Erfahrungsbericht: Ein Wochenende Wellness im Odenwald

Nimmst du Handtücher mit?“ – „Ne, oder? Wir gehen doch ins Hotel.“ Ich habe nicht viel Erfahrung mit Hotels. In meiner Kindheit waren wir meistens campen – oft auch wild in der Natur in Griechenland, weil das damals noch erlaubt war. Ich habe zwar wenig Erfahrung mit Hotels, sie haben mich aber schon immer neugierig gemacht. Deshalb musste ich unbedingt ein Wellness-Wochenende ausprobieren.

Als eine Freundin und ich ein Wochenende entspannt wegfahren wollten, sind wir beim Suchen im Netz auf das Natur Kultur Hotel Stumpf gestoßen. Und es machte den Eindruck von: Handtücher muss man keine mitbringen. Nur sich selbst, mindestens zwei Bücher und den guten Willen runterzukommen.

Auf den ersten Blick wirken Hotels auf mich immer etwas steril und ungemütlich. Aber die Vorstellung, dass wir uns ein ganzes Wochenende um nichts kümmern müssen außer darum möglichst gut zu entspannen, das klang genial und darauf hatte ich Bock. Als ich dann abends nach der Arbeit im Hotel angekommen bin, dachte ich aber erstmal: Wo bin ich denn hier gelandet? Freitagabend, 22:30 und niemand sitzt mehr in der Bar? Verstörend. Weil ich lange arbeiten musste, haben aber netterweise die Leute an der Rezeption noch extra auf mich gewartet und – wie ich dann erfahren habe – ihren Feierabend extra nach hinten verschoben und mich freundlich begrüßt.

Das Wochenende

Nach einer ruhigen Nacht stürzen wir uns am Samstagmorgen auf das Frühstücksbuffet. Ein bisschen Freizeitstress kommt dann doch leicht auf, wenn es „nur“ bis 10:00 Frühstück gibt. Diese fixen Zeiten in den Hotels haben mich schon immer abgeschreckt, aber ein Wochenende lang kann ich mich darauf einlassen. Am Tisch eine große Kanne Kaffee – extra für uns und dann probieren wir uns dann durch die Auswahl am Buffet: Brötchen, Rührei, Speck, Birchermüsli. Klar: Nach dem zweiten Gang sind wir satt, obwohl der Bock noch für mehr gereicht hätte. Aber es ist gar keine Zeit darüber zu lange nachzudenken. Wir müssen gleich weiter zu unserem Wellnes-Paket.

Also ziehen wir uns im Zimmer die Bademäntel, die vom Haus gestellt werden, an und los: Zuerst bekommen wir eine Seifenbürstenmassage: Dazu legst du dich auf eine Art Wanne und wirst komplett mit einem Bürstenhandschuh mit Seife abgerieben. Das ist ganz angenehm, denn du hast das Gefühl, dass endlich mal alle überflüssigen Hautschuppen abfallen. Danach gibt es für uns noch eine Öl-Ganzkörpermassage. Ich liebe Massagen! Auf Bali haben wir uns gefühlt durch das komplette Massageangebot von Kuta gewühlt und gemerkt, dass es große Unterschiede gibt. Meine letzte Massage vor dem Wellnesswochenende habe ich allerdings von einer Asiatin hier in Karlsruhe bekommen, die so fest zugreifen konnte, dass selbst meine Verspannungen sich gelöst haben. Das ist eine Kunst! Damit will ich sagen: Was Massagen angeht, bin ich anspruchsvoll. Im Wellnesshotel hatte ich extra mit der Mitarbeiterin vereinbart, dass ich mir eine möglichst starke Massage wünsche.

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Diese Massage war gut und solide. Ich war hinterher entspannter als vorher, aber sie hat in mir nicht diesen „Wow-Effekt“ ausgelöst. Trotzdem: Wenn jemand so eine ganze Stunde dafür sorgt, dass du runterkommst, dann finde ich das sehr genial. Danach verbringen wir den Nachmittag im Wellness-Bereich: Wasser – Dampfbad – Dusche – Lesen – Schlafen – Whirlpool… und wieder von vorne. Endlich schaffe ich es wieder eins der Bücher der großartigen Isabel Allende zu lesen. Dazu komme ich im Alltag einfach viel zu selten.

Am Abend werfen wir uns dann doch einmal in Straßenklamotten, um uns beim Vier-Gänge-Menu nicht zu blamieren. Im Restaurant war unser Platz schon mit einem Kärtchen reserviert, an den anderen Tischen einige ältere Paare, die aussehen, als wäre das ihr romantisches Highlight im Jahr. Dann geht es los: Als erstes gibt es eine kleine Portion Tomate, Mozzarella. Der Käse ist so fein geschnitten, wie ich es zu Hause nie hinbekomme.

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Danach kommt eine fantastische Suppe und dann der Hauptgang: Wir können auswählen und ich als alter Fisch-Fan entscheide mich natürlich für den Lachs. Dazu gibt es fein drappiert Couscous und grünen Spargel. Als ich denke, dass es nicht besser werden kann, kommt der Nachtisch: Ingwer-Creme-Brulée. Wow. Ich liebe ausgefallene Küche und das begeistert mich wirklich. Dazu trinken wir Sekt und Wein und hinterher schlafen wir wie zwei be-wellnesste müde Kinder. Tief und fest.

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Der Hauptgang: Lachs, Spargel und Couscous

Der Sonntag startet sogar noch entspannter als der Samstag, weil es da traditionell in dem Hotel Brunch bis 12:00 gibt. Mit kalten und warmen Speisen und allem, was einem einfallen könnte: Von Tiramisu, über Müsli bis hin zu Spätzle, Weißwürsten und einem Mitarbeiter, der einem sein Rührei extra so zaubert, wie man es gerne möchte – toller Service und lecker.

Nach dem Brunch legen wir uns wieder in die Wellness-Oase und stehen nur auf, um uns im Pool abzukühlen oder in die Sauna zu gehen. Und zwischendrin tun wir ganz viel nichts. Ich kenne keine Langeweile und einfach mal nichts machen können, ist ein großartig.

So ein Wochenende ist ein Geschenk

Das Wochenende war wirklich besonders, ein kleines Geschenk für mich selbst – vor allem, weil ich so etwas noch nie gemacht hatte. Ich war hinterher ruhig und entspannt. – Und gerade in solchen entspannten Momenten, wenn ich gute Gespräche mit einer Freundin führen kann, komme ich auf viele neue Ideen und es tun sich andere Wege auf. Das ist erfrischend für das eigene Leben und in gewisser Weise ist es wie ein Mini-Urlaub, in dem man mal kurz innehalten und die Perspektive wechseln kann. Läuft gerade alles so, wie es soll? Was wünsche ich mir eigentlich? Was könnte anders laufen und an welchen Stellschrauben muss ich drehen, damit ich dahin komme?

Das war ein tolles Wochenende im Hotel – ich glaube aber im Grunde kann man genauso runterkommen, wenn man ein Wochenende in der Natur zeltet. Wichtig ist nur: Nichts vornehmen, Ruhe passieren lassen und sein. Und schon ist alles gut.

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Die Daten:

Natur Kultur Hotel Stumpf, Zeilweg 16, 74867 Neunkirchen

  • Vier Sterne
  • Wellnessbereich mit Pool, Sauna, Whirlpool und Dampfbad
  • Ruheraum
  • Hotel Stumpf
  • Wir haben ein Paket gebucht: Unser „Romantikwochenende“ hat 188 Euro pro Person gekostet. Darin enthalten: Zwei Übernachtungen, Frühstücksbuffet, 4-Gänge-Menu am Abend, Übernachtung im Doppelzimmer (Da ich Freitag so spät angereist bin, konnten wir das zweite Abendessen auf Sonntag verschieben.) Dazu haben wir ein Massagepaket gebucht.

Wir haben alles selbst bezahlt. Das war keine Einladung des Hotels oder eine ähnliche Kooperation.

Tipps: Meine Lieblingscafés in Berlin

Städtetrips klingen für mich schnell nach Stress und viele Sehenswürdigkeiten „abarbeiten“. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Wenn ich reise und neue Ecken kennenlerne, setze ich mich immer wieder gern hin, denke über das Gesehene nach und trinke viel Kaffee. Hier habe ich euch meine Lieblingscafés in Berlin zusammengefasst.

Jeder einzelne Besuch in einem dieser Cafés ist für mich wie der Besuch einer Sehenswürdigkeit für viele andere – nur viel entspannter: Ich sitze da, genieße einen oder zwei Kaffee, schaue mir die Menschen an und träume vor mich hin. In diesen Momenten habe ich oft die besten Ideen: Cafés inspirieren mich.

Da sitze ich dann auf einem wackeligen Stuhl, zwischen Menschen – auf dem Tisch ein Latté, in der Hand die Zeitung. Manchmal mit Musik im Ohr, manchmal einfach so. – Gerne auch mal mit mir alleine, um nachzudenken. In Berlin treffe ich aber in den vielen zauberhaften Cafés vor allem gern meine Freunde, die dort leben – oder die, die gerade zufällig auch in der Hauptstadt sind. Das bedeutet für mich Urlaub: Zeit haben, um in Cafés zu sitzen und neue kennenzulernen.

Die besten Cafés zum Frühstücken:

Café Anna Blume – Prenzlauer Berg

Anna Blume ist kein Geheimtipp: Am Samstagmorgen bildet sich im Sommer eine Schlange um einen Platz draussen auf der Terrasse zu bekommen. Aber das Warten lohnt sich! Dieses Café ist berühmt für seine Frühstücksetageren und das zurecht: Dieses gemischte und wunderschön angerichtete Frühstück gibt es für zwei oder vier Personen und da ist wirklich alles dabei: Käse, Wurst, verschiedene Pasten, Obst, getrocknete Tomaten, Oliven und Ei. Das perfekte Frühstück, wenn man sich dafür Zeit nimmt. Allerdings ist der Kaffee hier eher durchschnittlich.

Kollwitzstraße 83, 10435 Berlin

Etagere

Factory Girl – Mitte

Von außen fallen schon beim Blick durchs Fenster die schönen alten, zusammengewürfelten Möbel auf: Es gibt hier kleine Tische um mit der besten Freundin zu sitzen und einen großen Tisch, der auch als „Gossip Table“ bezeichnet wird. Hier kannst du dich mit anderen Menschen zusammenfinden. Hier gibt es geniale Ei-Variationen zum Frühstück und das – wie es sich gehört – den ganzen Tag lang. Mir hat das Rührei mit Tomate und Rucola besonders gut geschmeckt.

Auguststraße 29, 10119 Berlin

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Keyser Soze – Mitte

Ein helles Café an einer Ecke in Mitte. Hier haben wir mehrere Stunden gefrühstückt und uns durch die Speisekarte probiert. Es gibt verschiedenste Variationen mit Pfannkuchen, Rühreiern mit Speck oder Lachs und klassische Frühstückskombinationen. Leider gibt es hier keinen Barista-Kaffee. Frühstück gibt’s dafür aber bis 18:00.

Unsere Ausbeute im Keyser Soze

Tucholskystraße 33 / Ecke Auguststraße
10117 Berlin-Mitte

http://www.keyser-soze.de

Nah am Wasser gebaut – Neukölln

Direkt am Kanal am Kiehlufer befindet sich dieses liebevoll eingerichtete Café. Hier gibt es sogar eine Schaukel, auf der man seinen Kaffee genießen kann! – Außerdem viel massives Holz, bunte Fenster und ein Klavier. Hier habe ich den grünen Smoothie probiert, der frisch zubereitet wurde und fantastisch geschmeckt hat. Es gibt aber auch eine große Frühstückskarte.

Kiehlufer 55, 12059 Berlin

 


Caffeggiando – Neukölln

Ein typisch italienisches Café mit bestem Cappuchino. Hierher kommen viele Italiener und trinken ihren Espresso – auch das macht die besondere Stimmung aus. Das Café selbst ist klein, besonders gut sind die Plätze draussen mit Blick auf die vorbeilaufenden Menschen. Zum Frühstück gibt es hier unter anderem leckere Bagels mit Lachs. Und das Preis-Leistungsverhältnis ist super.

Anzengruberstraße 19, 12043 Berlin

Und hier kann man nachmittags gut Café trinken und etwas naschen:

Godshot – Prenzlauer Berg

Der Café im „Godshot“ ist ein Gedicht! Eigentlich ist der Laden eher klein und unauffällig, mit orangen Stühlen vor der Tür – aber diese Latté-Kreation im Barista-Style kann sich sehen und schmecken lassen. Mein absoluter Lieblingskaffee bisher in Berlin. Hier kann man auch einen Barista-Kurs machen. Das steht auf jeden Fall noch auf meiner „To do-Liste“. Hier noch die Info von der Internetseite dazu, warum der Laden „Godshot“ heisst. Es geht um den perfekten Espresso: Wenn unter besten Voraussetzungen alle Faktoren optimal zusammen wirken und den perfekten Geschmack ergeben, so spricht der Barista von einem Godshot.“

Immanuelkirchstraße 32, 10405 Berlin

https://www.godshot.de/

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Bonanza Coffee Heroes – Prenzlauer Berg

Vor oder nach einem Besuch im Mauerpark bietet sich eine Pause bei den „Bonanza Coffee Heroes“ an. Es ist ein typisches Berliner Hipstercafé: An der Theke steht meistens ein Typ mit Schnurrbart, der Innenraum ist archaisch und gleichzeitig modern im industrial Style eingerichtet und draussen stehen breite Bänke. Ich mag diesen Style sehr und der Kaffee ist wirklich fantastisch: Hier gibt es Latté im Barista-Style, wie ich ihn liebe. Besonders günstig ist dieses Café allerdings nicht.

Oderberger Str. 35, 10435 Berlin

http://bonanzacoffee.de/

Ostfee – Prenzlauerberg

Schönes Ambiente mit alten Möbeln und Sesseln. Man kann nah am Fenster sitzen und beim Blick auf die ruhige Straße Kaffee und vor allem Waffeln genießen. Die sind sehr lecker dort.

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Oderberger Str. 39, 10435 Berlin

Cozys – Friedrichshain

Hier kommst du dir auch vor wie in Stylish-hausen. Sehr geschmackvoll eingerichtet ist dieses Café: Die Steinwand ist weiß gestrichen und man sitzt an massiven Holztischen, auf einfachen Stühlen. – Leider keine Sessel, aber es gibt ein Sofa. Der Kaffee schmeckt hier wirklich ausgezeichnet und ich empfehle jedem den Crumble: Streusel, Apfel und Rhabarber – ein Gedicht. Auch hier gibt es Superfood-Smoothies. Ich habe den Eindruck danach sind noch immer alle verrückt in Berlin. An der Theke steht immer frisches Wasser für zwischendurch.

Kaffee plus Crumble gleich Foodheaven

Gabriel-Max-Str. 15a, 10245 Berlin

Nostalgie: Einmal frühstücken im Diner von O.C. California

Es ist mein cheesy Mädchenherz was da hin und wieder nostalgisch wird. Ich habe die Serie O.C. California verschlungen! Als ich angefangen habe unseren Roadtrip durch Kalifornien zu planen, war für mich klar, dass ich mindestens einen echten Drehort aus der Serie O.C. besuchen will. Was passt da besser als ein Besuch im Diner aus der Serie? Ich finde: Nichts!

Beste Aussicht Kaliforniens

Surfboards und Zuckerwatte

Die Magie der Serie O.C. besteht für mich darin, dass die Serie im Urlaubsparadies gedreht worden ist. „Wenn das Kalifornien ist, dann muss ich da mal hin“, dachte ich. Sandy kommt vor oder nach der Arbeit von einer Surfsession nach Hause und Seth hat natürlich ein Longboard. Ryan wohnt im Poolhouse – wie der Name vermuten lässt mit Blick auf den klaren, blauen Pool. Und wenn Seth, Summer, Ryan und Marissa mal Hunger haben, dann geht’s ins Diner auf dem Pier, denn da gibt es die besten Chili Cheese Fries und dazu einen Milkshake. Natürlich überhaupt nicht gesund, klingt auch als könne einem davon schlecht werden – aber es hat auch was. Der Blick aus dem Fenster des Diners geht natürlich – wie soll es auch anders sein – direkt auf’s Meer. Bilder von Sonne, Strand, Surfern und Meer haben sich auch lange nach dem Ende der Serie noch in mein Gedächtnis gebrannt. Ein Wattebausch von vier Menschen, die noch nicht erwachsen werden wollen, nach dem Sinn des Lebens suchen und ihn mehr oder weniger, naja wohl nur zum Teil finden. (Wie so viele von uns) Für immer geblieben ist natürlich das Bild von den vier Freunden im Diner.

In der Nähe: Reiche Leute Gegend Balboa Island

Da können wir auch sitzen – einfach so!

Es war ein kleiner Glückstag, als ich herausgefunden habe, dass es das Diner aus der Serie wirklich gibt. Es ist keine sterile Filmkulisse in irgendeinem Studio in Hollywood. Es ist einfach ein ganz normales Diner auf einem Pier. Ein bisschen enttäuschen muss ich euch allerdings schon: Es befindet sich nicht auf dem Pier von Newport Beach, sondern in Redondo Beach. – Es liegt also deutlich näher an Los Angeles als Newport Beach selbst. – War wohl praktischer für die Dreharbeiten.

Das Diner von außen

Auf dem Weg von Venice nach Newport Beach kamen wir da ziemlich genau vorbei. Ich war aufgeregt wie früher an Weihnachten: Wird es da wirklich so aussehen wie in der Serie? Hoffentlich schmeckt es da und mein Nostalgieherz wird nicht enttäuscht. Haben sie vielleicht inzwischen umgebaut und die Sitze sind nicht mehr dunkelgrün und einmal dreiviertel um den Tisch herum? Hoffentlich nicht!

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Der Pier selbst ist alt, aus Holz – etwas abgegessen, aber stylish. Auf den großen, tragenden Balken sitzen Pelikane und sonnen sich. Daneben stehen ein paar ältere Männer und angeln. Und da ist es auch schon: blau auf gelb leuchtet das große Schild mir entgegen! Der „Redondo Coffee Shop“ hat den besten rundherum-Blick auf das Meer. Ich kann es nicht wirklich fassen, dass das Diner einfach so da ist. Ganz natürlich – als hätte es auf uns gewartet.

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Im Redondo Coffee Shop ist die Zeit stehen geblieben.

Zumindest sieht es da drinnen so aus. Erinnert ihr euch noch daran als Ryan und Seth versuchen durch den Hinterausgang zu verschwinden, weil Marissas Noch-Freund Luke mit seinen Freunden am Tisch neben dem Eingang sitzt? – Und die zwei Schiss haben, dass er sie verprügelt? Genau diese Bilder hatte ich vor Augen, als ich im Laden stand. Ich habe mich im Kreis gedreht und einen Tisch ausgesucht. Sogar die Speisekarte erinnert an die Serie.

Amerikanisches Frühstück: Viel Fett!

Wir sind allerdings zum frühstücken da, ich habe nicht wirklich Lust auf Pommes mit Milkshake. Also bestellen wir ein großes amerikanisches Breakfast: Coffee, Buttermilk-Pancakes mit Sirup, Egg, Bacon und Toast. Ja, wir hatten Hunger. Und vor allem Bock. Auch wenn es nicht der Ort wäre, wo O.C. gedreht worden ist: Das ist ein tolles, typisch amerikanisches Diner mit fantastischem Ausblick aufs Meer. Für mich ein absoluter Must-Stop auf dem Weg die Küste Kaliforniens entlang. An der Wand des Diner hängt übrigens sogar ein Beweisbild: Eine Autogrammkarte mit Bild der Hauptdarsteller der Serie.

Der Unterschriften-Beweis im Diner: Autogramme der O.C.-Stars

Warum bleibt O.C. genial?

Ich frage mich manchmal was diese Serie auch Jahre später noch so großartig für mich macht. Vielleicht ist es, weil ich inzwischen selbst surfe und sie nochmal mit anderen Augen sehe? Oder weil ich jedesmal laut lachen muss, wenn Julie Cooper wieder übertrieben fies und doch so ein genial gezeichneter Charakter ist? Vielleicht auch, weil Sandy der Vater ist, den wir uns heimlich alle wünschen, weil er immer auf unserer Seite sein würde? Oder weil Seth Cohen der eigentliche männliche Star der Serie ist, weil es durchaus ok ist, wenn Männer Gefühle zeigen, manchmal albern sind und gleichzeitig liebenswert und sarkastisch.

Am Ende ist es aber wohl das was uns die Serie über das große Glück lehrt: Du kannst auch in einer Hollywood-Kulisse leben und Kohle haben – Das allein macht eben doch nicht glücklich. Ein Kaffee im Redondo Beach Coffee Shop allerdings schon – für einen Moment.

Fröhlich.

 

Adresse für andere Fans oder Menschen, die einen guten Frühstücksort in Kalifornien suchen:

Redondo Coffee Shop

141 Fishermans Wharf, Redondo Beach, CA 90277, Vereinigte Staaten

Wir waren im September 2014 da

Fotos: Raphael Timm

Kultur: Auf der Suche nach gutem Kaffee in Chile

Ich hätte gern einen Kaffee.“ – „Mit Milch und Zucker?“ – „Nein, nur mit Milch. Danke!“ Als wäre es gestern gewesen erinnere ich mich an den Moment, als ich einen Styroporbecher mit Nescafé und Milch in die Hand gedrückt bekomme. Das war vor etwa 10 Jahren. Inzwischen hat sich einiges in Chile geändert.

Ich stehe in einem kleinen Café in der Nähe der Redaktion der Tageszeitung „La Tercera“ in Santiago, wo ich damals ein Praktikum angefangen habe. Vor dem Start wollte ich mir ein wenig „Mut“ antrinken. Normalerweise hilft da bei mir nichts besser als Kaffee. Aber Nescafé ist für mich eigentlich kein Kaffee, also versuche ich das Gesöff möglichst schnell herunterzubekommen, atme einmal tief aus und starte mein Praktikum. In meinem Kopf rattert es: Warum bin ich in Lateinamerika und bekomme Pulverkaffee? Strange.

Warum Nescafé?

Seit ich Chile als Kaffee-trinkende Person kenne und schätze, spielt Nescafé eine unfassbar große Rolle.

Offenbar auch deshalb, weil Nestlé in den siebziger Jahren eine große Kampagne gestartet hat – von wegen „Heeeyy dieser Kaffee ist einfach zuzubereiten… und überhaupt: bisschen Zucker dran.. und Milch – oder Milchpulver und zack. Getränk fertig. Niemand brauch mehr eine Kaffeemaschine – praktisch.“ Jau und ekelig. Das wurde mir zumindest zum Thema erzählt.

Cafés con piernas

Witzigerweise stammt eine sehr ungewöhnliche, sexistische chilenische Kaffeeidee auch aus den siebziger Jahren: Die „Cafés con Piernas“ – also Cafés mit Beinen. Die ersten davon hießen „Café Haiti“ und „Café Caribe.“ Stellt euch vor, ihr kommt in einen solchen Laden und das erste was euch auffällt sind die Frauen, die da bedienen, denn sie tragen alle Minikleider. (In den ganz krassen Läden wohl sogar nur Bikinis oder noch weniger, aber da bin ich noch nie reingegangen.) Die Tresen schlängeln sich durch das Lokal und sind so gebaut, dass alle Gäste die Beine der Bedienungen bewundern können: Die Tresen sind sozusagen unten rum frei. – Damit auch nichts vom Bein versteckt bleibt, stehen die Frauen etwas höher als alle, die einen Kaffee bestellen und gaffen. Als ich diese Cafés zum ersten Mal gestehen hab, ist mir echt der Mund offen stehengeblieben. Klar: Hier bedienen nur Frauen und sie werden auf ihre Beine reduziert. Viele Chilenen kommen hierher, um in der Mittagspause zu gaffen und einen „richtigen“ Kaffee zu genießen. Denn das ist der Clou: In den „Cafés con Piernas“ gab es schon immer echten Bohnenkaffee. Verrückt, welche Wege der Kaffee in Chile gehen muss, um gekauft zu werden. Wer sich in Santiago nicht so gut auskennt: Diese Cafés gibt es überall verstreut in der Innenstadt. Ihr erkennt sie einfach an den offenen Tresen, den vielen Spiegeln und dem Minikleid-Dresscode der Bediensteten. Bescheuert. Und skurril. Aber ja: Der Kaffee ist ganz ok.

Was tun, wenn du sicher gehen willst einen Espresso mit Milchschaum zu bekommen?

Das ist ein besonders großer Cortado

Lange – bis etwa 2010 war es für mich die sicherste Variante zu fragen: „Hay café cortado?“ Das ist ein kleiner Espresso mit ein wenig aufgeschäumter Milch. Keine italienische Barista-Kunst, aber da weisst du was du hast. In Santiago gibt es seit jeher Cafés, die Cortado anbieten, aber in den kleineren Städten musst du schon genauer suchen. – Am besten immer kurz die Kaffeemaschinen-Lage checken. Trotzdem hatte ich bei längeren Chileaufenthalten immer großes Heimweh nach gutem Kaffee: Nach einer großen Tasse mit viel Milchschaum und Espresso, der kein bisschen bitter ist.

Wie es die Ironie der Geschichte und die Liebe der Chilenen zu großen Marken so will, hat es ein anderer großer Platzhirsch schließlich geschafft, dass „gemütlich Kaffee trinken“ oder auch mal im Café arbeiten oder lernen IN geworden ist: Welcome to „Starbucks“. Große Sessel, fancy Getränke mit viel Zucker und so teuer, dass ich das Zeug in Chile fast als Luxusgut bezeichnen würde. 2003 ist die Kette nach Chile gekommen und inzwischen gibt es in Santiago an jeder Ecke eine Filiale. Vor allem in Providencia kannst du manchmal von einer Starbucks-Filiale zur nächsten spucken. Und die Dinger sind immer voll! Wahnsinn! Ich weiss nicht, ob es wirklich einen kausalen Zusammenhang zwischen der steigenden Nachfrage nach gemütlichen Kaffees und der Ausbreitung von Starbucks gibt (das könnte ich mal langfristig erforschen) – einen zeitlichen gibt es aber auf jeden Fall.

Der neue Espresso-Boom

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Ich war 2010 in Chile, 2013 und vor kurzem wieder, also 2016. Mit jedem Besuch fallen mir in den letzten Jahren in Santiago neue, kleine, gemütliche Cafés auf: Im Viertel Lastarria zum Beispiel ist es kein Problem einen Latte nach Barista-Art zu bekommen – auf Wunsch mit laktosefreier Milch. Im Barrio Italia reiht sich eine Galerie mit Shops und Cafés an die nächste. Auch in Valparaiso gibt es auf den berühmten Cerros Alegre und Concepción lauter kleine Cafés mit italienischer Kaffeemaschine und Wahnsinnsausblick über die Bucht. Das sind Cafés mit stylishen alten, zusammengewürfelten Möbeln in renovierten alten Gebäuden. – Oft mit Holzboden. Diese Häuser erzählen die Geschichte von Valparaiso und bei einem oder zwei Latte stelle ich mir die Geschichte des Raums vor, in dem ich gerade sitze: War es mal ein Schlafzimmer? Oder eine Küche? Oder einfach die Galerie, wo immer die Wäsche getrocknet worden ist? Das sind ganz aufregende Orte.

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Ich wünsche mir, dass dieser Trend zu richtigem, italienischem Barista-Kaffee keine kurze Welle ist. Ich wünsche mir, dass es so weitergeht und dass die 10 verschiedenen Größen Nescafé im Supermarkt in Zukunft Kaffeebohnen in unterschiedlichen Röstungen weichen. Und dass es so auch in den Haushalten kleine Espressokocher gibt.

Kaffee- und Kuchenparadies Valparaiso

P.S. Ein Geständnis noch: Es ist – wie es immer ist mit Dingen, die dich an eine gute Zeit erinnern. Bis heute trinke ich nach jeder Ankunft in Santiago einen Nescafé bei meiner Gastfamilie. Denn der Geschmack erinnert mich an das Santiago, wie ich es in der Schul- und Unizeit kennengelernt habe. Und er zeigt so viel über die chilenische Kultur.

Tipps: Kaffee auf der ganzen Welt

Ohne meinen Kaffee keine Competition, keine schnellen Entscheidungen und kein freundliches „guten Morgen.“ Ja, ich bin süchtig nach Kaffee. Es muss allerdings Espresso sein, am liebsten mit aufgeschäumter Milch. – Es ist also eigentlich das, was man Latte Macchiato nennt. Filterkaffee kann ich wenig abgewinnen. Auf jeder Reise mache ich mich daher natürlich auch auf die Suche nach dem besten Kaffee. Aber nicht nur der Geschmack ist dabei wichtig, sondern auch der Ort, an dem er serviert wird. Heute stelle ich euch meine fünf liebsten Fundstücke vor.

1. The Shack – Raglan, Neuseeland

Von Raglan schwärme ich immer wieder: Mein Lieblingsort in Neuseeland und dort habe ich außergewöhnlichen Kaffee probieren dürfen. Im „The Shack“ sitzt man sehr hell, auf zusammengewürfelten Holzstühlen. An der Wand hängt – natürlich – ein altes Surfboard aus Holz. An der Theke kannst du dir zum Kaffee süßes Gebäck aussuchen und wenn du dich schlecht entscheiden kannst – so wie ich – hilft dir gern ein Mädchen von der Theke weiter. Der Latte im Barista-Style schmeckt fantastisch: Zart, gleichzeitig kraftvoll und kein bisschen bitter. Zum Glück bieten sie ihn auch in der großen Tasse an.

Der großartige Latte im „The Shack“

2. Bird Rock Coffee Roasters – San Diego, USA

Dieses kleine Café haben wir zufällig auf der Rückfahrt vom Strand „La Jolla“ entdeckt. Wir waren völlig ausgepowert vom Surfen als wir vom Auto aus ein großes offenes Fenster entdeckten. Der Fensterrahmen ist so gebaut, dass man fantastisch seinen Kaffee im Fenster sitzend, genießen kann. Innen stehen lauter fancy Kaffee-Maschinen herum: Da kommen auch diejenigen auf ihre Kosten, die ihren Kaffee lieber „cold brewed“ haben wollen. Über dessen Geschmack kann ich allerdings nichts sagen, denn für mich gab es wie immer einen Latte mit Blick auf die vorbeilaufenden Menschen. Auch hier ein Kaffeeerlebnis, das ich nie vergessen werde.

3. GODSHOT – Berlin Prenzlauer Berg

In Berlin waren wir zuletzt in großer Kaffee-Mission unterwegs. Nebenher haben wir auch noch viele Freunde getroffen. Das Gute ist: Kaffee probieren und Zeit mit Freunden verbringen, lässt sich fantastisch verbinden. Am besten hat mir der Kaffee im „Godshot“ in Prenzlauer Berg geschmeckt. Ein kleines Café mit orangen Hockern vor der Tür, auf denen man sehr gut sitzen und Zeitung lesen kann. Dazu gab es mindestens 3 Latte, die ich nur so verschlungen habe, weil sie so geschmeidig und doch kraftvoll geschmeckt haben.

Glücklich nach vielen Latte im Godshot, Berlin

4. Café Melba – Auckland, Neuseeland

Oh ja: Neuseeland hat mich nicht nur wegen der Natur, sondern auch wegen des Kaffees nachhaltig beeindruckt. Kurz nach unserer Ankunft haben wir in Auckland im Café Melba gefrühstückt. Es befindet sich in einer kleinen Seitenstraße in der Innenstadt, draussen stehen Tische mit Ausblick auf die Straße – ganz wie in Frankreich. Dazu Kaffee ganz von der Sorte: „Hierwürdichmichgernreinlegen“ Mega-lecker!

Das krasse in Neuseeland ist: Es scheint ganz normal zu sein, dass man Barista-Kaffee anbietet. Selbst an einer Landstraße im Nirgendwo auf dem Weg nach Wellington haben wir einen Geschmacksorgasmus bei einem solchen Latte haben dürfen. Auch wegen des Kaffees lohnt sich jede Reise nach Neuseeland sofort!

Der einfache mobile Stand des Barista Bono

5. Barista Bono – Markt Karlsruhe

Auf dem Markt auf dem Gutenbergplatz in Karlsruhe bildet sich samstags immer eine lange Schlange am Stand des „Barista Bono“. Er baut seinen Kaffee-Wagen immer neben einem Brunnen auf, es gibt zwei Stehtische und einen Pavillon gegen den Regen. Das wars schon. Und das reicht! Man kann zwischen zwei Mühlen mit unterschiedlichem Kaffee verschiedener Röstung wählen und dann genießt man den Kaffee unter freiem Himmel – wer mag mit einem französischen Croissant, denn gleich daneben steht immer der Wagen mit köstlichen Brötchen aus Frankreich. Das ist der perfekte Start ins Wochenende dort und ich gebe zu: Diesen Kaffee habe ich „zu Hause“ entdeckt.

So sieht mein Glück am Samstagvormittag in Karlsruhe aus

 

 

Erfahrungsbericht: 5 Tage Detox – Ich zeig’s mir selbst!

Ich bin ein Mitläufer! Ich gebe es offen zu! Im Netz gab es auf einmal überall diese Detox Artikel – Menschen trinken über Tage nur bestimmte Säfte auf Frucht- und Gemüsebasis und wollen damit abnehmen, den Körper reinigen, daher wird das Ganze auch oft „Cleanse“ genannt. Viele wollen ein besseres Körpergefühl bekommen und testen wo ihre Grenzen sind.

IMG_7281Das kann ich auch – das will ich auch!,“ hab ich gedacht! Natürlich wollte ich es mir genauso wie alle anderen bei Youtube oder auf ihren Blogs einfach beweisen. Beim klicken durch die verschiedenen Angebote der Detox-Firmen war mir schnell klar: Billig wird es nicht. Nach einigem abwägen, habe ich mich dann für Yuicery entschieden (yuicery). Wenn schon denn schon: 5 Tage Kur sollten es sein. Die Seite bietet verschiedene Programme an, die jeweils unterschiedliche Saft-Kombis enthalten: Manche haben besonders wenige Kalorien, andere sind besonders gesund, da besonders viel Gemüse drin ist. Ich kann mich generell nie entscheiden, wusste aber, dass ich in der Zeit arbeiten gehen werde, in der ich den Test machen wollte. Wenige Kalorien konnte ich mir also nicht leisten, da ich nicht im Bett vor mich hinvegetieren konnte: Von mir wurde täglich Leistung erwartet, daher entschied ich mich für den „Classic Cleanse“: Jeden Tag gab es 5 Säfte und eine Mandelmilch. Die Säfte leuchteten mir auf der Homepage in Gelb, grün und rot entgegen: Sah schon lecker aus! Für die 5 Tage habe ich etwas mehr als 200 Euro bezahlt. Versand kommt noch oben drauf, denn die Säfte müssen ja frisch und gekühlt bei uns eintreffen.

IMG_7302Auf die Kur habe ich mich vorbereitet, wie es auf der Seite empfohlen wird: Ein paar Tage vorher habe ich keinen Kaffee mehr getrunken, Alkohol gab es natürlich auch nicht mehr. Ich habe den Zucker generell weggelassen und jeden Tag ein bisschen leichter gegessen. Ich rauche nicht, daher musste ich mich da nicht umstellen, aber ohne Kaffee komme ich generell nicht klar: Ich glaube das war die schwerste Umstellung, da Kaffee auch total zu meiner Routine am morgen gehört. – Ohne ihn ist mein Start in den Tag einfach nicht so gut.

Die Säfte kamen dann in zwei Ladungen zu mir nach Hause – bei der ersten war ich richtig aufgeregt und habe die bunten Flaschen der Farbe nach in meinen Kühlschrank sortiert. Ich gebe zu: Ich habe mir viel von der 5-Tageskur erwartet! Auf der Seite von Yuicery wird einiges versprochen: Wir sollen ein besseres Körpergefühl bekommen und möglicherweise nehmen wir ein paar Kilo ab. Ich war also durchaus unfassbar gespannt. Die ersten Säfte habe ich in kleinen Schlücken getrunken, damit ich nicht das Gefühl hatte hungern zu müssen.

Der erste Saft mit grünem Apfel, Staudensellerie, Gurke, Grünkohl, Petersilie, Ingwer und Limette hat mir ganz fantastisch geschmeckt und er war sehr leicht. Ich war Fan. Am Nachmittag habe ich aber den Saft mit Rote Beete, Karotte, rotem Apfel, Fenchel und Limette dann aber fast nicht runterbekommen. Der war für mich ungenießbar. Nase zu und durch – ich wollte ja keinen kostbaren, teuren Saft wegkippen. Mein Highlight war die Mandelmilch am Abend. Der Geschmack war mir neu, anders, sie machte total satt und war sehr lecker. Ich hatte vorher Angst, dass ich mit Hunger einschlafen müsste, aber das war überhaupt nicht der Fall: Ich war angenehm gesättigt.

Immer zwischendurch habe ich große Mengen an stillem Wasser runtergekippt. – Auch eine Art Übersprungshandlung.

Ihr müsst wissen: Ich esse unfassbar gerne und koche eigentlich jeden Abend. Besonders schwer war es für mich auf dieses Event am Abend zu verzichten, wenn andere Leute bei mir zu Hause wie gewohnt gekocht haben. Die Entzugserscheinungen davon wurden jeden Tag schlimmer. Ich habe es nicht ausgehalten, wenn andere Leute bei mir zu Hause Salat gemacht haben – einfach weil mir das Event so sehr gefehlt hat, denn Hunger hatte ich in den 5 Tagen nie. Es war einfach der Neid auf die Routine. Zum Glück standen in der Zeit keine Geburtstagsparties an – ich hätte wohl absagen müssen: Ich bin einfach ein leidenschaftlicher Sozialesser.

Jeden Morgen hab ich auf die Erleuchtung, die plötzliche Energie oder ein Gefühl von innerer Reinheit gewartet. Aber da kam leider nichts. Ich hab mich nicht schlecht gefühlt, hatte keine Kopfschmerzen oder andere Nebenwirkungen, aber auch sonst ist NICHTS passiert! Schade eigentlich, wo ich doch über 200 Euro für den Spaß ausgegeben habe. Selbst das „kauen“, was ja in der Detox-Zeit gar nicht stattgefunden hat, fehlte mir fast gar nicht! Es war alles wie immer. Ich habe nichtmal ein Gramm abgenommen. Am letzten Tag war ich echt enttäuscht, weil die Kur so wenig bewirkt hat. Ein ganz klein wenig fitter habe ich mich dann doch vielleicht gefühlt. – Das war’s dann aber auch.

Was bleibt: IchIMG_7311 hab’s mir bewiesen! Ich kann es schaffen: 5 Tage komplett auf feste Nahrung verzichten und mich nur von Säften ernähren. – Und es war noch nichtmal schwer.

Aber da ich mich hinterher nicht gefühlt hab, als könne ich Bäume ausreißen oder als wäre ich eine Feder, würde ich nächstes Mal einfach so auf ungesundes verzichten – und eine Kur machen, die ich ganz einfach zu Hause selbst machen kann. Als ich die Leute von Yuicery hinterher gefragt habe, wie es kommt, das sich keinen Effekt bei mir bemerkt habt, meinten die nur per mail: „Die Wirkung ist natürlich bei jedem immer etwas unterschiedlich. Je nach Länge der Kur und auch dem „Lebensstil“ vorher. Wenn man sich eh schon gesund ernährt, dann ist der Detox-Faktor natürlich deutlich geringer, als bei jemanden, der mal komplett umstellt.“ Ich bin also offenbar selbst schuld, dass ich mich generell gesund ernähre. Sehr ärgerlich war, dass eine Mandelmilch am Tag, als ich sie trinken wollte bereits schlecht geworden war. Ich habe es den Menschen von Yuicery vor Monaten geschrieben, bisher ist mir allerdings kein Geld dafür erstattet worden, noch eine frische Mandelmilch zugeschickt worden. Das finde ich bei dem hohen Preis für die Kur doch sehr schade. Das Geld für eine Detox-Kur werde ich mir in Zukunft sparen. Auch wegen der nachträglichen Effekte der Kur: Ich habe danach wochenlang keine Milch vertragen, Kaffee auch nur wenig, obwohl ich mich schrittweise wieder zum „normalen“ Lebensstil zurück bewegt habe. Die Probleme mit der Verdauung waren ein Detox-Geschenk, auf das ich lieber verzichtet hätte.

Der erste Apfel nach der ganzen Kur schmeckte allerdings besser als vorher ein 5 Sterne Menu und der Salat am ersten Abend danach brachte mich vom Gefühl her ins Schlaraffenland! Essen ist eben was ganz besonderes. Auch das hat mir die Kur gezeigt.

Wie sind eure Erfahrungen mit Detox?

Rezept: Italienische Spaghetti Carbonara

Die Zeit in Italien in Pettenasco haben wir nicht nur genutzt, um am See zu liegen. An einem Abend war ich richtig aktiv und habe Spaghetti Carbonara gekocht. Das Rezept hatte ich von einem Italiener aus einem Feinkostladen. Eigentlich wollte ich nur Speck kaufen, aber das exklusive Rezept gab es ungefragt dazu.

Etwas mehr Geduld als ich sie habe, wäre wahrscheinlich von Vorteil. Seht selbst!

Übrigens: In diesem Video habe ich das Wort „Heidewitzka“ versteckt. Wer es zuerst bemerkt kann exklusiv nichts gewinnen.

Zutaten:
Pasta
Pancetta (gewürfelt) (Normaler Speck geht wahrscheinlich auch)
Knoblauch
Grana Padano
Eigelb
Olivenöl
Salz und frischer Pfeffer
(und am besten Geduld beim Rühren)

Wie macht ihr eure Carbonara am liebsten?

Was bringt High-Heels-Training?

Ich bin Athene, 160 Zentimeter klein und eigentlich nie größer! Ich kann nicht auf High-Heels laufen, aber ich möchte das gern ändern. In Mexiko da tanzen viele Frauen nächtelang auf High-Heels und stöclen am nächsten Morgen auf 10 Zentimeter-Absätzen ins Büro. Ich will das auch! Also fast: Ich möchte gern eine Nacht auf einer Hochzeit oder einer Party schick angezogen tanzen können, ohne um 2 Uhr morgens wieder die FlipFlops zücken zu müssen. Also mache ich ein High-Heels Training bei Ksenia von walkonheelz (www.walkonheelz.de) in Baden-Baden im Tanzsaal von einer Tanzschule! Ich bin bis auf Ksenia eindeutig die jüngste im Raum, was mich wundert. Ich dachte so: Ich bin schon spät dran mit einem Kurs, aber besser spät als nie. Der große Raum überzeugt mich gleich: Viele Spiegel an den Wänden werden zeigen was wir alles falsch machen. Sehr gut! Ksenia zeigt uns erst wie wir uns warmmachen fürs Training und generell fürs Laufen auf High-Heels. Mit breiten Gymnastikbändern dehnen wir die Füße, indem wir sie immer wieder in die Position bringen, die sie auch in den Schuhen einnehmen würden. Das Grundproblem erklärt Ksenia genau: „Wir haben oft zu wenige Muskeln inden Füßen!“ Wir trainieren sie selten bis nie und machen im Fitness-Studio keine extra Übung für die Füße auf der halben Spitze! Das Mädels, das ist unser größtes Problem. Und ich dachte bisher immer ich wäre einfach unfähig. Ein gutes Gefühl, dass die Muskeln schuld sind. Die Füße sollte außerdem nicht verkrampfen in den High-Heels. Dagegen hilft: Die Zehen immer wieder auseinander zu spreizen wenn wir gerade Barfuß sind. Eine Hilfe ist es, wenn wir die Finger an den Händen gleichzeitig auseinander spreizen – keine Ahnung warum, aber dann geht es auch an den Füßen leichter.

Und dann geht’s auch schon los auf unseren eigenen High-Heels! Ich habe welche mitgebracht, die nach Tango aussehen und geschlossen sind, aber drei Nummern zu hoch für mich. Ich dachte bisher immer es muss den mega Trick geben beim Laufen auf hohen Absätzen. Trick 17 gibt es auch, aber er ist denkbar einfach – und gleichzeitig unfassbar schwer umzusetzen: Wir sollen einfach genauso laufen wie auf flachen Schuhen. Also erst mit der Ferse aufsetzen und abrollen. Und weiter! Zack zack zack. In den nächsten Stunden fühle ich mich wie eine Kandidatin bei Germany’s next Topmodel – nur in klein und ohne je „vorm Spiegel geübt zu haben“, wie es Heidis Kandidatinnen immer beteuern. Ich habe nie geübt und so sehe ich auch aus. Wie ein Mehlsack auf Heels. Jedenfalls fühle ich mich so im ersten drittel des Kurses. Ksenia hat zum Glück eine unendliche Geduld und erklärt immer wieder: „Nicht zappeln, Athene! Oberkörper gerade! Normal abrollen! Hüfte gern bewegen, aber die Schultern trotzdem still halten.“ Ich werde nie wieder über die Kandidatinnen bei GNTM lachen! – Zumindest nicht wenn sie versuchen auf den Dingern zu laufen. Knochenjob – ich bin froh, dass ich auf der Arbeit keine hohen Dinger anziehen muss. Aber auch ich bin nicht komplett resistent gegen Lernerfolge! Immer wieder schmeisst Ksenia Popsongs an und scheuch uns quer durch den Raum! – Mal mit Buch auf dem Kopf, mal mit Handtaschen in der Hand und dann wieder so. Und irgendwann wird es einfacher! Ich fühle mich nicht mehr wie der größte Trampel – das Buch schafft es auf meinem Kopf quer durch den Raum – die anderen klatschen. Ich fühle mich gut, weiblich, sexy und ich habe das Gefühl ich kann alles schaffen. Also zum Beispiel eine ganze Party auf meinen Tangoschuhen tanzen. Aber es ist eins dieser Glücksgefühle und das habe ich Ksenia zu verdanken! Die verspricht am Ende: Training ist alles und versichert: Sie würde niemals jeden Tag auf High-Heels laufen, wenn es ihr nicht wirklich leicht fallen würde! Klasse! Gute Grundvoraussetzung! Jetzt müssen wir nur alle zu Hause weiter trainieren – und uns zum Beispiel jeden Abend auf der halben Spitze stehend die Zähne putzen. Aber das sollte doch möglich sein, oder? Klar! Das beste am High-Heels war für mich, dass ich bei mir selbst einen Prozess festellen konnte und dass Kesnia uns gute Tipps fürs Training zu Hause mitgegeben hat!