dass wir hier noch geschaut haben!“ Da wo der Strand endet, ist ein Fluss, der hier zu einer breiten Lagune wird. Das macht den Strand noch paradiesischer. Auf der Seite des Meeres – Wasser, auf der rechten Seite – Wasser durch den Fluss und im Rücken Wasser durch die Lagune. Auf der anderen Seite hängt das kleine Dorf an den Felsen. Ein traumhafter Ort. Unten am Strand, leihen wir uns Surfboards für den ganzen Tag. Planschen, liegen, surfen. Hier könnte ich ewig bleiben. Die Lagune ist perfekt für alle, die ein Stand-Up Paddle ausprobieren, oder einfach schwimmen wollen. Im Meer bringen ein paar Surflehrer ihren Schülern bei, wie sie sich am besten auf ihr Board stellen können und davor tronen 3 Lifeguards in ihrer Burg. Kein Witz – diese Guards bauen sich jeden Tag aufs neue eine Sandburg, auf der sie auch bei Flut sitzenbleiben können. Das waren übrigens die nettesten Lebensretter, die ich jemals an einem Strand kennengelernt habe. Die erklären und geduldig die Strömungen im Wasser und als wir surfen, feuern sie uns an und freuen sich mit uns über jede Welle, die wir erwischen.

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In einer Surfpause mache ich einen Strandspaziergang und laufe endlos durch den warmen Sand. Es gibt Stellen, da ist er komplett unberührt und ich kann neue Spuren hinterlassen. Ich setze mich hin, fühle wie die feinen Sandkörnchen durch meine Finger rinnen und versuche den Moment in meinem Kopf einzufrieren. Bitte geh nicht. Es ist perfekt. Wüsste ich wie man meditiert, ich würde es tun. Ich danke dem Moment und dem Ort auf meine Weise und sitze lange für mich alleine im Sand. Diese Situation werde ich mir noch zurück in den Kopf rufen, wenn es kalt und nass und fies ist in Deutschland – irgendwann im grauen Winter.

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Auch in diesem Urlaub habe ich beim Surfen wieder viel mit der Angst zu kämpfen gehabt. Aber an diesem Strand in Odeceixe, wachse ich endlich wieder über mich hinaus. Ist es der Ort? Oder einfach, weil ich wieder „eingesurft“ bin und mich daran gewöhnt habe. Ich weiß es nicht, aber ich wünsche mir, dass es eine Mischung aus beidem ist. Die Welle baut soch hinter mir auf und ich merke: Ich bin genau am richtigen Ort. Mit den Augen fixiere ich den Strand, der mir schon so viel Freude bereitet hat, und fange an zu paddeln. „Nicht aufhören“, befehle ich mir. „Nicht nach hinten schauen – das macht dir nur Angst. Weiter, immer weiter“ Immer wieder, bis ich den Push spüre und ohne, dass ich merke wie genau, stehe ich auch schon auf dem Board, neige es leicht nach links und da ist es wieder: „Ich kann fliegen“, keine Ahnung, ob ich das nur gedacht oder geschrien habe. Ist egal. Der Ozean, die Wellen, die er mir geschenkt hat und ich. Wir sind eins für diesen einen Moment. Und der ganze Alltag, all das, was einen abends belastet, ist weit weg. Die Natur – und vor allem das Meer – hat eine unfassbarere Kraft, die die alltäglichen Problemchen verblassen und klein werden lässt. „Das hier ist es, was zählt“, denke ich noch Stunden später, als wir in einem Restaurant auf dem Hügel von Odeceixe sitzen und ausgezeichnete, gegrillte Dorade genießen, während die Sonne ins Meer eintaucht und sich bis morgen verabschiedet.

P.S. Wir haben hinterher festgestellt, dass der Ort uns so geflasht hat, dass wir fast vergssen haben Fotos zu machen. Es gibt nur diese paar. Aber glaubt mir: Es ist zauberhaft.

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Geschichten aus Barcelona

Zum ersten Mal traue ich mich im November nach Barcelona. Koffer packen kommt mir diesmal besonders schwierig vor. Winterjacke? Die App sagt für die kommenden Tage 20 Grad voraus. Aber irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen und packe einen Mantel ein. Kommt mit nach Barcelona im Herbst.

Es ist viel zu lange her, denke ich, als ich aus dem Flugzeug steige. Vor zwei Jahren war ich zuletzt hier. Gibt es wohl noch…? Ist es so wie bekannt und geliebt? Sind vielleicht diesmal weniger Touristen da? Noch während ich das denke, fange ich an zu kichern. Das ist Quatsch. Jeder weiß, dass Barcelona zum Dauertrendziel Europas geworden ist. Wer keine Menschen mag, ist hier falsch. Insgesamt war ich inzwischen sehr oft in Barcelona. Ich nenne euch keine genaue Zahl, weil ich nicht sicher bin. Aber fest steht: Viele Geschichten rund um die Stadt haben sich in meinen Kopf gebrannt und mischen sich nun bei jedem neuen Besuch mit den neuen Geschichten.

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Wir steigen in Paral.lel aus der Metro. Unser Airbnb befindet sich im Viertel Poble Sec. Das Viertel hatte ich bisher nicht auf dem Schirm, bin aber sofort begeistert von vielen kleinen Tapas-Bars und Plätzen. Eine echte Entdeckung! Früher war dieses Viertel einmal ein Industriegebiet. Drei Schornsteine von einem Stromversorger erinnern noch heute daran. Ansonsten ist von dem einst „ausgetrockneten Dorf“ nicht viel geblieben. Es befindet sich inmitten des Häusermeeres Barcelonas, am Fuße des Montjuics. Von hier aus können wir laufen: Ins Raval, ins gotische Viertel… oder an den Strand. Klar, man kann inzwischen auch Rikscha fahren, Segway, E-Roller oder mit einem dieser roten Touristenbusse. Aber das ist nicht mein Ding. Zu Fuß zeigen sich so viel mehr Geheimnisse in einer Stadt. Man kann anhalten. In kleine Innenhöfe gehen. Sich umdrehen, die Perskektive ändern und auf einem der vielen malerischen Plätze Pause machen und sitzen. Zu Fuß erschließt sich die Identität dieser Stadt, in der viele Nationalitäten Zusammenkommen. Wir laufen zickzack durch kleine, einsame Gassen im Raval – vorbei an Jungs, die den ganzen Tag vor ihrer Haustüre sitzen, wie Türsteher. Wir passieren Handyshops, Gemüseläden und Geschäfte, in denen es einfach alles gibt. Und dann sind da plötzlich moderne, stylishe Bars, neben alten urigen Cafés an der Rambla del Raval. Und dazu strahlender Sonnenschein.

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Eins der schönen Cafés im Raval

Der Herbst hat die Bäume bunt gefärbt und lässt sie gelbe, orange Blätter auf die Straßen regnen. Barcelona ist wie dieser Freund, der auch nach Jahren neue Geschichten zu bieten hat, die man bisher noch nicht gehört hat. Jedes Mal finde ich hier neue Plätze, neue Perspektiven und neue Aussichten. Beim Tapas essen im Poble Sec erklärt uns der Kellner, dass es keine Karte gebe. Er sei die Karte und überhaupt: Am besten solle man Bier trinken. Wir hören auf ihn und essen viele kleine Happen, also Pinchos, die uns von der Theke anlachen. Beim Essen erinnere ich mich an einen Barcelonaurlaub, als wir in einem Hostel in der Nähe der Pl. Reial untergekommen sind. – Eins dieser Hostels, wo du deinen Namen auf das Essen schreibst, wenn du es in den Kühlschrank stellst.

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Am nächsten Morgen war das Essen weg. Im Kühlschrank lagen dafür gelbe Klebezettel mit Entschuldigungen drauf: „Person X habe Probleme. Sorry. Bitte morgen den Kühlschrank checken, dann läge da Geld drin“. – Es stand kein Name dabei und doch wussten wir gleich, wer es war. Das dünne, junge Mädchen aus unserem Dorm, die allein auf Weltreise war. – Und jeden Abend Party machte. Ihren Namen habe ich vergessen. Aber manchmal denke ich noch heute an sie. Hat sie wohl noch immer Ess-Anfälle? Reist sie noch? Und erinnert sie sich an Barcelona? Ich hoffe es sehr. Das Geld hat sie uns übrigens wirklich wiedergegeben. Und eine Erinnerung für immer.

Barcelona: viele Brauntöne und Gassen. – Dunkle Gassen, bei denen du nie genau weisst, wohin sie dich bringen. Und welche Geheimnisse sich darin verbergen. – Oder welche ausgezeichneten Bars. In manchen Nächten im Sommer 2010 sind wir einfach von Platz zu Platz gezogen und haben gesessen, gesungen, geredet, die Welt verbessert. – Unter dem Einfluss von Dosenbier. Unfassbar. In jenem Sommer haben wir auch besonders viel Zeit im Park und an den Stränden verbracht, weil wir tagsüber zu nichts anderem in der Lage waren.

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Der Strand im Herbst

Besondere Magie haben auf mich seit jeher die Bauten von Gaudí. Der Besuch im Park Güell kostet inzwischen Eintritt. – Man sollte die Ticktes am besten vorher online kaufen. Aber solange diese außergewöhnliche Parkanlage dadurch geschützt wird, ist es mir das wert. Der Park ist zwischen 1900 und 1914 gebaut worden und strahlt so viel Farbe, Verspieltheit und Freude aus, dass ich mich dort fühle wie Alice im Wunderland. Wie gern würde ich mich hier allein hinsetzen und bei dieser Aussicht über die Stadt bis hin zum Meer ein Buch lesen. Leider sind überall Menschen, die versuchen ein bis hundert schöne Bilder zu schießen. Kein Vergleich zu den Aufnahmen aus Filmen wie „L’Auberge Espagnole“ und trotzdem komme ich immer wieder. Diese Architektur ist einfach atemberaubend.

Und dann gibt es da die Geschichte der „Bar 7“. Ich kann euch die Adresse googeln, wenn ihr mögt. Aber ich kenne sie nicht. Die Bar 7 kenne ich seit dem Jahr 2012. Wir waren in einem furchtbaren Hostel in einem Dorm mit 12 Menschen untergekommen. Und Abends kamen da immer selbsternannte Partyexperten vorbei, um die willige Crowd durch Barcelona zu treiben und in große Discos zu schleppen. Wer mich kennt: Das ist überhaupt nicht mein Ding. Aber schön zu sehen: Oft denken sich Menschen, die keinen Job haben hier einfach einen aus. Wie praktisch! Ich hab mich damals kurz mit dem Typen, also dem Partyreiseführer unterhalten. Er war Ende zwanzig und kam eigentlich aus Rumänien. Aber damals feierte er für eine Weile das Leben in Barcelona. Ich erklärte ihm, das ich gern weggehen würde. Aber nicht in einen großen Club, sondern lieber in eine Bar. Gerne urig. Gerne ranzig und normal. Und da erzählte er von der Bar 7. Zur Placa Reial. Und dann abbiegen und dann izquierda, izquierda, izquierda. Also links, links, links. Er hatte nicht zu viel versprochen: Wir haben eine kleine Bar gefunden – gleich neben drei Pollern, die inzwischen rot angemalt worden sind. Warum – keine Ahnung. In der Bar bediente ein Mexikaner und machte mir eine starke Michelada. Im Hinterzimmer spielte eine Band. Perfekt. Jedesmal laufe ich nun durch Barcelona bis ich diese Bar wiedergefunden habe. Es gibt sie noch – und allein das liebe ich.

Barcelona: Eine Stadt voller Geschichten, Menschen, die kommen, eine Zeit bleiben und wieder gehen. Für mich ist und bleibt die Stadt eine der schönsten Europas. Hier fühle ich mich wohl. – Denn Unvollkommenheit gehört hier zum guten Ton.

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Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Portugal: Die schönsten Surf-Strände an der Algarve

Im kleinen Mietwagen rollen wir über endlose Landstraßen in Richtung Süden. Unser Ziel: Surfen und Ruhe. Irgendwo – am besten im Nirgendwo. Da wo man wirklich seine Gedanken hören kann. In diesem Artikel nehme ich euch mit an die schönsten Strände Portugals.

Das erste Ziel: Ein Eco-Apartment in Carrapateira. Dieser Ort ist so klein, dass man ihn leicht übersieht. Ein paar weiße Häuser und eine Windmühle am Hang – irgendwo im Naturpark Costa Vicentina. Ein kleines Fischerdorf, allerdings nicht direkt am Meer, sondern geschützt durch ein paar Dünen. Unsere Unterkunft liegt an der Straße. Liebevoll eingerichtete Wohnungen – perfekt für Naturliebhaber und Surfer. Hippieflair liegt hier in der Luft – der Vibe von: Was braucht man schon? Ein bisschen Meer, ein paar Wellen, ein Bett zum Schlafen und alles ist gut. Wir schlafen lange, frühstücken ausgiebig und entscheiden uns dann für einen der Strände, um aufs Meer zu schauen oder zu surfen. Ohne Mietwagen ist es schwieriger die Gegend zu erkunden, aber wir haben Menschen kennengelernt, die jeden Tag zu Fuß ein paar Kilometer an den Strand gelaufen sind. Es ist also durchaus möglich. Von hier aus haben wir drei Strände lieben gelernt.

Bordeira

Praia da Bordeira

Was für ein unglaublicher und endloser Strand. Auf den Felsen kann man seine gesamte Schönheit genießen. Das ist der Ort, an dem ich in diesem Urlaub zum ersten Mal Schmerzen in der Brust hatte. – Diese Schmerzen bekomme ich immer dann, wenn ich es zu schön finde. – So schön, dass ich es nicht mehr aushalten kann. Ein wilder Strand, direkt an einem Fluss und der bildet kurz vor dem Meer eine Lagune. Rings herum die rauen Felsen, die einem an der Küste immer wieder begegnen. An diesem Strand ist Platz für alle, die sich hierher verirren: Surfer, Familien, Pärchen… Endlos viel feiner Sand, eine Strandbar, wo man sich Surfboards leihen kann und daneben sitzen zur Sicherheit ein paar Lifeguards. Um ans Meer zu kommen, muss sich jeder die Schuhe ausziehen und durch die Lagune waten. Man muss sich den Strand praktisch verdienen. Geflasht sitze ich hinterher stundenlang im warmen Sand, lasse mir vom Wind das Haar zerstrubbeln und schaue auf das Meer und die Sets, die sich immer wieder den Weg auf uns zu bahnen.

Platz für alle

Facts:

  • Parkplätze (auch für Camper)
  • Strandbar und Surfverleih
  • Lifeguards
  • Platz
  • Lagune

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Praia do Amado

Für alle, denen es an der Praia da Bordeira etwas zu einsam war, ist dieser Surfstrand perfekt. Hier werden alle feuchten Surferträume wahr. Ein langer Strand, umarmt von Felsen und überall Surfer und Camper. Von Strandbars aus, kann man den Profi-Surfern dabei zuschauen, wie sie über die Wellen gleiten. Wir leihen uns ein paar Boards und wollen sofort selbst ins Wasser. Die Lifeguards erklären uns von sich aus, worauf wir im Wasser achten müssen. Das ist mir bis dahin auch noch nie passiert. Wir planschen und paddeln bis uns die Kräfte verlassen. Allerdings sind wir hier nie allein im Wasser – hier lernen immer viele Menschen surfen, da es in der Gegend ein paar Surfcamps gibt. Macht aber nichts, das Meer ist für alle da und ich werde definitiv wiederkommen. An der Praia do Amado riecht alles nach Surfertraum und hier kommen Surfer jeden Levels auf ihre Kosten.

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Facts:

  • Mehrere Surfverleihs und Surfschulen
  • Strandbars
  • Toiletten
  • Lifeguards
  • Parkplätze (auch für Camper)

Praia do Beliche

Als die Wellen an der Westküste zu groß für uns werden, machen wir einen Ausflug in die Region Sagres. Durch einen Zufall halten wir Nahe der Praia do Beliche – „um mal eben einen Blick da runter zu werfen.“ Der Weg zu diesem Strand führt über eine lange Treppe ans Wasser. Man muss ihn sich verdienen. Zwei Minuten später sind wir mehr als begeistert. Denn wenn die Wellen im Westen zu groß werden, sind sie im Süden gerade groß genug für uns: Kleine grüne Wellen, die unaufhörlich an den Strand rollen und vielen Surfern Spaß machen. Leider suchen wir vergeblich nach einem Surfrental und müssen uns eingestehen, dass wir hier nicht surfen werden. – Diesmal nicht. Aber nächstes Mal ganz sicher.

Facts:

  • Parkplatz
  • Strandbar
  • Spot funktioniert nur, wenn die Wellen im Westen sehr groß sind. Wellen brechen allerdings nah am Strand.
Beliche

Etwas weiter nördlich:

Unsere nächste Unterkunft befindet sich ein paar Kilometer weiter in Richtung Norden. Ich gebe zu, wir hatten gedacht, dass es nicht mehr ruhiger werden könnte. Aber auf einmal standen wir vor unserer Wohnung in Rogil. Ein Apartment in einem großen freistehenden Haus auf einem riesigen Grundstück mit See und Blick bis zum Meer. „Es geht doch immer noch besser“, denke ich und tanze über das Gelände. Niemand sonst ist im Haus – wir verbringen vier Nächte in der schönsten Einsamkeit. Zwei Mal pro Tag kommt gefühlt ein Auto vorbei. Das wars. Kurz überlegen wir, ob wir nicht einfach einen ganzen Tag in dieser Unterkunft verbringen sollten. Aber die Sehnsucht nach Wellen war stärker. Diese Strände kann ich jedem weiterempfehlen. Ich bin allerdings auch sicher, dass es an der Küste noch einige mehr gibt, die ich in den kommenden Jahren noch finden muss.

Praia da Amoreira

Dieser Strand ist auch wieder endlos und lang. An einem Surfrental sitzen entspannte Surfmenschen und lassen sich die Sonne ins Leben scheinen. „Warum eigentlich nicht?“, denke ich und träume von meinem Leben am Strand. Heller Sand – soweit das Auge reicht und der Atlantik glitzert so einladend, dass wir immer wieder reinspringen wollen.

Facts

  • Parkplatz
  • Strandbar
  • Surfrental
  • Lifeguard
Odeceixe

Praia de Odeceixe

Dieser Strand hat mir für immer mein Herz gestohlen. Ich bin sicher, an dieser Küste gibt es für jeden einen Strand, der ihm alles geben kann. Bei mir war es bei Odeceixe Liebe auf den ersten Blick. Wenn man am Parkplatz ankommt, sieht man erstmal ein kleines portugiesisches Dorf, das sich an die Felsen klammert. – Ein Ort der eine große Gelassenheit ausstrahlt. Am Ende der steilen Straße beginnt der riesige Strand, der von einem Fluß umgeben ist. Das heißt: Man kann hier surfen, Stand-up paddeln, schwimmen – alles was man will. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Besonders für Anfänger ist dieser Strand geeignet, weil es mehrere Sandbänke gibt. Das Wasser schiebt sich also endlos flach auf den Strand zu. So kann man ganz einfach üben die ersten Wellen zu erwischen, ohne endlos im tiefen Wasser paddeln zu müssen. Abends kann man vom Ort oder von einem der ausgezeichneten Fischrestaurants aus den Sonnenuntergang anschauen. Das war bei mir einer der Momente, wo ich mich kneifen musste, um sicherzugehen, dass ich nicht träume.

Facts:

  • Strandbars
  • Toiletten und kalte Duschen
  • Restaurants
  • Parkplätze (auch für Camper)
  • Lifeguards
  • Surfschulen
  • Surfrentals

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Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Vergleich: Surfcamps in Nordspanien, Portugal, Fuerteventura und Bali

Surfen ist die beste Entdeckung der letzten Jahre für mein Leben. Da ich im Surfcamp die ersten Aufstehversuche auf einem Brett gemacht habe und ich inzwischen vier Mal Urlaub im Surfcamp gemacht habe, ist es Zeit für einen kleinen Vergleich. Diesen Artikel werde ich in Zukunft erweitern, sobald ich ein neues Camp kennenlerne.

Surfcamp – Aber was wenn ich keine Lust auf Camping habe?

Ein Surfcamp ist erst einmal nur ein Ort, der Leute verbindet, die im Urlaub viel surfen wollen. – Und dabei wohnt man nicht immer auf einem Campingplatz. Es gibt Surfcamps im Hostelstil mit Dorms, in anderen wohnt ihr im Apartment, manche bieten sogar Übernachtungen im Hotel an. In einigen könnt ihr euch aussuchen, wie ihr schlafen wollt und es gibt Surfcamps, wo wirklich gezeltet wird. Wenn ihr also Lust auf einen Surfurlaub habt: Die Auswahl ist riesig, aber auf ein Surfcamp solltet ihr richtig Bock haben. Denn da wird normalerweise jeden Tag mehrere Stunden gesurft – anstrengend, aber es bringt einen meistens weiter. In manchen Camps wohnt ihr zusammen, kocht aber selbst – in anderen wird gemeinsam gegessen. Einige verbindet die Surfschule, die euch jeden Tag zu den verschiedenen Spots bringt und den Rest der Zeit habt ihr eure Ruhe in einem Apartment. Inzwischen habe ich die unterschiedlichsten Erfahrungen gesammelt. Ich liebe den Surfspirit und habe nach ein bis zwei Wochen Surfcamp meistens das Gefühl weitergekommen zu sein in meinen Skills. Dennoch würde ich nicht immer Urlaub in einem Surfcamp machen: Zwischendurch brauche ich Ruhe und das Gefühl, dass ich immer dann surfen gehe, wenn es mir in den Kram passt.

Zu meiner ersten Buchung bei einem Surfcamp kam es, weil ich endlich surfen lernen wollte. Ich hatte vorher einmal auf einem Brett gestanden – ohne Technik und Verstand und ich wollte unbedingt wissen, ob dieses Surfen etwas für mich ist. – Ob es mich beflügelt, oder nur anstrengt. Deshalb habe ich mich hingesetzt und das Netz nach bezahlbaren Möglichkeiten durchforstet – bis ich fündig geworden bin.

Worauf achten, wenn ich ein Surfcamp buchen möchte?

Besonders wichtig ist es mir, dass die Surflehrer ein offizielles Zertifikat haben. Das heißt sie sollten einen entsprechenden Kurs inkl. Prüfung gemacht haben. Außerdem finde ich es wichtig, dass es Theorieunterricht gibt: Da werden die Grundlagen über Wind, beste Surfzeiten und Priorities im Wasser vermittelt – also wer darf welche Welle nehmen und warum. Toll ist außerdem, wenn Yoga angeboten wird. Das ist ein genialer Ausgleich bei Muskelkater. Besonders wichtig ist es, das das Camp nicht zu groß ist. Das sieht man leider nicht immer auf der Homepage. Da würde ich zur Not nachfragen. Mehr als 50 Leute ist nach meiner Erfahrung zu viel. Außerdem würde ich im Netz nachsehen, ob in der Umgebung des Camps gute Spots für Anfänger sind. Manchmal sind die Coaches so in ihrem Alltag drin, dass sie Strände/Riffe mit zu hohen Wellen für den Anfang auswählen. Ich hatte den Eindruck, das ist häufiger der Fall, wenn der Weg zu den kleinen „einfachen“ Wellen besonders weit ist. In manchen Camps wird sogar – aus logistischen Gründen – immer am gleichen Spot gesurft. Der ist zwar oft sehr schön, aber meistens nicht für alle Levels gleich passend. Daher am besten auch vorher nachfragen.

Surflehrer und Lehrerinnen – die sind ein einzigartiges Volk! Wahnsinn, was wir schon für skurrile Menschen kennengelernt haben in Surfcamps: Oft sehr verplant, viele können wenig Englisch, aber alle vereint die große Liebe zum surfen und am Ende könnt ihr euch drauf verlassen: Jeder Lehrer kann euch etwas für euren Weg als Surfer mitgeben.

Das Problem bei Bewertungen im Netz ist, dass sie häufig von Anfängern verfasst werden, die noch keine Vorerfahrung haben. Sie bewerten eine Woche oft positiv, weil sie natürlich Fortschritte beim Surfen gemacht haben. Sobald man mehrere Camps besucht hat, achtet man allerdings automatisch auf viel mehr Dinge.

Planet Surfcamps Nordspanien: San Vicente de la Barquera

Das Surfcamp in San Vicente war neu, als ich 2013 dort war. Ich kann also nicht sagen wie es heute dort ist. (www.planetsurfcamps.com) Mit einer Freundin zusammen kamen wir schwer bepackt auf dem Campingplatz von San Vicente an. Vom Busbahnhof sind es ungefähr 30 Minuten zu Fuß. Das Camp liegt aber gleich am Strand, der Weg lohnt sich. Yamir von „Planet Surfcamps“ hat uns empfangen und wir durften uns ein Zelt aussuchen. – Von denen war ich direkt positiv überrascht: Große, blaue Zelte, in denen man gemütlich stehen kann. Viel Platz für zwei Leute. Wir hatten als einzige ohne Verpflegung gebucht. Das hat sich etwas seltsam angefühlt, weil alle anderen immer gemeinsam gegessen haben, aber es war im Endeffekt auch überhaupt kein Problem. Wir hatten so unsere eigenen Essenszeiten.

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Mitten im Surfcamp in San Vicente

Auf diesem Campingplatz gibt es eigentlich zwei Camps: Eins für Erwachsene und eins für Kinder und Jugendliche. Ich fand das ganz lustig, weil so das Publikum sehr gemischt war. Und wir Erwachsenen hatten außerdem einen Bereich nur für uns mit gemütlichen Sitzsäcken in einem Zelt. Gleich am ersten Abend haben wir da gesessen und uns bei einem Bier kennengelernt. Jeder hat sich einmal vorgestellt. Das hatte schon etwas von Jungendferien – aber es hat auch für gute Stimmung gesorgt. Am nächsten morgen ging es dann auch gleich los mit dem Unterricht. Wir haben Neoprenanzüge bekommen, die Surfboards wurden in einen Wagen gepackt und es ging los. Wir durften nicht gleich am Strand vor dem Surfcamp ins Wasser – den Bereich hatten sich die örtlichen Surfschulen gesichert. Also sind zwei Surflehrer mit den Boards einen guten Kilometer die Küste runtergefahren – wir sind am Strand entlanggelaufen und haben unsere Boards dort wiederbekommen. Im Vergleich zu anderen Camps ist es echt super, dass die Boards bis dorthin gefahren werden.

Dann ging auch schon der Unterricht los. Alle haben sich gemeinsam aufgewärmt (das ist auch nicht in allen Surfcamps Standard – aber sehr wichtig) Und dann haben wir in kleinen Gruppen (max 8) Unterricht bekommen. – Zwei mal 90 Minuten, dazwischen gab es eine kleine Pause. Nach 10 Minuten im Wasser war mir klar: Das ist mein Ding! Ich will mehr: Paddeln, Welle kommt, aufstehen – oder es versuchen – und dann platsch ins Wasser und wieder von vorn. Ein riesiger Spaß!

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Auf dem Weg zum Wasser bei Ebbe
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In diesen großen Zelten haben wir zu zweit gewohnt

In der ersten Nacht habe ich geschlafen wie ein Stein, so müde war ich. Da machte es auch nichts, dass ich nur eine dünne Isomatte dabei hatte. Am zweiten Tag habe ich Muskeln gespürt, von deren Existenz ich bis dahin nichts wusste. – Sogar lachen tat weh! Trotzdem: Das Glücksgefühl war größer. Ich bin wieder zum Strand und habe mit dem Weißwasser gekämft, den Takeoff geübt, versucht nicht hinter der Welle zu bleiben, versucht stehen zu bleiben und weitergemacht. Abends hatten wir hin und wieder Theorieunterricht. Der war wirklich super, denn dort habe ich gelernt den Surf-Forecast zu lesen, zu wissen wer die Welle als erster nehmen darf und und und. Die Woche ist viel zu schnell vergangen. Am dritten Tag waren die Wellen besonders klein. Da hat unser Surflehrer Nando beschlossen, dass wir von dem Moment an grüne Wellen surfen. – Vorher haben wir immer vorne im Weißwasser gestanden – jetzt sind wir nach hinten gepaddelt, wo wir nicht mehr stehen konnten. Das war der aufregendste Moment der Woche, als ich die erste grüne Welle genommen habe. Was ein unfassbar geiles Gefühl! Ich bin seitdem unsterblich in diesen Sport verliebt. – Und ich bin ziemlich sicher, dass das mit dem guten Unterricht in diesem Surfcamp zu tun hatte. Wir waren zwar jeden Tag am gleichen Strand – das ist wahrscheinlich bei so einem großen Camp gar nicht anders machbar – aber ich habe es nie als Nachteil empfunden. Bei zwei Wochen wäre es vielleicht langweilig geworden, aber bei einer Woche ist es super. Ich hatte das Gefühl ich kenne mich am Spot aus – und um am Anfang Vertrauen zum Wasser und zu den Wellen zu bekommen, gibt es doch nichts besseres, oder?Abends sind wir mal zum Feiern in den Ort gegangen, mal gab es eine Party im Camp. Ich persönlich fand dieses Surfcamp perfekt, um mit dem surfen anzufangen.

Facts:

  • Ihr wohnt auf dem Campingplatz zu zweit in großen gemütlichen Zelten, direkt am Strand
  • Der Unterricht findet in kleinen Gruppen bei ausgebildeten Lehrern statt – die meisten sind auf Teneriffa aufgewachsen und surfen schon ihr ganzes Leben lang. Da sind auch spannende Charaktere dabei
  • Ihr bekommt wirklich 24 Surfstunden: Oft zwei Sessions pro Tag á zwei mal 45 Minuten.
  • Es gibt Theorieunterricht
  • In eurer Freizeit könnt ihr zu Fuß an den Strand, in den Ort oder im Camp Tischtennis spielen, Volleyball oder ihr lernt Slacklining
  • Yoga ist inklusive
  • Das Surfmaterial steht euch immer zur Verfügung
  • Anreise mit dem Flugzeug via Santander oder Bilbao möglich
  • Es werden keine Fotos von euch geschossen, die ihr hinterher kaufen könnt.
  • Ihr surft immer am gleichen Spot: Am Strand direkt beim Camp
  • Internet gab es (zumindest damals) nur rund um die Rezeption am Campingplatz

Planet Surfcamps Fuerteventura

Ja, ich bin Wiederholungstäter. Zumindest ein bisschen. Weil ich im Surfcamp in Nordspanien so viel Spaß hatte, bin ich Anfang 2015 im Januar in ein anderes Surfcamp von Planet Surfcamps auf Fuerteventura gereist. (www.planetsurfcamps.com/Fuerteventura) Da habt ihr die Möglichkeit entweder ins Surfhouse zu gehen oder in ein Apartment. Alle Unterkünfte befinden sich in Corralejo – im Norden der Insel. Das Surfhouse ist wie ein Hostel aufgebaut: Es gibt mehrere Dorms mit Doppelstockbetten, einen Pool, einen Fernsehraum und eine große Wohnküche, wo ihr euch Essen zaubern könnt. Ich war mit meinem Freund in einem Apartment. Im Gegensatz zum Surfhouse war unsere Wohnung in einer kleinen Anlage gleich am Strand. Aber da gibt es verschiedene Wohnmöglichkeiten. Wir haben in „Caleta Playa“ gewohnt, einfache Wohnungen mit kleiner Terrasse: Perfekt für Leute wie mich, die gern kochen und gern in der Nähe vom Strand sind. Wir hatten eine eigene Küche und waren in einer Minute zu Fuß am Wasser. Das Internet hat nicht so gut funktioniert, aber wir wollten ja sowieso abschalten.

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Alle aufwärmen!

Am ersten Abend gab es eine sms: Uns wurde gesagt, dass die Surflehrer uns am nächsten Morgen um 8 Uhr abholen würden zum surfen. So war es dann auch – gegen 8, spanische Zeit versteht sich. Das Besondere auf Fuerteventura ist, dass die Surfschule mobil ist. Die Lehrer checken jeden Tag die Bedingungen und bringen uns dann zu den besten Spots. Heisst: Ihr seht viel von der Insel durch die Fahrten. Heisst andererseits: Mal eben Nachmittags spontan ne Rundesurfen, ist schwierig.

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Wir sind am ersten Tag zum Anfänger-Strand nach Cotillo gefahren und der Unterricht ging los. Wie ich es aus meinem letzten Camp kannte, haben wir uns wieder gemeinsam aufgewärmt, dann gab es Trockenübungen auf dem Strand und es ging los. Unsere Surflehrerin war Gala – ein wunderbares spanisches Energiebündel. Die ist durch das Wasser gesprungen, hat geklatscht, wenn wir es geschafft haben aufzustehen und versucht uns in einem Mix aus Spanisch und Englisch Tipps zu geben, was wir besser mach

en können. Nach dem Kurs haben wir alle zusammen an einer französischen Bäckerei gehalten. Sie liegt quasi auf dem Weg und ist berühmt bei Surfern und anderen Kaffee- und Gebäckverrückten. Da haben wir uns den Bauch mit tollen Zitronentörtchen und Kaffee vollgeschlagen – immer mit dem großartigen Gefühl im Hinterkopf: „Man habe ich heute schon viel geleistet!“

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Glücksgefühle, wenn es klappt.

Am zweiten Tag wurden wir aufgeteilt: Diejenigen, die sich schon mehr trauen, sollen mit den Fortgeschrittenen los. Heisst am Ende: Alle Mädels fahren wieder mit Gala an den Strand, für die Jungs geht es mit Marco ans Riff. Ab dem dritten Tag, bin ich dann auch mit den Fortgeschrittenen los – Marco war dann unser Lehrer. Er ist ein Unikat: Er hat mir nochmal viel über die richtige Position auf dem Brett und über das richtige Paddeln beigebracht.

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Aussicht am Strand von Corralejo

Ich hätte mir aber insgesamt gewünscht, dass es etwas mehr Abstufungen gegeben hätte: Im Anfängerkurs waren Menschen, die zum ersten Mal auf einem Brett gestanden haben und Leute wie ich, die bereits im Camp waren. Im Fortgeschrittenen Kurs, waren Leute die mal im Camp waren vorher oder welche, die schon zwei Wochen im Camp in Fuerteventura waren. Aber es gab auch Leute dort, die schon seit Jahren surfen. Da hätte ich mir gewünscht, dass es Anfänger, Intermediate und Advanced Kurse gegeben hätte. Wahrscheinlich gab es um die Jahreszeit im Januar einfach nicht genügend Leute im Camp.

Am letzten Freitag haben wir alle zusammen im Surfhouse gegrillt. Das ist wirklich klasse: Das Haus steht euch auch dann offen, wenn ihr nicht da wohnt. Wenn euch der Sinn nach Gesellschaft und Bier am Abend steht: Da sind immer einige Leute auf der Terrasse, um mit euch anzustoßen und übers Surfen zu reden.

Facts:

  • Ihr sucht euch aus, ob ihr im Surfhouse oder in einem Apartment wohnt
  • Corralejo ist ein angenehmer Surfort, wo man gut entspannen, shoppen und feiern kann
  • Die Surfschule ist mobil und bringt euch jeden Tag zu einem Spot
  • Der Unterricht findet in kleinen Gruppen bei ausgebildeten Lehrern statt
  • Es werden Fotos von euch beim Surfen geschossen, die ihr hinterher kaufen könnt
  • Surfmaterial steht zwar offiziell zur Verfügung, es ist aber nicht so einfach zu einem Spot zu kommen
  • Internet gibt es – im Apartment aber nur langsam, im Surfhouse ist es super

Rapturecamp Bali

Ein Camp in der Natur auf Bali – weit weg von Kuta und allem was Massentourismus ist. Und dann noch top Bewertungen im Netz – das hat uns gleich überzeugt, wir haben uns ein Apartment mit Surfguiding im Rapturecamp, in der Nähe von Padang Padang gebucht. (www.rapturecamps.com) Dieser Teil der Insel ist noch immer ruhig und staubig. Es gibt viele Surfspots – die meisten sind allerdings eher für erfahrene Surfer geeignet.

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Unser zauberhaftes Apartment im Surfcamp auf Bali: Unfassbar schön!

Bei der Ankunft waren wir sofort geflasht von unserem zauberhaften kleinen Apartment: Ein Traum mit Himmelbett, viel Licht, Klimaanlage, offenem Badezimmer unter Palmen. – Einfach wow! Dieses Surfcamp hat ein einzigartiges Gelände. Es liegt zwar im Nichts, also nicht am Strand oder so. Aber das Gelände selbst ist wirklich toll: viel grün, ein schöner Pool, drum herum Liegen und Sonnenschirme, einen Surfshop gibt es auch und ihr könnt euch beim Gärtner einen Roller ausleihen. Das ist in der Gegend sehr zu empfehlen, da ihr sonst schwierig aus dem Camp wegkommt. Es gibt jeden Morgen ein großartiges Frühstück. Ihr sucht euch einfach so viel Essen aus, wie ihr runterbekommt: Eier, Pfannkuchen, Porridge, Obstsalat, Sandwich – ihr habt freie Wahl. An fünf Abenden ist das Abendessen außerdem inklusive.

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Surfcamp-Perspektiven

Beim Abendessen wird auch immer verkündet, wann am nächsten Tag gesurft wird. Die Lehrer/Guides fragen: „Wer will Unterricht?“ Das wollten die meisten nicht. Wir gehörten auch zu denen, die einfach an einen Anfängerspot gebracht werden wollten. Auch diese Surfschule ist wieder mobil: Jeden Morgen wird gecheckt, wo die Wellen am besten sind und wo es hingeht. Die Guides brachten uns am nächsten morgen dann zu Padang Padang right. Das ist der Spot, der besonders nah zum Camp liegt. Hier kann man allerdings nicht gleich ins Wasser gehen und lossurfen. Hier gibt es einen Channel, das heisst man muss erst ein ganzes Stück paddeln und dann kann man Wellen nehmen. Das Schöne ist: Die Wellen brechen dann eine ganze Weile, man kann sie also absurfen. Das Schlechte ist: Sie sind nicht immer klein genug für Anfänger. Oder Anfänger mit Erfahrung, wie ich mich gern nenne. Ich habe mich da am ersten Tag nicht (!) ins Wasser getraut und ich war nicht die einzige. Es war meine erste Erfahrung mit Surfguiding. Ich hatte mir erhofft, dass wir den Spot genau erklärt bekommen und dass die Guides zumindest im Wasser immer in der Nähe bleiben – zur Sicherheit. Aber das war nicht der Fall. Wir haben uns außerdem nie zusammen warm gemacht. Nach ein paar Tagen haben wir die Guides gebeten uns mehr über die Spots zu sagen dann wurde es deutlich besser. Ich hatte den Eindruck, dass sie darunter leiden, dass so wenige Leute den Kurs buchen und die meisten nur Guiding. Allerdings wollten wir keinen Kurs bei Lehrern ohne offizielle Lizenz buchen. – Ein Teufelskreis. An den folgenden Tagen waren wir surfen in Jimbaran, Balangan, Kuta Beach, Thomas Beach und Padang Padang. Das beste war, dass wir so viele traumhaft schöne Strände und Buchten kennengelernt haben. – Ohne die Surfguides wären wir nicht an diese Orte gekommen, die häufig sehr unbekannt sind, aber eine so unfassbar tolle Aussicht haben, dass ich mich immer wieder selbst kneifen musste, um zu wissen: Ist das gerade wahr? Passiert das wirklich? Thomas Beach ist für mich bisher der schönste Strand, den ich kenne.

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Pool im Camp auf Bali

An einigen Abenden gab es Theorieunterricht – wenn Dicky ihn gegeben hat, konnten wir wirklich viel mitnehmen: Er hat uns beigebracht warum „schnell paddeln“ eigentlich „tief paddeln“ heisst und warum „Angst“ nicht immer schlimm sein muss. Einige seiner Tipps werde ich nie vergessen. Die Besucher in diesem Camp waren außerdem einzigartig. Sehr viele Reisende, die nicht auf Massentourismus stehen, die das surfen und die Strände lieben. Wir haben viele Abende bei Bier beisammen gesessen und das Leben genossen.

IMG_863012 Tage waren wir insgesamt in dem Camp – eindeutig zu lange. Auch wenn der Ort und das Apartment wunderschön ist, hat etwas nicht gestimmt. Und das war die Stimmung dort, die vom Manager ausging. Ganz anders als in den anderen Camps, wo ich gewesen bin, hat dieser Manager den Gästen nicht „Hallo“ gesagt. Er hat Gäste und Angestellte vor anderen zur Rede gestellt, wenn ihm etwas nicht gepasst hat, so dass man sich in seiner Gegenwart leider nicht wohlfühlen konnte. Auch wenn ich den Ort, die Menschen im Camp und die Strände – vor allem Thomas Beach – lieben gelernt habe. Ich werde leider nicht wiederkommen.

 

Facts

  • Wunderschöne Anlage in der Nähe von Padang Padang mit Pool
  • Dorms und private Apartments
  • Mobiles Surfguiding
  • Surfguiding/Unterricht nicht bei ausgebildeten Lehrern
  • Surfboards dürfen nur während des Guidings benutzt werden und werden nachher immer genau auf Mängel überprüft. Daher würde ich empfehlen eine Surfboardinsurance abzuschließen.
  • Surfboardinsurance wird zusätzlich berechnet – kannte ich vorher nicht
  • Es werden Fotos von euch beim Surfen geschossen, die ihr hinterher kaufen könnt
  • Ihr solltet euch einen Roller mieten, um die schöne Umgebung erkunden zu können: Uluwatu, Bingin Beach, Padang Padang, Nusa Dua
  • Es gibt langsames Internet
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Thomas-Beach, Bali

Maximum Surfcamp Peniche

Portugal – Surfers Paradise in Europa. Da wollten wir hin und unsere Reise sollte mit einer Woche in einem Camp beginnen – um die Skills aufzufrischen. Durch die Empfehlung eines Freundes und gute Bewertungen im Netz kamen wir auf das Maximum Surfcamp in Peniche, Baleal (Maximum Surfcamp). Unsere Flüge hatten wir lange vorher gebucht – daher kamen wir erst montags im Camp an und nicht wie die meisten anderen schon am Sonntag. Bei der Buchung war uns aber versichert worden, dass das kein Problem sei. Ich war sehr gespannt auf Camp und Unterricht, denn alles im Netz klang fantastisch. Bei der Buchung gab es genaue Infos dazu, wie man sich am besten sportlich auf einen Surfurlaub vorbereitet, welche Versicherungen man abschließen sollte. Wir wurden gefragt, wieviel wir vorher gesurft waren und nach unserer Größe und unserem Gewicht – für die passenden Neoprenanzüge. Das klang alles perfekt. In den Informationen stand sogar drin, an welchen Abenden der Woche es welches Essen geben sollte. Also buchten wir das All-Inclusive-Paket (Epic Deal).

Nach der Ankunft im Camp war ich gleich ein wenig enttäuscht, weil es doch sehr heruntergekommen ist. Aber das wurde wettgemacht durch Alice, die gute Seele des Camps, die uns an der Rezeption herzlich begrüßt und alles erklärt hat. Das Maximum Surfcamp ist in den vergangenen Jahren sehr gewachsen. Überall wimmelte es von Menschen. In unserer Woche waren über hundert Gäste da. Deshalb haben sich zu den Essenszeiten immer lange Schlangen gebildet und es war schwierig als Gruppe entspannt gemeinsam zu essen. Die Portionen waren außerdem nicht besonders groß und das Personal wirkte überfordert.

Die Lage des Camps ist fantastisch: Zum Strand geht man zu Fuß 5 Minuten und dort kann man auch gleich surfen. Außerdem gibt es in der Nähe Bars, einen Supermarkt und Restaurants. Von der Dachterrasse im Camp kann man sogar bis zum Meer gucken.

Es gibt die Möglichkeit im Camp selbst zu übernachten oder in Apartments, die das wachsende Unternehmen dazubucht. Wir haben direkt im Camp gewohnt, in einer einfachen Wohnung. Das hat sich im Nachhinein als schlechtere Variante herauskristallisiert, weil es – wie in Surfcamps üblich – abends lange laut war vor unserem Fenster. Außerhalb soll es deutlich angenehmer gewesen sein. Das Essen gibt es allerdings für alle gemeinsam im Camp. Daher die langen Schlangen und ein weiteres Problem: Es gibt im Camp keine öffentliche Toilette. Das heißt: Alle Menschen, die nicht im Camp übernachten müssen entweder bei anderen im Apartment aufs Klo gehen, oder sie gehen auf ein Dixie-Klo.

Unterricht in kleinen Gruppen

Da wir vorher ja genau angeben sollten wie oft wir schon surfen waren, hatte ich erwartet, dass wir danach in einen Surfkurs eingeteilt werden und dass unser Lehrer schon feststeht. Da hatte ich leider zu viel erwartet. Am Morgen haben wir 5 Leute fragen müssen, wer denn unser Lehrer sei. Nachdem 120 Menschen an den gleichen Strand geshuttelt worden sind, stand irgendwann fest: Keiner weiß es. Mal sehen, welcher Surflehrer noch Zeit hat. Am Ende sind wir als Menschen mit Erfahrung in einem Kurs mit zwei Anfängern gelandet. Wir haben die Problematik die Woche hindurch immer wieder angesprochen, aber den Kurs konnten wir nicht wechseln. Dabei hatten wir bei der Buchung als Level „Intermediate“ angegeben. Das hatte zur Folge, dass ich mich in diesem Kurs leider nicht verbessert habe. – Und das obwohl die Kurse hier sehr klein sind (Maximal 5 Teilnehmer). Ich habe ja schon häufiger über Angst beim Surfen geschrieben. Sie kommt immer wieder und ich brauche einen Lehrer, der mich in meinen Ängsten ernst nimmt. Als ich mich endlich getraut habe eine etwas größere grüne Welle anzupaddeln, ist meinem Surflehrer aber leider nichts besseres eingefallen als mir zu sagen: „Die Welle ist übrigens groß.“ Daraufhin habe ich dichtgemacht, mich verkrampft und bin durchgewaschen worden. Klar, das gehört zum Surfen dazu. Aber Feingefühl gehört zum Job eines Surflehrers meiner Meinung nach auch dazu.

Super war, dass es hier jeden Morgen vorm Surfen ein „Warm-Up“ gab. Außerdem war das Material, also die Surfboards super: Gute Boards für alle Level und gut gepflegt. Wir durften das Material auch alleine benutzen. Da es vom Camp nicht weit an den Strand ist, war das fantastisch und hat viel Spaß gemacht. Leider gab es keinen Theorieunterricht. Nachmittags haben die Coaches Videoanalyse angeboten und dabei sollte man aus den Fehlern aller lernen. Allerdings finde ich Theorieunterricht deutlich wichtiger – gerade am Anfang. Toll ist, dass es viel Unterricht gibt: Zwei lange Sessions pro Tag mit einer Pause dazwischen.

Zwei Surflehrer haben ihren Spaß

Der Strand in Baleal ist ein Traum: Endlos weit uns immer ein bisschen neblig. Ich habe mich gleich in diesen Ort verliebt und werde wiederkommen. Aber in dieses Camp kehre ich wahrscheinlich nicht zurück. Zumindest nicht solange da Expansionspolitik betrieben wird.

Facts:

  • Schöne Lage in Baleal in der Nähe des Strandes
  • Es gibt Dorms und private Apartments (Die außerhalb des Camps sollen schöner und ruhiger sein)
  • Ihr surft meistens am gleichen Spot
  • Ihr bekommt wirklich viele Surfstunden: Zwei Sessions pro Tag
  • Langsames Internet
  • Kleine Gruppen beim Surfunterricht, leider wird nicht genug auf Levels geachtet
  • Sehr viele Menschen im Camp – Besitzer scheint auf Expansionskurs zu sein
  • Man kann Fotos und ein Video der Woche kaufen. Lohnt sich allerdings nicht, denn ich war auf keinem einzigen (!) Foto der Woche zu sehen

Was bleibt: Ich surfe, werde surfen! Immer wieder! Auch im Camp – und zwischendurch. Und wenn spontan nach langer Zeit, dann gerne auch mit einem besonders großen Board – wie am Anfang. Denn wie schon einer meiner Surfguides sagte: „Bigger board – more fun.“ Und da ist was dran. Bis auf weiteres jedenfalls.

P.S. Das beruht alles auf meinen persönlichen Erfahrungen. Ich bin natürlich nirgends eingeladen worden und habe alles selbst erlebt.