Honeymoon Shooting: So findet den passenden Fotograf für die kanarischen Inseln

Nach der Hochzeit sind Fotos aus dem Honeymoon ein unvergessliches Andenken. Aber normalerweise steht bei uns im Urlaub immer einer hinter der Kamera. Und die einzigen Bilder von uns beiden sind Handy-Selfies. Deshalb haben wir uns in den Flitterwochen in Gran Canaria und Sri Lanka zwei Shootings mit großartigen Fotografen gegönnt. Heute verrate ich euch, wie ich unseren Fotograf auf Gran Canaria gefunden habe.

Diesen einen Wunsch wollte ich uns unbedingt erfüllen: Hochzeitsfotos am Strand. Mit Brautkleid an einem dieser Lieblingsorte in der Welt. Raphael und ich reisen viel – wie ihr wisst. Deshalb war es ein riesiger Traum von mir, Bilder am Strand von uns zu haben. Natürlich mit Hemd, Blumenkranz und Brautkleid. Nach der Hochzeit wollte ich es unbedingt mit auf die Reise nehmen.

Und ich kann sagen: Es gibt so geniale Fotografen da draussen. Solche Shootings können süchtig machen. Nachdem ich völlig geflasht war von unserem Fotoshooting in Maspalomas, Gran Canaria stand für mich fest: Auch bei unserer Backpacker-Tour durch Sri Lanka soll es ein Strandshooting mit Fotograf geben. Dazu an anderer Stelle mehr. Beide Male haben wir tolle Erfahrungen gemacht. Beide Fotografen habe ich via Instagram gefunden.

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Wie finde ich einen passenden Fotografen für mein Honeymoon-Shooting?

Für diese Suche habe ich mich kreuz und quer durch Instagram geklickt. Das ist die perfekte Plattform für die Suche, da die meisten Fotografen ihre Arbeiten regelmäßig dort teilen. Du siehst also sofort, ob dir der Stil des Fotografen gefällt. Bei der Recherche habe ich festgestellt, dass die Unterschiede wirklich riesig sein können. Und obwohl viele Fotografen handwerklich top sind, gefallen mir ihre Bilder trotzdem nicht unbedingt. Gerade bei Paarfotografie gibt es riesige Unterschiede. Und dann sollte der Fotograf auch noch an dem Ort verfügbar sein, wo wir Urlaub machen. Das schränkt die Auswahl natürlich ein.

Wie funktioniert die Suche bei Instagram?

Bei der Suche bei Instagram helfen Standort und Hashtags. Bevor es für uns nach Gran Canaria ging, habe ich also nach Hashtags wie #photographergrancanaria #grancanaria oder #grancanariawedding gesucht. Und nach den Orten, die mir dort gefallen haben. Wie die Dünen von Maspalomas. Und darüber habe ich den Fotografen Aljosa Petric gefunden. In seinem Profil stand aufgelistet, wohin er in den kommenden Wochen reisen wird. Nachdem ich alle seine Bilder geliked hatte, habe ich ihm eine Anfrage geschickt. Darin habe ich nach dem Preis gefragt und ob er in unserer Urlaubswoche noch Kapazitäten hat. Und wir hatten Glück!

Er hatte Zeit und sein Angebot hat uns überzeugt. Für alle Fälle hatte ich zwar noch eine Liste mit weiteren Fotografen angelegt. Aber die Fotos von keinem davon haben mir im Ansatz so gut gefallen wie Aljosas. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass es geklappt hat. Daraufhin haben wir uns per email zu einem Sunset-Shooting in Maspalomas verabredet.

Honeymoon Shooting

Brautkleid im Koffer

Bei manchen Airlines kann man sein Brautkleid ohne Aufpreis mitnehmen. Bei Tuifly haben wir für das Kleid einen weiteren Koffer hinzugebucht. Darin konnte ich das Kleid und den Reifrock unterbringen – mehr allerdings nicht. Denn ich wollte es natürlich nicht quetschen. Vorsichtig habe ich es einmal gefaltet und die Volants zusammengelegt, damit es sicher verstaut ist. Auf der Insel angekommen, habe ich das Kleid auf seinem Bügel an die Küchentür gehängt. So konnte es sich bis zum Shooting ein wenig ausbreiten. (Inklusive dreckigem Saum, den es von der Hochzeit hatte. Denn ich habe es erst nach der Reise reinigen lassen.) Zwischendurch habe ich es in den Wasserdampf im Badezimmer gehängt. Dadurch wird das Kleid ein wenig gedämpft und Falten verschwinden.

Am Tag des Shootings haben wir uns in unserer Ferienwohnung gestylt: Natürlich ganz allein – ohne professionelle Hilfe. Das war echt aufregend! Meinen Blumenkranz und die Haare musste ich ca 10 mal stecken bis ich zufrieden war. Raphael hatte es da deutlich leichter. Für ihn hatten wir eine dunkelblaue Stoff-Hose gekauft. Dazu hat er sein Hochzeitshemd und die dazugehörige Krawatte getragen. Er sah ganz wundervoll aus! Nach dem Styling haben wir uns in den gemieteten Mini-Fiat gequetscht und sind nach Maspalomas gefahren. Dem Sonnenuntergang entgegen.

Gran Canaria Shooting

Shooting in den Dünen

Für unser Shooting in den Dünen von Maspalomas hatten wir zwei Stunden Zeit. – Bis die Sonne weg war. Ich hatte vorher großen Respekt vor dem Shooting. Denn Aljosas Bilder strahlen Liebe aus. Er kann Gefühle zwischen zwei Menschen einfangen, wie es fast keiner sonst kann. Ich habe mir vor allem Sorgen gemacht, dass wir keine guten „Models“ sein würden. Dass wir es nicht hinbekommen, so gefühlvoll als Paar zu performen. Schließlich stehen wir eher selten vor einem Fotografen. Aber die Sorge war wirklich unbegründet. Ein guter Fotograf schafft es, dass man sich wohlfühlt vor der Kamera. – Dass echte, ungestellte Momente entstehen. Und das sind meiner Meinung nach die schönsten Fotos und die besten Andenken an eine Reise.

Die Zeit während des Shootings verging wie im Flug. Wir liefen durch die wunderschönen Dünen – durch den Sand. Mit dem Kleid habe ich mich nochmal wie eine richtige Prinzessinnen-Braut gefühlt. Aber ein wenig surreal war das schon: In diesem Kleid im Urlaubsparadies. Raphael und ich haben getanzt und rumgetollt. Haben im Sand gesessen und sind gerannt. Sogar in die Brandung des Meeres sind wir gelaufen, wo eins meiner liebsten Bilder entstanden ist. Das Kleid kann schwimmen!

Der Weg durch die Dünen ist wirklich weit – vor allem im Brautkleid. Ich habe kiloweise Sand mitgeschleppt auf dem Rückweg. Die nasse Schleppe wurde immer schwerer. Aber ich war voller Freude und Adrenalin, weil die Zeit in Maspalomas so wundervoll war. Immer wieder habe ich kurz zum Meer geschaut und konnte nicht fassen, dass wir wirklich an diesem märchenhaften Ort waren. Falls wir in ein paar Jahren unser Eheversprechen erneuern wollen, dann machen wir es bestimmt dort.

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Nicht planbar: Das Wetter hat perfekt mitgespielt

Das Wetter an jenem Tag war perfekt: Es waren ca 23 Grad und es gab ein paar Wolken am Himmel. Das Licht war wunderbar. Falls ihr selbst gerne fotografiert, wisst ihr wie wichtig das Licht für schöne Bilder ist. Zwei Wochen nach dem Shooting haben wir alle bearbeiteten Bilder bekommen. Und ich war unendlich begeistert! Eins der Bilder hängt groß bei uns im Wohnzimmer. Und mit den anderen haben wir ein echtes Fotoalbum gemacht. Ein Buch voller Lieblings-Kitsch-Momente.

Falls ihr Bilder ebenso liebt wie wir, kann ich euch ein Shooting mit einem wundervollen Fotografen wie Aljosa nur ans Herz legen.

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Fotos: Aljosa Petric

Teil 1 – Roadtrip Kalifornien: Alleine reisen als Frau

Vom Fernweh gepackt, buche ich eine Reise nach Kalifornien. Hinflug nach San Francisco und zurück geht es von Los Angeles. Ich möchte nicht mehr warten bis irgendwer Zeit hat. Reisen kann ich. Warum also nicht mal ganz alleine? Ich will und gleichzeitig habe ich eine Scheißangst. Ein Klick auf „Buchung abschließen“ und während aus der fixen Idee ein Plan wird, fängt mein Herz an zu klopfen. Ich miete ein Auto und mache einen Roadtrip. Und – Spoiler – es war der Hammer!!! Hier gibt es meine Tipps für alle, die auch mit dem Gedanken spielen.

Von San Francisco nach Santa Cruz

Soll ich? Kann ich? Will ich? Vor der Reise schlagen die Gedanken Purzelbäume. Und tausend und ein Zweifel macht sich breit. Die Angst krabbelt den Nacken hoch. „Da wollen wir doch mal sehen, ob ich alleine reisen kann“, denke ich und steige ins Flugzeug. Meine Knie zittern wie damals als ich in eine neue Klasse kam. Unbekanntes Terrain. Dabei bin ich schon so oft geflogen. Nur noch nie so. Auf eine Reise ins Ungewisse. Allein.

Wie unpraktisch, dass ich in den letzten Jahren Flugangst bekommen habe. Seitdem bin ich nicht mehr alleine geflogen.

Als das Flugzeug in Richtung Himmel rast, pocht mein Herz so laut, dass ich denke: Das muss jeder hören um mich herum. Der Boden vor mir hebt sich. Es geht los. Meine Hände sind nass und kalt – voller Schweiß. Ich atme langsam ein und aus. Und versuche mir einzureden, dass alles gut wird. Dass fliegen tausend mal sicherer ist als Auto fahren. Dass alle anderen es auch hinbekommen. Und muss gleichzeitig lachen. Alle anderen… Was macht das schon? Es bedeutet nichts. Meine Angst gehört zu mir.

Die Anschnallzeichen gehen aus und auf einmal macht sich Vorfreude breit. Auf geht’s: Rotwein, ein paar Liebesfilme. Und das Abenteuer geht los. Allein. Mit mir.

Mission Dolores Park

Ans Meer mit dem Mietwagen

Mein Lyft-Fahrer setzt mich vor dem Mietwagen-Verleih ab und ich verabschiede mich betont cool. „Fake it until you make it,“ hatte mir meine Freundin zum Abschied mit auf den Weg gegeben.

Wird schon. Muss schon. Geht schon. Wird schon.

Bin ich denn schon soweit?

Das Datum der Mietwagen-Buchung schreit: Ja! Das Auto ist fest gebucht und wartet. Mir ist kotzübel als ich alleine ins dunkle Parkhaus geschickt werde, um das Auto abzuholen.

Ich drücke auf den Zündschlüssel und warte. Und ein weißer Toyota Corolla leuchtet auf und sagt: „Hi! Ich bins. Dein Begleiter für die kommende Woche.“ „Tach – du bist aber groß, dude.“ Denke ich und hiefe meinen Koffer in die Limousine.

Ich werfe das Navi auf meinem Handy an. Meine Beine zittern, als ich losfahre. Im gemütlichen Schneckentempo verlasse ich San Francisco. Und mache mich mit dem Auto vertraut. Hügel rauf. Hügel runter. Immer weiter in Richtung Meer. Die Stadt kommt mir unendlich vor. Groß und unbekannt. Viele Locals überholen mich. Ich habe vor allem ein Ziel: Raus aus der Stadt und keinen Unfall bauen. Für mehr habe ich in diesem Moment keinen Kopf.

Nach einer Stunde wird es leerer auf den Straßen. Und entspannter. Vor mir verteilt sich Dunst und Nebel. Und auf einmal sehe ich vor mir das Meer.

Ich mache eine kleine Pause auf einem Parkplatz, schaue den Möwen zu und auf einmal ist die Angst wie weggeblasen.

Das ist es! Deshalb bin ich hier. Salz in der Luft, weite Sicht, raue Wellen und Freiheit.

Ich nehme den berühmten Highway 1 nach Santa Cruz und werde auf der Reise am Meer bleiben solange es geht. Denn weiter in Richtung Süden ist die Küstenstraße leider gesperrt: Bauarbeiten.

Kalifornien

Strand Santa Cruz Kalifornien
Santa Cruz

Unterkunft in Santa Cruz

Ich wohne in Santa Cruz bei Familie Twohig, die in ihrer Villa ein Zimmer bei Airbnb vermieten. Im großen Haus wohnen Großmütter, Eltern und Sohn Tio. Die Twohigs sind selber viel unterwegs und durch ein Jahr durch Europa gereist. Sie teilen meine Faszination fürs „Unterwegs sein“ und werden in diesen Ferien selber noch mit dem Auto einen Roadtrip durch die USA machen.

Surfcity Santa Cruz

Santa Cruz ist eine Stadt, die sich wie ein Dorf anfühlt. Gemütlich und entspannt. Es fühlt sich an, als sich ob der Surf-Vibe über die Stadt gelegt hat, wie eine gemütliche Decke. Stress muss leider draussen bleiben. Und Hektik auch.

Ich liebe diese Stadt seit ich 2014 schon einmal hier war. Und doch kommt sie mir verändert und neu vor, als ich durch die Straßen laufe. Was ist anders? Santa Cruz oder ich?

Meine Wahrnehmung ist scharf und genau. Ich sehe jede kleine Blume am Straßenrand. Immer wieder halte ich an und mache Fotos auf meinen langen Spaziergängen in die Stadt.

Santa Cruz Beach Broadwalk
Beach Boardwalk

Mein Weg führt mich über eine alte Eisenbahnbrücke bis hin zur Kirmes: Den Santa Cruz Beach Boardwalk. Amerikanischer Strand-Kitsch, wie ich ihn liebe. An jeder Ecke wird Zuckerwatte verkauft, Twinkies, Hot Dogs und Pommes. Es gibt ein Kettenkarussel, eine Schiffsschaukel und eine alte Holzachterbahn.

In Kalifornien beginnen gerade die Sommerferien. Viele Familien lassen sich auf dem Gelände der Kirmes treiben und feiern die Ferien am Strand. Obwohl es nur 20 Grad warm ist, rennen die Kinder ins Meer. Ich bewundere sie. Und freue mich, dass ich Zeit habe, ihnen zuzusehen.

Kalifornien California Santa Cruz

Kalifornien Roadtrip
Santa Cruz Beach Boardwalk

Pause für den Stress im Kopf

Im Alltag habe ich oft Stress im Kopf. Und Druck und Hektik. Ich denke ich müsste mal eben dies und jenes. Ich müsste und sollte.

Und all das ist auf einmal weg. Vor der Reise hab ich mich gefragt: Wie wird es sich wohl anfühlen alleine am Strand zu sitzen. Den Kopf in den Wind zu halten. Oder rumzulaufen. Und alles alleine entscheiden zu müssen. Und als der Moment da ist, fühlt es sich richtig und leicht an. Unerwartet perfekt.

Stundenlang laufe ich umher und merke auf einmal, dass es schon 14 Uhr ist. Ich habe bisher nicht gefrühstückt – und es nicht vermisst. Ich überlege woher ich wohl um diese Zeit noch Frühstück bekomme und stehe auf einmal an einem mexikanisches Restaurant. Tacos! Das ist es. Wozu frühstücken, wenn ich gleich Tacos essen kann?

Selbstgemachte grüne Sauce mit Chili tropft herunter und ich frage mich, wann ich zuletzt so gut und entspannt gegessen habe. Es scheint eine Ewigkeit her zu sein. Welch eine Geschmacksexplosion in meinem Mund. Wie habe ich das vermisst!

Im nächsten Teil nehme ich euch mit nach Cambria und Pismo Beach

Santa Cruz Beach

Santa Cruz Beach Broadwalk

Costigliole d’Asti: In den Weinbergen von Piemont in Italien

An den Stränden Italiens ist es wunderschön. – Aber im Hochsommer einfach zu voll für meinen Geschmack. In diesem Jahr probieren wir etwas Neues aus und fahren nach unserer Woche in Pettenasco in die Weinberge Norditaliens: nach Piemont. Eine Woche verbringen wir in Costigliole d’Asti und verbinden Urlaub mit Arbeit: In einem Airbnb mit großer schattiger Terrasse.

Die Straßen werden schmaler und mein Puls steigt. „Hoffentlich kommt uns hinter der nächsten Ecke kein LKW entgegen und hoffentlich kommen wir bald an. Und hoffentlich…“ die Gedanken drehen sich im Kreis. Um uns herum wird es immer grüner. Das Auto klettert die Hügel hinauf und lässt Weinberge links und rechts liegen. Hier war ich noch nie: In den Weinbergen von Piemont in Norditalien. Wir kommen an einer Villa vorbei und ein paar Meter später erreichen wir das Ziel: Unsere Unterkunft mitten im Grünen.

Costigliole Piemont Italien

Alba Norditalien Piemont

Die Unterkunft: Das Airbnb „La Luna e lo Stagno”

Über Airbnb habe ich das Zimmer bei Owen und seinem Mann Claudio gefunden. Es befindet sich im ersten Stock von einem alten Bauernhaus auf einem Hügel in Piemont. Der Teil des Hauses in dem wir wohnen steht hier wohl schon seit 1860. Die beiden haben das Haus renoviert und mit Liebe zum Detail eingerichtet. Das ist mir schon vorher auf den Bildern im Netz aufgefallen. In Realität ist es noch viel schöner!

Kühle Fliesen, helle Vorhänge: Grau, braun, beige – alles in angenehm-erdigen Farben. Es gibt ein helles Badezimmer mit Blick auf den Weinberg, einen kleinen Schreibtisch und ein ganzes Ankleidezimmer. Das Bett ist total weich und gemütlich – man merkt, dass hier der Amerikaner Owen am Werk war. Und gleich neben unserer Unterkunft ist die schattige Terrasse: Früher war das mal ein Raum. Aber die Hosts haben ein offenes Wohn- und Esszimmer mit Küchenecke daraus gemacht und der Blick auf die Berge ist frei. Wunderschön!

Airbnb Piemont Asti
Unser Zimmer

Übrigens: Owen und sein Mann vermieten noch ein zweites Zimmer in dem Haus, das auch wunderschön ist. Darin steht sogar noch ein Bett mehr. Es gibt allerings keinen Schreibtisch.

Raphael schreibt diesen Sommer seine Abschlussarbeit und ich werde an meinen Hochzeitsreden arbeiten. Deshalb haben wir diese Unterkunft gewählt. Unsere Kriterien waren: Schatten, Platz, ein gemütliches Bett und Internet. Hier gibt es dazu sogar noch Frühstück inklusive. Und on top: Nette Gastgeber und einen supersüßen Hund!

Costigliole d'Asti

Der Blick kann in die Ferne streifen

Der Blick von der schattigen Terrasse reicht über den Garten mit kleinem Pool bis zum nächsten Dorf: Costigliole d’Asti. Unser Gastgeber erklärt uns den schnellsten Weg zu Fuß ins Dorf. Es gibt eine „Abkürzung“ – einen „Short Cut“, der seinem Namen alle Ehre macht, denn er führt quer durch Pflanzen und Gestrüpp. Für einen kurzen Moment habe ich Angst, dass wir uns verlaufen haben. Aber dann erreichen wir eine befestigte Straße und das malerische Dorf erhebt sich vor uns.

Costigliole d'Asti
Frühstück auf der Terrasse

Arbeiten im Airbnb in Piemont

Stundenlang frühstücken wir und lassen den Blick über die verschiedenen Grün-Töne auf den Hügeln streifen. Wie kleine orange-rote Tupfer sehen die Häuser in den Weinbergen aus. Es gibt Espresso, frische Früchte, Müsli und Joghurt. Und dazu Käse, Wurst und Brot. Mir fehlt es an nichts. Einziges Manko: Wir kommen erst spät an die Arbeit. Das Frühstück macht einfach zu viel Spaß.

Gegen Mittag setzen wir uns mit den Laptops an den großem Tisch auf der Terrasse. Es heißt doch immer wieder, dass man bei der Arbeit am PC Pausen machen soll, um den Blick in die Ferne schweifen zu lassen. Um uns herum streift der kühle Wind.

Produktiv durch die Aussicht

Arbeiten geht hier wirklich ganz ausgezeichnet. Aber vermutlich werden die Pausen hier etwas länger als sonst. Aber die Umgebung motiviert mich. Ich bin positiv überrascht.

Die Reden schreiben sich fast wie von selbst. Ich tauche ein in die Liebesgeschichten meiner Paare und freue mich mit ihnen, dass sie nun heiraten werden. Hin und wieder fließt eine Freudenträne. Diese Geschichten sind aber auch einfach inspirierend.

Hinterher schreibe ich für den Blog, editiere Fotos und freue mich, dass die Aussicht mich immer wieder belohnt.

In der Mittagspause kühlen wir uns im Pool ab. Er ist klein und trotzdem groß genug für eine Erfrischung auf dem aufblasbaren Donut.

Asti Piemont

Und sobald abends die Mücken kommen, ist es Zeit für den Feierabend und Aperol. Ich könnte immer von Italien aus arbeiten. Das Licht wird wärmer, die Burg im Dorf wirft Schatten und die Farbe der Abendsonne hüllt die Weinberge in einen unwirklichen Zauber. Darf ich bitte hier bleiben?

Costigliole d'Asti Piemont Italien Weinberge

Das Dorf: Costigliole d’Asti

Ein kleiner Haufen Häuser – eingekuschelt in kleine Hügel. In der Mitte ein Kirchturm und eine Burg, die an frühere Zeiten erinnert. 6.000 Menschen leben hier in dem Dorf in den Weinbergen Piemonts zwischen Asti und Alba.

Die befestigte Burg in Costigliole wurde zum ersten Mal im Jahr 1.041 erwähnt. Drum herum stehen inzwischen viele kleine und größere Gebäude. Und in der Region leben viele Weinbauern.

Asti cafe italia

Im Ortskern gibt es eine gemütliche Konditorei mit angeschlossenem Café und einen kleinen Supermarkt, in dem jeder jeden kennt. Als wir dort einkaufen, fallen wir sofort auf wie bunte Hunde. Und als eine Kundin mehr Wurst einkaufen will als gerade vorrätig ist, wird schnell neue beim Metzger bestellt. Und nur 5 Minuten später ist sie im Laden. Wow!

Costigliole ist ruhig und verschlafen. Automatisch werden die Schritte langsamer, wenn man dort rumläuft. In 30 Minuten hat man hier allerdings auch alles gesehen. Mich stört das nicht solange ich in der Konditorei guten Kaffee und Kuchen bekomme. Mehr brauche ich nicht. Diese Ruhe und die entspannte Stimmung in Piemont ist ansteckend.

Costigliole d'Asti

Weinprobe bei Paola Massa

Unser Host Owen organisiert eine Weinprobe für uns bei Paola Massa. „She is the best and she has the best wines,“ schwärmt er immer wieder und trägt uns auf, ihm zwei Kisten Weißwein mitzubringen. Er ist eindeutig Fan.

Wir haben null Erfahrung mit Weinproben und sind gespannt. Nach einem gemütlichen Zwischenstopp im schönen Alba sitzen wir mit ca. zehn anderen Gästen bei Paola im Haus und probieren uns durch ihr Sortiment. Dazu tischt sie uns unendlich viele leckere Kleinigkeiten auf: Salami, Schinken, Käse, Nüsse, Omelette, Foccacia. Unfassbar lecker. Wir wissen gar nicht wie uns geschieht.

Zuerst genießen wir einen Schluck von ihrem Weißwein: Ich bin kein Weinkenner, aber ich trinke gerne mal ein Gleis Wein und finde: ihr Arneis schmeckt ausgezeichnet.

Wine Tasting Wineprobe Paola Massa

Keine Weinkenner – alle Fan

Ehe wir uns versehen bekommen wir Rosé eingeschenkt. Er ist fruchtig, frisch und gleichzeitig nicht zu süß. „Den nehmen wir“, rufe ich bei fast jedem Wein in den Raum und merke, dass es langsam teuer wird. Darauf erstmal Salami. Und Schinken. Und Wasser.

Beim Rotwein wird es langsam kompliziert. Der erste „Dolcetto“ war uns eindeutig zu süß. Aber dann geht es erst richtig los. Wir trinken den „Barbera d’Alba“ und alle im Raum sind gemeinsam begeistert von diesem Rotwein.

Leider war es das noch nicht. Paola erklärt, dass es noch einige „hochwertigere“ Weine gibt. Und schenkt schon den „Nebbiolo“ aus. Wow. Schon wieder eine Geschmacksexplosion. Der ist wirklich NOCH besser. – Irgendwie schmeckt er etwas satter.

Der Belgier vor Kopf versucht es so zu erklären: „Der Barbera ist wie die 20-jährige Frau. Schön und keck. Der Nebbiolo dagegen ist wie die 40-jährige Donna. Gereift, noch schöner und leckerer.“ Kann man darüber denken, was man will. Ich weiß worauf er hinaus will. Und da ist was dran. Wir kaufen eine Kiste von beiden. Mir war gar nicht klar, dass die Weine in Piemont so ausgezeichnet schmecken.

Um uns herum sitzen Gäste aus Belgien, aus den USA, aus Kanada, England und Österreich. Wir werden an diesem Abend zu einer kleinen Familie. Vereint durch die neu entdeckte Liebe zu Paolas Weinen.

Am Ende des Abends ist es als würden wir uns schon ewig kennen. Mit 4 Kisten Wein bepackt verlassen wir den Hof und sind uns einig, das beste Andenken an den Italienurlaub ergattert zu haben.

Und bei Paola waren wir sicher auch nicht zum letzten Mal.

Weinprobe Paola Massa

Piemont
Durch durch die Dörfer in den Weinbergen

Dörfer in den Weinbergen: Neive und La Morra

In der Region gibt es einige kleine Dörfer, die man nachmittags besichtigen kann. Wir haben uns Neive und La Morra angeschaut. In jedem dieser Orte kann man flanieren, auf der Plaza sitzen und den Blick über die Weinhügel schweifen lassen. Und natürlich gibt es überall „Cantinas“, Weinproben und schicke Restaurants.

Besonders gut haben mir allerdings die Weinberge selbst in Piemont gefallen. This is where the magic happens.

Weinberge Piemont La Morra

Wineyards Winberge Weinberg Piemont Italien

Fotos: Raphael & Athene Pi Permantier

Kurztrip Tschechien: Wellness in Karlsbad

Warum immer Wellness-Wochenenden in Deutschland machen? In Tschechien geht das wirklich außerordentlich gut! Wir haben uns für ein Wochenende in Karlsbad entschieden.

Oaaaaooooaaaaaaoooooww. Als wir Karlsbad in der Ferne gesehen haben, war ich sofort begeistert. Wie schön können Gebäude sein? Ist das hoffentlich wirklich unser Ziel? Über die Hügel verteilen sich Prachtbauten im Jugendstil. Und auch die Gebäude dazwischen sind einfach schön.

Karlovy Vary
Ausblick auf Karlsbad

Ich finde die Wirkung eines Ortes ändert sich nochmal komplett, wenn man ihn im realen Leben sieht. – Und nicht nur auf Bildern im Netz. Denn natürlich hatte ich mir vorher schon unendlich viele Bilder angesehen. Aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich mich auf den ersten Blick in Karlsbad verlieben könnte: In diesen Kurort im Bäderdreieck von Tschechien. Dass wir uns nicht für Marienbad oder Franzensbad entschieden haben, lag vor allem am ausgezeichneten Wellness-Angebot in Karlsbad. Nach unserer Reise nach Prag wollten wir uns ein Wochenende lang erholen und nichts tun. – Außer darüber nachdenken, ob wir lieber noch eine Weile rumliegen, in den Pool gehen oder einen Kaffee trinken. Wichtig war uns vor allem das Hotel.

Unser Hotel

Lazensky Hotel Smetana

Wenn ich Urlaub am Strand mache, bin ich kein Fan von „All inclusive-Angeboten“, aber bei einem Wellness-Wochenende hat es Vorteile: Man weiß welche Behandlungen und Massagen „inklusive“ sind und braucht sich keine Sorgen über eine krasse Rechnung am Ende machen. Finde ich bei Wellness echt perfekt. Im Netz habe ich das Angebot für unser Hotel gefunden und wir wurden nicht enttäuscht: Das Hotel Smetana ist urig, historisch und total gemütlich. Natürlich ist es kein Boutique-Hotel oder ähnliches. Es ist einfach ein schönes Traditions-Hotel mit Pool und ausgezeichnetem Wellness-Bereich. Leider kann ich euch nicht erzählen, wie unser eigentliches Zimmer war. Denn wir hatten das unfassbare Glück ein Upgrade zu bekommen und haben das ganze Wochenende in einer Suite verbracht: Flur, Wohnzimmer, Badezimmer, Schlafzimmer und natürlich ein Balkon. Die Decken in unserer Suite sind hoch und es ist eingerichtet, wie ich mir die Suite von einem alten Manager vorstelle: Inklusive Macher-Couch!

(Das hat entschädigt für die vielen Male, in denen ich gehofft habe ein Upgrade im Flugzeug zu bekommen.)

Hotel

Karlsbad
Unsere Suite: Schlaf- und Wohnzimmer separat.

 Wellness-Paket in Karlsbad

In unserem Paket enthalten waren Übernachtung, Halbpension und ein Begrüßungsgetränk. Außerdem natürlich verschiedene Wellness-Anwendungen: Massage, Sprudelbad und normaler Pool. Außerdem konnte man sich jeden Tag eintragen für einen Aufenthalt im Wellness-Bereich mit Dampfbad, Saunen und einem großen Whirlpool. Mir hat es an fast nichts gefehlt. Nur einen Ruheraum hätte ich zusätzlich klasse gefunden. Aber dafür hatten wir ja unsere Suite! Gefühlt ewig haben wir im Whirlpool gesessen und das Leben genossen. Da wäre ich jetzt gern wieder. Es entspannt zusätzlich sehr, wenn man vom Whirlpool aus nur einen Aufzug nach oben in die Suite nehmen muss. Ein großer Vorteil im Vergleich zu Ein-Tages-Wellness-Erfahrungen – zum Beispiel auf Gran Canaria.

Morgens gab es ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet. Das einzige was mir hier gefehlt hat war „Cappuchino.“ Denn der war leider nicht inklusive. Abends konnte man zwischen verschiedenen Gerichten wählen. Es ist keine 5 Sterne Küche, aber – für den guten Preis – vollkommen ok.

Kirche

Kurort Karlovy Vary

Dieser Kurort wurde einst schon von Kaiser Karl dem IV. geliebt. Bekannt wurde Karlsbad durch seine heißen Quellen: Das warme Wunderwasser aus dem Boden. Man erzählt sich, dass die Heilwirkung der Quellen schon im 14. Jahrhundert bekannt geworden ist: Erst für Bäder und etwas später auch für Trinkkuren.

Besonders hübsch finde ich hier aber die ganzen Gebäude, die im 19. Jahrhundert im Jugendstil erbaut worden sind. Ich weiß nicht was es ist: Die Schönheit dieser Gebäude treibt mir manchmal Tränen in die Augen, so sehr geht sie mir ans Herz: Diese Farben und Formen und Türmchen und verspielten Fassaden. Jedes dieser architektonischen Meisterwerke ist perfekt. Gemeinsam sind viele Jugendstil-Gebäude der totale Schönheits-Overload. Meine Augen tun weh, so schön finde ich diese Häuser. Keine Ahnung, ob ihr dieses Gefühl nachempfinden könnt.

Übrigens: Karlsbad ist nicht nur als Kurort berühmt, sondern auch als Drehort: Zum Beispiel James Bond – Casino Royale wurde zum Teil hier gedreht.

Karlsbad

Karlovy Vary
Wunderschönes Karlsbad

Lustwandeln durch Karlsbad

Karlsbad ist ein alter Kurort, unendlich schön und sehenswert. Falls ihr auch in einem sehr gemütlichen Hotel dort absteigt: Geht trotzdem unbedingt in den Ort. Es lohnt sich!

Vorbei an Kirchen und Jugendstil-Häusern sind wir hinunter in den Ort gelaufen. Über die Promenade – hin zu den heißen Quellen. Überall neben uns: Menschen mit kleinen Trinkbechern in der Hand. – Becherchen für das Wunderwasser aus den Quellen. Daran hatten wir natürlich nicht gedacht. Wir waren aufgeschmissene Touristen, die von einem Stand zum Nächsten gelaufen sind, um ein „günstiges“ Becherchen zu finden. Denn, wenn wir schonmal in Karlsbad sind, wollten wir natürlich auch das Wasser probieren. Fast hätte Raphael sich beide Hände verbrannt – beim Versuch mal eben das Wasser in der Hand zu probieren. Macht das bloß nicht, denn es ist viel zu heiß. Die wärmsten Quellen haben etwa 60°C.

Schließlich haben wir uns für einen teuren Becher mit Tierchenaufdruck entschieden und so viel Wasser getrunken, wie in uns passt. Soll ja gesund sein!

Karlsbad
Mit dem Becher in der Hand durch den Ort flanieren.

Es schmeckt nach Rost und riecht nach faulen Eiern (ähnlich wie die heißen Quellen in Aachen). Aber man gewöhnt sich an den seltsamen Geruch. Und nach dem dritten Becher hat es mir tatsächlich fast geschmeckt.

Unsere Schritte wurden mit der Zeit in Karlsbad immer langsamer. Man passt sich automatisch dem Spazierschritt im Ort an. Es ist gemütlich hier. Lauter ruhige Urlauber und Kurgäste. Und währenddessen hat man die ganze Zeit das Gefühl, durch eine gemalte, perfekte Jugendstil-Kulisse zu laufen. Ich träume noch heute manchmal von diesen Gebäuden und werde definitiv wiederkommen.

Karlsbad

Fotos: Raphael Pi Permantier

Wedding Diaries 12: Styling für die Hochzeit – Meine Getting Ready Party

“Ein paar Stunden Zeit, um mehrere Frauen zu stylen. Eine davon ist ganz besonders aufgeregt. Denn sie ist die Braut und will in diesen Stunden auf keinen Fall allein sein. Es soll etwas los sein in diesem Raum. Vielleicht wird gekreischt, Musik soll laufen und natürlich gibt es Sekt.”  Ein Auszug aus meinen Gedanken. – Ich nehme an, ich habe zu viele kitschige Filme geguckt. Und in einer Badewanne voller Klischees gebadet. Aber es ist wahr: Genauso habe ich mir den Morgen der Hochzeit und das Styling vorgestellt. Und in etwa so war er dann…

Unser Hotelzimmer in Aachen war kein Zimmer. Es war eigentlich eine Wohnung. Wir hatten ein Upgrade bekommen und wurden in ein Appartment eingebucht mit Schlafzimmer, Badezimmer, Wohnzimmer, Mini-Küche, Balkon und Gäste-WC. Ich wusste gar nicht, dass es solche Hotelzimmer gibt!

Meine liebsten Mädels, meine Mama und meinen Trauzeugen hatte ich zu meiner kleinen Party eingeladen. Und natürlich meine Stylistin Corinna Hof. Sie war auf die Minute pünktlich um 8 Uhr morgens da und hat sofort angefangen eine meiner Freundinnen zu stylen. So konnte ich noch entspannt einen Kaffee trinken bevor die Party richtig losging. Und meine Aufregung im Zaum halten, bevor die Hochzeit gestartet ist.

 

Hochzeit Aachen
Meine Brautschuhe warten auf ihren Auftritt…
Meine Mama wurde auch gestylt. Das habe ich ihr geschenkt.

Styling: Einmal fühlen wie eine Prinzessin

Ich habe mich vorher gefragt, ob dieser Morgen einen ganzen eigenen Artikel verdient. Und ich finde ja: Er war so besonders und so unendlich wichtig für die Hochzeit.

Aber Party ist wahrscheinlich eigentlich das falsche Wort für dieses Event. Mädchen-Morgen könnte man auch sagen. Aber ich hatte diese vorfreudige Party–Gefühl im Bauch und der alkoholfreie Sekt stand kalt. Normalerweise trinke ich gerne auch mal Sekt mit Alkohol. Aber nicht an diesem Tag. Auf keinen Fall wollte ich schon vormittags angetrunken sein. Der Tag würde lang werden. Das stand fest: Standesamt, Sektempfang, Shooting in der Stadt und an der Location. Und dann freie Zeremonie, Empfang, Essen und Party…. und und und.

Diesen Tag wollte ich auf keinen Fall benebelt erleben. – Ein Hoch auf den Sekt ohne Alkohol

Styling Hochzeit Aachen
Corinna Hof beim Styling

Nach und nach sind die Mädels und der Junge (mein Bruder und Trauzeuge) eingetrudelt und wir haben uns kreuz und quer im Wohnzimmer verteilt. Ein paar Freundinnen haben ihr Schminkzeug ausgepackt. Der Fotograf ist um uns herumgesprungen und hat alles dokumentiert. Das Styling ging los. Ich durfte mich auf einen Stuhl in der Mitte setzten, um zurechtgemacht zu werden: Erst Haare und danach Make-Up. Dabei habe ich mich wirklich gefühlt wie eine Prinzessin. Wie Sissi. Oder wie irgendjemand, der öfter auf Bälle geht und vorher stundenlang zurechtgemacht werden muss.

Anekdoten austauschen und an früher denken

Und ich habe festgestellt – Oh Wunder: Das macht unendlich viel Spaß! Vorfreuig Anekdoten austauschen und dazu ein bisschen Blubberwasser aus Plasik-Gläsern, weil keine anderen da waren. Anstoßen. An Geschichten von damals erinnern. Als niemand gedacht hätte, dass so bald Hochzeit gefeiert würde. Und dann ist es doch passiert. Unglaublich. Mir wird klar, dass ich selbst nie geglaubt habe, dass dieser Morgen jemals kommen würde. Ich habe es mir zwar gewünscht, aber nicht für möglich gehalten. – Schon gar nicht, dass all meine liebsten Freundinnen dabei sein würden.

Armbänder als Andenken an diesen Tag

Bei jedem einzelnen, der an diesem Morgen bei mir war, hat es unendlich viel bedeutet: Angereist aus Karlsruhe, Baden-Baden, San Francisco und Kolumbien. 

Für jede Freundin und für meine Mama und mich hatte ich ein Armband besorgt. Natürlich in unserer Hochzeitsfarbe „Lagune“. So hatten wir ein kleines Detail, was uns den ganzen Tag über verbunden hat – und ein Andenken für immer.

Corinna Hof Styling Braut Blumenkranz
Tipp: Beim Styling am Hochzeitstag genug Zeit einplanen
So hatten wir zwischendurch genug Zeit zu lachen…

Ein Traum aus blau und gelb für meine Frisur

Auf einmal kam mein Bruder herein mit Brautstrauß und Blumenkranz. Nicht alle Blumen, die ich mir gewünscht hatte, konnten sie mir vorab im Laden zeigen. Denn bei „Drei Blüten“ hatten sie nicht alles vorrätig. Es war also, als würde ich ein Weihnachtsgeschenk auspacken. Langsam öffnete ich das Packpapier und nahm den Kranz behutsam heraus. Er war zierlich und bunt und ein bisschen frech. Perfekt für mich. Wenn ich ihn mir vorher hätte vorstellen können, hätte ich ihn mir so gewünscht.

Mit geübten Handgriffen hat ihn Stylistin Corinna Hof schnell an meinem Kopf befestigt und meine restlichen Haare drum herum hochgesteckt. Nicht zu locker, nicht zu streng – wie besprochen. Während ich da saß – unter Haarspray, Klämmerchen und Make-up Pinseln – hat meine beste Freundin Vanesa mein Kleid gedämpft und die letzten Falten vertrieben. Es ist wirklich so: Sobald ich mein Brautkleid sehe, macht mein Herz „ooooooh – aaaaah“. Hoffentlich für immer!

Styling Braut Blumenkranz
Mein Style: Sanfte Farben, Undone-Look und dazu ein Blumenkranz

Styling Braut Aachen Flowercrown

Ich glaube es gehört dazu: Aber am Ende wurde die Zeit doch ein bisschen knapp. Wir haben wohl viel Zeit mit Lachen verbracht. Obwohl: Zu viel Zeit kann das ja gar nicht sein. Ich würde es wieder genauso machen.

Die Zeit drängt: Ab ins Kleid und los

Zwei Tage vorher hatte ich bei einem kleinen Test in meinem Elternhaus meiner Mama gezeigt, wie sie mir am Hochzeitstag ins Kleid helfen kann. Als es soweit war, waren unsere Handgriffe aber dann doch zittrig. Und alle mussten mit anpacken. Die Zeit rannte und wir sollten schon auf dem Weg sein zum Standesamt. Zum Glück ist das Kleid unkompliziert. Die einzige Schwierigkeit: Zum Hineinsteigen muss man es einmal breit auf den Boden werfen. Und vorher den Reifrock darunter drappieren. Dafür brauchten wir an jenem Tag ein paar Anläufe. Als wir es geschafft haben, haben Mama und die Mädels das Kleid nach oben gezubbelt und den Reißverschluss zugemacht. Letzter Blick in den Spiegel. Fertig.

Showtime. Und die Vorfreude-Schmetterlinge flattern wie verrückt im Bauch! Wie wird Raphael wohl aussehen? Wie wird der oder die StandesbeamtIn sein?

Blumenkranz Hochzeitsfrisur
Mein Bruder und die Mädels: Beste Helfer in der Aufregung
Was wäre eine Braut ohne Helfer? Absolut hilflos
Brautstyling Blumenkranz und Strauß
Ich liebe dieses Bild: Vivian war die beste Schleppenträgerin der Welt

Ein Morgen für die Ewigkeit

Mit einem Lächeln denke ich an diesen Morgen zurück. Das Besondere war, wie sich die Gruppe zusammengefunden hat: Alles Herzensmenschen von mir: Aus aller Welt gekommen und zusammengewürfelt. Viele kannten sich vorher nicht. Sie waren da, weil ich sie gebeten hatte an jenem Tag bei mir zu sein. – Mein “Girl-Squad” zu sein. Mich zu begleiten. Auf mein Outfit zu achten. Mir ins Kleid zu helfen und mir gut zuzureden, falls ich durchdrehen würde. Letzteres war am Ende gar nicht nötig. Lag aber bestimmt nur daran, dass sie da waren. Es war einer dieser Momente, an denen ich am liebsten die Zeit angehalten hätte. Denn viele dieser Menschen, die da waren, sehe ich viel zu selten. Sie waren von weit her angereist, um bei mir sein zu können. – Und um mit uns zu feiern.

Gut Hebscheid Aachen
Party

Ich könnte sofort heulen vor Freude, wenn ich das schreibe. Es war einfach viel zu schön. Sie waren den ganzen Tag da. Komplett. Haben sich gekümmert, dass ich etwas getrunken und gegessen habe. Mir den Puder gereicht und das Styling überprüft. Die Schuhe gewechselt, die Mini-Schleppe getragen. Und schließlich mit mir getanzt bis die Party vorbei war. Und sich hinterher mit Tränen in den Augen mit mir gefreut, dass es der schönste Tag war.

Danke Vanesa, Vivian, Charlotte, Miriam, Ismael, Mama, Tomek und Corinna Hof für diesen unvergesslichen Morgen.

Hochzeitsshooting Aachen

Fotos: Tomek Wozniakowski

Wedding Diaries 10: Was gehört in die Einladung?

Das Netz schwappt über vor Ideen für eine Hochzeitseinladung. Leider gefällt mir davon wenig bis gar nichts. Daher war ich froh, dass es in der Familie Designer gibt, die meinen Geschmack teilen. Hier habe ich euch zusammengefasst, was alles in einer Einladung stehen kann, damit eure Gäste alle wichtigen Infos bekommen.

“Bitte kommt zu unserer Feier, wir würden uns so freuen. Aber bitte sagt fest zu, ja?! Mit „wahrscheinlich kommen wir“ kann man bei der Hochzeitsplanung so gaaaar nichts anfangen. Ach ja – und bitte schenkt uns einfach Geld für die Hochzeitsreise. Unsere Wohnung ist nämlich leider sehr voll. Und einen gemeinsamen Haushalt haben wir schon.”

Das schwirrte mir im Kopf herum, war aber kein bisschen druckreif. Schon die Gästeliste allein ist die reinste Mammutaufgabe. Wie sollten wir die richtigen Worte für die Einladung finden? Und sicherstellen, dass keine Informationen verloren gegen?

Wenigstens um das Design mussten wir uns keine Sorgen machen: Schnell war klar, dass das mein Vater übernehmen würde. Denn er ist Designer und kann das ausgezeichnet. Wir haben überlegt, was uns wichtig ist. Ein paar Ideen und ein Foto haben wir ihm geschickt, als wir uns generell Gedanken über den Style und das Farbkonzept gemacht haben. Und dann haben wir ihn gebeten einfach loszulegen. Ich selbst kann es nämlich überhaupt nicht leiden, wenn mir jemand eine Aufgabe überträgt und mir danach immer reinredet. – So als würde er es eigentlich lieber selbst machen wollen.

Generell kann ich jedem raten, zuerst ein Farbkonzept für die Feier zu machen und sich zu überlegen wie der Stil der Feier sein soll. Denn es ist wirklich schön, wenn am großen Tag alles zueinander passt: Einladung, Kleidung des Brautpaares, Location und Tischdeko.

Das System mit den Papieren

Schnell war klar, dass wir nicht alle Gäste zu den gleichen Programmpunkten einladen können: Vor allem aus Platzgründen. Also soll der engste Familienkreis mit zum Standesamt kommen, Familie und engste Freunde zu Zeremonie und Essen auf dem Gut und weitere  gute Freunde zur Party am Abend. Weil unsere Familien auf beiden Seiten sehr groß sind, wäre es gar nicht anders gegangen. Also sollte es ein Blatt mit Infos zur Party geben. Und auf weiteren Blättern sollte jeweils etwas zum Standesamt und Essen stehen – oder nur zum Essen. So, dass jeder die für ihn passende Einladung bekommt.

Dieses System eignet sich nicht für jeden. Es ist vor allem praktisch wenn – wie bei uns – klar ist, dass abends viele ältere Menschen gehen werden. Es gleichzeitig aber viele Leute gibt, mit denen man gerne anstoßen und feiern würde.

DIY Hochzeitseinladung Design
Unsere Einladung

Der Text in der Einladung

Über den passenden Worten haben wir lange gebrütet, drüber geschlafen und überarbeitet.

Wichtig ist vor allem, dass die Gäste alle Informationen haben, um euch und die Location zu finden. Dass sie wissen, was sie schenken können. Welche Übernachtungsmöglichkeiten es gibt. Ganz wichtig: Bis wann sie fest zusagen sollen. Und wie ihr mit dem Programm umgehen wollt. Uns war es zum sehr Beispiel wichtig, dass keine klassischen Hochzeitsspielchen stattfinden. Also haben wir unseren genialen Freund und Zeremonienmeister Kim beauftragt, diese Beiträge freundlich und bestimmt abzulehnen. Er war für die Planung des Abendprogramms zuständig und ich kann jedem ans Herz legen, diese Aufgabe abzugeben.

Und weil das doch viele Aspekte sind, die überlegt werden müssen, hat es eine Weile gedauert bis unsere Einladungen endlich fertig waren. Damit am Ende aber trotzdem möglichst viele Menschen Zeit haben und sich den Termin reservieren, hatten wir kurz nach der Verlobung schon „Save-The-Date-Nachrichten“ verschickt. Das hat insgesamt gut funktioniert.

Diese Infos sollten nicht fehlen:

  • Komplette Namen von Braut und Bräutigam und Kontaktdaten
  • Ort, Datum und Zeit der Trauung, des Essens und der Feier
  • Was wünscht ihr euch? (z.B. Wir freuen uns über einen Zuschuss zu den Flitterwochen. Unsere Wohnung ist bereits ausgestattet, aber wir würden uns über finanzielle Unterstützung freuen, – wir sparen gerade auf ein neues Auto..)
  • Kontaktdaten der Trauzeugen mit Angabe ihrer Aufgabe (Falls ihr etwas zum Programm beitragen möchtet, meldet euch bitte bei XY, Beiträge müssen vorher vom Trauzeugen gecheckt werden)
  • Inspiration zu Übernachtungsmöglichkeiten
  • Datum für Zu- und Absagen (Bitte gebt uns bis zum XY Bescheid, ob ihr dabei sein werdet)
  • Dresscode (z.B. Um festliche Kleidung wird gebeten)
  • Falls zwischen den Programmpunkten viel Zeit liegt: Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. So weiß jeder, dass er nicht warten muss und ein Päuschen machen kann.

Besonders der Aspekt mit den Geschenken hat uns beschäftigt. Fest stand: Wir wollen verreisen. Und zusätzlich zu den Hochzeitskosten wird das einfach zu teuer. Also war klar, dass wir uns Geld für diese Reise wünschen wollen. Aber einfach Geld schenken, ist nicht jedermanns Sache. Also haben wir eine Seite eingerichtet, auf der wir unsere ganze Hochzeitsreise in Sri Lanka durchgeplant haben. So konnten sich die Gäste ein Bild davon machen wohin wir genau reisen wollen und Teile davon schenken. Wir selbst fanden das perfekt. Als Hochzeitsgäste hatten wir uns vorher schon sehr darüber gefreut, als Freunde eine solche Seite hatten. So kann man einen konkreten Wunsch erfüllen und nicht “nur” Geld verschenken.

DIY Einladung Hochzeit
Hochzeitseinladung

Das Design der Einladung haben wir komplett in die Hände meines Vaters gelegt. Er hat uns irgendwann einen Entwurf geschickt. Wir waren wirklich begeistert. Und als das Design vollendet war, hat mein Vater alles ausgedruckt. Aber damit waren sie noch lange nicht fertig. Dann hieß es für uns: basteln! Denn die Idee war, die Blätter in einen Einband aus Kraftpapier einzubinden. – Und die Einladungen mit zwei Schleifen zu versehen. Wunderhübsch finde ich sie bis heute. Aber es war vieeeel Arbeit – und viel mehr DIY als gedacht. Wir zwei haben an jenem Tag so viel gebastelt wie seit der Grundschule nicht mehr. Trotzdem: Ich würde es sofort wieder so machen. Das ist wie früher beim Weihnachtsgeschenke basteln. Man denkt die ganze Zeit an das Event und die lieben Menschen, mit denen man es feiern will. Und das füllt das Herz mit Liebe und Freude.

Tipps:

  • Macht euch keinen Stress mit der Einladung: Verschickt erst die “Save the Date”-Nachrichten und nehmt euch danach Zeit, um die passende Einladung zu finden.
  • Habt die Einladungs-Infos am Ende auch nochmal als pdf parat. Es kann immer sein, dass manche ihre Einladungen zu Hause vergessen oder sie nicht ankommen (Ist mir drei Mal passiert). Dann ist es gut, wenn man sie schnell per Mail verschicken kann, um die Gäste mit der passenden Info zu versorgen.
  • Die Einladung sollte im besten Fall euch und den Stil eurer Feier widerspiegeln. Daher bietet es sich an vorher das Farb- und Dekokonzept zu erarbeiten und die Einladungen daran anzupassen.

Wedding Diaries 9: Unsere DIY – Deko für die Location

Do it yourself. Sobald das in der Beschreibung für ein Produkt steht, mache ich normalerweise einen großen Bogen darum. Vor meinem inneren Auge sehe ich mich voller Kleber und Fäden mit einem hässlichen Papp-Dings in der Hand. Wie früher im Kindergarten. Basteln und Dinge selber bauen, traue ich mir eigentlich nicht zu. Rückblickend bin ich selbst überrascht, wieviel DIY am Ende dann doch in unserer Hochzeit gesteckt hat. Und ich finde, es hat sich sehr gelohnt.

Unsere Location: Eine Scheune, die zu einer Event-Location umgebaut worden ist. Ich gebe zu: Es schreit nach DIY, handmande und ein bisschen Boho. Und am Ende ist es genau das geworden, ohne dass ich es vor hatte.

Und genauso war es gut für uns. Denn hätte ich vorher geahnt, dass ich stundenlang Buchstaben auf Tischkärtchen stempeln würde, hätte ich wohl aufgegeben, noch bevor ich angefangen habe. In diesem Fall hatte ich eine Vision vor Augen: Von einer Scheune mit Girlanden, Platzkarten aus Kraftpapier und Wiesenblumen auf den Tischen. Am besten in vielen Gläsern. Das war es. Und dann haben wir angefangen. Eins nach dem anderen.

DIY Deko Hochzeit
Hochzeitsdekoration – Foto: Tomek Wozniakowski

Wenn ich eins von Anfang an verstanden habe, ist es: Bei der Hochzeitsvorbereitung ist es wichtig, sich Hilfe zu holen. Entweder man bezieht Freunde und Familie ein oder man beauftragt professionelle Wedding Planer und Dekorateure. Alles ist möglich. Je nach Geschmack.

Kreative Hilfe ist unbezahlbar

Ich bin unendlich dankbar, dass wir so viel kreative Hilfe aus der Familie bekommen haben. Als studierte Designerin habe ich meine Mutter schon ganz zu Anfang (kurz nach der Verlobung) gefragt: „Würdest du dich um die Deko kümmern?“ Und sie hat zu unserem Glück gleich „ja“ gesagt. Ich war mir also gleich zu Beginn sicher, dass unsere Deko Stil haben wird. Alles andere haben wir gemeinsam herausgefunden. Vor allem indem ich erst einmal das Moodboard erstellt habe und wir daraufhin die Farben für die DIY-Deko festgelegt haben. Darüber habe ich hier geschrieben. Unsere Farbe ist „Lagune“, wir mögen Kraftpapier und wilde Blumen. Damit standen alle Basics.

DIY Do it yourself Deko Hochzeit
Unsere Deko: Wiesenblumen und Girlanden

DIY: Die Deko der Scheune

In der Woche vor der Hochzeit war es an der Zeit die Deko für den Raum fertigzustellen: Neben den Platzkärtchen sollte ein persönliches Goodie auf jedem Platz liegen. Die Tische sollten nach Ländern benannt werden, die wir schon bereist haben. Außerdem sollten auf jedem Tisch Einmalkameras aufgestellt und Gästebücher aufgestellt werden. Und natürlich Blumen. Als Tüpfelchen auf dem I hatte meine Mutter – Head of Deko – noch die Idee eine Girlande aus Stoffresten selbst zu machen und durch den Raum zu spannen. Schöne Idee dachte ich erst. Und als ich die Girlande schließlich im Raum hängen sah, war es viel perfekter als erwartet. Grün blau bunt. Sie hat den Stil rund gemacht.

Deko Hochzeit Girlande Gut Hebscheid
Foto der Party unter der Girlande von Jan Suchland

DIY: Gestempelte Platzkarten

Damit jeder Gast seinen Platz findet, sollte es Platzkärtchen geben. Dafür hatten wir im Netz einfache Kärtchen aus Kraftpapier bestellt. Und bis zu jenem Tag war ich mir nicht sicher, wie ich sie beschriften sollte. Zum einen hatte ich schwarze, einfache Stifte dafür. Außerdem lagen Stempel bereit, um jeden Buchstaben einzeln auf die Kärtchen zu drücken. Nachdem ich es an einer Karte getestet hatte, stand fest: Namen schreiben, ist zwar möglich. Sieht aber nicht besonders schön aus. Namen stempeln ist unfassbar viel Arbeit. Ich finde es allerdings unendlich schön und passend zu unserem Style. Also habe ich – ohne zu lange darüber nachzudenken – einfach angefangen zu stempeln. Und zu stempeln. Und zu stempeln. Stundenlang. Buchstabe für Buchstabe. Irgendwann brummte mir der Kopf. DIY ohne Ende. Aber ich würde es jederzeit wieder so machen!

Gut Hebscheid Aachen
DIY Deko Hochzeit – Foto: Tomek Wozniakowski

Als Andenken: Zeitkapseln und Tischbücher

Um unsere Tische zu benennen und hinterher ein Andenken an die Menschen an dem Tisch zu haben, hatte ich mir eine Kombi-Lösung ausgedacht. Nach dem Motto: Keine tausend Sachen auf einem Tisch. Lieber einzelne Ideen kombinieren. Und hinterher ein schönes Andenken haben. So entstanden die selbstgebastelten Zeitkapsel-Tischbücher. – Wieder ein kleines DIY-Projekt.

Die Idee ist die: Am Eingang gab es eine Übersicht. An einer Wäscheleine hatten wir auf Kraftpapier kleine Listen geschrieben. Darauf standen jeweils die Leute, die an einem Tisch sitzen sollen. Also zum Beispiel: Tisch Neuseeland: Oma, Opa, Iris, Robert usw. So wussten sie, dass sie in der Scheune nach Tisch Neuseeland suchen sollen. Auf Tisch „Neuseeland“ stand ein schwarzes kleines Buch. Darauf ein Bild von Raphael und mir aus Neuseeland und darin viel Platz für die Wünsche unserer Gäste. Auf die erste Seite des Buches hatte ich Ihnen eine kleine Anleitung geschrieben. Ein paar Zeilen über unseren Urlaub in Neuseeland. Und dass dieses Buch noch eine zweite Aufgabe hat: Es soll eine Zeitkapsel für uns in der Zukunft werden. Die Gäste sollten uns Wünsche für einen bestimmten Hochzeitstag schreiben. Und erst dann werden wir sie Bücher wieder öffnen und alle Wünsche lesen.

An jedem Hochzeitstag eine Zeitkapsel öffnen

Wir sind also jetzt versorgt mit Zeitkapseln bis zum 20. Hochzeitstag. Denn jeder Tisch hat einen anderen Jahrestag zugeteilt bekommen. Das ist wirklich sehr spannend! Inzwischen habe ich alle Bücher mit Schleifen versehen, sortiert und in einen Schuhkarton gepackt. Und freue mich sehr darauf, sie durchzublättern.

Ich gebe zu: Etwas schwierig zu erklären. Aber Kombi-Lösung trifft es ganz gut. Und zu uns als Reisemenschen haben diese Bücher einfach gepasst.

Gut Hebscheid Aachen
Tischdeko Hochzeit Foto: Tomek Wozniakowski

Andenken für unsere Gäste

Von Gastgeschenken halte ich eigentlich nicht besonders viel. Bei Hochzeiten, wo wir bisher waren, lagen am Ende des Abends immer noch viele Gastgeschenke auf den Tischen herum. So schade darum! Deshalb wollte ich ursprünglich von Gastgeschenken absehen. Dann hatte mich aber die Planungswut gepackt. Unfassbar welche Energie man vor der Hochzeit hat!

Und plötzlich war die Idee da: Warum nicht jedem eine kleine Botschaft an den Platz legen? Und zwar eins unserer Fotos aus dem Land des Tisches. Also ein Foto aus Chile, Indonesien….Panama, USA… mit einer kleinen persönlichen Botschaft auf der Rückseite und mit persönlicher Anrede für den Gast. Schon wieder viel DIY-Arbeit. Aber ich fand es einfach zu passend, um es nicht zu machen. Also haben wir im Internet Fotos im Polaroid-Style bestellt. Und jedes Foto mit einer kleinen Widmung versehen und an den Platz den Gastes gelegt. So hatte jeder eine Kleinigkeit als Andenken. Nichts, was einem die Wohnung voller macht. Einfach eine kleine Aufmerksamkeit. Wir waren uns einig: Dieses Mini-Gastgeschenk hat gut zu uns gepasst, weil es etwas mit uns zu tun hatte und gleichzeitig eine persönliche Botschaft an jeden Gast übermittelt hat. Das hat es für mich „besonders“ gemacht.

Hier noch ein Tipp am Rande: Falls ihr so etwas machen wollt, sucht euch vorher einen Stift, der gut auf Folie schreibt. Ein paar Bilder habe ich versaut, weil ich den falschen Stift verwendet habe.

Foto: Tomek Wozniakowski

Blumendeko: DIY Blumen schneiden und anordnen

Am Donnerstag – also einen Tag vor der Hochzeit – stand „Blumen schneiden“ auf unserer To-Do-Liste. Meine Mutter hatte einen Ort in Aachen gefunden, wo man für eine gewisse Zeit selber Blumen schneiden darf. Man zahlt pro Person und kann alle Blumen mitnehmen, die man geschnitten hat. Viel Arbeit – aber für uns Wiesenblumen-Fans ein Traum. Da ich am Mittwoch allerdings schon bei der Maniküre war und noch tausend andere Dinge zu basteln und zu erledigen hatte, war ich unendlich dankbar, dass meine Mutter mit anderen Blumen schneiden gegangen ist. Mein Bruder und meine Cousine hatten mir noch Hilfe angeboten und ich bin unendlich froh, dass ich sie angenommen und die zwei eingebunden habe. Das hat uns sehr geholfen.

Die drei kamen vollbepackt mit bunten Blümchen bei der Location an. Einzigartig und viel schöner als ich es mir erträumt hatte. Wenn man die Zeit und die Manpower dazu hat, ist es auf jeden Fall eine gute und günstige Alternative Blumen selbst zu schneiden und aufzustellen.

Deko Girlande Gut Hebscheid Vintage Wedding
Foto: Tomek Wozniakowski

Aufbau am Vortag: Der große Vorteil des Freitags

Auf Gut Hebscheid finden den ganzen Sommer bis in den September an den Wochenenden Hochzeiten statt. Am Freitag und am Samstag. Als wir im Januar auf Location-Suche gegangen sind, haben wir noch noch einen Freitag im September auf Gut Hebscheid reservieren können. Alle Samstage waren schon weg. Während wir anfangs noch unsicher waren, ob der Tag eine gute Wahl war, bin ich inzwischen sicher: Er war perfekt! Ein Vorteil zum Beispiel: Wir konnten schon am Donnerstagvormittag an der Location aufbauen. Hätte es an dem Tag eine Veranstaltung gegeben, dann hätten wie nachmittags aufbauen können. Zum Vergleich: Alle Paare, die an einem Samstag heiraten, können natürlich erst Samstagmorgen in die Location. Das macht vieles in der Planung komplizierter und stressiger.

Kein Deko-Stress am Hochzeitstag

Gegen 11 Uhr haben wir uns an der Scheune getroffen: Meine Mutter, ihre Helfer und die Blumen. Der DJ, der einen Probeaufbau gemacht hat. Raphaels Trauzeuge, mein Vater, Raphael und ich. Außerdem waren noch die Mitarbeiter von Gut Hebscheid da, die für den Aufbau und Eindecken der Tische zuständig waren. Der alte, nervige Spruch: „Viele Hände, schnelles Ende“ hat hier auf jeden Fall gut gepasst. Die Blumen-Schneider haben die Blumen angerichtet, auf viele kleine und große Gläser verteilt und schließlich auf die Tische gestellt.

Raphaels Bruder und mein Vater haben Girlanden aufgehangen. Raphael und ich haben die Candy Bar aufgestellt und hinterher noch Tischbücher, Platzkarten und Andenken auf jedem Platz verteilt. Und ganz am Ende ist unser Head of Deko nochmal durch den Raum gelaufen und hat alles wohlwollend geprüft und Blumen zurechtgeschoben. Fertig. Rückblickend hatte ich mir diesen Tag deutlich stressiger vorgestellt. Den Nachmittag über hatten wir frei. Wir sind ins Hotel umgezogen, ich war im Pool, wir konnten uns entspannen und auf den großen Tag freuen.

Girlande Vintage Wedding
Dekoration der Scheune in Gut Hebscheid

Tipps:

  • Macht nur so viel selber, dass es nicht in Stress ausartet. Die Tage vor der Hochzeit werden stressig genug.
  • Wenn euch Freunde und Bekannte Hilfe anbieten: Nehmt sie an und vertraut ihnen.
  • Nehmt euch ein paar Tage vor der Hochzeit Zeit, um alles zu organisieren. So könnt ihr ohne Stress noch letzte Besorgungen machen und eure eigenen spontanen Ideen umsetzen. Wir waren eine Woche früher in Aachen und haben diese Zeit auch gebraucht.

Wedding Diaries 5: Und was mach ich mit den Haaren? Die Testfrisur

Wenn ich diesen Titel so lese, klingt das sehr amerikanisch: Wir machen eine Testfrisur vor der Hochzeit und dann ein Test-Essen und danach am besten noch eine Testparty. So läuft es natürlich nicht. Aber ich muss zugeben, diese eine Sache ergibt schon Sinn, die Frooooooonck da immer in der Fernsehsendung „Vier Hochzeiten und eine Traumreise“ sagt: „Gib dich in die Hände der Leute vom Fach und du hast eine Sorge weniger.“ Das Styling soll schließlich zu mir passen. Warum eine Testfrisur unfassbar Druck von einem nimmt und die Vorfreude steigen lässt, lest ihr hier.

Die Hochzeit findet in Aachen statt – auf Gut Hebscheid – ich allerdings wohne in Karlsruhe und zum Friseur gehe ich eigentlich in Bühl. Komplizierte Sache. Hinzu kommt, dass ich auch gar keine Friseure in Aachen kenne. Also habe ich erst einmal angefangen rumzufragen bis mir eine Freundin ihre Friseurin empfohlen hat und ironischerweise heiratet sie auch noch eine Woche vor uns. Wir konnten aus der Testfrisur also ein kleines Mädels-Event machen. Und das fand im Juni endlich statt. Vorher hatte ich allerdings gefühlt schon alle Brautmagazine der Welt, plus Instagram und Pinterest nach Brautfrisuren und Make-Up durchsucht und erstmal herausgefunden, was ich alles nicht will. – Oder was alles nicht geht: Hallo, ich bin Athene, 160 cm klein, Sommersprossen, wenig bis null Erfahrung mit Make-Up und außerdem habe ich dünne Haare, die einfach nicht wachsen wollen. Ist echt so: Meine Haare wachsen so langsam, dass sich sogar Friseure darüber wundern! Ab der Schulter hören sie einfach auf zu wachsen. Das wird also nichts mit langen, märchenhaften Wellen und offenen Haaren. Und Make-Up-Pinsel und ich, wir kennen uns nur von weitem.

Welche Frisur passt zu mir? Was mache ich mit den Haaren?

Als ich angefangen hab, darüber nachzudenken, was ich machen könnte, ist mir natürlich erst einmal alles eingefallen, was mit meinen Haaren leider nicht geht. Meine Güte, meine Güte, drei Bonbons und keine… (Tüte). Lassen wir das. Was nicht ist, ist nicht. Haarteile, die einem mehr Haar zaubern, konnte ich mir bei meiner Haarlänge auch nicht vorstellen. Streng hochgesteckt, passt einfach nicht zu mir.

Die erste Idee kam in einem Brautladen, als ich zu einem Kleid (das ich nicht genommen habe) einen kleinen Blumenkranz angezogen und meine Haare unordentlich da reingesteckt habe. – “Wild hochgesteckt”, würde ich es mal nennen. In der Fachsprache der Brautmagazine nennen sie es „Undone-Look“ – also so wild, dass es aussieht, als wäre man gerade aus dem Bett aufgestanden und hätte sich nur mal eben die Haare hochgesteckt und gleichzeitig aber so gezaubert, dass es den ganzen Tag hält. Das mag ich, das passt. Ich bin ja auch im normalen Leben nie lange im Bad beschäftigt, dazu fehlt mir einfach die Muße. Außerdem gefällt mir der Bruch durch diese Frisur zu meinem langen Brautkleid sehr.

 

Und dazu soll es ein Blumenkranz sein. Kein Schleier, nur ein Kranz, der nicht zu groß sein darf. Sonst würde es ja aussehen, als ginge der Kranz mit mir spazieren. Die Blumen werde ich mir in der Woche vor der Hochzeit bei “Drei Blüten” in Aachen zusammenstellen. Das steht schon fest. Sonst nichts. Für die Testfrisur brauchte ich aber ja auch einen Kranz, also habe ich das Internet kreuz und quer nach einer günstigen Alternative aus Kunststoff abgesucht und bin bei Amazon fündig geworden.

Und „für falls“ wie ich gerne sage, also falls am großen Tag etwas mit den frischen Blumen schiefgehen sollte, habe ich mir noch einen Ersatzkranz aus getrockneten Blumen bestellt. Denn ich möchte auf keinen Fall Plastik auf dem Kopf haben.

Meine ganzen Ideen habe euch übrigens ich in diese Pinterest-Galerie gepackt.

Und welches Make-Up passt zum Styling?

Das war einfacher! Die einzige Sorge: Kann die Friseurin das so natürlich und schlicht, wie ich mir das wünsche? Also kann sie auf meine Wünsche eingehen und trotzdem dafür sorgen, dass ich von morgens bis abends fit, wach und strahlend aussehe, obwohl ich vermutlich Augenringe bis zum Mars haben werde?

Mädelsmorgen mit Testfrisur

Den Tag der Testfrisur habe ich Ende Juni organisiert, damit ich – falls ich gar nicht zufrieden sein sollte – noch Zeit habe, mir wen anderes zu suchen.

An dem Morgen hakt es aber erst einmal bei uns. Meine Freundin schreibt mir, dass sie verschlafen hat. „Das kann ja noch was werden“, denke ich und muss gleichzeitig lachen. Mit 15 Minuten Verspätung brausen wir nach Horbach, einen Ort bei Aachen zu Corinna Hof. Als wir ankommen fühle ich mich in Teenie-Zeiten zurückversetzt, weil in der Gegend einige Freundinnen von mir gewohnt haben.

Frau Hof nimmt uns die kleine Verspätung nicht übel. Sie hat ihren Friseursalon in ihrem Wohnhaus: Ein Raum, klein und gemütlich mit genau zwei Plätzen für uns. Sofort strahlt sie uns an und auch, wenn ich an dem Morgen sehr aufgeregt war, habe ich bei ihr gleich das Gefühl in guten Händen zu sein. Ich zeige ihr die verschiedenen Bilder aus dem Netz und erkläre ihr bis ins kleinste Detail, was ich mir vorstelle. Zeige ihr den Testkranz und frage sie nach ihrer Meinung zu allem. Das ist mir besonders wichtig, denn ich kenne mich mit Styling und Schminke einfach nicht aus.

In meiner Familie sind die Frauen eher so drauf: Kajal, Mascara, Labello, fertig. Und mit dem Kajal ist das oft schon ein kleiner Kampf. Ich hätte grundsätzlich schon gern mehr Ahnung davon, aber es ist unrealistisch, dass ich das noch vor der Hochzeit lerne. Sie erklärt mir, dass die Frisur auf jeden Fall den ganzen Tag hält, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Und dass wir das Make-Up so hinbekommen, dass ich nicht „angemalt“ aussehe. Puh. Los geht’s.

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Sie glättet mir die Haare, zupft hier und da, setzt mir den Blumenkranz auf und hantiert mit hundert Klämmerchen, um das Maximum aus meinen dünnen Haaren herauszuholen. Das macht sie nicht zum ersten Mal. Das merkt man gleich. Immer wieder fragt sie mich, ob es so passt. Wir ändern Kleinigkeiten ab und am Ende bin ich wirklich zufrieden, mit dem was die mir auf den Kopf gezaubert hat. Wir hoffen allerdings beide, dass meine Haare noch etwas wachsen bis September. Auch meine Freundin ist begeistert – ich bin froh, dass sie dabei ist: Eine zweite Meinung ist einfach unbezahlbar.

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Und dann das Make-Up. Davor hatte ich fast noch mehr Schiss, bin aber sofort beruhigt als sie mir sagt, dass wir im Grunde komplett auf Make-Up verzichten könnten. Das hätte ich nicht gedacht! Weil ich mich aber mental so darauf eingestellt hatte, dass ich an dem Tag unbedingt Make-Up ausprobieren will, lasse ich mich nicht abbringen. Wie ich ohne aussehe, weiss ich ja. Also pinselt sie mir das helle Zeug einmal quer durchs Gesicht. An dieses – gestylt werden – könnte ich mich gewöhnen! Ein tolles Gefühl hergerichtet zu werden.

Beim Test-Styling kann man viel ausprobieren

Nach dem Make-Up, werden die nächsten Entscheidungen getroffen: Welcher Lidschatten soll es sein? Welcher Kajal? Wieviel von alledem? Dabei verlasse ich mich auf das Auge meiner Expertin. Ich habe das Gefühl, dass wir uns verstehen und, dass sie weiß, dass ich nicht zu viel Farbe im Gesicht haben möchte. Mein Ziel: Auch am Hochzeitstag ich selbst sein. Natürlich aufgehübscht und gestylt, aber eben nicht übermalt. Es gibt ja Frauen, die schminken sich jeden Tag und sehen einfach fantastisch so aus, aber ich nicht. Vor allem, weil ich mich so nicht kenne. Am Ende suche ich noch einen matten Lippenstift aus, der gut zum Gesamtbild passt und kaufe ihn auch gleich bei ihr. So kann ich am großen Tag immer nachlegen, wenn mir danach ist.

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Nach eineinhalb Stunden ist alles fertig und ich darf Beweisbilder machen. Jetzt ist meine Freundin an der Reihe. Die bekommt eine lockige Flechtfrisur, die wirklich toll aussieht an ihr. Da sieht man mal wieder was die unterschiedlichen Typen ausmachen. Es macht übrigens mindestens genauso viel Spaß jemandem dabei zuzusehen, wenn er zurechtgemacht wird, wie selbst gestylt zu werden.

Als wir beide fertig sind, wird alles genau zusammengerechnet und ein Zeitplan für den Hochzeitstag erstellt, damit da auf keinen Fall Stress aufkommt.

Am großen Tag wird Corinna Hof zu mir ins Hotel kommen und sich um alles kümmern. Die Vorfreude steigt inzwischen ins Unendliche – besonders weil ich jetzt keine Angst mehr haben muss, mich am Ende doch noch selbst stylen zu müssen.

Das Styling wird in der Stadt getestet

Hinterher laufe ich beschwingt durch die Aachener Innenstadt und fühle mich wie eine Prinzessin. Vielleicht fange ich hier und da aus Versehen sogar an ein wenig zu tanzen. Wer weiß. Es ist ein besonderer Sommertag in Aachen. Alle sind gut drauf, weil die Sonne mal ein paar Tage am Stück scheint. Ich bin wirklich überrascht, wie viele Menschen mich anlächeln und nach Frisur und Styling fragen. So ein Blumenkranz macht echt was aus! Das werde ich mir merken. Auch für andere – nicht-hochzeitliche Feste.

Tipps:

  • Wenn ihr nicht an dem Ort heiratet, wo ihr wohnt: Auf jeden Fall Freunde und Bekannte fragen. Friseure sind so unterschiedlich!
  • Überlegt euch vorher genau, was ihr wollt und was nicht. Der Friseur kann nicht eure Gedanken lesen.
  • Nehmt auf jeden Fall jemanden, dem ihr vertraut zur Testfrisur mit. Eine zweite Meinung ist unbezahlbar.
  • Kosten für ein Braut-Styling variieren stark. Meine Friseurin kostet ca: Frisur 40-55 Euro. Make-Up: 25-35 Euro und dazu kommen natürlich noch Fahrtkosten, wenn sie zu einem ins Hotel kommt.

 

Blogparade: Neustart nach dem Studium – Wo kann man am besten leben und arbeiten #awaywego

Mein Geburtsort: Santiago de Chile. Mein Lieblingsort auf der Welt: Valparaiso, Chile. Aufgewachsen in: Aachen. Studium und Lieblingsort in Deutschland: Köln. Aktueller Wohnort: Karlsruhe

Wenn man mir das vor zehn Jahren gesagt hätte, dass ich mal in Karlsruhe leben würde, hätte ich laut gelacht. Ich? Weg aus der Nähe von Köln? Weg aus NRW? Niemals. Und dann kam alles anders. In der Blogparade von Marie zum Thema #awaywego tauschen wir uns dazu aus: Warum ist es die Wahlheimat geworden? Und ist sie auch eine Heimat?

Als mich meine Snapchat Freundin Marie von Studentenagenten gefragt hat, ob ich an ihrer Blogparade teilnehmen möchte, war ich sofort begeistert. Auch wenn mir das Thema „weggehen“ noch immer einen Stich ins Herz bohrt. Köln. Wenn ich an diese eine – meine Lieblingsstadt denke, wird mir wohlig warm ums Herz und ich würde am liebsten sofort Umzugskartons packen. Und trotzdem bin ich nach dem Studium nach Karlsruhe gezogen. Marie steht jetzt an genau diesem Punkt. Schon vor einem halben Jahr haben wir bei Snapchat (Nickname atheanie und marie.graener) darüber diskutiert, wo man gut leben kann und warum. Und ob der Moment nach dem Studium genau der richtige für einen Neustart ist. – Ein Reset in einer neuen Umgebung für einen neuen Job. Natürlich ist die Antwort auf die Frage, ob man weggehen sollte, für jeden eine andere. Deshalb diskutieren wir jetzt alle gemeinsam. Also falls ihr auch am Start seid, sagt Marie oder mir unbedingt Bescheid und postet einen Link zu eurem Post unter diesen.

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Lieblingsstadt auf der Welt: Valparaiso

Die Ausgangslage: Welchen Job will ich wirklich?

Ich habe Sozialwissenschaften auf Diplom in Köln studiert. Damit kannst du alles und nichts machen. Auf den ersten Blick fand ich diese Freiheit sehr charmant. Ich konnte mich nach der Schulzeit eh nicht entscheiden, welchen Job ich (womöglich für immer) machen möchte. Eine Mischung aus Politik, Wirtschaft und Soziologie fand ich super und ich denke, ich würde wieder genau das studieren wollen.

Und irgendwann in diesen bunten WG-Jahren in Köln stand ich plötzlich im Studio des Hochschulradios „Kölncampus“ und habe angefangen Radio zu machen und zu lieben. Wer weiß, ob ich in einer anderen Stadt, in einem anderen Studiengang jemals zum Radio gekommen wäre. Hätte hätte… Fahrrad..

Viel gereist, viel gesehen – was nun?

Also stand ich am Ende meines Studiums da. War viel gereist. Habe im Ausland gelebt, Praktika bei Zeitungen und Sendern gemacht und auf einmal wurde mir klar: Ich möchte Journalistin und Moderatorin sein und zum Radio. Und wenn ich das mit dem Radio wirklich will, muss ich ein Volontariat machen. Das ist die Redakteursausbildung im Rundfunk. An dem Punkt habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass ich vielleicht nicht für immer in Köln bleiben kann. Mein Arbeitgeber im Volo war in Iserlohn. Also habe ich mir einen alten kleinen Corsa gekauft und Kilometer gemacht, um so oft wie möglich in Köln zu sein. Wenigstens am Wochenende. Das war stressig, aber absehbar, denn nach 1,5 Jahren hatte ich das Volo-Zeugnis in der Tasche und stand vor der viel größeren Frage: Und wohin jetzt?

Ach Köln

Der erste richtige Job nach dem Studium

Ich sag es euch gleich: Meine Entscheidung fiel am Ende zugunsten des Jobs. An der Stadt knabbere ich bis heute.

Nach dem Volo habe ich mich bei einigen Sendern in ganz Deutschland beworben: jetzt oder nie, hab ich gedacht. Denn ich wollte gern einen Sender finden, wo ich Moderatorin und Redakteurin sein darf und mich darauf verlassen kann, dass ich von meinem Gehalt gut leben kann. Und ich glaub, viele kennen das: Sobald man einige Ansprüche an den Job hat, wird es schwierig sich auch noch den Ort dazu auszusuchen.

Ich hatte am Ende die Wahl: freie Reporterin in Köln maximal zehn Tage im Monat oder ca. 20 Tage im Monat Redaktion und Moderation in Baden-Baden bei DASDING vom SWR. Anfangs bin ich noch hin und her gereist und dachte, ich könne beides unter einen Hut bekommen. Aber dafür bin ich einfach nicht gemacht. Die Würfel waren gefallen und es hat sich einfach richtig angefühlt: #awaywego. Auf in den Südwesten.

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Sonnenaufgang in Karlsruhe. Vom Turmberg in Durlach aus bewundert

Karlsruhe, warum bist du … nicht wie Köln?

Nach einem kurzen Abstecher nach Baden-Baden bin ich dann mit meinem Freund (inzwischen Verlobten) nach Karlsruhe in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen und hier leben wir bis heute. Ihn habe ich übrigens in Baden-Baden kennengelernt.

Und obwohl ich mir mit meiner Entscheidung für den Job sicher war und bin, werde ich mit Karlsruhe einfach nicht warm. Ich weiß: Karlsruhe kann nichts dafür. Nüchtern betrachtet, ist das eine Stadt mit toller Lebensqualität: Am alten Schlachthof kann man sich fühlen wie in Berlin, am und hinterm Schloss ist es grüner als in Köln, am Rhein gibt es hier sogar ein Freibad, die Wege sind generell kurz, man kann theoretisch überall mit dem Rad hinfahren, im Gegensatz zu Aachen gibt es hier sogar Straßenbahnen… Wir wohnen in einer schönen Altbauwohnung, die wir in Köln nie bezahlen könnten…

Lieblingsort zu Hause in Karlsruhe: Bett mit Durchblick durch die Wohnung

Aber so ist das ja leider häufig mit der Liebe: Sie ist nicht rational. Köln hat mich mit seiner schnodderigen, herzlichen Art gepackt. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mich Freitagabends danach sehne in Köln von Kiosk zu Kiosk zu tingeln und mir ein Wegbier nach dem anderen zu holen. Aber die Frage ist: Hätte ich daran heute überhaupt noch Spaß? Wer weiß.

Wer arbeitet, hat es schwerer neue Freunde zu finden.

Wenn man arbeitet, lernt man weniger Menschen kennen. Im Studium sind alle auf der Suche nach neuen Menschen. Und jedes Wochenende gab es eine WG-Party. Damals hat sich das von alleine ergeben.

Und heute? Klar: Kollegen lernt man kennen und Freunde von Kollegen. Aber wenn man nicht gerade ein soziales Hobby hat, wird es schwierig. Und wenn man sich immer nur mit Menschen von der Arbeit trifft, drehen sich die Gespräche oft um die Arbeit. Trotzdem muss ich sagen: Es hat Kraft und Mut gekostet. Aber ich habe hier einige gute Freunde gefunden. Mit der Zeit.

Die Zeit in Köln verbinde ich natürlich auch mit den Menschen, mit denen ich dort gelebt und viel Zeit verbracht habe. 90 % von denen, wohnen allerdings seit längerem gar nicht mehr in Köln. Meine Erinnerung verklärt einen Zustand, der gar nicht mehr wiederhergestellt werden könnte. Traurig aber wahr. Gut, das mal aufzuschreiben. Vielleicht verstehe ich es so auch endlich.

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Das Schloss in Karlsruhe

Was hat Karlsruhe zu bieten – und was nicht?

Fangen wir mit dem an, was mich am meisten nervt: In den Parks hier darf man nicht grillen. Das ist sogar mit der Zeit noch schlimmer geworden. Jetzt gibt es in Karlsruhe nur noch ganz vereinzelt offizielle Grillplätze (keine Wiese) und die sind nicht im Zentrum. Grillen gehört für mich zum Sommerfeeling einfach dazu – ganz egal was man da auf den Grill legt. In Köln war der Aachener Weiher mein Garten, weil ich direkt um die Ecke gewohnt habe. Wir waren im Sommer alle zwei Tage da, um zu grillen und mit Aussicht auf den trüben Weiher und die Straßenbahnen über das Leben zu sinnieren.

Shoppen kann man in Karlsruhe auch nicht: Im Einkaufszentrum „Ettlinger Tor“ gibt es nur 0815 Geschäfte und auch sonst kann man die kleinen außergewöhnlichen Geschäfte mit der Lupe suchen. Der Minette Concept Store ist die Ausnahme von der Regel, denn der ist wirklich toll.

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Karlsruhe sieht manchmal aus wie aus einer anderen Zeit

Aber wenn man von diesen zwei Punkten absieht, kann Karlsruhe einiges. Hier nur ein paar meiner Lieblingsaspekte.

Der Markt auf dem Gutenbergplatz gibt einem samstags das Gefühl, dass die Welt noch in Ordnung ist und, dass die Menschen viele Kinder bekommen. Zu einem Barista-Kaffee von Bono kann man da in der Sonne stehen, sinnieren und französische Croissants frühstücken.

Kaffee, Freibad, Riesenrad

Das Freibad „Rappenwörth“ liegt direkt am Rhein und erinnert an andere Zeiten. Das frühere Rheinbad ist noch erhalten und in das Gelände integriert. Da kann man zwar nicht mehr drin schwimmen, aber sich vorstellen wie es früher war.

Im Sommer lässt sich die Stadt immer wieder etwas einfallen: Als Karlsruhe 300 geworden ist, wurde das groß gefeiert. Es gab viele Events, ein eigenes Duschgel bei DM (kein Scherz) und Lichtspiele, die auf das Schloss projiziert wurden. Weil das 2015 so gut gelaufen ist, gibt es die Lichtspiele diesen Sommer zum dritten Mal.

Und in diesem Jahr standen vor dem Schloss auf einmal zwei Riesenräder. – Zum Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“ sind die da aufgestellt worden und von oben hatte man wirklich einen genialen Blick über Karlsruhe.

Bei uns um die Ecke gibt es seit neustem ein süßes, gemütliches Café, das unsere Nachbarin eröffnet hat: Lottis Traum. Eins der Cafés, wo man stundenlang sitzen möchte, weil das Ambiente einfach stimmt und der Kaffee auch. Neben der Perlbohne in der Innenstadt eins der wenigen Cafés, die mich in Karlsruhe überzeugen konnten.

Am alten Schlachthof finden jedes Wochenende Partys und Konzerte statt. Also diese Stadt kann definitiv Kultur.

Glücksmoment in Karlsruhe. Gut, dass wir den festgehalten haben.

Ich glaube Karlsruhe und ich, wir haben uns arrangiert. Für den Moment. Denn die Mischung aus Arbeit und Leben ist hier einfach gut: Vor allem, weil ich hier mit Raphael leben kann.

Langfristig wünsche ich mir allerdings schon wieder nach NRW zu ziehen. Und damit näher zu meiner Familie und natürlich nach Köln. Aber nicht jetzt. Irgendwann. Das hat Zeit.

Wie ist das bei euch? #awaywego

Was hat euch dazu bewegt da zu leben, wo ihr jetzt seid? Oder seid ihr auch gerade in der Findungsphase wie Marie?

Fotos: Raphael Pi Permantier  & Athene Pi Permantier

Panama – Santa Catalina: Der perfekte Surferort

Ach Santa Catalina. Hast du einen Platz für mich? Einen für immer? Ich würde ja bleiben.

Ja, ich bin ein richtiges Fan-Girl von diesem kleinen Ort. Das ist einer der Orte, wo ich mir wirklich vorstellen könnte zu leben. Kommt mit, ich erkläre euch warum.

Boot-Boot-Taxi-Bus-Bus-Minibus. Einen ganzen Tag sind wir von Bocas del Toro nach Santa Catalina unterwegs und gegen Nachmittag werden die Busse immer kleiner. Als wir im Minibus über die Hügel in Richtung Santa Catalina fliegen, während Reggaeton aus den Boxen dröhnt, steigt meine Aufregung. Wird der Ort so schön sein, wie ich ihn mir ausgemalt habe?

Ein umwerfender Sonnenuntergang begrüßt uns

Schließlich – nach vielen Stunden – halten wir an einer Häuseransammlung an der Straße und wir sind da. Neben uns: Hostel, Tour-Agency… Supermarkt.. Hostel.. Restaurant. Wir verlassen den Ortskern und laufen mit den Rucksäcken bepackt in Richtung Playa Estero. Unsere Unterkunft befindet sich neben dem Strand, angeblich 15 Minuten zu Fuß. – Latino-Minuten versteht sich. Nach 25 Minuten laufen wir endlich auf das Grundstück der „Rancho Cosa Mia.“ Rechtzeitig um mit unserem Gastgeber Billy von der großen Terrasse aus den Sonnenuntergang und die Aussicht auf das Meer zu genießen. „Wow. Einfach wow.“ denke ich und bin begeistert von dem kleinen Holzhaus auf Stelzen, das einer der ersten bekannten Surfer in Santa Catalina gebaut hat.

Die Aussicht von der Terasse des “Rancho Cosa Mia” – allerdings bei Sonnenaufgang

Santa Catalina: Eine bewegense Surf-Geschichte

Ein Rückblick

In der Surferszene ist Santa Catalina inzwischen ein Brett. Menschen kommen aus der ganzen Welt hierher um ein paar Wellen am berühmten Surfspot „La Punta“ zu erwischen. Auch große Surfwettbewerbe haben hier schon stattgefunden.

Vor vielen Jahren war Santa Catalina allerdings einfach nur ein kleines Fischerörtchen in der Nähe der früheren Gefängnisinsel „Coiba“. Hierher kam nur, wer sich durch den Dschungel und über rote unbefestigte Matsch-Straßen seinen Weg gebahnt hat. Vor mehr als 45 Jahren – im Jahr 1970 – haben ein paar junge Männer die berühmte Welle in Santa Catalina entdeckt. Sie hatten sich auf eine große Reise begeben – die Küste von Panama entlang. Auf der Suche nach perfekten Wellen. Wie krasse Surfer es so an sich haben, müssen sie alle ein bisschen verrückt und ein bisschen zu abenteuerlustig gewesen sein, denn der Weg nach Santa Catalina war wild und gefährlich – auch wegen der Schlangen und Skorpione im Dschungel. Im Dorf heisst es, dass eine Fahrt von Panama-Stadt nach Santa Catalina damals 12 Stunden gedauert hat. Heute ist die Fahrt mit den Bussen ungefähr halb so lang.

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Diesen Ausblick in Santa Catalina habe ich stundenlang genossen

Die vier ersten Surfer sind – so erzählt man es sich – in Santa Catalina angekommen, standen am Strand und waren wohl erstmal enttäuscht, weil es dort keine Wellen gab. Daraufhin entdeckten sie in der Ferne hinter ein paar Felsen eine Welle – und „Punky“, der eigentlich Ricardo Icaza hieß, hat es sich nicht nehmen lassen ins Wasser zu gehen und loszusurfen. Angeblich hat er eine perfekte „Righthander“ nach der anderen genommen. Die Geschichten, die ich im Dorf erzählt bekommen habe, konnte ich mit dieser Erzählung vervollständingen.

Es muss ein geniales Gefühl sein, einen Surfspot zu finden

Wenn ich mich heute in die vier Entdecker hineinversetze, muss es ein unglaubliches Gefühl gewesen sein: Sie hatten tatsächlich einen bis dahin unbekannten Surfspot gefunden. Sie haben also als erste diese Wellen in Santa Catalina gesurft und waren die einzigen im Line-up. Der weite Weg durch den Dschungel hatte sich gelohnt. Ihren Surfspot wollten sie wohl nicht sofort mit der ganzen Welt teilen. Santa Catalina blieb lange ein echter Geheimtipp. Aber diese Jungs haben nach und nach Land gekauft, Surfcamps eröffnet und den Spot ihren Freunden gezeigt und so wurde der Ort immer bekannter. Aus dem Geheimtipp wurde irgendwann ein echter Tipp.

Wir wohnten im Haus des Machers der “Cosa Mia Boards”

Mit unter den ersten, die nach Santa Catalina kamen, dort Land gekauft und ein Business gegründet haben, waren zwei Kenneth: Kenneth Myers und Kenneth O’Brian. Der letztere war einer der ersten Surfboard-Shaper in Panama, der seine eigenen Boards gefertigt hat: Cosa Mia Surfboards.

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Santa Catalina im März 2017

Wir wussten es bei unserer Airbnb – Buchung nicht, aber wir haben tatsächlich im Haus von „Kiki“ Kenneth O’Brian gewohnt. Er selbst lebt allerdings inzwischen in Italien. Kiki besitzt ein großes Grundstück gleich neben der Playa „Estero“ mit einem Trampelpfad runter an den Strand. Auf dem Grundstück steht kleines Haus aus Holz mit einer Bomben-Aussicht, weil er es auf Stelzen gebaut hat. Im Schatten unter dem Haus hängen alte „Cosa Mia – Surfboards“ und einige Hängematten, in denen wir viele Stunden verbracht haben. Im ersten Stock gibt es eine Wohnküche, eine große Terrasse und darüber zwei Schlafzimmer. Als wir dort waren, wurde die Unterkunft von Billy und Ollie verwaltet.

Heute ist dieses wunderschöne Haus leider keine Airbnb-Unterkunft mehr. Wir waren die letzten Gäste. Vom Rancho Cosa Mia aus waren wir in fünf Minuten am Strand. Und auch wenn es in den Ort länger gedauert hat, war die Lage für uns perfekt: Geniale Aussicht, Ruhe, Strand und einige Restaurants in der Nähe. Übrigens: In den meisten Unterkünften in Santa Catalina gibt es kein WLAN. Das macht es einem tatsächlich noch leichter runterzukommen.

Rancho Cosa Mia – wunderschönes Häusschen auf Stelzen

Im gemütlichen Gang ist man in einer knappen halben Stunde im Ort, wo man einkaufen oder eine Tour zur Isla Coiba machen kann. Und die ist wirklich zu empfehlen: Wir waren einen Tag lang unterwegs, haben an vier verschiedenen Orten geschnorchelt und eine beeindruckende Unterwasserwelt gesehen: Riffhaie, Rochen, wunderschöne Schildkröten und tausend bunte Fische. Oft habe ich hingeschaut und konnte gleichzeitig nicht glauben, was ich da sehe: Sobald man unter Wasser umher schaut, ist es als hätte man eine andere Welt betreten. Auch wenn die Bootsfahrt zur Insel ungefähr 90 Minuten dauert, lohnt sie sich sehr.

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Auf dem Weg nach “Coiba”

Die Surfspots in Santa Catalina

La Punta

Die Wellen am Point-Break „La Punta“ sind weltberühmt. – Und alle erfahrenen Surfer lieben sie. Für alle anderen ist der Spot schön anzusehen – vor allem bei Sonnenuntergang lohnt es sich ein Bier im Surfcamp „Surfers Paradise“ zu trinken und dabei die Aussicht zu genießen.

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Playa Estero

Für Anfänger und Intermediates ist die Playa „Estero“ als Surfspot perfekt. An diesem Beachbreak kann man sowohl im Weißwasser surfen lernen, als auch grüne Wellen surfen. An diesem Strand liegt sich auch das Oasis Surfcamp, wo man Soft-Tops ausleihen kann. Leider haben sie keine anderen Boards.

Der Strand ist lang und dadurch gibt es im Wasser genug Platz für alle. An unserem letzten Tag waren die Bedingungen für unsere Surf-Level perfekt: Viele kleine grüne Wellen liefen in die Bucht hinein: Jede einzelne war eine perfekte Option für einen Ritt zum Strand. Wie jedes Mal musste ich meine Angst überwinden und habe auf mich eingeredet: „Das ist JETZT deine Chance. Nimm sie. Du kannst das. Du willst das. JETZT.“ Und als mich der Push der Welle erreicht hat, war alles andere vergessen. Glück – überall in meinem Körper haben sich die Glücksgefühle ausgebreitet und sind bis in die letzten Winkel gekrabbelt. Es hat sich angefühlt als könne ich fliegen. Als die Welle vorbei war und ich wieder auf dem Brett lag, habe ich die Freudentränen auf meinen Wangen gespürt. Diese perfekten Momente sind mein Antrieb immer wieder aufzustehen und es nochmal zu versuchen.

Playa Estero

Gekommen, um zu bleiben

In Santa Catalina geht die Zeit anders. Alles ist ruhig und entspannt. Viele kommen hierher und wollen bleiben: Host Ollie aus England versucht es jetzt zum Beispiel mit einem Stand-Up-Paddle Unternehmen und den kleinen Surfshop leitet eine Frau aus Deutschland, die vor Jahren hergekommen ist. In den Hostels, Hotels und Reiseagenturen arbeiten Volunteers aus der ganzen Welt, um eine Zeit in San Cat verbringen zu können. Und natürlich gibt es hier Restaurants mit Essen aus aller Welt. Dieser Ort hat etwas Magnetisches: Wer sich in Santa Catalina wohlfühlt, versucht alles, um bleiben zu können. Die Stimmung nimmt dich ein und zeigt dir eine andere Art zu leben: Ohne Hektik und Stress. Ohne schnelles Internet und ohne großen Supermarkt. Aber dafür mit unbeschreiblich schöner Natur, Gelassenheit und mit unendlich vielen schönen Wellen.

 

Tipps für Santa Catalina:

  • Günstige Unterkünfte kann man über Airbnb finden. Außerdem habe ich mir das Oasis Surfcamp genauer angeschaut und fand es sehr schön.
  • Es gibt sehr viele tolle Restaurants. Zum Beispiel das argentinische Restaurant „Los Pibes“ ist ausgezeichnet. Außerdem solltet ihr unbedingt das mexikanische Restaurant an der Straße zur Playa „Estero“ besuchen. Es ist ein süßer Familienbetrieb in bunten Farben mit tollem Essen.
  • Falls ihr Internet haben wollt, kauft euch am besten vorher eine SIM-Karte.
  • Wer ein eigenes Surfboard hat, ist klar im Vorteil. Denn die meisten Rentals verleihen vor allem Soft-Tops.
  • In Santa Catalina gibt es (noch) keinen ATM. Hebt also unbedingt vorher genügend Bargeld ab. Im kleinen Supermarkt und in vielen Restaurants kann man mit Karte zahlen.

Fotos: Raphael Timm & Athene Pi Permantier