Wedding Diaries 10: Was gehört in die Einladung?

Das Netz schwappt über vor Ideen für eine Hochzeitseinladung. Leider gefällt mir davon wenig bis gar nichts. Daher war ich froh, dass es in der Familie Designer gibt, die meinen Geschmack teilen. Hier habe ich euch zusammengefasst, was alles in einer Einladung stehen kann, damit eure Gäste alle wichtigen Infos bekommen.

„Bitte kommt zu unserer Feier, wir würden uns so freuen. Aber bitte sagt fest zu, ja?! Mit „wahrscheinlich kommen wir“ kann man bei der Hochzeitsplanung so gaaaar nichts anfangen. Ach ja – und bitte schenkt uns einfach Geld für die Hochzeitsreise. Unsere Wohnung ist nämlich leider sehr voll. Und einen gemeinsamen Haushalt haben wir schon.“

Das schwirrte mir im Kopf herum, war aber kein bisschen druckreif. Schon die Gästeliste allein ist die reinste Mammutaufgabe. Wie sollten wir die richtigen Worte für die Einladung finden? Und sicherstellen, dass keine Informationen verloren gegen?

Wenigstens um das Design mussten wir uns keine Sorgen machen: Schnell war klar, dass das mein Vater übernehmen würde. Denn er ist Designer und kann das ausgezeichnet. Wir haben überlegt, was uns wichtig ist. Ein paar Ideen und ein Foto haben wir ihm geschickt, als wir uns generell Gedanken über den Style und das Farbkonzept gemacht haben. Und dann haben wir ihn gebeten einfach loszulegen. Ich selbst kann es nämlich überhaupt nicht leiden, wenn mir jemand eine Aufgabe überträgt und mir danach immer reinredet. – So als würde er es eigentlich lieber selbst machen wollen.

Generell kann ich jedem raten, zuerst ein Farbkonzept für die Feier zu machen und sich zu überlegen wie der Stil der Feier sein soll. Denn es ist wirklich schön, wenn am großen Tag alles zueinander passt: Einladung, Kleidung des Brautpaares, Location und Tischdeko.

Das System mit den Papieren

Schnell war klar, dass wir nicht alle Gäste zu den gleichen Programmpunkten einladen können: Vor allem aus Platzgründen. Also soll der engste Familienkreis mit zum Standesamt kommen, Familie und engste Freunde zu Zeremonie und Essen auf dem Gut und weitere  gute Freunde zur Party am Abend. Weil unsere Familien auf beiden Seiten sehr groß sind, wäre es gar nicht anders gegangen. Also sollte es ein Blatt mit Infos zur Party geben. Und auf weiteren Blättern sollte jeweils etwas zum Standesamt und Essen stehen – oder nur zum Essen. So, dass jeder die für ihn passende Einladung bekommt.

Dieses System eignet sich nicht für jeden. Es ist vor allem praktisch wenn – wie bei uns – klar ist, dass abends viele ältere Menschen gehen werden. Es gleichzeitig aber viele Leute gibt, mit denen man gerne anstoßen und feiern würde.

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Unsere Einladung

Der Text in der Einladung

Über den passenden Worten haben wir lange gebrütet, drüber geschlafen und überarbeitet.

Wichtig ist vor allem, dass die Gäste alle Informationen haben, um euch und die Location zu finden. Dass sie wissen, was sie schenken können. Welche Übernachtungsmöglichkeiten es gibt. Ganz wichtig: Bis wann sie fest zusagen sollen. Und wie ihr mit dem Programm umgehen wollt. Uns war es zum sehr Beispiel wichtig, dass keine klassischen Hochzeitsspielchen stattfinden. Also haben wir unseren genialen Freund und Zeremonienmeister Kim beauftragt, diese Beiträge freundlich und bestimmt abzulehnen. Er war für die Planung des Abendprogramms zuständig und ich kann jedem ans Herz legen, diese Aufgabe abzugeben.

Und weil das doch viele Aspekte sind, die überlegt werden müssen, hat es eine Weile gedauert bis unsere Einladungen endlich fertig waren. Damit am Ende aber trotzdem möglichst viele Menschen Zeit haben und sich den Termin reservieren, hatten wir kurz nach der Verlobung schon „Save-The-Date-Nachrichten“ verschickt. Das hat insgesamt gut funktioniert.

Diese Infos dürfen nicht fehlen:

  • Komplette Namen von Braut und Bräutigam und Kontaktdaten
  • Ort, Datum und Zeit der Trauung, des Essens und der Feier
  • Was wünscht ihr euch? (z.B. Wir freuen uns über einen Zuschuss zu den Flitterwochen. Unsere Wohnung ist bereits ausgestattet, aber wir würden uns über finanzielle Unterstützung freuen, – wir sparen gerade auf ein neues Auto..)
  • Kontaktdaten der Trauzeugen mit Angabe ihrer Aufgabe (Falls ihr etwas zum Programm beitragen möchtet, meldet euch bitte bei XY, Beiträge müssen vorher vom Trauzeugen gecheckt werden)
  • Inspiration zu Übernachtungsmöglichkeiten
  • Datum für Zu- und Absagen (Bitte gebt uns bis zum XY Bescheid, ob ihr dabei sein werdet)
  • Dresscode (z.B. Um festliche Kleidung wird gebeten)
  • Falls zwischen den Programmpunkten viel Zeit liegt: Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. So weiß jeder, dass er nicht warten muss und ein Päuschen machen kann.

Besonders der Aspekt mit den Geschenken hat uns beschäftigt. Fest stand: Wir wollen verreisen. Und zusätzlich zu den Hochzeitskosten wird das einfach zu teuer. Also war klar, dass wir uns Geld für diese Reise wünschen wollen. Aber einfach Geld schenken, ist nicht jedermanns Sache. Also haben wir eine Seite eingerichtet, auf der wir unsere ganze Hochzeitsreise in Sri Lanka durchgeplant haben. So konnten sich die Gäste ein Bild davon machen wohin wir genau reisen wollen und Teile davon schenken. Wir selbst fanden das perfekt. Als Hochzeitsgäste hatten wir uns vorher schon sehr darüber gefreut, als Freunde eine solche Seite hatten. So kann man einen konkreten Wunsch erfüllen und nicht „nur“ Geld verschenken.

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Das Design der Einladung haben wir komplett in die Hände meines Vaters gelegt. Er hat uns irgendwann einen Entwurf geschickt. Wir waren wirklich begeistert. Und als das Design vollendet war, hat mein Vater alles ausgedruckt. Aber damit waren sie noch lange nicht fertig. Dann hieß es für uns: basteln! Denn die Idee war, die Blätter in einen Einband aus Kraftpapier einzubinden. – Und die Einladungen mit zwei Schleifen zu versehen. Wunderhübsch finde ich sie bis heute. Aber es war vieeeel Arbeit – und viel mehr DIY als gedacht. Wir zwei haben an jenem Tag so viel gebastelt wie seit der Grundschule nicht mehr. Trotzdem: Ich würde es sofort wieder so machen. Das ist wie früher beim Weihnachtsgeschenke basteln. Man denkt die ganze Zeit an das Event und die lieben Menschen, mit denen man es feiern will. Und das füllt das Herz mit Liebe und Freude.

Tipps:

  • Macht euch keinen Stress mit der Einladung: Verschickt erst die „Save the Date“-Nachrichten und nehmt euch danach Zeit, um die passende Einladung zu finden.
  • Habt die Einladungs-Infos am Ende auch nochmal als pdf parat. Es kann immer sein, dass manche ihre Einladungen zu Hause vergessen oder sie nicht ankommen (Ist mir drei Mal passiert). Dann ist es gut, wenn man sie schnell per Mail verschicken kann, um die Gäste mit der passenden Info zu versorgen.
  • Die Einladung sollte im besten Fall euch und den Stil eurer Feier widerspiegeln. Daher bietet es sich an vorher das Farb- und Dekokonzept zu erarbeiten und die Einladungen daran anzupassen.

Wedding Diaries 9: Unsere DIY – Deko für die Location

Do it yourself. Sobald das in der Beschreibung für ein Produkt steht, mache ich normalerweise einen großen Bogen darum. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich voller Kleber und Fäden mit einem hässlichen Papp-Dings in der Hand. Wie früher im Kindergarten. Basteln und Dinge selber bauen, traue ich mir eigentlich nicht zu. Rückblickend bin ich selbst überrascht, wieviel DIY am Ende dann doch in unserer Hochzeit gesteckt hat. Und ich finde, es hat sich sehr gelohnt.

Unsere Location: Eine Scheune, die zu einer Event-Location umgebaut worden ist. Ich gebe zu: Es schreit nach DIY, handmande und ein bisschen Boho. Und am Ende ist es genau das geworden, ohne dass ich es vor hatte.

Und genauso war es gut für uns. Denn hätte ich vorher geahnt, dass ich stundenlang Buchstaben auf Tischkärtchen stempeln würde, hätte ich wohl aufgegeben, noch bevor ich angefangen habe. In diesem Fall hatte ich eine Vision vor Augen: Von einer Scheune mit Girlanden, Platzkarten aus Kraftpapier und Wiesenblumen auf den Tischen. Am besten in vielen Gläsern. Das war es. Und dann haben wir angefangen. Eins nach dem anderen.

Foto: Tomek Wozniakowski

Wenn ich eins von Anfang an verstanden habe ist es: Bei der Hochzeitsvorbereitung ist es wichtig, sich Hilfe zu holen. Entweder man bezieht Freunde und Familie ein oder man beauftragt professionelle Wedding Planer und Dekorateure. Alles ist möglich. Je nach Geschmack. Ich bin unendlich dankbar, dass wir so viel kreative Hilfe aus der Familie bekommen haben. Als studierte Designerin habe ich meine Mutter schon ganz zu Anfang (kurz nach der Verlobung) gefragt: „Würdest du dich um die Deko kümmern?“ Und sie hat zu unserem Glück gleich „ja“ gesagt. Ich war mir also gleich zu Beginn sicher, dass unsere Deko Stil haben wird. Alles andere haben wir gemeinsam herausgefunden. Vor allem indem ich erst einmal das Moodboard erstellt habe und wir daraufhin die Farben für die Deko festgelegt haben. Darüber habe ich hier geschrieben. Unsere Farbe ist „Lagune“, wir mögen Kraftpapier und wilde Blumen. Damit standen alle Basics.

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Deko der Scheune

In der Woche vor der Hochzeit war es an der Zeit die Deko für den Raum fertigzustellen: Neben den Platzkärtchen sollte ein persönliches Goodie auf jedem Platz liegen. Die Tische sollten nach Ländern benannt werden, die wir schon bereist haben. Außerdem sollten auf jedem Tisch Einmalkameras aufgestellt und Gästebücher aufgestellt werden. Und natürlich Blumen. Als Tüpfelchen auf dem I hatte meine Mutter – Head of Deko – noch die Idee eine Girlande aus Stoffresten selbst zu machen und durch den Raum zu spannen. Schöne Idee dachte ich erst. Und als ich die Girlande schließlich im Raum hängen sah, war es viel perfekter als erwartet. Grün blau bunt. Sie hat den Stil rund gemacht.

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Foto der Party unter der Girlande von Jan Suchland

Platzkarten stempeln

Damit jeder Gast seinen Platz findet, sollte es Platzkärtchen geben. Dafür hatten wir im Netz einfache Kärtchen aus Kraftpapier bestellt. Und bis zu jenem Tag war ich mir nicht sicher, wie ich sie beschriften sollte. Zum einen hatte ich schwarze, einfache Stifte dafür. Außerdem lagen Stempel bereit, um jeden Buchstaben einzeln auf die Kärtchen zu drücken. Nachdem ich es an einer Karte getestet hatte, stand fest: Namen schreiben, ist zwar möglich. Sieht allerdings nicht besonders schön aus. Namen stempeln ist unfassbar viel Arbeit. Ich finde es allerdings unendlich schön und passend zu unserem Style. Also habe ich – ohne zu lange darüber nachzudenken – einfach angefangen zu stempeln. Und zu stempeln. Und zu stempeln. Stundenlang. Buchstabe für Buchstabe. Irgendwann brummte mir der Kopf. Aber ich würde es jederzeit wieder so machen!

Foto: Tomek Wozniakowski

Zeitkapseln und Tischbücher

Um unsere Tische zu benennen und hinterher ein Andenken an die Menschen an dem Tisch zu haben, hatte ich mir eine Kombi-Lösung ausgedacht. Nach dem Motto: Keine tausend Sachen auf einem Tisch. Lieber einzelne Ideen kombinieren. Und hinterher ein schönes Andenken haben. So entstanden die Zeitkapsel-Tischbücher.

Die Idee ist die: Am Eingang gab es eine Übersicht. An einer Wäscheleine hatten wir auf Kraftpapier kleine Listen geschrieben. Darauf standen jeweils die Leute, die an einem Tisch sitzen sollen. Also zum Beispiel: Tisch Neuseeland: Oma, Opa, Iris, Robert usw. So wussten sie, dass sie in der Scheune nach Tisch Neuseeland suchen sollen. Auf Tisch „Neuseeland“ stand ein schwarzes kleines Buch. Darauf ein Bild von Raphael und mir aus Neuseeland und darin viel Platz für die Wünsche unserer Gäste. Auf die erste Seite des Buches hatte ich Ihnen eine kleine Anleitung geschrieben. Ein paar Zeilen über unseren Urlaub in Neuseeland. Und dass dieses Buch noch eine zweite Aufgabe hat: Es soll eine Zeitkapsel für uns in der Zukunft werden. Die Gäste sollten uns Wünsche für einen bestimmten Hochzeitstag schreiben. Und erst dann werden wir sie Bücher wieder öffnen und alle Wünsche lesen.

Wir sind also jetzt versorgt mit Zeitkapseln bis zum 20. Hochzeitstag. Denn jeder Tisch hat einen anderen Jahrestag zugeteilt bekommen. Das ist wirklich sehr spannend! Inzwischen habe ich alle Bücher mit Schleifen versehen, sortiert und in einen Schuhkarton gepackt. Und freue mich sehr darauf, sie durchzublättern.

Ich gebe zu: Etwas schwierig zu erklären. Aber Kombi-Lösung trifft es ganz gut. Und zu uns als Reisemenschen haben diese Bücher einfach gepasst.

Foto: Tomek Wozniakowski

 

Andenken

Von Gastgeschenken halte ich eigentlich nicht besonders viel. Bei Hochzeiten, wo wir bisher waren, lagen am Ende des Abends immer noch viele Gastgeschenke auf den Tischen herum. So schade darum! Deshalb wollte ich ursprünglich von Gastgeschenken absehen. Dann hatte mich aber die Planungswut gepackt. Und da war die Idee: Warum nicht jedem eine kleine Botschaft an den Platz legen? Und zwar ein Foto aus dem Land des Tisches, das wir geschossen haben. Also ein Foto aus Chile, Indonesien….Panama, USA… mit einer kleinen persönlichen Botschaft auf der Rückseite mit persönlicher Anrede für den Gast. Schon wieder viel Arbeit. Aber ich fand es einfach zu passend, um es nicht zu machen. Also haben wir im Internet Fotos im Polaroid-Style bestellt. Und jedes Foto mit einer kleinen Widmung versehen und an den Platz den Gastes gelegt. So hatte jeder eine Kleinigkeit als Andenken. Nichts, was einem die Wohnung voller macht. Einfach eine kleine Aufmerksamkeit. Wir waren uns einig: Dieses Mini-Gastgeschenk hat gut zu uns gepasst, weil es etwas mit uns zu tun hatte und gleichzeitig eine persönliche Botschaft an jeden Gast übermittelt hat. Das hat es für mich „besonders“ gemacht.

Hier noch ein Tipp am Rande: Falls ihr so etwas machen wollt, sucht euch vorher einen Stift, der gut auf Folie schreibt. Ein paar Bilder habe ich versaut, weil ich den falschen Stift verwendet habe.

Foto: Tomek Wozniakowski

Blumen schneiden

Am Donnerstag – also einen Tag vor der Hochzeit – war „Blumen schneiden“ auf unserer To-Do-Liste. Meine Mutter hatte einen Ort in Aachen gefunden, wo man für eine gewisse Zeit selber Blumen schneiden darf. Man zahlt pro Person und kann alle Blumen mitnehmen, die man geschnitten hat. Viel Arbeit – aber für uns Wiesenblumen-Fans ein Traum. Da ich am Mittwoch allerdings schon bei der Maniküre war und noch tausend andere Dinge zu basteln und zu erledigen hatte, war ich unendlich dankbar, dass meine Mutter mit anderen Blumen schneiden gegangen ist. Mein Bruder und meine Cousine hatten mir noch Hilfe angeboten und ich bin unendlich froh, dass ich sie angenommen und die zwei eingebunden habe. Das hat uns sehr geholfen. Die drei kamen vollbepackt mit bunten Blümchen bei der Location an. Einzigartig und viel schöner als ich es mir erträumt hatte. Wenn man die Zeit und die Manpower dazu hat, ist es auf jeden Fall eine gute und günstige Alternative Blumen selbst zu schneiden und aufzustellen.

Foto: Tomek Wozniakowski

Aufbau: Der Vorteil des Freitags

Auf Gut Hebscheid finden den ganzen Sommer bis in den September an den Wochenenden Hochzeiten statt. Am Freitag und am Samstag. Als wir im Januar auf Location-Suche gegangen sind, haben wir noch noch einen Freitag im September auf Gut Hebscheid reservieren können. Alle Samstage waren schon weg. Während wir anfangs noch unsicher waren, ob der Tag eine gute Wahl war, bin ich inzwischen sicher: Er war perfekt! Ein Vorteil zum Beispiel: Wir konnten schon am Donnerstagvormittag an der Location aufbauen. Hätte es an dem Tag eine Veranstaltung gegeben, dann hätten wie nachmittags aufbauen können. Als Vergleich: Alle Paare, die an einem Samstag heiraten, können natürlich erst Samstagmorgen in die Location. Das macht vieles in der Planung komplizierter und stressiger.

Gegen 11 Uhr haben wir uns an der Scheune getroffen: Meine Mutter, ihre Helfer und die Blumen. Der DJ, der einen Probeaufbau gemacht hat. Raphaels Trauzeuge, mein Vater, Raphael und ich. Außerdem waren noch die Mitarbeiter von Gut Hebscheid da, die für den Aufbau und Eindecken der Tische zuständig waren. Der alte, nervige Spruch: „Viele Hände, schnelles Ende“ hat hier auf jeden Fall gut gepasst. Die Blumen-Schneider haben die Blumen angerichtet, auf viele kleine und große Gläser verteilt und schließlich auf die Tische gestellt.

Raphaels Bruder und mein Vater haben Girlanden aufgehangen. Raphael und ich haben die Candy Bar aufgestellt und hinterher noch Tischbücher, Platzkarten und Andenken auf jedem Platz verteilt. Und ganz am Ende ist unser Head of Deko nochmal durch den Raum gelaufen und hat alles wohlwollend geprüft und Blumen zurechtgeschoben. Fertig. Rückblickend hatte ich mir diesen Tag deutlich stressiger vorgestellt. Den Nachmittag über hatten wir frei. Wir sind ins Hotel umgezogen, ich war im Pool, wir konnten uns entspannen und auf den großen Tag freuen.

Foto: Tomek Wozniakowski

Tipps:

  • Macht nur so viel selber, dass es nicht in Stress ausartet. Die Tage vor der Hochzeit werden stressig genug.
  • Wenn euch Freunde und Bekannte Hilfe anbieten: Nehmt sie an und vertraut ihnen.
  • Nehmt euch ein paar Tage vor der Hochzeit Zeit, um alles zu organisieren. So könnt ihr ohne Stress noch letzte Besorgungen machen und eure eigenen spontanen Ideen umsetzen. Wir waren eine Woche früher in Aachen und haben diese Zeit auch gebraucht.

Wedding Diaries 5: Und was mach ich mit den Haaren? Die Testfrisur

Wenn ich diesen Titel so lese, klingt das sehr amerikanisch: Wir machen eine Testfrisur vor der Hochzeit und dann ein Test-Essen und danach am besten noch eine Testparty. So läuft es natürlich nicht. Aber ich muss zugeben, diese eine Sache ergibt schon Sinn, die Frooooooonck da immer in der Fernsehsendung „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ sagt: „Gib dich in die Hände der Leute vom Fach und du hast eine Sorge weniger.“ Warum eine Testfrisur unfassbar Druck von einem nimmt und die Vorfreude steigen lässt, lest ihr hier.

Die Hochzeit findet in Aachen statt – auf Gut Hebscheid – ich allerdings wohne in Karlsruhe und zum Friseur gehe ich eigentlich in Bühl. Komplizierte Sache. Hinzu kommt, dass ich auch gar keine Friseure in Aachen kenne. Also habe ich erst einmal angefangen rumzufragen bis mir eine Freundin ihre Friseurin empfohlen hat und ironischerweise heiratet sie auch noch eine Woche vor uns. Wir konnten aus der Testfrisur also ein kleines Mädels-Event machen. Und das fand im Juni endlich statt. Vorher hatte ich allerdings gefühlt schon alle Brautmagazine der Welt, plus Instagram und Pinterest nach Brautfrisuren und Make-Up durchsucht und erstmal herausgefunden, was ich alles nicht will. – Oder was alles nicht geht: Hallo, ich bin Athene, 160 cm klein, Sommersprossen, wenig bis null Erfahrung mit Make-Up und außerdem habe ich dünne Haare, die einfach nicht wachsen wollen. Ist echt so: Meine Haare wachsen so langsam, dass sich sogar Friseure darüber wundern! Ab der Schulter hören sie einfach auf zu wachsen. Das wird also nichts mit langen, märchenhaften Wellen und offenen Haaren. Und Make-Up-Pinsel und ich, wir kennen uns nur von weitem.

Was mach ich nur mit meinen Haaren?

Als ich angefangen hab, darüber nachzudenken, was ich machen könnte, ist mir natürlich erst einmal alles eingefallen, was mit meinen Haaren leider nicht geht. Meine Güte, meine Güte, drei Bonbons und keine… (Tüte). Lassen wir das. Was nicht ist, ist nicht. Haarteile, die einem mehr Haar zaubern, konnte ich mir bei meiner Haarlänge auch nicht vorstellen. Zu streng hochgesteckt, passt einfach nicht zu mir.

Die erste Idee kam in einem Brautladen, als ich zu einem Kleid (das ich nicht genommen habe) einen kleinen Blumenkranz angezogen und meine Haare unordentlich da reingesteckt habe. – „Wild hochgesteckt“, würde ich es mal nennen. In der Fachsprache der Brautmagazine nennen sie es „Undone-Look“ – also so wild, dass es aussieht, als wäre man gerade aus dem Bett aufgestanden und hätte sich nur mal eben die Haare hochgesteckt und gleichzeitig aber so gezaubert, dass es den ganzen Tag hält. Das mag ich, das passt. Ich bin ja auch im normalen Leben nie lange im Bad beschäftigt, dazu fehlt mir einfach die Muße. Außerdem gefällt mir der Bruch durch diese Frisur zu einem langen Brautkleid (der Artikel dazu kommt noch, versprochen) sehr.

 

Und dazu soll es ein Blumenkranz sein. Stand jetzt: Kein Schleier, nur ein Kranz, der nicht zu groß sein darf. Sonst würde es ja aussehen, als ginge der Kranz mit mir spazieren. Die Blumen werde ich mir in der Woche vor der Hochzeit bei „Drei Blüten“ in Aachen zusammenstellen. Das steht schon fest. Sonst nichts. Für die Testfrisur brauchte ich aber ja auch einen Kranz, also habe ich das Internet kreuz und quer nach einer günstigen Alternative aus Kunststoff abgesucht und bin bei Amazon fündig geworden.

Und „für falls“ wie ich gerne sage, also falls am großen Tag etwas mit den frischen Blumen schiefgehen sollte, habe ich mir noch einen Ersatzkranz aus getrockneten Blumen bestellt. Denn ich möchte auf keinen Fall Plastik auf dem Kopf haben.

Meine ganzen Ideen habe euch übrigens ich in diese Pinterest-Galerie gepackt.

Und das Make-Up?

Das war einfacher! Die einzige Sorge: Kann die Friseurin das so natürlich und schlicht, wie ich mir das wünsche? Also kann sie auf meine Wünsche eingehen und trotzdem dafür sorgen, dass ich von morgens bis abends fit, wach und strahlend aussehe, obwohl ich vermutlich Augenringe bis zum Mars haben werde?

 

Mädelsmorgen mit Testfrisur

Den Tag der Testfrisur habe ich Ende Juni organisiert, damit ich – falls ich gar nicht zufrieden sein sollte – noch Zeit habe, mir wen anderes zu suchen.

An dem Morgen hakt es aber erst einmal bei uns. Meine Freundin schreibt mir, dass sie verschlafen hat. „Das kann ja noch was werden“, denke ich und muss gleichzeitig lachen. Mit 15 Minuten Verspätung brausen wir nach Horbach, einen Ort bei Aachen zu Corinna Hof. Als wir ankommen fühle ich mich in Teenie-Zeiten zurückversetzt, weil in der Gegend einige Freundinnen von mir gewohnt haben.

Frau Hof nimmt uns die kleine Verspätung nicht übel. Sie hat ihren Friseursalon in ihrem Wohnhaus: Ein Raum, klein und gemütlich mit genau zwei Plätzen für uns. Sofort strahlt sie uns an und auch, wenn ich an dem Morgen sehr aufgeregt war, habe ich bei ihr gleich das Gefühl in guten Händen zu sein. Ich zeige ihr die verschiedenen Bilder aus dem Netz und erkläre ihr bis ins kleinste Detail, was ich mir vorstelle. Zeige ihr den Testkranz und frage sie nach ihrer Meinung zu allem. Das ist mir besonders wichtig, denn ich kenne mich mit Styling und Schminke einfach nicht aus. In meiner Familie sind die Frauen eher so drauf: Kajal, Mascara, Labello, fertig. Und mit dem Kajal ist das oft schon ein kleiner Kampf. Ich hätte grundsätzlich schon gern mehr Ahnung davon, aber es ist unrealistisch, dass ich das noch vor der Hochzeit lerne. Sie erklärt mir, dass die Frisur auf jeden Fall den ganzen Tag hält, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Und dass wir das Make-Up so hinbekommen, dass ich nicht „angemalt“ aussehe. Puh. Los geht’s.

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Sie glättet mir die Haare, zupft hier und da, setzt mir den Blumenkranz auf und hantiert mit hundert Klämmerchen, um das Maximum aus meinen dünnen Haaren herauszuholen. Das macht sie nicht zum ersten Mal. Das merkt man gleich. Immer wieder fragt sie mich, ob es so passt. Wir ändern Kleinigkeiten ab und am Ende bin ich wirklich zufrieden, mit dem was die mir auf den Kopf gezaubert hat. Wir hoffen allerdings beide, dass meine Haare noch etwas wachsen bis September. Auch meine Freundin ist begeistert – ich bin froh, dass sie dabei ist: Eine zweite Meinung ist einfach unbezahlbar.

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Und dann das Make-Up. Davor hatte ich fast noch mehr Schiss, bin aber sofort beruhigt als sie mir sagt, dass wir im Grunde komplett auf Make-Up verzichten könnten. Das hätte ich nicht gedacht! Weil ich mich aber mental so darauf eingestellt hatte, dass ich an dem Tag unbedingt Make-Up ausprobieren will, lasse ich mich nicht abbringen. Wie ich ohne aussehe, weiss ich ja. Also pinselt sie mir das helle Zeug einmal quer durchs Gesicht. An dieses – gestylt werden – könnte ich mich gewöhnen! Ein tolles Gefühl hergerichtet zu werden.

Nach dem Make-Up, werden die nächsten Entscheidungen getroffen: Welcher Lidschatten soll es sein? Welcher Kajal? Wieviel von alledem? Dabei verlasse ich mich auf das Auge meiner Expertin. Ich habe das Gefühl, dass wir uns verstehen und, dass sie weiß, dass ich nicht zu viel Farbe im Gesicht haben möchte. Mein Ziel: Auch am Hochzeitstag ich selbst sein. Natürlich aufgehübscht und gestylt, aber eben nicht übermalt. Es gibt ja Frauen, die schminken sich jeden Tag und sehen einfach fantastisch so aus, aber ich nicht. Vor allem, weil ich mich so nicht kenne. Am Ende suche ich noch einen matten Lippenstift aus, der gut zum Gesamtbild passt und kaufe ihn auch gleich bei ihr. So kann ich am großen Tag immer nachlegen, wenn mir danach ist.

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Nach eineinhalb Stunden ist alles fertig und ich darf Beweisbilder machen. Jetzt ist meine Freundin an der Reihe. Die bekommt eine lockige Flechtfrisur, die wirklich toll aussieht an ihr. Da sieht man mal wieder was die unterschiedlichen Typen ausmachen. Es macht übrigens mindestens genauso viel Spaß jemandem dabei zuzusehen, wenn er zurechtgemacht wird, wie selbst gestylt zu werden.

Als wir beide fertig sind, wird alles genau zusammengerechnet und ein Zeitplan für den Hochzeitstag erstellt, damit da auf keinen Fall Stress aufkommt.

Am großen Tag wird Corinna Hof zu mir ins Hotel kommen und sich um alles kümmern. Die Vorfreude steigt inzwischen ins Unendliche – besonders weil ich jetzt keine Angst mehr haben muss, mich am Ende doch noch selbst stylen zu müssen.

Der Test in der Stadt

Hinterher laufe ich beschwingt durch die Aachener Innenstadt und fühle mich wie eine Prinzessin. Vielleicht fange ich hier und da aus Versehen sogar an ein wenig zu tanzen. Wer weiß. Es ist ein besonderer Sommertag in Aachen. Alle sind gut drauf, weil die Sonne mal ein paar Tage am Stück scheint. Ich bin wirklich überrascht, wie viele Menschen mich anlächeln und nach meiner Frisur fragen. So ein Blumenkranz macht echt was aus! Das werde ich mir merken. Auch für andere – nicht-hochzeitliche Feste.

Tipps:

  • Wenn ihr nicht an dem Ort heiratet, wo ihr wohnt: Auf jeden Fall Freunde und Bekannte fragen. Friseure sind so unterschiedlich!
  • Überlegt euch vorher genau, was ihr wollt und was nicht. Der Friseur kann nicht eure Gedanken lesen.
  • Nehmt auf jeden Fall jemanden, dem ihr vertraut zur Testfrisur mit. Eine zweite Meinung ist unbezahlbar.
  • Kosten für ein Braut-Styling variieren stark. Meine Friseurin kostet ca: Frisur 40-55 Euro. Make-Up: 25-35 Euro und dazu kommen natürlich noch Fahrtkosten, wenn sie zu einem ins Hotel kommt.

Blogparade: Neustart nach dem Studium – Wo kann man am besten leben und arbeiten #awaywego

Mein Geburtsort: Santiago de Chile. Mein Lieblingsort auf der Welt: Valparaiso, Chile. Aufgewachsen in: Aachen. Studium und Lieblingsort in Deutschland: Köln. Aktueller Wohnort: Karlsruhe

Wenn man mir das vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich mal in Karlsruhe leben würde, hätte ich laut gelacht. Ich? Weg aus der Nähe von Köln? Weg aus NRW? Niemals. Und dann kam alles anders. In der Blogparade von Marie zum Thema #awaywego tauschen wir uns dazu aus: Warum ist es die Wahlheimat geworden? Und ist sie auch eine Heimat?

Als mich meine Snapchat Freundin Marie von Studentenagenten gefragt hat, ob ich an ihrer Blogparade teilnehmen möchte, war ich sofort begeistert. Auch wenn mir das Thema „weggehen“ noch immer einen Stich ins Herz bohrt. Köln. Wenn ich an diese eine – meine Lieblingsstadt denke, wird mir wohlig warm ums Herz und ich würde am liebsten sofort Umzugskartons packen. Und trotzdem bin ich nach dem Studium nach Karlsruhe gezogen. Marie steht jetzt an genau diesem Punkt. Schon vor einem halben Jahr haben wir bei Snapchat (Nickname atheanie und marie.graener) darüber diskutiert, wo man gut leben kann und warum. Und ob der Moment nach dem Studium genau der richtige für einen Neustart ist. – Ein Reset in einer neuen Umgebung für einen neuen Job. Natürlich ist die Antwort auf die Frage, ob man weggehen sollte, für jeden eine andere. Deshalb diskutieren wir jetzt alle gemeinsam. Also falls ihr auch am Start seid, sagt Marie oder mir unbedingt Bescheid und postet einen Link zu eurem Post unter diesen.

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Lieblingsstadt auf der Welt: Valparaiso

Die Ausgangslage: Welchen Job will ich wirklich?

Ich habe Sozialwissenschaften auf Diplom in Köln studiert. Damit kannst du alles und nichts machen. Auf den ersten Blick fand ich diese Freiheit sehr charmant. Ich konnte mich nach der Schulzeit eh nicht entscheiden, welchen Job ich (womöglich für immer) machen möchte. Eine Mischung aus Politik, Wirtschaft und Soziologie fand ich super und ich denke, ich würde wieder genau das studieren wollen. Und irgendwann in diesen bunten WG-Jahren in Köln stand ich plötzlich im Studio des Hochschulradios „Kölncampus“ und habe angefangen Radio zu machen und zu lieben. Wer weiß, ob ich in einer anderen Stadt, in einem anderen Studiengang jemals zum Radio gekommen wäre. Hätte hätte… Fahrrad..

Also stand ich am Ende meines Studiums da. War viel gereist. Habe im Ausland gelebt, Praktika bei Zeitungen und Sendern gemacht und auf einmal wurde mir klar: Ich möchte Journalistin und Moderatorin sein und zum Radio. Und wenn ich das mit dem Radio wirklich will, muss ich ein Volontariat machen. Das ist die Redakteursausbildung im Rundfunk. An dem Punkt habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich vielleicht nicht für immer in Köln bleiben kann. Mein Arbeitgeber im Volo war in Iserlohn. Also habe ich mir einen alten kleinen Corsa gekauft und Kilometer gemacht, um so oft wie möglich in Köln zu sein. Wenigstens am Wochenende. Das war stressig, aber absehbar, denn nach 1,5 Jahren hatte ich das Volo-Zeugnis in der Tasche und stand vor der viel größeren Frage: Und wohin jetzt?

Ach Köln

Der erste richtige Job nach dem Studium

Ich sag es euch gleich: Meine Entscheidung fiel am Ende zugunsten des Jobs. An der Stadt knabbere ich bis heute.

Nach dem Volo habe ich mich bei einigen Sendern in ganz Deutschland beworben: jetzt oder nie, hab ich gedacht. Denn ich wollte gern einen Sender finden, wo ich Moderatorin und Redakteurin sein darf und mich darauf verlassen kann, dass ich von meinem Gehalt gut leben kann. Und ich glaub, viele kennen das: Sobald man einige Ansprüche an den Job hat, wird es schwierig sich auch noch den Ort dazu auszusuchen.

Ich hatte am Ende die Wahl: freie Reporterin in Köln maximal zehn Tage im Monat oder ca. 20 Tage im Monat Redaktion und Moderation in Baden-Baden bei DASDING vom SWR. Anfangs bin ich noch hin und her gereist und dachte, ich könne beides unter einen Hut bekommen. Aber dafür bin ich einfach nicht gemacht. Die Würfel waren gefallen und es hat sich einfach richtig angefühlt: #awaywego. Auf in den Südwesten.

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Sonnenaufgang in Karlsruhe. Vom Turmberg in Durlach aus bewundert

Karlsruhe, warum bist du … nicht wie Köln?

Nach einem kurzen Abstecher nach Baden-Baden bin ich dann mit meinem Freund (inzwischen Verlobten) nach Karlsruhe in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen und hier leben wir bis heute. Ihn habe ich übrigens in Baden-Baden kennengelernt.

Und obwohl ich mir mit meiner Entscheidung für den Job sicher war und bin, werde ich mit Karlsruhe einfach nicht warm. Ich weiß: Karlsruhe kann nichts dafür. Nüchtern betrachtet, ist das eine Stadt mit toller Lebensqualität: Am alten Schlachthof kann man sich fühlen wie in Berlin, am und hinterm Schloss ist es grüner als in Köln, am Rhein gibt es hier sogar ein Freibad, die Wege sind generell kurz, man kann theoretisch überall mit dem Rad hinfahren, im Gegensatz zu Aachen gibt es hier sogar Straßenbahnen… Wir wohnen in einer schönen Altbauwohnung, die wir in Köln nie bezahlen könnten…

Lieblingsort zu Hause in Karlsruhe: Bett mit Durchblick durch die Wohnung

Aber so ist das ja leider häufig mit der Liebe: Sie ist nicht rational. Köln hat mich mit seiner schnodderigen, herzlichen Art gepackt. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mich Freitagabends danach sehne in Köln von Kiosk zu Kiosk zu tingeln und mir ein Wegbier nach dem anderen zu holen. Aber die Frage ist: Hätte ich daran heute überhaupt noch Spaß? Wer weiß.

Wer arbeitet, hat es schwerer neue Freunde zu finden.

Wenn man arbeitet, lernt man weniger Menschen kennen. Im Studium sind alle auf der Suche nach neuen Menschen. Und jedes Wochenende gab es eine WG-Party. Damals hat sich das von alleine ergeben.

Und heute? Klar: Kollegen lernt man kennen und Freunde von Kollegen. Aber wenn man nicht gerade ein soziales Hobby hat, wird es schwierig. Und wenn man sich immer nur mit Menschen von der Arbeit trifft, drehen sich die Gespräche oft um die Arbeit. Trotzdem muss ich sagen: Es hat Kraft und Mut gekostet. Aber ich habe hier einige gute Freunde gefunden. Mit der Zeit.

Die Zeit in Köln verbinde ich natürlich auch mit den Menschen, mit denen ich dort gelebt und viel Zeit verbracht habe. 90 % von denen, wohnen allerdings seit längerem gar nicht mehr in Köln. Meine Erinnerung verklärt einen Zustand, der gar nicht mehr wiederhergestellt werden könnte. Traurig aber wahr. Gut, das mal aufzuschreiben. Vielleicht verstehe ich es so auch endlich.

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Das Schloss in Karlsruhe

Was hat Karlsruhe zu bieten – und was nicht?

Fangen wir mit dem an, was mich am meisten nervt: In den Parks hier darf man nicht grillen. Das ist sogar mit der Zeit noch schlimmer geworden. Jetzt gibt es in Karlsruhe nur noch ganz vereinzelt offizielle Grillplätze (keine Wiese) und die sind nicht im Zentrum. Grillen gehört für mich zum Sommerfeeling einfach dazu – ganz egal was man da auf den Grill legt. In Köln war der Aachener Weiher mein Garten, weil ich direkt um die Ecke gewohnt habe. Wir waren im Sommer alle zwei Tage da, um zu grillen und mit Aussicht auf den trüben Weiher und die Straßenbahnen über das Leben zu sinnieren.

Shoppen kann man in Karlsruhe auch nicht: Im Einkaufszentrum „Ettlinger Tor“ gibt es nur 0815 Geschäfte und auch sonst kann man die kleinen außergewöhnlichen Geschäfte mit der Lupe suchen. Der Minette Concept Store ist die Ausnahme von der Regel, denn der ist wirklich toll.

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Karlsruhe sieht manchmal aus wie aus einer anderen Zeit

Aber wenn man von diesen zwei Punkten absieht, kann Karlsruhe einiges. Hier nur ein paar meiner Lieblingsaspekte.

Der Markt auf dem Gutenbergplatz gibt einem samstags das Gefühl, dass die Welt noch in Ordnung ist und, dass die Menschen viele Kinder bekommen. Zu einem Barista-Kaffee von Bono kann man da in der Sonne stehen, sinnieren und französische Croissants frühstücken.

Das Freibad „Rappenwörth“ liegt direkt am Rhein und erinnert an andere Zeiten. Das frühere Rheinbad ist noch erhalten und in das Gelände integriert. Da kann man zwar nicht mehr drin schwimmen, aber sich vorstellen wie es früher war.

Im Sommer lässt sich die Stadt immer wieder etwas einfallen: Als Karlsruhe 300 geworden ist, wurde das groß gefeiert. Es gab viele Events, ein eigenes Duschgel bei DM (kein Scherz) und Lichtspiele, die auf das Schloss projiziert wurden. Weil das 2015 so gut gelaufen ist, gibt es die Lichtspiele diesen Sommer zum dritten Mal.

Und in diesem Jahr standen vor dem Schloss auf einmal zwei Riesenräder. – Zum Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“ sind die da aufgestellt worden und von oben hatte man wirklich einen genialen Blick über Karlsruhe.

Bei uns um die Ecke gibt es seit neustem ein süßes, gemütliches Café, das unsere Nachbarin eröffnet hat: Lottis Traum. Eins der Cafés, wo man stundenlang sitzen möchte, weil das Ambiente einfach stimmt und der Kaffee auch. Neben der Perlbohne in der Innenstadt eins der wenigen Cafés, die mich in Karlsruhe überzeugen konnten.

Am alten Schlachthof finden jedes Wochenende Partys und Konzerte statt. Also diese Stadt kann definitiv Kultur.

Glücksmoment in Karlsruhe. Gut, dass wir den festgehalten haben.

Ich glaube Karlsruhe und ich, wir haben uns arrangiert. Für den Moment. Denn die Mischung aus Arbeit und Leben ist hier einfach gut: Vor allem, weil ich hier mit Raphael leben kann.

Langfristig wünsche ich mir allerdings schon wieder nach NRW zu ziehen. Und damit näher zu meiner Familie und natürlich nach Köln. Aber nicht jetzt. Irgendwann. Das hat Zeit.

Wie ist das bei euch? #awaywego

Was hat euch dazu bewegt da zu leben, wo ihr jetzt seid? Oder seid ihr auch gerade in der Findungsphase wie Marie?

Fotos: Raphael Timm  & Athene Pi Permantier

Panama – Santa Catalina: Der perfekte Surferort

Ach Santa Catalina. Hast du einen Platz für mich? Einen für immer? Ich würde ja bleiben.

Ja, ich bin ein richtiges Fan-Girl von diesem kleinen Ort. Das ist einer der Orte, wo ich mir wirklich vorstellen könnte zu leben. Kommt mit, ich erkläre euch warum.

Boot-Boot-Taxi-Bus-Bus-Minibus. Einen ganzen Tag sind wir von Bocas del Toro nach Santa Catalina unterwegs und gegen Nachmittag werden die Busse immer kleiner. Als wir im Minibus über die Hügel in Richtung Santa Catalina fliegen, während Reggaeton aus den Boxen dröhnt, steigt meine Aufregung. Wird der Ort so schön sein, wie ich ihn mir ausgemalt habe? Schließlich – nach vielen Stunden – halten wir an einer Häuseransammlung an der Straße und wir sind da. Neben uns: Hostel, Tour-Agency… Supermarkt.. Hostel.. Restaurant. Wir verlassen den Ortskern und laufen mit den Rucksäcken bepackt in Richtung Playa Estero. Unsere Unterkunft befindet sich neben dem Strand, angeblich 15 Minuten zu Fuß. – Latino-Minuten versteht sich. Nach 25 Minuten laufen wir endlich auf das Grundstück der „Rancho Cosa Mia.“ Rechtzeitig um mit unserem Gastgeber Billy von der großen Terrasse aus den Sonnenuntergang und die Aussicht auf das Meer zu genießen. „Wow. Einfach wow.“ denke ich und bin begeistert von dem kleinen Holzhaus auf Stelzen, das einer der ersten bekannten Surfer in Santa Catalina gebaut hat.

Die Aussicht von der Terasse des „Rancho Cosa Mia“ – allerdings bei Sonnenaufgang

Ein kleiner Rückblick in die Geschichte von Santa Catalina

In der Surferszene ist Santa Catalina inzwischen ein Brett. Menschen kommen aus der ganzen Welt hierher um ein paar Wellen am berühmten Surfspot „La Punta“ zu erwischen. Auch große Surfwettbewerbe haben hier schon stattgefunden.

Vor vielen Jahren war Santa Catalina allerdings einfach nur ein kleines Fischerörtchen in der Nähe der früheren Gefängnisinsel „Coiba“. Hierher kam nur, wer sich durch den Dschungel und über rote unbefestigte Matsch-Straßen seinen Weg gebahnt hat. Vor mehr als 45 Jahren – im Jahr 1970 – haben ein paar junge Männer die berühmte Welle in Santa Catalina entdeckt. Sie hatten sich auf eine große Reise begeben – die Küste von Panama entlang. Auf der Suche nach perfekten Wellen. Wie krasse Surfer es so an sich haben, müssen sie alle ein bisschen verrückt und ein bisschen zu abenteuerlustig gewesen sein, denn der Weg nach Santa Catalina war wild und gefährlich – auch wegen der Schlangen und Skorpione im Dschungel. Im Dorf heisst es, dass eine Fahrt von Panama-Stadt nach Santa Catalina damals 12 Stunden gedauert hat. Heute ist die Fahrt mit den Bussen ungefähr halb so lang.

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Die vier ersten Surfer sind – so erzählt man es sich – in Santa Catalina angekommen, standen am Strand und waren wohl erstmal enttäuscht, weil es dort keine Wellen gab. Daraufhin entdeckten sie in der Ferne hinter ein paar Felsen eine Welle – und „Punky“, der eigentlich Ricardo Icaza hieß, hat es sich nicht nehmen lassen ins Wasser zu gehen und loszusurfen. Angeblich hat er eine perfekte „Righthander“ nach der anderen genommen. Die Geschichten, die ich im Dorf erzählt bekommen habe, konnte ich mit dieser Erzählung vervollständingen. Wenn ich mich heute in die vier Entdecker hineinversetze, muss es ein unglaubliches Gefühl gewesen sein: Sie hatten tatsächlich einen bis dahin unbekannten Surfspot gefunden. Sie haben also als erste diese Wellen in Santa Catalina gesurft und waren die einzigen im Line-up. Der weite Weg durch den Dschungel hatte sich gelohnt. Ihren Surfspot wollten sie wohl nicht sofort mit der ganzen Welt teilen. Santa Catalina blieb lange ein echter Geheimtipp. Aber diese Jungs haben nach und nach Land gekauft, Surfcamps eröffnet und den Spot ihren Freunden gezeigt und so wurde der Ort immer bekannter. Aus dem Geheimtipp wurde irgendwann ein echter Tipp.

Mit unter den ersten, die nach Santa Catalina kamen, dort Land gekauft und ein Business gegründet haben, waren zwei Kenneth: Kenneth Myers und Kenneth O’Brian. Der letztere war einer der ersten Surfboard-Shaper in Panama, der seine eigenen Boards gefertigt hat: Cosa Mia Surfboards.

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Santa Catalina im März 2017

Wir wussten es bei unserer Airbnb – Buchung nicht, aber wir haben tatsächlich im Haus von „Kiki“ Kenneth O’Brian gewohnt. Er selbst lebt allerdings inzwischen in Italien. Kiki besitzt ein großes Grundstück gleich neben der Playa „Estero“ mit einem Trampelpfad runter an den Strand. Auf dem Grundstück steht kleines Haus aus Holz mit einer Bomben-Aussicht, weil er es auf Stelzen gebaut hat. Im Schatten unter dem Haus hängen alte „Cosa Mia – Surfboards“ und einige Hängematten, in denen wir viele Stunden verbracht haben. Im ersten Stock gibt es eine Wohnküche, eine große Terrasse und darüber zwei Schlafzimmer. Als wir dort waren, wurde die Unterkunft von Billy und Ollie verwaltet. Heute ist dieses wunderschöne Haus leider keine Airbnb-Unterkunft mehr. Wir waren die letzten Gäste. Vom Rancho Cosa Mia aus waren wir in fünf Minuten am Strand. Und auch wenn es in den Ort länger gedauert hat, war die Lage für uns perfekt: Geniale Aussicht, Ruhe, Strand und einige Restaurants in der Nähe. Übrigens: In den meisten Unterkünften in Santa Catalina gibt es kein WLAN. Das macht es einem tatsächlich noch leichter runterzukommen.

Rancho Cosa Mia – wunderschönes Häusschen auf Stelzen

Im gemütlichen Gang ist man in einer knappen halben Stunde im Ort, wo man einkaufen oder eine Tour zur Isla Coiba machen kann. Und die ist wirklich zu empfehlen: Wir waren einen Tag lang unterwegs, haben an vier verschiedenen Orten geschnorchelt und eine beeindruckende Unterwasserwelt gesehen: Riffhaie, Rochen, wunderschöne Schildkröten und tausend bunte Fische. Oft habe ich hingeschaut und konnte gleichzeitig nicht glauben, was ich da sehe: Sobald man unter Wasser umher schaut, ist es als hätte man eine andere Welt betreten. Auch wenn die Bootsfahrt zur Insel ungefähr 90 Minuten dauert, lohnt sie sich sehr.

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Auf dem Weg nach „Coiba“

Die Surfspots in Santa Catalina

Die Wellen am Point-Break „La Punta“ sind weltberühmt. – Und alle erfahrenen Surfer lieben sie. Für alle anderen ist der Spot schön anzusehen – vor allem bei Sonnenuntergang lohnt es sich ein Bier im Surfcamp „Surfers Paradise“ zu trinken und dabei die Aussicht zu genießen.

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Für Anfänger und Intermediates ist die Playa „Estero“ als Surfspot perfekt. An diesem Beachbreak kann man sowohl im Weißwasser surfen lernen, als auch grüne Wellen surfen. An diesem Strand liegt sich auch das Oasis Surfcamp, wo man Soft-Tops ausleihen kann. Leider haben sie keine anderen Boards.

Der Strand ist lang und dadurch gibt es im Wasser genug Platz für alle. An unserem letzten Tag waren die Bedingungen für unsere Surf-Level perfekt: Viele kleine grüne Wellen liefen in die Bucht hinein: Jede einzelne war eine perfekte Option für einen Ritt zum Strand. Wie jedes Mal musste ich meine Angst überwinden und habe auf mich eingeredet: „Das ist JETZT deine Chance. Nimm sie. Du kannst das. Du willst das. JETZT.“ Und als mich der Push der Welle erreicht hat, war alles andere vergessen. Glück – überall in meinem Körper haben sich die Glücksgefühle ausgebreitet und sind bis in die letzten Winkel gekrabbelt. Es hat sich angefühlt als könne ich fliegen. Als die Welle vorbei war und ich wieder auf dem Brett lag, habe ich die Freudentränen auf meinen Wangen gespürt. Diese perfekten Momente sind mein Antrieb immer wieder aufzustehen und es nochmal zu versuchen.

Playa Estero

Gekommen, um zu bleiben

In Santa Catalina geht die Zeit anders. Alles ist ruhig und entspannt. Viele kommen hierher und wollen bleiben: Host Ollie aus England versucht es jetzt zum Beispiel mit einem Stand-Up-Paddle Unternehmen und den kleinen Surfshop leitet eine Frau aus Deutschland, die vor Jahren hergekommen ist. In den Hostels, Hotels und Reiseagenturen arbeiten Volunteers aus der ganzen Welt, um eine Zeit in San Cat verbringen zu können. Und natürlich gibt es hier Restaurants mit Essen aus aller Welt. Dieser Ort hat etwas Magnetisches: Wer sich in Santa Catalina wohlfühlt, versucht alles, um bleiben zu können. Die Stimmung nimmt dich ein und zeigt dir eine andere Art zu leben: Ohne Hektik und Stress. Ohne schnelles Internet und ohne großen Supermarkt. Aber dafür mit unbeschreiblich schöner Natur, Gelassenheit und mit unendlich vielen schönen Wellen.

 

Tipps für Santa Catalina:

  • Günstige Unterkünfte kann man über Airbnb finden. Außerdem habe ich mir das Oasis Surfcamp genauer angeschaut und fand es sehr schön.
  • Es gibt sehr viele tolle Restaurants. Zum Beispiel das argentinische Restaurant „Los Pibes“ ist ausgezeichnet. Außerdem solltet ihr unbedingt das mexikanische Restaurant an der Straße zur Playa „Estero“ besuchen. Es ist ein süßer Familienbetrieb in bunten Farben mit tollem Essen.
  • Falls ihr Internet haben wollt, kauft euch am besten vorher eine SIM-Karte.
  • Wer ein eigenes Surfboard hat, ist klar im Vorteil. Denn die meisten Rentals verleihen vor allem Soft-Tops.
  • In Santa Catalina gibt es (noch) keinen ATM. Hebt also unbedingt vorher genügend Bargeld ab. Im kleinen Supermarkt und in vielen Restaurants kann man mit Karte zahlen.

Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Bocas del Toro – Panama: Karibik, Piratenfeeling und Surfen

Panama ist Vielfalt! In Bocas del Toro gibt es Ecken für alle:  Naturliebhaber, Surfer, Partyfans und Menschen, die es ruhig mögen. Allerdings sollte man kein Problem mit Boot fahren haben: Von Insel zu Insel kommt man nur mit dem Wassertaxi. Packt eure Boards unter den Arm, legt Reggae auf und kommt mit nach Bocas.

Übertrieben glitzer-bau und klar strahlt uns das Meer entgegen als wir auf der Isla Colon in Bocas del Toro ankommen. Bocas del Toro – den Namen trägt die Region offenbar, weil sie Christoph Kolumbus an das Maul eines Stieres erinnerte. – Damals als dort im Jahr 1502 auf seiner vierten Reise an Land gegangen ist. Später soll die Gegend vor allem bei Piraten beliebt gewesen sein, die auf den Inseln ihre Schiffe repariert und Schätze versteckt haben sollen. Wenn ich die Augen zusammenkneife, kann ich mir einbilden die Piratenschiffe durch das klare Wasser gleiten zu sehen.

Eins der typischen Boote vor der Isla Carenero

Wir stehen an einem der vielen Stege, um ein Boot auf die Insel Bastimentos zu nehmen. Da werden wir sechs Tage lang wohnen.

Bastimentos oder Jamaika?

Unsere Rucksäcke werden auf ein kleines Boot geworfen und schon klettern wir hinterher in dieses einfache Wassertaxi. Mir ist ein bisschen mulmig im Bauch als wir losfahren und das Boot bei jeder kleinen Welle mit einem großen „Rums“ auf das Wasser schlägt. Für jemanden mit so viel Schiss, wie ich welche hab, war diese kurze Fahrt von 10 Minuten wie eine Achterbahnfahrt. Um uns herum sitzen viele Afropanamaer und auch als wir auf der Insel Bastimentos ankommen, fühlt es sich an als wären wir auf Jamaika angekommen – laute Reggae-Bässe dröhnen aus den Boxen in den Holzhäusschen, die waghalsig über das Wasser gebaut sind. Tatsächlich leben in der Region Bocas del Toro viele Nachkommen von jamaikanischen Sklaven. Wir sind in Panama und doch eröffnet sich uns in Bocas eine völlig neue Welt. Auf Bastimentos gibt es keine richtigen Straßen und keine Autos – nur Fußwege und Trampelpfade durch den Wald.

Bastimentos und seine Häusschen vom Boot aus

Wir laufen die Küste entlang, biegen irgendwann rechts ab und kommen schließlich in unserer Unterkunft am an: Eine kleine Herberge mit Einzelzimmern und Holzhütten direkt am Meer. Eine davon haben wir in dieser Woche gebucht. Die Unterkunft ist einfach, hat aber alles was ich zum Glücklichsein brauche: Auf der Veranda zwei Holzsessel und eine Hängematte und vom Bett aus Blick bis zum Meer.

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Neben den Nachkommen der Menschen aus Jamaika leben auf Bastimentos auch viele Aussteiger aus Europa und den USA, die sich hier niederlassen, viele erfüllen sich den Traum ein Haus zu bauen und ein Hostel zu eröffnen.

Bei einem davon wohnen wir: Dan hat die Unterkünfte aus Holz am Meer gebaut noch bevor er seine panamenische Frau Lily geheiratet hat. Inzwischen führen beide zusammen ihr kleines Unternehmen. Wie glücklich die beiden dort sind, kann ich allerdings nicht sagen: Im Internet haben wir das Grundstück gefunden, weil es zum Verkauf angeboten wird. Das ist einer der großen Eindrücke aus den Tagen in Bocas del Toro: Viele zauberhafte Häusschen, einige baufällige Gebäude, die dringend eine Renovierung bräuchten und sehr viele Grundstücke, an denen „zum Verkauf-Schilder“ hängen.

Erfahrung: Wasserknappheit

Unser Host Dan hatte uns vorgewarnt: In der Region war seit Wochen kein Regen gefallen. Es gab kein fließendes Wasser als wir auf Bastimentos angekommen sind. Das war auch für mich eine neue Erfahrung. Alle Bewohner sind mehrmals täglich zu einer Quelle gelaufen und haben haufenweise Kanister mit Wasser gefüllt und nach Hause geschleppt. Auch unsere Hosts haben immer wieder dafür gesorgt, dass wir Wasser im Haus hatten. Damit konnten wir uns Eimer mit Wasser über den Kopf kippen und „duschen“ – oder wie ich es nach ein paar Tagen liebevoll genannt habe: abeimern. Klar, das ist keine richtige Dusche, aber man gewöhnt sich schnell daran. Mich haben in diesen Tagen die vielen Familien beeindruckt: Der Weg zur Wasserstelle führte gleich an unserer kleinen Hütte vorbei. Immer wenn wir auf der Terrasse saßen, liefen Mütter, Väter, Geschwister zur Quelle hin und kamen schwer bepackt mit vollen Kanistern zurück. – Auch die Kinder. Mit unendlichem Willen in ihren Augen schleppten kleine Mädchen von ca. 5 Jahren ihre Geschwister im Arm. Andere hatten in jeder Hand Kanister mit je 5 Liter Wasser darin. Tragen – kleine Pause – weitermachen – nicht aufgeben. „Viel stärker als ich je gelernt habe zu sein,“ dachte ich mir und eins steht fest: Sie sind mein Vorbild für immer.

Bastimentos: Typische Bauweise der Häuser auf Stelzen

Old Bank

Der zentrale Ort in Bastimentos – Old Bank – ist auch der Ort, wo die Boote anlegen. Wenn man durch das Dorf schlendert und dem Dock näher kommt, nähert sich irgendwann immer jemand, der fragt: „Wohin wollt ihr? Braucht ihr ein Wassertaxi?“ Ich habe den Eindruck, einer der sichersten Jobs hier ist: Wassertaxi fahren. Denn den ganzen Tag lang müssen hier Menschen von Insel zu Insel gebracht werden. Eine Fahrt nach Bocas kostet für Touristen (Stand Februar 2017) 3 Dollar und und bei Nacht 5 Dollar. So gut wie jedes Hostel im Ort hat eine Terrasse über dem Wasser mit Hängematten für die Gäste und einen Steg, an dem die Taxen sofort anhalten können. Direkt an der Anlegestelle für die vielen Boote befindet sich auch die Polizeistation und ein Supermarkt. Dieser wird geführt von der – und ich übertreibe nicht – schlechtgelauntesten Asiatin der Welt. Diese Frau hat den bösen Blick so gut drauf, dass ich das ständige Bedürfnis hatte sie offensiv anzulächeln. Leider ohne Erfolg. Aber ich werde sie und ihre schlechte Laune niemals vergessen.

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Surfen in Bocas del Toro

Wellen Surfen mit karibischem Flair in kristallklarem Wasser – diesen Traum können sich Surfer in Bocas del Toro erfüllen. Allerdings sind die Bedingungen in der Gegend nicht durchgehend so, dass es surfbare Wellen gibt. Als wir in Bocas angekommen sind, gab es erstmal 4 Tage lang gar keine Wellen. Das Meer lag da, wie der perfekte Swimmingpool und ich konnte mir gar nicht mehr vorstellen, dass es jemals anders sein kann. Wir hatten uns gerade an ruhige Nächte gewöhnt, als wir auf einmal davon geweckt wurden, dass laute Wellen direkt vor unserer Hütte an Land klatschten. Der Swell war da. Ich hatte vorher gehört, dass man in Bocas tatsächlich wie ein Pirat surfen kann: Rein ins Boot, hin zur Welle, ins Wasser springen und los. Für einen Bechbreak-Liebhaber und Schisser wie mich, der die Spots in der Region nicht kennt, war das für einen ersten Surftag nach Monaten allerdings keine gute Option. Also haben wir uns ein Board im Ort geliehen und machten eine Wanderung zum Wizard-Beach.

Die Locals hatten uns vorher versichert, dass man nach 15 Minuten dort sei. Wenn man den Weg allerdings nicht gut kennt, ist das Quatsch! Wir waren ungefähr 40 Minuten unterwegs – einmal quer über die Insel durch den Dschungel über einen Trampelpfad. Der Weg ist einsam, etwas gruselig und gleichzeitig sehr besonders: Wir haben zum Beispiel außergewöhnliche Papageien gehört und gesehen. Auf der Insel gibt es außerdem unter anderem Faultiere, Frösche, Brüllaffen und außergewöhnliche Schlangen. Ich bin froh, dass wir mit letzteren keine Bekanntschaft gemacht haben. Als wir am Wizard Beach ankommen, sind wir völlig erschöpft. Die Aussicht hat mich allerdings komplett umgehauen: heller Sand an einem wilden Strand! Im Rücken der grüne Dschungel mit seinen vielen Geheimnissen und vor uns das plötzlich wilde Meer, das eine Welle nach der anderen an Land peitscht. Niemand außer uns hat so früh den Weg bis an diesen Strand unternommen: Der Strand ist komplett leer und ich fühle mich wie im Paradies. Wir rennen ins unwirklich warme Wasser und kämpfen uns durch die Wellen, die heute einen wilden Tanz ohne geordnete Choreographie aufführen: Es sind keine perfekten Bedingungen, aber wir nehmen das Meer wie es ist. Langsam kommen wir wieder in die Surf-Technik rein: Paddeln, Push abwarten, aufstehen… genießen. Nirgends fühle ich mich so wohl wie im Meerwasser.

Facts und Tipps:

  • Fahrt Wassertaxi Bocas Bastimentos kostet 3 Dollar pro Fahrt bei Tag und 5 Dollar, wenn es dunkel ist. Achtung: Angeblich gibt es die ganze Nacht Taxis. Wir mussten morgens um 5:00 allerdings eine halbe Stunde warten bis eins kam.
  • Tolles Café auf Bastimentos: Up in the Hill Coffee Shop and Organic Farm: Café mitten im Dschungel! Der Weg den Berg hinauf lohnt sich sehr: Hier kann man ruhig sitzen, es gibt tolle Limonade und ausgezeichneten Kaffee.
  • Unterkünfte: Bei Airbnb gibt es viele tolle Angebote für Unterkünfte auf Bastimentos direkt am Wasser. Bei Dan haben wir ca. 35 US-Dollar pro Nacht für unsere Hütte mit eigenem Bad gezahlt. Bastimentos eignet sich für alle, die es gern ruhig und entspannt haben und die Natur lieben.
  • Gutes und günstiges Restaurant auf Bastimentos: Chavela Bar & Restaurante – für ein paar Dollar bekommt man hier tolle (Fish-)Burger und gute Drinks
  • Tipp für Trinkwasser: Wenn gerade keine Wasserknappheit herrscht, kann man sich im Ort im Guesthouse von Tio Tom einen Kanister auffüllen lassen. Kosten: 50 Cent
  • Surfen: Besonders für erfahrene Surfer eignet sich die Region Bocas del Toro. Viele Spots sind nur mit dem Boot zu erreichen. Hier gibt es eine Übersicht über Surfspots in Panama. Auf Bastimentos verleihen manche Hostels Surfboards. Diesen Artikel fand ich sehr hilfreich von „Travelonboards“
  • Party: In Bocas-Town wird viel gefeiert. Da gibt es eine Location neben der anderen. Auf Bastimentos im Ort findet man einige Bars. Montags gibt es Live-Musik in Bubba`s bar.
  • Ausflug: Isla Carenero zwischen Isla Colon und Bastimentos ist klein und zauberhaft! Hier gibt es tolle Strände zum Schwimmen, nette Restaurants und wunderschöne kleine Häusschen, wie dieses:
Isla Carenero

Portugal: Die schönsten Surf-Strände an der Algarve

Im kleinen Mietwagen rollen wir über endlose Landstraßen in Richtung Süden. Unser Ziel: Surfen und Ruhe. Irgendwo – am besten im Nirgendwo. Da wo man wirklich seine Gedanken hören kann. In diesem Artikel nehme ich euch mit an die schönsten Strände Portugals.

Das erste Ziel: Ein Eco-Apartment in Carrapateira. Dieser Ort ist so klein, dass man ihn leicht übersieht. Ein paar weiße Häuser und eine Windmühle am Hang – irgendwo im Naturpark Costa Vicentina. Ein kleines Fischerdorf, allerdings nicht direkt am Meer, sondern geschützt durch ein paar Dünen. Unsere Unterkunft liegt an der Straße. Liebevoll eingerichtete Wohnungen – perfekt für Naturliebhaber und Surfer. Hippieflair liegt hier in der Luft – der Vibe von: Was braucht man schon? Ein bisschen Meer, ein paar Wellen, ein Bett zum Schlafen und alles ist gut. Wir schlafen lange, frühstücken ausgiebig und entscheiden uns dann für einen der Strände, um aufs Meer zu schauen oder zu surfen. Ohne Mietwagen ist es schwieriger die Gegend zu erkunden, aber wir haben Menschen kennengelernt, die jeden Tag zu Fuß ein paar Kilometer an den Strand gelaufen sind. Es ist also durchaus möglich. Von hier aus haben wir drei Strände lieben gelernt.

Bordeira

Praia da Bordeira

Was für ein unglaublicher und endloser Strand. Auf den Felsen kann man seine gesamte Schönheit genießen. Das ist der Ort, an dem ich in diesem Urlaub zum ersten Mal Schmerzen in der Brust hatte. – Diese Schmerzen bekomme ich immer dann, wenn ich es zu schön finde. – So schön, dass ich es nicht mehr aushalten kann. Ein wilder Strand, direkt an einem Fluss und der bildet kurz vor dem Meer eine Lagune. Rings herum die rauen Felsen, die einem an der Küste immer wieder begegnen. An diesem Strand ist Platz für alle, die sich hierher verirren: Surfer, Familien, Pärchen… Endlos viel feiner Sand, eine Strandbar, wo man sich Surfboards leihen kann und daneben sitzen zur Sicherheit ein paar Lifeguards. Um ans Meer zu kommen, muss sich jeder die Schuhe ausziehen und durch die Lagune waten. Man muss sich den Strand praktisch verdienen. Geflasht sitze ich hinterher stundenlang im warmen Sand, lasse mir vom Wind das Haar zerstrubbeln und schaue auf das Meer und die Sets, die sich immer wieder den Weg auf uns zu bahnen.

Platz für alle

Facts:

  • Parkplätze (auch für Camper)
  • Strandbar und Surfverleih
  • Lifeguards
  • Platz
  • Lagune

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Praia do Amado

Für alle, denen es an der Praia da Bordeira etwas zu einsam war, ist dieser Surfstrand perfekt. Hier werden alle feuchten Surferträume wahr. Ein langer Strand, umarmt von Felsen und überall Surfer und Camper. Von Strandbars aus, kann man den Profi-Surfern dabei zuschauen, wie sie über die Wellen gleiten. Wir leihen uns ein paar Boards und wollen sofort selbst ins Wasser. Die Lifeguards erklären uns von sich aus, worauf wir im Wasser achten müssen. Das ist mir bis dahin auch noch nie passiert. Wir planschen und paddeln bis uns die Kräfte verlassen. Allerdings sind wir hier nie allein im Wasser – hier lernen immer viele Menschen surfen, da es in der Gegend ein paar Surfcamps gibt. Macht aber nichts, das Meer ist für alle da und ich werde definitiv wiederkommen. An der Praia do Amado riecht alles nach Surfertraum und hier kommen Surfer jeden Levels auf ihre Kosten.

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Facts:

  • Mehrere Surfverleihs und Surfschulen
  • Strandbars
  • Toiletten
  • Lifeguards
  • Parkplätze (auch für Camper)

Praia do Beliche

Als die Wellen an der Westküste zu groß für uns werden, machen wir einen Ausflug in die Region Sagres. Durch einen Zufall halten wir Nahe der Praia do Beliche – „um mal eben einen Blick da runter zu werfen.“ Der Weg zu diesem Strand führt über eine lange Treppe ans Wasser. Man muss ihn sich verdienen. Zwei Minuten später sind wir mehr als begeistert. Denn wenn die Wellen im Westen zu groß werden, sind sie im Süden gerade groß genug für uns: Kleine grüne Wellen, die unaufhörlich an den Strand rollen und vielen Surfern Spaß machen. Leider suchen wir vergeblich nach einem Surfrental und müssen uns eingestehen, dass wir hier nicht surfen werden. – Diesmal nicht. Aber nächstes Mal ganz sicher.

Facts:

  • Parkplatz
  • Strandbar
  • Spot funktioniert nur, wenn die Wellen im Westen sehr groß sind. Wellen brechen allerdings nah am Strand.
Beliche

Etwas weiter nördlich:

Unsere nächste Unterkunft befindet sich ein paar Kilometer weiter in Richtung Norden. Ich gebe zu, wir hatten gedacht, dass es nicht mehr ruhiger werden könnte. Aber auf einmal standen wir vor unserer Wohnung in Rogil. Ein Apartment in einem großen freistehenden Haus auf einem riesigen Grundstück mit See und Blick bis zum Meer. „Es geht doch immer noch besser“, denke ich und tanze über das Gelände. Niemand sonst ist im Haus – wir verbringen vier Nächte in der schönsten Einsamkeit. Zwei Mal pro Tag kommt gefühlt ein Auto vorbei. Das wars. Kurz überlegen wir, ob wir nicht einfach einen ganzen Tag in dieser Unterkunft verbringen sollten. Aber die Sehnsucht nach Wellen war stärker. Diese Strände kann ich jedem weiterempfehlen. Ich bin allerdings auch sicher, dass es an der Küste noch einige mehr gibt, die ich in den kommenden Jahren noch finden muss.

Praia da Amoreira

Dieser Strand ist auch wieder endlos und lang. An einem Surfrental sitzen entspannte Surfmenschen und lassen sich die Sonne ins Leben scheinen. „Warum eigentlich nicht?“, denke ich und träume von meinem Leben am Strand. Heller Sand – soweit das Auge reicht und der Atlantik glitzert so einladend, dass wir immer wieder reinspringen wollen.

Facts

  • Parkplatz
  • Strandbar
  • Surfrental
  • Lifeguard
Odeceixe

Praia de Odeceixe

Dieser Strand hat mir für immer mein Herz gestohlen. Ich bin sicher, an dieser Küste gibt es für jeden einen Strand, der ihm alles geben kann. Bei mir war es bei Odeceixe Liebe auf den ersten Blick. Wenn man am Parkplatz ankommt, sieht man erstmal ein kleines portugiesisches Dorf, das sich an die Felsen klammert. – Ein Ort der eine große Gelassenheit ausstrahlt. Am Ende der steilen Straße beginnt der riesige Strand, der von einem Fluß umgeben ist. Das heißt: Man kann hier surfen, Stand-up paddeln, schwimmen – alles was man will. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten. Besonders für Anfänger ist dieser Strand geeignet, weil es mehrere Sandbänke gibt. Das Wasser schiebt sich also endlos flach auf den Strand zu. So kann man ganz einfach üben die ersten Wellen zu erwischen, ohne endlos im tiefen Wasser paddeln zu müssen. Abends kann man vom Ort oder von einem der ausgezeichneten Fischrestaurants aus den Sonnenuntergang anschauen. Das war bei mir einer der Momente, wo ich mich kneifen musste, um sicherzugehen, dass ich nicht träume.

Facts:

  • Strandbars
  • Toiletten und kalte Duschen
  • Restaurants
  • Parkplätze (auch für Camper)
  • Lifeguards
  • Surfschulen
  • Surfrentals

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Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier

Erfahrungsbericht: Ein Wochenende Wellness im Odenwald

Nimmst du Handtücher mit?“ – „Ne, oder? Wir gehen doch ins Hotel.“ Ich habe nicht viel Erfahrung mit Hotels. In meiner Kindheit waren wir meistens campen – oft auch wild in der Natur in Griechenland, weil das damals noch erlaubt war. Ich habe zwar wenig Erfahrung mit Hotels, sie haben mich aber schon immer neugierig gemacht. Deshalb musste ich unbedingt ein Wellness-Wochenende ausprobieren.

Als eine Freundin und ich ein Wochenende entspannt wegfahren wollten, sind wir beim Suchen im Netz auf das Natur Kultur Hotel Stumpf gestoßen. Und es machte den Eindruck von: Handtücher muss man keine mitbringen. Nur sich selbst, mindestens zwei Bücher und den guten Willen runterzukommen.

Auf den ersten Blick wirken Hotels auf mich immer etwas steril und ungemütlich. Aber die Vorstellung, dass wir uns ein ganzes Wochenende um nichts kümmern müssen außer darum möglichst gut zu entspannen, das klang genial und darauf hatte ich Bock. Als ich dann abends nach der Arbeit im Hotel angekommen bin, dachte ich aber erstmal: Wo bin ich denn hier gelandet? Freitagabend, 22:30 und niemand sitzt mehr in der Bar? Verstörend. Weil ich lange arbeiten musste, haben aber netterweise die Leute an der Rezeption noch extra auf mich gewartet und – wie ich dann erfahren habe – ihren Feierabend extra nach hinten verschoben und mich freundlich begrüßt.

Das Wochenende

Nach einer ruhigen Nacht stürzen wir uns am Samstagmorgen auf das Frühstücksbuffet. Ein bisschen Freizeitstress kommt dann doch leicht auf, wenn es „nur“ bis 10:00 Frühstück gibt. Diese fixen Zeiten in den Hotels haben mich schon immer abgeschreckt, aber ein Wochenende lang kann ich mich darauf einlassen. Am Tisch eine große Kanne Kaffee – extra für uns und dann probieren wir uns dann durch die Auswahl am Buffet: Brötchen, Rührei, Speck, Birchermüsli. Klar: Nach dem zweiten Gang sind wir satt, obwohl der Bock noch für mehr gereicht hätte. Aber es ist gar keine Zeit darüber zu lange nachzudenken. Wir müssen gleich weiter zu unserem Wellnes-Paket.

Also ziehen wir uns im Zimmer die Bademäntel, die vom Haus gestellt werden, an und los: Zuerst bekommen wir eine Seifenbürstenmassage: Dazu legst du dich auf eine Art Wanne und wirst komplett mit einem Bürstenhandschuh mit Seife abgerieben. Das ist ganz angenehm, denn du hast das Gefühl, dass endlich mal alle überflüssigen Hautschuppen abfallen. Danach gibt es für uns noch eine Öl-Ganzkörpermassage. Ich liebe Massagen! Auf Bali haben wir uns gefühlt durch das komplette Massageangebot von Kuta gewühlt und gemerkt, dass es große Unterschiede gibt. Meine letzte Massage vor dem Wellnesswochenende habe ich allerdings von einer Asiatin hier in Karlsruhe bekommen, die so fest zugreifen konnte, dass selbst meine Verspannungen sich gelöst haben. Das ist eine Kunst! Damit will ich sagen: Was Massagen angeht, bin ich anspruchsvoll. Im Wellnesshotel hatte ich extra mit der Mitarbeiterin vereinbart, dass ich mir eine möglichst starke Massage wünsche.

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Diese Massage war gut und solide. Ich war hinterher entspannter als vorher, aber sie hat in mir nicht diesen „Wow-Effekt“ ausgelöst. Trotzdem: Wenn jemand so eine ganze Stunde dafür sorgt, dass du runterkommst, dann finde ich das sehr genial. Danach verbringen wir den Nachmittag im Wellness-Bereich: Wasser – Dampfbad – Dusche – Lesen – Schlafen – Whirlpool… und wieder von vorne. Endlich schaffe ich es wieder eins der Bücher der großartigen Isabel Allende zu lesen. Dazu komme ich im Alltag einfach viel zu selten.

Am Abend werfen wir uns dann doch einmal in Straßenklamotten, um uns beim Vier-Gänge-Menu nicht zu blamieren. Im Restaurant war unser Platz schon mit einem Kärtchen reserviert, an den anderen Tischen einige ältere Paare, die aussehen, als wäre das ihr romantisches Highlight im Jahr. Dann geht es los: Als erstes gibt es eine kleine Portion Tomate, Mozzarella. Der Käse ist so fein geschnitten, wie ich es zu Hause nie hinbekomme.

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Danach kommt eine fantastische Suppe und dann der Hauptgang: Wir können auswählen und ich als alter Fisch-Fan entscheide mich natürlich für den Lachs. Dazu gibt es fein drappiert Couscous und grünen Spargel. Als ich denke, dass es nicht besser werden kann, kommt der Nachtisch: Ingwer-Creme-Brulée. Wow. Ich liebe ausgefallene Küche und das begeistert mich wirklich. Dazu trinken wir Sekt und Wein und hinterher schlafen wir wie zwei be-wellnesste müde Kinder. Tief und fest.

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Der Hauptgang: Lachs, Spargel und Couscous

Der Sonntag startet sogar noch entspannter als der Samstag, weil es da traditionell in dem Hotel Brunch bis 12:00 gibt. Mit kalten und warmen Speisen und allem, was einem einfallen könnte: Von Tiramisu, über Müsli bis hin zu Spätzle, Weißwürsten und einem Mitarbeiter, der einem sein Rührei extra so zaubert, wie man es gerne möchte – toller Service und lecker.

Nach dem Brunch legen wir uns wieder in die Wellness-Oase und stehen nur auf, um uns im Pool abzukühlen oder in die Sauna zu gehen. Und zwischendrin tun wir ganz viel nichts. Ich kenne keine Langeweile und einfach mal nichts machen können, ist ein großartig.

So ein Wochenende ist ein Geschenk

Das Wochenende war wirklich besonders, ein kleines Geschenk für mich selbst – vor allem, weil ich so etwas noch nie gemacht hatte. Ich war hinterher ruhig und entspannt. – Und gerade in solchen entspannten Momenten, wenn ich gute Gespräche mit einer Freundin führen kann, komme ich auf viele neue Ideen und es tun sich andere Wege auf. Das ist erfrischend für das eigene Leben und in gewisser Weise ist es wie ein Mini-Urlaub, in dem man mal kurz innehalten und die Perspektive wechseln kann. Läuft gerade alles so, wie es soll? Was wünsche ich mir eigentlich? Was könnte anders laufen und an welchen Stellschrauben muss ich drehen, damit ich dahin komme?

Das war ein tolles Wochenende im Hotel – ich glaube aber im Grunde kann man genauso runterkommen, wenn man ein Wochenende in der Natur zeltet. Wichtig ist nur: Nichts vornehmen, Ruhe passieren lassen und sein. Und schon ist alles gut.

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Die Daten:

Natur Kultur Hotel Stumpf, Zeilweg 16, 74867 Neunkirchen

  • Vier Sterne
  • Wellnessbereich mit Pool, Sauna, Whirlpool und Dampfbad
  • Ruheraum
  • Hotel Stumpf
  • Wir haben ein Paket gebucht: Unser „Romantikwochenende“ hat 188 Euro pro Person gekostet. Darin enthalten: Zwei Übernachtungen, Frühstücksbuffet, 4-Gänge-Menu am Abend, Übernachtung im Doppelzimmer (Da ich Freitag so spät angereist bin, konnten wir das zweite Abendessen auf Sonntag verschieben.) Dazu haben wir ein Massagepaket gebucht.

Wir haben alles selbst bezahlt. Das war keine Einladung des Hotels oder eine ähnliche Kooperation.

Tipps: Meine Lieblingscafés in Berlin

Städtetrips klingen für mich schnell nach Stress und viele Sehenswürdigkeiten „abarbeiten“. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Wenn ich reise und neue Ecken kennenlerne, setze ich mich immer wieder gern hin, denke über das Gesehene nach und trinke viel Kaffee. Hier habe ich euch meine Lieblingscafés in Berlin zusammengefasst.

Jeder einzelne Besuch in einem dieser Cafés ist für mich wie der Besuch einer Sehenswürdigkeit für viele andere – nur viel entspannter: Ich sitze da, genieße einen oder zwei Kaffee, schaue mir die Menschen an und träume vor mich hin. In diesen Momenten habe ich oft die besten Ideen: Cafés inspirieren mich.

Da sitze ich dann auf einem wackeligen Stuhl, zwischen Menschen – auf dem Tisch ein Latté, in der Hand die Zeitung. Manchmal mit Musik im Ohr, manchmal einfach so. – Gerne auch mal mit mir alleine, um nachzudenken. In Berlin treffe ich aber in den vielen zauberhaften Cafés vor allem gern meine Freunde, die dort leben – oder die, die gerade zufällig auch in der Hauptstadt sind. Das bedeutet für mich Urlaub: Zeit haben, um in Cafés zu sitzen und neue kennenzulernen.

Die besten Cafés zum Frühstücken:

Café Anna Blume – Prenzlauer Berg

Anna Blume ist kein Geheimtipp: Am Samstagmorgen bildet sich im Sommer eine Schlange um einen Platz draussen auf der Terrasse zu bekommen. Aber das Warten lohnt sich! Dieses Café ist berühmt für seine Frühstücksetageren und das zurecht: Dieses gemischte und wunderschön angerichtete Frühstück gibt es für zwei oder vier Personen und da ist wirklich alles dabei: Käse, Wurst, verschiedene Pasten, Obst, getrocknete Tomaten, Oliven und Ei. Das perfekte Frühstück, wenn man sich dafür Zeit nimmt. Allerdings ist der Kaffee hier eher durchschnittlich.

Kollwitzstraße 83, 10435 Berlin

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Factory Girl – Mitte

Von außen fallen schon beim Blick durchs Fenster die schönen alten, zusammengewürfelten Möbel auf: Es gibt hier kleine Tische um mit der besten Freundin zu sitzen und einen großen Tisch, der auch als „Gossip Table“ bezeichnet wird. Hier kannst du dich mit anderen Menschen zusammenfinden. Hier gibt es geniale Ei-Variationen zum Frühstück und das – wie es sich gehört – den ganzen Tag lang. Mir hat das Rührei mit Tomate und Rucola besonders gut geschmeckt.

Auguststraße 29, 10119 Berlin

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Keyser Soze – Mitte

Ein helles Café an einer Ecke in Mitte. Hier haben wir mehrere Stunden gefrühstückt und uns durch die Speisekarte probiert. Es gibt verschiedenste Variationen mit Pfannkuchen, Rühreiern mit Speck oder Lachs und klassische Frühstückskombinationen. Leider gibt es hier keinen Barista-Kaffee. Frühstück gibt’s dafür aber bis 18:00.

Unsere Ausbeute im Keyser Soze

Tucholskystraße 33 / Ecke Auguststraße
10117 Berlin-Mitte

http://www.keyser-soze.de

Nah am Wasser gebaut – Neukölln

Direkt am Kanal am Kiehlufer befindet sich dieses liebevoll eingerichtete Café. Hier gibt es sogar eine Schaukel, auf der man seinen Kaffee genießen kann! – Außerdem viel massives Holz, bunte Fenster und ein Klavier. Hier habe ich den grünen Smoothie probiert, der frisch zubereitet wurde und fantastisch geschmeckt hat. Es gibt aber auch eine große Frühstückskarte.

Kiehlufer 55, 12059 Berlin

 


Caffeggiando – Neukölln

Ein typisch italienisches Café mit bestem Cappuchino. Hierher kommen viele Italiener und trinken ihren Espresso – auch das macht die besondere Stimmung aus. Das Café selbst ist klein, besonders gut sind die Plätze draussen mit Blick auf die vorbeilaufenden Menschen. Zum Frühstück gibt es hier unter anderem leckere Bagels mit Lachs. Und das Preis-Leistungsverhältnis ist super.

Anzengruberstraße 19, 12043 Berlin

Und hier kann man nachmittags gut Café trinken und etwas naschen:

Godshot – Prenzlauer Berg

Der Café im „Godshot“ ist ein Gedicht! Eigentlich ist der Laden eher klein und unauffällig, mit orangen Stühlen vor der Tür – aber diese Latté-Kreation im Barista-Style kann sich sehen und schmecken lassen. Mein absoluter Lieblingskaffee bisher in Berlin. Hier kann man auch einen Barista-Kurs machen. Das steht auf jeden Fall noch auf meiner „To do-Liste“. Hier noch die Info von der Internetseite dazu, warum der Laden „Godshot“ heisst. Es geht um den perfekten Espresso: Wenn unter besten Voraussetzungen alle Faktoren optimal zusammen wirken und den perfekten Geschmack ergeben, so spricht der Barista von einem Godshot.“

Immanuelkirchstraße 32, 10405 Berlin

https://www.godshot.de/

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Bonanza Coffee Heroes – Prenzlauer Berg

Vor oder nach einem Besuch im Mauerpark bietet sich eine Pause bei den „Bonanza Coffee Heroes“ an. Es ist ein typisches Berliner Hipstercafé: An der Theke steht meistens ein Typ mit Schnurrbart, der Innenraum ist archaisch und gleichzeitig modern im industrial Style eingerichtet und draussen stehen breite Bänke. Ich mag diesen Style sehr und der Kaffee ist wirklich fantastisch: Hier gibt es Latté im Barista-Style, wie ich ihn liebe. Besonders günstig ist dieses Café allerdings nicht.

Oderberger Str. 35, 10435 Berlin

http://bonanzacoffee.de/

Ostfee – Prenzlauerberg

Schönes Ambiente mit alten Möbeln und Sesseln. Man kann nah am Fenster sitzen und beim Blick auf die ruhige Straße Kaffee und vor allem Waffeln genießen. Die sind sehr lecker dort.

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Oderberger Str. 39, 10435 Berlin

Cozys – Friedrichshain

Hier kommst du dir auch vor wie in Stylish-hausen. Sehr geschmackvoll eingerichtet ist dieses Café: Die Steinwand ist weiß gestrichen und man sitzt an massiven Holztischen, auf einfachen Stühlen. – Leider keine Sessel, aber es gibt ein Sofa. Der Kaffee schmeckt hier wirklich ausgezeichnet und ich empfehle jedem den Crumble: Streusel, Apfel und Rhabarber – ein Gedicht. Auch hier gibt es Superfood-Smoothies. Ich habe den Eindruck danach sind noch immer alle verrückt in Berlin. An der Theke steht immer frisches Wasser für zwischendurch.

Kaffee plus Crumble gleich Foodheaven

Gabriel-Max-Str. 15a, 10245 Berlin

Nostalgie: Einmal frühstücken im Diner von O.C. California

Es ist mein cheesy Mädchenherz was da hin und wieder nostalgisch wird. Ich habe die Serie O.C. California verschlungen! Als ich angefangen habe unseren Roadtrip durch Kalifornien zu planen, war für mich klar, dass ich mindestens einen echten Drehort aus der Serie O.C. besuchen will. Was passt da besser als ein Besuch im Diner aus der Serie? Ich finde: Nichts!

Beste Aussicht Kaliforniens

Surfboards und Zuckerwatte

Die Magie der Serie O.C. besteht für mich darin, dass die Serie im Urlaubsparadies gedreht worden ist. „Wenn das Kalifornien ist, dann muss ich da mal hin“, dachte ich. Sandy kommt vor oder nach der Arbeit von einer Surfsession nach Hause und Seth hat natürlich ein Longboard. Ryan wohnt im Poolhouse – wie der Name vermuten lässt mit Blick auf den klaren, blauen Pool. Und wenn Seth, Summer, Ryan und Marissa mal Hunger haben, dann geht’s ins Diner auf dem Pier, denn da gibt es die besten Chili Cheese Fries und dazu einen Milkshake. Natürlich überhaupt nicht gesund, klingt auch als könne einem davon schlecht werden – aber es hat auch was. Der Blick aus dem Fenster des Diners geht natürlich – wie soll es auch anders sein – direkt auf’s Meer. Bilder von Sonne, Strand, Surfern und Meer haben sich auch lange nach dem Ende der Serie noch in mein Gedächtnis gebrannt. Ein Wattebausch von vier Menschen, die noch nicht erwachsen werden wollen, nach dem Sinn des Lebens suchen und ihn mehr oder weniger, naja wohl nur zum Teil finden. (Wie so viele von uns) Für immer geblieben ist natürlich das Bild von den vier Freunden im Diner.

In der Nähe: Reiche Leute Gegend Balboa Island

Da können wir auch sitzen – einfach so!

Es war ein kleiner Glückstag, als ich herausgefunden habe, dass es das Diner aus der Serie wirklich gibt. Es ist keine sterile Filmkulisse in irgendeinem Studio in Hollywood. Es ist einfach ein ganz normales Diner auf einem Pier. Ein bisschen enttäuschen muss ich euch allerdings schon: Es befindet sich nicht auf dem Pier von Newport Beach, sondern in Redondo Beach. – Es liegt also deutlich näher an Los Angeles als Newport Beach selbst. – War wohl praktischer für die Dreharbeiten.

Das Diner von außen

Auf dem Weg von Venice nach Newport Beach kamen wir da ziemlich genau vorbei. Ich war aufgeregt wie früher an Weihnachten: Wird es da wirklich so aussehen wie in der Serie? Hoffentlich schmeckt es da und mein Nostalgieherz wird nicht enttäuscht. Haben sie vielleicht inzwischen umgebaut und die Sitze sind nicht mehr dunkelgrün und einmal dreiviertel um den Tisch herum? Hoffentlich nicht!

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Der Pier selbst ist alt, aus Holz – etwas abgegessen, aber stylish. Auf den großen, tragenden Balken sitzen Pelikane und sonnen sich. Daneben stehen ein paar ältere Männer und angeln. Und da ist es auch schon: blau auf gelb leuchtet das große Schild mir entgegen! Der „Redondo Coffee Shop“ hat den besten rundherum-Blick auf das Meer. Ich kann es nicht wirklich fassen, dass das Diner einfach so da ist. Ganz natürlich – als hätte es auf uns gewartet.

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Im Redondo Coffee Shop ist die Zeit stehen geblieben.

Zumindest sieht es da drinnen so aus. Erinnert ihr euch noch daran als Ryan und Seth versuchen durch den Hinterausgang zu verschwinden, weil Marissas Noch-Freund Luke mit seinen Freunden am Tisch neben dem Eingang sitzt? – Und die zwei Schiss haben, dass er sie verprügelt? Genau diese Bilder hatte ich vor Augen, als ich im Laden stand. Ich habe mich im Kreis gedreht und einen Tisch ausgesucht. Sogar die Speisekarte erinnert an die Serie.

Amerikanisches Frühstück: Viel Fett!

Wir sind allerdings zum frühstücken da, ich habe nicht wirklich Lust auf Pommes mit Milkshake. Also bestellen wir ein großes amerikanisches Breakfast: Coffee, Buttermilk-Pancakes mit Sirup, Egg, Bacon und Toast. Ja, wir hatten Hunger. Und vor allem Bock. Auch wenn es nicht der Ort wäre, wo O.C. gedreht worden ist: Das ist ein tolles, typisch amerikanisches Diner mit fantastischem Ausblick aufs Meer. Für mich ein absoluter Must-Stop auf dem Weg die Küste Kaliforniens entlang. An der Wand des Diner hängt übrigens sogar ein Beweisbild: Eine Autogrammkarte mit Bild der Hauptdarsteller der Serie.

Der Unterschriften-Beweis im Diner: Autogramme der O.C.-Stars

Warum bleibt O.C. genial?

Ich frage mich manchmal was diese Serie auch Jahre später noch so großartig für mich macht. Vielleicht ist es, weil ich inzwischen selbst surfe und sie nochmal mit anderen Augen sehe? Oder weil ich jedesmal laut lachen muss, wenn Julie Cooper wieder übertrieben fies und doch so ein genial gezeichneter Charakter ist? Vielleicht auch, weil Sandy der Vater ist, den wir uns heimlich alle wünschen, weil er immer auf unserer Seite sein würde? Oder weil Seth Cohen der eigentliche männliche Star der Serie ist, weil es durchaus ok ist, wenn Männer Gefühle zeigen, manchmal albern sind und gleichzeitig liebenswert und sarkastisch.

Am Ende ist es aber wohl das was uns die Serie über das große Glück lehrt: Du kannst auch in einer Hollywood-Kulisse leben und Kohle haben – Das allein macht eben doch nicht glücklich. Ein Kaffee im Redondo Beach Coffee Shop allerdings schon – für einen Moment.

Fröhlich.

 

Adresse für andere Fans oder Menschen, die einen guten Frühstücksort in Kalifornien suchen:

Redondo Coffee Shop

141 Fishermans Wharf, Redondo Beach, CA 90277, Vereinigte Staaten

Wir waren im September 2014 da

Fotos: Raphael Timm